In der Rubrik “Stimmen zum Spiel” geben wir nach den Spielen unserer Löwen verschiedensten Protagonisten eine Stimme und schenken ihnen gemeinsam Gehör. Ob Spieler, Trainer, Funktionäre, Fans, sechzger.de-Redakteure, … Es gibt keine Beschränkung, von wem wir eine Meinung zu den letzten hinter uns liegenden neunzig Löwenminuten einholen und an dieser Stelle veröffentlichen. Am heutigen Mittwoch geht es um das zweite Spiel in der Englischen Woche, das die Löwen gegen Erzgebirge Aue im Nebel von Giesing mit 2:1 für sich entscheiden konnten. Dieser vierte Sieg in Serie lässt die Löwenfans wieder träumen…

Markus Kauczinski (in der PK nach dem Spiel):

Es war in der ersten Halbzeit ein ausgeglichenes Spiel. Wir haben gut angefangen, waren gut drin, fußballerisch gut drin, haben dann mit einer guten Aktion über die rechte Seite – Kevin kommt zum Abschluss – das 1:0 gemacht. Wir bekommen dann recht leicht das 1:1. Dem Max rutscht der Ball über den Fuß und einem Auer dann im Sechzehner direkt auf den Fuß. Sowas passiert. Dann waren wir ein bisschen unruhig, haben gemerkt, dass wir damit ein bisschen zu tun hatten. Insgesamt bin ich mit der ersten Halbzeit zufrieden. Aue ist mir schon immer einen Tick zu leicht ins letzte Drittel gekommen. Wir hatten aber auch Möglichkeiten, auch mit einem Lattentreffer. Insgesamt eine ausgeglichene Halbzeit. Dann machen wir das 2:1 direkt danach. Lassen wir diese Pausen und diesen ganzen Quatsch mal weg. Und dann am Ende war’s mir dann einfach zu einseitig. Wir sind dann nicht mehr richtig raus gekommen. Ganz am Ende hat Aue alles nach vorne geworfen und wir haben es nicht geschafft, uns irgendwie zu befreien oder auch nochmal Ruhe reinzubringen oder einen Konter zu fahren. Da hat Aue alles reingeworfen und da haben wir mit viel Glück und Geschick und sehr viel Leidenschaft dann das Spiel über die Linie gebracht.

Linus (19jähriger Löwenfan aus Block G):

Die Stimmung war zu Beginn sehr euphorisch, was natürlich auch dem frühen 1:0 gutzuschreiben ist. Nach dem Ausgleich ist es dann sowohl auf den Rängen, als auch auf dem Feld ein wenig vor sich hin gedümpelt. Ein wenig kurios war das Tor zum 2:1, auf welches dann der extreme Nebel folgte, wegen dem alle Spieler das Feld in Richtung Kabine verlassen haben. So richtig verstanden hat die Unterbrechung – glaube ich – keiner, da man sogar noch das Tor auf der anderen Seite sehen konnte. Die Pyroshow die kurz danach folgte machte die Sache noch verwirrender, weil zu diesem Zeitpunkt praktisch niemand mehr auf dem Feld war. Gegen Ende hieß es dann noch einmal zittern, als wir uns entschieden haben, das Fußballspielen mehr oder weniger einzustellen und das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Alles in allem aber wichtige drei Punkte.

Tom Bauer (benebelter, aber souveräner Schiedsrichter bei MagentaSport):

Letztendlich haben wir gemerkt:  In der zweiten Halbzeit wurde die Sicht immer schlechter. Wir haben im Team dann auch gesprochen und immer wieder gesagt: Wir daten uns mal up: wie ist die Sicht der Assistenten, wie die Sicht des vierten Offiziellen, weil wir müssen grundsätzlich von Torlinie zu Torlinie schauen. Und dann ist das schon ein ganz guter Indikator, wenn die Jungs nicht mehr auf die andere Seite schauen können. Ich hab dann auch beide Spielführer (…) mit ins Boot geholt. Hab halt gesagt: Hey, wir daten uns die ganze Zeit up, aber gebt uns auch gerne ein Feedback, weil ich will da gern alle ins Boot holen. Wir sind ja alle auf dem Platz.  Dann kam vom Keeper von Sechzig: “Ich kann nicht mehr aufs andere Tor schauen.” Ich bin dann selbst mal auf die Torlinie gegangen und es war wirklich ganz, ganz schwierig. Nicht mehr zu erkennen das andere Tor. Und dann habe ich mich gezwungen gefühlt, Dann musste ich letztlich das Spiel kurz unterbrechen und dem Nebel die Chance geben, mal rauszuziehen.

Raphael Schifferl (Löwenverteidiger bei MagentaSport):

Das war kurz echt schon grenzwertig, deswegen war es, glaub’ ich, richtig, dass man kurz unterbricht, aber wäre schad’ gewesen, wenn wir da jetzt abbrechen. Für des haben wir zu gut gespielt, finde ich, bis dahin auch. Und am Ende, natürlich, wenn man’s gewinnt, bin ich sehr froh, dass das Ganze durchgegangen ist. (…) In der Liga kann jedes Spiel in jede Richtung gedreht werden. Das ist fast jede Woche so. Aber geil ist, wie wir zur Zeit das alles überstehen. Es ist immer irgendwer da, so wie zum Schluß ist irgendein Fuß da. Da muss ich echt mal an alle Jungs ein Sonderlob aussprechen, weil das ist  für einige Jungs nicht einfach gewesen, dass man da so eine Serie hinlegt. Da sind viele Jungs drin, die abgeschrieben waren und die da jetzt stehen und an ganz Großes glauben. Und es ist richtig geil, dass ich ein Teil davon sein darf.

Philipp (zur Freude seiner Mitstreiter nach einer gefühlten Ewigkeit endlich mal wieder im Stadion):

Auf eher schwere Fußballkost eingestellt ließ mich der frühe Führungstreffer kurz auf einen entspannten Abend hoffen. Aber zack, Ausgleich Aue. Sechzig halt. Der Siegtreffer durch ein Tor, das sich so ähnlich üblicherweise nur die Löwen selbst fangen. Ansonsten viel Ideen- und Orientierungslosigkeit bei Sechzig gegen druckvoll kämpfende Auer. Am Ende stehen der Wunsch nach mehr Drang zum Tor, erst recht mit Führung im Rücken, aber auch drei Punkte, die den Glauben an ein großartiges Saisonfinale am Leben halten.

Christoph Dabrowski (Trainer Aue bei MagentaSport):

Das Ergebnis ist mega-enttäuschend. Und vor allem nach der Leistung. Ich finde, wir haben ein gutes Auswärtsspiel gemacht. Viele Dinge sind aufgegangen, die wir uns vorgenommen haben. Wir sind auch gut reingestartet wieder ins Spiel, sind leider in Rückstand geraten, aber sie haben gesehen, dass wir da sind, dass wir dann auch in der Lage sind, ‘nen Rückschlag wegzustecken und wiederzukommen.

Marcel Bär (Auer Stürmer, 2022 Torschützenkönig bei den Löwen, bei MagentaSport):

Schwierig, Worte zu finden. Ich hab ein Riesending in der letzten Minute. Ich hab das Gefühl, dass ich heut’ versagt habe und das tut extrem weh. Ganz schlimmes Gefühl. Wir brauchen unbedingt Punkte. Es ist Woche für Woche das Gleiche. Wir haben uns heute selber geschlagen. Wir haben am Ende noch einige Chancen gehabt, auf 2:2 zu stellen, was punktetechnisch auch zu wenig wär’ für dieses Spiel heute…Wie gesagt: Ich fühle mich einfach schlecht, die Jungs fühlen sich schlecht. Mehr kann man dazu nicht sagen.

Jan (leider nun ehemaliges Mitglied der sechzger.de-Redaktion):

Wieder früh geführt, wieder den Ausgleich kassiert, wieder dem Gegner das Spiel überlassen, wieder doch noch den Siegtreffer erzielt. Was soll man sagen? es läuft bei den Löwen! Nebel machte die Partie zusätzlich besonders. Der beste Fußball war das erneut nicht, den wir zu sehen bekamen – aber am Ende fragt da halt auch keiner mehr nach. Ich bin gespannt, wo die Reise für unsere Löwen noch hingehen wird… Freitag geht es mit einer gewissen Euphorie auf nach Köln!

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neun30

unsere Stimme zum Spiel zur Halbzeit: http://www.neun30.de

Vino60

“Ich hab das Gefühl, dass ich heut’ versagt habe und das tut extrem weh. Ganz schlimmes Gefühl.” Marcel Bär.
Da lässt jemand tief in seine Seele und Emotionen blicken und zeigt einmal mehr unter welchem Druck Spieler teilweise stehen. Würde mir wünschen, dass das in Bewertung und Äußerungen zu Spielern (bei aber auch außerhalb von 60) des öfteren auch mit betrachtet wird. Teilweise ist das was man so wahrnimmt (im Stadion/social media etc.) schon unter der Gürtellinie. Letztendlich sind auch die Spieler nur Menschen…

Stefan Kranzberg

Der Cello war gestern Abend fertig mit der Welt. Das tat beim Zuschauen weh, auch wenn ich natürlich froh war, dass er kein zweites Mal getroffen hat.