Der Verein aus der Seitenstraße gegen dessen Auswahl unsere Löwen am Sonntag Nachmittag im Sechzgerstadion um Regionalligapunkte, aber natürlich auch um viel innerstädtisches Prestige kämpfen (14 Uhr – im sechzger.de Liveticker), steht seinem Selbstbild nach gerne über den Dingen. Sportlich unanstastbar, finanziell allen anderen überlegen. Getreu dem Motto ‘Mia san mia’ kann diesen ‘Weltverein’ eigentlich niemand von seinem ganz hohen Ross herunterholen. Außer vielleicht die Fans des TSV 1860. Die gelungene Sabotageaktion von Löwenfans bei der FCB-Meisterfeier am Marienplatz im Mai, als das versammelte rot-weiße Kundenvolk vor Millionen von Fernsehzuschauern ahnungslos ein Banner mit der Aufschrift “FC BAUERN HURENSÖHNE” über die eigenen Köpfe wandern ließ und Neuer & Co. oben auf dem Balkon ungewollt präsentierte, scheint bei den Funktionären in der Säbenerstraße nun doch gewisse seelische Schmerzen hinterlassen zu haben (hier gibt’s das Youtube-Video dazu). Nicht anders ist die später erfolgte Strafanzeige zu erklären. Und über die ist hier zu reden.

Hainer erst überheblich…

Wie sagte ihr Präsident Herbert Hainer, Bruder des ehemaligen Löwenspielers Walter – insofern also wohl irgendwie das schwarze Schaf der Familie – direkt nach den Vorgängen am Marienplatz in seiner einzigartigen, stets ein wenig überheblichen Art:

Wir werden wegen der Aktion keine Strafanzeige erstatten! Leider können sich unsere Fans nicht revanchieren, denn so schnell wird es bei 1860 keine Meisterschaft zu feiern geben.

…dann doch beleidigt

Getreu dem Motto ‘Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern’ ist es nun im Herbst dann doch anders gekommen. Nach Informationen aus gut unterrichteten Kreisen hat die FC Bayern AG im Juli bei der Staatsanwaltschaft München Strafanzeige wegen Beleidigung gegen Unbekannt gestellt. Ob diese Anzeige auch aus der Motivation heraus erfolgte, zu verhindern, dass das riesige Banner den Eigentümern, die es hergestellt und auf den Marienplatz geschmuggelt hatten, über einen Rechtsanwalt von der Staatsanwaltschaft zurück gegeben wird, ist nicht bekannt. Dieser Verdacht liegt aber natürlich auf der Hand. In einem Ermittlungsverfahren gilt das Banner nun als Beweismittel und die Offiziellen des FCB konnten diese eigentlich rechtmäßige Rückgabe von Eigentum an Löwenfans dadurch zumindest deutlich verzögern.

Hausdurchsuchung – wegen eines Banners

Fest steht aber, dass die Funktionäre von der Säbenerstraße 51 mit ihrer Handlung Behörden, also Polizei und Justiz, beschäftigen. Wegen eines Lausbubenstreichs, bei dem niemand zu Schaden kam. Außer vielleicht der Ruhm und die Ehre des großen FCB (siehe oben). Dazu darf sich jeder Steuerzahler seine eigenen Gedanken machen. Und auch zu den weiteren Entwicklungen, nachdem die Anzeige durch die Roten erfolgt war.

Da wurde nämlich dann im September losgelegt und nach einem Eil-Beschluss des Amtsgerichtes München die Wohnung eines Löwenfans durchsucht, den die Beamten – vielleicht unter Zuhilfenahme von Videoaufzeichnungen am Marienplatz vom 17. Mai – als Verdächtigen ausgemacht hatten. Es wurden in der Wohnung elektronische Geräte beschlagnahmt, um nach Kaufbelegen, Zahlungsflüssen, Emails und Chats zu suchen, die im Zusammenhang mit Planung und Durchführung der Aktion stehen könnten. Wie der Rechtsanwalt des Beschuldigten, Sebastian Wagner mitteilt, waren die eingesetzten Polizisten dabei aber sehr freundlich und schmunzelten sogar über die ganze Geschichte. Vielleicht 1860-Anhänger in Uniform?

Chancen auf Erfolg für den FCB sehr gering

Für Wagner, der regelmäßig Löwenfans rechtlich vertritt, hat die Geschichte natürlich auch eine ernste Seite. Seinem Mandant droht – im allerdings sehr theoretischen Extremfall und falls er überhaupt mit der ganzen Sache etwas zu tun hat – ein Prozess. Allerdings schätzt Anwalt Wagner die Erfolgsaussichten der Anzeige für den FCB sehr gering ein: “Das hier vorliegende Verhalten des oder der Beschuldigten erfüllt keinen Straftatbestand. Beim FC Bayern handelt es sich ja auch um ein Kollektiv, das mangels Abgrenzbarkeit gar nicht beleidigungsfähig ist. Dass sich aber der große FC Bayern durch die Aktion in seiner Ehre verletzt fühlt, überrascht mich dann doch.” Wundern darf sich – wie gesagt – jeder steuerzahlende Betrachter der Vorgänge rund um das “Meisterschafts-Banner” über das Verhalten der Roten, das die sowieso schon überlasteten Behörden beschäftigt.

Ziehen die Roten die Anzeige zurück?

Aber es gäbe für Hainer & Co. noch eine Chance aus dieser seltsamen und eigentlich so gar nicht FCB-liken (oder doch?) Nummer eingermaßen gesichtswahrend raus zu kommen: Die Anzeige wegen Beleidigung könnte in diesem Fall – nach Einschätzung eines weiteren Juristen, bei dem wir nachgefragt haben – jederzeit vom Antragsteller zurückgezogen werden. Still und leise. Dann würde nicht weiter ermittelt. Nutzen die roten Granden – vielleicht sogar nach Aufforderung durch ihre aktiven Fanszene, auf die sie ja durchaus mal hören – diese Chance? Wir bleiben dran!

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Das Titelbild über diesem Beitrag wurde uns von den Initiatoren zugespielt. Vielen Dank dafür! Mit der Planung und Ausführung der Aktion vom 17. Mai 2026 haben wir als Redaktion selbstverständlich nichts zu tun. Wir berichten nur – allerdings zugegebenermaßen sehr wohlwollend – darüber. 

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TirolerLoewe

Deutschland ist echt verloren! Das ganze Land voller Gesindel das teilweise ganze Städte terrorisiert bzw macht was es will aber wegen eines Plakates gibt es Hausdurchsuchungen! Das kannst du dir nicht ausdenken vor allem wenn man weiß wo das Land überall die Augen zu macht!

raineranton

Da zeigt ja der FC Bauern richtig Größe! 😉

Deshalb, liebe Streichspieler vom TSV 1860:

IHR HABT ALLES RICHTIG GEMACHT!!!!!!!!!! 😄

Leon1860

Hausdurchsuchung wegen Beleidigung. Willkommen im Rechtsstaat…

BenTen

Die sind ja wahrscheinlich etwas ganz großem auf der Spur…😂🙈

Tastenloewe

Die Roten sind beleidigt im doppelten Sinne. Aber deshalb muss man doch nicht gleich Strafantrag stellen. Vielleicht besinnen sie sich eines besseren und nehmen den Strafantrag zurück…