Nach der hochemotionalen Heimpremiere für die Löwen in der Regionalliga-Saison 2026/27 gegen den FC Augsburg II präsentieren wir Euch heute die “Stimmen zum Spiel”. Wie immer schenken wir den verschiedensten Protagonisten rund um unseren Lieblingsverein Gehör. Natürlich wäre ein Löwensieg die ‘Kirsche auf die Torte’ an diesem ‘Sahnetag’ in Giesing gewesen. So sehen es auch die für diesen Beitrag befragten Personen.
Peter Schaefer (Vizepräsident des TSV München von 1860 e.V.):
Wir haben gestern in Giesing einen Festtag erlebt. Man konnte den Neuanfang im gesamten Viertel und natürlich im Stadion in jeder Sekunde sehen, hören und fühlen. Die Mannschaft hat eine sehr gute erste Halbzeit abgeliefert. Man hat gesehen, was diese Saison möglich sein kann, wenn das Team erst einmal eingespielt ist. Auch wenn es im Ergebnis gestern nicht für drei Punkte gereicht hat, bin ich dankbar, diesen historischen Tag erlebt haben zu dürfen und ich habe das Gefühl, dass es allen Fans ganz genauso ging. Der TSV ist wieder da!
Thomas Spiesl (sechzger.de-Redakteur auf der Pressetribüne):
Der Freitag in Giesing war mir ein Fest, oh wie schön ist Neuanfang… Ich war schon am Nachmittag rund um das Stadion und den Grünspitz unterwegs und habe viele Freunde und Bekannte getroffen und nette Gespräche geführt. Vor dem Spiel knisterte es überall im Sechzgerstadion. Leider fehlte das i-Tüpferl. Sehr dominante erste Halbzeit und dann war leider die Luft aus, aber man darf auch nicht gleich Wunder erwarten. Die Ansätze sind da, wir brauchen einfach noch ein paar Wochen Geduld.
Die Enttäuschung über das 2:2 war aber bei der ersten Sitzung des Bavaria-Petrol-Rats (BPR) dann auch gleich weg diskutiert. Ich freue mich auf jedes weitere Spiel und die nächsten Wochen.
Alper Kayabunar (Cheftrainer in der PK nach dem Spiel):
Für uns natürlich ein enttäuschendes Ergebnis, wenn du 2:0 führst und dann am Ende unentschieden spielst. Ich sehe es ein bisschen ähnlich wie der Markus. Ich glaube, dass wir richtig gut ins Spiel reinkommen. Das haben wir uns vorgenommen, das besser zu machen, wie in Schweinfurt. Gehen verdienterweise mit 1:0 und 2:0 in Führung. Ich würde sogar sagen, dass wir verpassen, das 3:0 zu machen, wo wir vielleicht das Spiel sogar killen können. Und dann ist es natürlich für uns maximal bitter, dass wir so eine gute erste Halbzeit spielen und eigentlich mit einer Standardsituation… Wie es dann auch zustande kommt, muss – glaube ich – auch jeder irgendwie selber bewerten. Dann muss man auch ganz klar sagen, dass wir in der zweiten Halbzeit zu wenig gemacht haben und Augsburg da besser im Spiel war. Trotzdem kassieren wir – glaube ich – das 2:2 sehr einfach und dann sehe ich es so, dass die letzten 20 oder 15 Minuten ausgeglichen waren. Beide hätten vielleicht ein Tor schießen können. Am Ende ist es natürlich für uns einfach ein enttäuschendes Ergebnis, wenn du mit 2:0 geführt hast. Wir wollten hier daheim unbedingt gewinnen mit diesem Support, den wir die letzten Wochen oder auch heute gehabt haben, wollten wir den Fans unbedingt einen Sieg schenken. Das ist uns leider nicht gelungen. Ich denke, trotzdem haben wir in der ersten Halbzeit einen Fortschritt gemacht im Vergleich zur letzten Woche, was unser Ziel ist. Wir werden jetzt noch mal analysieren, was wir besser machen können und wollen dann hoffentlich den ersten Dreier nächste Woche einfahren.
Markus Feulner (Trainer FCA II in der PK nach dem Spiel):
Ich glaube, wir haben ein sehr, sehr intensives Spiel gesehen. Die beiden Mannschaften haben sich nichts geschenkt. Aufgrund der ersten Halbzeit geraten wir verdient in Rückstand, haben uns selber die Probleme geschaffen durch technische Fehler, durch Unsauberkeiten. Absolut verdiente Führung für Sechzig. Uns gelang dann – eigentlich noch vor der Pause etwas glücklich – zum 2:2 der Anschlusstreffer. Und dann muss ich meiner Mannschaft einfach ein Riesenkompliment machen. Wir sind aus der Halbzeit raus, haben das Herz auf dem Platz gelassen, haben Fußball gespielt, haben Tempofußball gespielt, hatten dann die Möglichkeit schon in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit zum Ausgleich, haben uns belohnt. Und auch bis zum Schluss eigentlich, dass sie daran geglaubt haben, an den Sieg. Wollten sie am Ende auch noch. Deswegen: Gratulation an meine Mannschaft. Und eins möchte ich auch nochmal klarstellen: Die absoluten Topbedingungen hier, also auch die Kulisse. Die Zuschauer: Sensationell bei beiden Seiten. Ist, glaube ich, in der Regionalliga nicht jeden Tag möglich, aber es war für uns auch ein Riesenerlebnis. Danke schön.
Petra Wagenbüchler (Vorstandsmitglied PRO1860):
Ein wundervoller Fußballtag war das heute. Top Wetter, alle waren wieder da, die Stimmung einfach nur gut in ganz Giesing. Dann im Stadion, einfach mal Gänsehaut beim Treppen hoch gehen auf der Stehhalle. Die Rede von Mang und Basti hat mir sehr gut gefallen, dann erste Halbzeit richtig gut gespielt, wie Löwen gekämpft, dann Elfmeter und das erste Tor der neuen Zeitrechnung von Sechzig München. Ich glaub, ich hab mich seit Jahren nicht so krass gefreut über ein Tor und immer wieder Gänsehaut. Auch geil war, dass die Stehhalle heute richtig gut Stimmung gemacht hat, irgendwie haben heute alle mitgesungen. In der zweiten Halbzeit haben sie leider etwas nachgelassen und auch Supertalent Calderon konnte nicht überzeugen. Über Mathew Collins‘ Einwechslung hab ich mich dann noch sehr gefreut, aber hat leider nichts gebracht. Beim 2:2 ärgert mich am meisten, dass ich beim Kicktipp 2:1 getippt hab und mir die 5 Punkte flöten gehen. Danach wars dann auch einfach nur schön, daher bleibt nicht mehr zu sagen als: Scheiß Augsburg!
Mane (Groundhoppers 1860):
Selbst nach 50 Jahren und unzähligen Erlebnissen mit den Löwen in den Stadien dieser Republik und zeitweise darüber hinaus bleibt festzuhalten: Dieser Verein ist in allen Bereichen “unkaputtbar”! Welch’ Emotionen, welch ekstatischer Jubel, welch Freude über unsere neu gewonnene Freiheit!
Sensationelle Stimmung, Gänsehaut und bissl feuchte Augen.
Die positive Ausgelassenheit und Vorfreude bei den Löwenfans in allen Altersklassen war unfassbar schön zu beobachten.
Zudem eine Mannschaft, die sich 90 Minuten den Arsch aufreißt, selbst wenn es – wie in der zweiten Hälfte – nicht so lief wie in den ersten 45 Minuten.
Mein Löwenherz lacht vor Glück und kann den Verantwortlichen in allen Bereichen für diese Entwicklung nicht genug danken.
Einzige Wermutstropfen: 1.100 Löwen konnten diesem außergewöhnlichen und unvergesslichen Augenblick nicht beiwohnen, da die Tickets in Block P an die wohl unsympathischste Fanszene Deutschlands (gleichauf mit der Seitenstraße) abgegeben werden mussten. Schade drum.
Consti (Inflagranti 1860):
Gestern war ein ganz besonderer Tag. Es war der Tag, den ich seit 15 Jahren herbeigesehnt habe und bestenfalls in meinen kühnsten Träumen glaubte, dass dieser Moment Wirklichkeit werden könnte.
Sechzig München als rein mitgliedergeführter Verein im Grünwalder Stadion.
Ich hatte mehrere Male Tränen in den Augen. Wir werden nicht mehr als Investorenverein wahrgenommen, sondern – im Gegenteil – als der Verein, der bundesweit (und darüber hinaus) als Zeichen gegen die Überkommerzialisierung im Fußball voranschreitet.
Klar hätte ich mir gewünscht, das erste Heimspiel in Freiheit mit einem Sieg zu feiern. Aber man sieht, dass sportlich etwas zusammenwächst und ich bin sicher, dass wir noch viel Spaß mit dieser Mannschaft haben werden.
Nur eine Person auf dem Spielfeld hätte ich lieber in unseren Reihen, als auf der Seite der Gäste: Lukas Aigner.
Christian Jung (sechzger.de Redakteur):
Der ganze Nachmittag und Abend rund um die Heimpremiere mit unserer eigenen Spielbetriebsgesellschaft war ein emotionales Highlight. Alle Fans wie elektrisiert, dann die Mannschaft in der ersten Halbzeit wirklich total begeisternd unterwegs. Ich habe im Stadion wirklich niemanden mosern hören – was aber natürlich auch am neuen Standort in F2 gelegen haben könnte. Sehr angenehme Leute da!
Was mich ärgert und gleichzeitig freut: Die – peinlich wenigen – aus Augsburg mitgereisten Deppen haben voll bestätigt, was ich im letzten sechzger.de Talk über sie und ihren ganzen völlig überflüssigen Verein gesagt habe. Wer „Football for the people“ nicht kapiert hat und während der Ansprache einer der Initiatoren der europaweit gefeierten Initiative nicht die Schnauze halten kann, der hat in einem Fußballstadion keine Anwesenheitsberechtigung! Wobei ich das über diese Leute auch schon vorher wusste. Augsburg ist und bleibt eine Eishockeystadt!











Die Stimmung gestern war wirklich Bombe egal wo du hingegangen bist du hast immer wieder irgendwelche Gruppen an Löwen gesehen die alles andere als schlecht gelaunt waren oder ähnliches.
Selbst im Stadion hab ich zumindest diesmal keinen negativen Kommentar bezüglich e.V. sportlichen oder andere Sachen wahrgenommen obwohl das sonst immer der Fall war, man hatte irgendwie gestern den Eindruck als wären wir aufgestiegen und hatten gerade unser erstes Spiel in der 2. Bundesliga.
Hoffentlich halten wir alle weiterhin so zusammen denn nämlich so können wir viel erreichen.
Wer ist denn die Tante von Pro 1860?
Am meisten geärgert hat sie ihr verlorenener kicktipp und anschließend: scheiß Augsburg.
Solche Kommentare braucht kein Mensch.
Ich war gleich nach der Arbeit gegen 16 Uhr in Giesing unterwegs. Man konnte die Stimmung und das heute was Außergewöhnliches hier im Viertel passiert mal so richtig aufsaugen, es hat geknistert. Das kann einem keiner mehr nehmen. Gute Einstimmung am Bamboleo gegen halb fünf, die Sechzger Musikanten mit dem Sechzger Marsch. Schade nur der Schal und das Trikot waren schon weg… Kurz vor dem Spiel die beiden emotionalen Reden vom Gernot und Basti, es ging runter wie Öl, ja der Verein lebt und was da in so kurzer Zeit entstanden ist, einfach nur großen Respekt. Ja, Christian Jung schrieb es schon, diese Volldeppen – sorry, man kann einen Teil dieser sogenannten Augsburger Fans nicht anders bezeichnen – zum Glück wurden diese um mich herum in der Stehhalle lautstark niedergepfiffen. Einen Sieg hätten unsere Jungs bei dieser Stimmung echt verdient gehabt. Der Bruch im Spiel in HZ2 kann ich mir so nicht wirklich erklären, vllt. das irreguläre Tor kurz vor der Pause? Ich bin trotzdem zufrieden aus dem Stadion, ja da wächst was zusammen, es braucht halt Geduld. Die Stimmung in Giesing nach dem Spiel tat dem keinen Abbruch. Trotzdem hätte ich dem “BPR” gern mal zugehört gehabt.
“Die – peinlich wenigen – aus Augsburg mitgereisten Deppen haben voll bestätigt, was ich im letzten sechzger.de Talk über sie und ihren ganzen völlig überflüssigen Verein gesagt habe.”
-> Das war deren 2. Mannschaft bei einem Auswärtsspiel an einem Freitagabend in der Regionalliga. Das war jetzt kein Samstagsspiel der 1. Mannschaft in der 1. Bundesliga. Dafür waren nicht wenige Augsburger da finde ich.
Dass der FC Augsburg alleine von der Historie nicht der Zuschauermagnet ist, wie 1860, der FC Bayern oder der 1. FC Nürnberg ist ja irgendwo klar.