Mit großem Tamtam wurde der neue Löwen-Trainer Markus Kauczinski am heutigen Freitagnachmittag zur ersten Löwenrunde begrüßt. Neben knapp 20 Pressevertretern, normalerweise sind es eher fünf oder sechs, waren auch einige Fans ans Trainingsgelände gekommen, um einen ersten Blick auf den neuen Coach zu erhaschen. Der machte in seinem ersten Pressegespräch einen lockeren Eindruck und sagte unter anderem: “Wir dürfen die Fehlersuche nicht zu kompliziert machen, manchmal ist es nur ein Knopfdruck”.
“Schnell gemerkt, dass es für beide Seiten passt”
Kauczinski, der aktuell in Karlsruhe wohnt und die ersten Monate in München im Hotel übernachten wird, berichtete über den Kontakt zu Interims-Geschäftsführer Manfred Paula Folgendes: “Wir waren schon länger und öfter in Kontakt. Diese Woche gab es dann die finalen Gespräche und wir haben schnell gemerkt, dass es für beide Seiten passt und gestern Abend alles finalisiert”. Paula bestätigte dies: “Wichtig war für uns, dass wir einen Trainer mit Erfahrung in Aufstiegs-Konstellationen und hoher sozialer Kompetenz finden. Wir sind sehr froh, dass wir diese Lösung finden konnten.”. Auch mit der Dauer der Trainersuche zeigte er sich zufrieden: “Mir war es wichtig, dass wir das gewissenhaft machen. Vielen Dank an Alper Kayabunar, der tolle Arbeit gemacht hat”.
Kauczinski: “Den Hunger am Fußball nie verloren”
Seit seinem Engagement beim SV Wehen Wiesbaden hatte Kauczinski ein gutes Jahr Zeit, sich nur zu sortieren. “Ich hatte viel Zeit um über verschiedene Dinge nachzudenken. Nach zweieinhalb Jahren in Wiesbaden war ich durch. Ich habe viel Sport gemacht, meine Ernährung umgestellt und mich um die Familie gekümmert. Den Hunger am Fußball habe ich aber nie verloren. Aber jetzt bin ich froh, dass die Pause zu Ende ist. Der Wettkampf hat mir gefehlt.”, sagte Kauczinski.
“Namen machen noch keine Mannschaft”
Am Freitag hatte der neue Coach noch keine Gelegenheit die gesamte Mannschaft kennenzulernen, die wie schon vor der Trainerverpflichtung geplant am Wochenende frei hat. Am Montag um 14 Uhr wird er seine erste (öffentliche) Einheit am Trainingsgelände leiten. “Namen machen noch keine Mannschaft. Ich erwarte von allen Spielern, dass sie kämpfen, dass sie Leidenschaft zeigen und dass wir besseren Fußball spielen. Ob mit Vierer- oder Fünfer-Kette, da bin ich variabel und werde schauen, was besser zu uns passt. In der Mannschaft steckt mehr Potenzial. Ich will, dass sich die Leute mit uns identifizieren und wir begeisternden Fußball spielen. Der Fußball ist sehr komplex, ich komme über den Ballbesitz, aber kompromissloses Verteidigen gehört genauso dazu”, erklärte Kauczinski weiter. Momentan gehe es erst einmal darum “die Bremse im Kopf zu lösen”.
“Wie geil ist das denn?”
Nach der Verkündung am Donnerstagabend habe er mehr als 250 Whatsapp-Nachrichten erhalten, erzählte der neue Löwen-Coach. “Einige haben geschrieben ‘Wie geil ist das denn?’, 1860 ist ein Verein, den man lieben muss. Ich hatte als Trainer schon viele Spiele gegen 1860, war oft im Grünwalder Stadion und das hat immer Bock gemacht”, sagte Kauczinski weiter. Mit seinem neuen Trainerteam habe er vor der Löwenrunde kurz gesprochen, im Anschluss wartete ein Termin mit seinen Co-Coaches auf den Neu-Löwen.
Mit seinem ehemaligen Assistenten Argirios Giannikis, seinem Vor-Vorgänger, habe er keinen Kontakt aufgenommen, erklärte er auf Nachfrage von sechzger.de “Es ist Zeit vergangen, viel ist seitdem neu. Ich will unvoreingenommen an die Sache herangehen. Ich habe mit Alper gesprochen, er hat die frischen Eindrücke. Denn die Dinge ändern sich schnell”, erklärte Kauczinski.
Sehr starke dritte Liga und alte Bekannte
Über die Konkurrenz und die Qualität der dritten Liga sagte Kauczinski: “Die Liga ist sehr ausgeglichen, jeder kann jeden schlagen. Fußballerisch ist das sehr viel besser, als vor vier oder fünf Jahren. Es ist eine starke Liga, in der es immer Überraschungen gibt, wie aktuell den MSV Duisburg.”. Einige Löwen-Spieler kennt der neue Coach bereits. Vollath aus Karlsruhe, Christiansen aus Ingolstadt und Reinthaler aus Wiesbaden. “Gegen viele der anderen Spieler habe ich mit meinen Mannschaften gespielt. Ich habe erste Eindrücke, die muss ich aber noch vertiefen. Ich freue mich darauf, loszulegen und auf jedes Spiel. Je größer die Herausforderung, desto besser”, erläuterte der neue Löwen-Dompteur.
Egal ob jung – egal ob alt
Junge Spieler ins Team zu integrieren gehört zu den Aufgaben von Kauczinski, dazu sagte er: “Mir ist das egal, wie alt oder jung ein Spieler ist, ich behandle alle gleich. Ich habe immer junge Spieler reingeworfen, wenn sich die Chance eröffnet. Man hat bei Dulic gesehen, wie gut das klappen kann. Aber das darf nicht der Selbstzweck sein. Es muss schon Sinn machen”. Die gelte auch für die Stars der Mannschaft wie Volland oder Niederlechner: “Ich habe auch mit Spielern wie Stindl oder Calhanoglu gearbeitet, das sind ganz normale Jungs. Jeder hat seine Aufgaben und Pflichten. Ich behandle jeden gleich, das macht meine Führung aus”, fügte der 1860-Trainer an.
“Gute Spieler machen noch keine gute Mannschaft”
Den Nagel auf den Kopf traf der neue Löwen-Coach mit einer seiner letzten Aussagen: “Es hat einen Grund warum man da steht, wo man steht. Gute Spieler machen noch keine gute Mannschaft. Wir müssen als Einheit agieren.” Bleibt zu hoffen, dass Kauczinski bis zum Heimspiel gegen den MSV Duisburg am Sonntag um 16:30 Uhr die richtigen Schlüsse zieht, oder die richtigen Knöpfe drückt, damit es für die Löwen wieder aufwärts geht.











Man spürt bei jedem Satz, der Mann hat Erfahrung und das ist genau das was wir jetzt brauchen.
Sympathischer erster Eindruck. Kann mir gut vorstellen, dass er weiß an welchen Schrauben er drehen muss. Die Vorfreude auf Duisburg steigt