Für den FC Schweinfurt 05 war bereits die Anreise nach München ein besonderes Erlebnis. Der Tabellenletzten übernachtete von Freitag auf Samstag in der Sportschule Oberhaching, heute um 16:30 Uhr steigt das Match beim TSV 1860 München im Grünwalder Stadion. Die Anreise nutzten die Schnüdel, um den Geist von 1990 herauf zu beschwören. Für Trainer Victor Kleinhenz geht mit der Partie des Aufsteigers am Giesinger Berg zudem ein Traum in Erfüllung. Aber von vorne…
Schweinfurt will den Geist von 1990 beschwören
Das legendäre 3:3 der Null-Fünfer im Jahr 1990 im Grünwalder Stadion war nicht nur in unserer letzten Talk-Ausgabe ein zentraler Punkt. “Für die Mannschaft ist das kein Thema”, sagte FC-Trainer Kleinhenz auf Nachfrage der Mainpost in Bezug auf das legendäre Match vor 35 Jahren im wohl mit deutlich über 32.000 Fans mehr als ausverkauften Grünwalder Stadion. Auch heute werden übrigens mehr als 1.000 Schweinfurter Anhänger mit dabei sein. Auf der Busfahrt der FC-Kicker gestern erzählte Torwarttrainer Norbert Kleider den Spielern die Geschichte der damaligen Partie und der anschließenden Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga, in der sich Schweinfurt am Ende den Aufstieg sicherte. Kleider war an jenem 11. Mai 1990 mit den 05ern in Giesing dabei.
Ein Musterbeispiel an Teamspirit
Auch Kleinhenz will die Willensleistung von vor 35 Jahren in seine Kabinenansprache einbauen. Diese sei “ein Musterbeispiel des Teamspirits, den wir wieder benötigen”, sagte der FC-Coach in der Schweinfurter Presserunde. Eine Rückkehr ist die Partie auch für Kristian Böhnlein, der von 2018 bis 2020 selbst für Münchens große Liebe auflief. Bis heute sind seine Familienmitglieder Löwenfans, werden aber heute wohl eher den Schnüdeln die Daumen drücken – vielleicht aber auch heimlich mit dem Löwentrikot unter der Winterjacke.
Kleinhenz: “Die Löwen sind verwundbar”
Für den Tabellenletzten geht es am Giesinger Berg keineswegs nur um Schadensbegrenzung. Kleinhenz rechnet sich durchaus Chancen aus etwas mitzunehmen und sagte bei der Pressekonferenz: “Die Mannschaft ist gierig. Die Löwen haben gezeigt, dass sie verwundbar sind. Wir werden wieder fußballerische Lösungen suchen und müssen die einfachen Fehler abstellen.”
Startelf des FC könnte gleich bleiben
Personell gibt es bei den Gästen im Vergleich zur jüngsten 2:3-Niederlage gegen Mannheim möglicherweise keine Umstellungen. Defender Leonard Langhans und Stürmer Erik Shuranov stehen zwar wieder im Kader, für einen Einsatz von Anfang an dürfte es aber bei beiden noch nicht reichen. Für Kleinhenz selbst erfüllt sich heute ein Traum, einmal im ausverkauften Grünwalder Stadion auf oder am Spielfeld zu stehen, ist schließlich nicht jedem vergönnt. “Das Grünwalder kennen wir von den Amateuren oder Türkgücü. Ich habe mich immer gefragt, wie es wäre, wenn das Ding mal voll ist”.
Heute wird er es live an der Seitenlinie erleben.
– – –
Titelbild dankenswerterweise zur Verfügung gestellt von Max Kilian










