Die Löwen haben sich im neuen Alltag nach dem Neustart eingefunden und langsam lässt sich erkennen, wohin die Reise in dieser sehr besonderen Saison gehen könnte. Zehn Ligaspiele sind gespielt, Zeit für einen ersten Blick zurück. Was fanden wir bisher besonders gut und was hat uns geärgert?
Wir haben in der Redaktion nachgefragt und jeweils drei Tops und Flops der bisherigen Saison gesammelt. Dabei zeigt sich: Bei manchen Themen sind wir uns erstaunlich einig, bei anderen gehen die Meinungen durchaus auseinander.
Tobias Taprogge
Top 3
Löwen mit Leib und Seele
Auf dem Platz stehen Spieler, die sich für Sechzig zerreißen. Auch wenn längst nicht alles funktioniert, hatte ich bislang nur selten das Gefühl, dass jemand aufgibt oder nicht alles für den Verein gibt. Genau diesen Einsatz kann man den Jungs nicht absprechen
Junge Löwen übernehmen Verantwortung
Besonders schön ist es zu sehen, wie viele Spieler aus dem eigenen Nachwuchs inzwischen auf dem Platz stehen – teilweise sogar in Führungsrollen. Die Jugend (und die, die früher mal die Jugend waren) steht zu Sechzig! Und sie bekommt die Chance, selbst Verantwortung für diesen Neustart zu übernehmen.
Tunay Deniz
Wenn einer als Einzelspieler heraussticht, dann Tunay. Er bringt immer frischen Wind ins Spiel, stellt die gegnerische Defensive (besonders gerne ihre Torhüter) immer wieder vor Probleme und sorgt mit seinen Aktionen für Überraschungsmomente. Vor allem aber merkt man ihm an, wie sehr er für Sechzig brennt und was es ihm bedeutet, bei uns zu spielen.
Flop 3
Zu wenig Punkte nach Führungen
Gefühlt gehen wir in fast jedem Spiel in Führung. Viel zu oft reicht das am Ende trotzdem nicht zum Sieg. Gerade in einer Liga, in der Kleinigkeiten entscheiden, müssen wir lernen, diese Führungen auszubauen und konsequent in drei Punkte umzuwandeln.
Die (bei manchen) zu hohe Erwartungshaltung
Wir sollten uns immer wieder bewusst machen, wo wir vor wenigen Monaten noch standen. Wir werden die Regionalliga nicht auseinanderpflücken. Auch diese Mannschaft wird Durststrecken erleben. Gerade dann gilt es, demütig zu bleiben und zusammenzuhalten.
Kein eiskalter Goalgetter
Der Spielertyp, der Mölders im letzten Regionalligajahr war, fehlt uns momentan. Flo Niederlechner kann diese Rolle bislang nicht so ausfüllen, wie wir es uns wünschen würden. Manchmal hat man das Gefühl, keiner will selbst schießen, und wenn geschossen wird, fehlt die Konsequenz vor dem Tor noch zu oft.
Christian Jung
Top 3
Tunay Deniz
Einer meiner Lieblingsspieler der letzten Jahre ist wieder da. Und wie! Das schlitzohrige Tor in Vilzing und auch ansonsten der eine oder andere Überraschungsmoment. Ich hoffe sehr, dass sein Knie hält und er möglichst oft den Unterschied zu den teilweise biederen Regionalliga-Truppen macht.
Alper Kayabunar
Immer freundlich lächelnd, in der “Stunde Null” im Juni den Kader übernommen. In seinen Analysen stets respektvoll mit Gegnern, Schiedsrichtern etc. Ein absolut positives Aushängeschild für den Verein!
Kämpferische Löwen
Auch wenn bei weitem noch nicht alles funktioniert, hat man nie das Gefühl, dass die Mannschaft nicht in jedem Spiel alles gibt, um den Sieg zu erringen. Die Fans spüren das und muntern auf, wenn der Einsatz – mal wieder – nicht ganz gereicht hat.
Flop 3
Florian Niederlechner
Wie letztes Jahr mit so vielen Vorschusslorbeeren vor der Saison ausgestattet, stehen drei Tore aus zehn Spielen und unendlich viele vergebene Chancen. Ich fürchte, seine Zeit ist einfach rum.
Negative Berichterstattung
Die negative, schwarzmalende Berichterstattung nach den diversen Unentschieden und der ersten Niederlage in Burghausen. Speziell auf einem kommerziellen Blog im Löwenkosmos. Gekränkte Eitelkeit? Das sollte sich kein Löwenfan zu eigen machen!
Frühes Aus im Toto-Pokal
Noch ein oder zwei Runden mehr, dann womöglich ein Heimspiel gegen Drittligisten aus Ingolstadt, Regensburg oder Würzburg. Da haben wir heuer – wie fast jedes Jahr – wieder was liegen lassen.
Stefan Kranzberg
Top 3
Heimspiel gegen Holstein Kiel
Ja, wir haben das Spiel verloren und haben vor der Pause offensiv wenig Land gesehen, aber wie sich die Mannschaft insgesamt präsentiert hat, nach der Pause gegen einen zwei Ligen höher spielenden Gegner auf den Ausgleich gedrückt hat und den Funken auf die Ränge hat überspringen lassen, war schon außergewöhnlich. Zu schade, dass der Top-Matchplan von Alper Kayabunar nicht belohnt wurde. Wenn der Ausgleich gelungen wäre, hätte ich den Löwen aufgrund des Momentums auch einen Sieg in der Verlängerung zugetraut.
Tunay Deniz
“Tunay macht Tunay-Dinge” – so kommentierte mein 9-jähriger Sohn das Sensationstor von Tunay Deniz beim Auswärtsspiel bei der DJK Vilzing. Dass man dort dann zum wiederholten Male Punkte liegen ließ, steht auf einem anderen Blatt Papier.
Lasse Faßmann
Was der junge Mann in der bisherigen Saison auf den Platz gebracht hat, finde ich wirklich bemerkenswert. Zwar hat er zuletzt in Burghausen gefehlt (hat er wirklich, wie man spürte), aber davor war er seit Tag 1 der Vorbereitung der absolute Dauerbrenner. Zuverlässig, führungsstark, willig – ein Löwe, wie man ihn sich nur wünschen kann. Und was der Kerl gegen Kiel gezeigt hat, war der Wahnsinn! Dass die den in der unklaren Gemengelage rund um die KGaA nicht direkt mitgenommen haben, wundert mich bis heute.
Flop 3
Zu viele Punktverluste nach Führungen
Man könnte ganz vorne mitspielen, wenn man die zahlreichen Führungen ins Ziel gebracht hätte. Liegt es an fehlender Konzentration? Zieht man sich zu sehr zurück, statt die Entscheidung zu erzwingen?
Remis gegen Landsberg
Besonders geärgert hat mich das Unentschieden gegen den TSV Landsberg, den man als 1860 München zu Hause einfach schlagen muss. Das ist nicht arrogant gemeint, aber die sind Aufsteiger und für mich klarer Abstiegskandidat. Die muss man bei ausverkauftem Haus und entsprechender Stimmung von Anfang an so unter Druck setzen, dass die gar nicht wissen, wo vorne und hinten ist.
Chancenverwertung
Die Niederlage in Burghausen war sinnbildlich für die bisherige Saison. Beispielsweise auch in Fürth oder gegen den FC Augsburg II hatte man reihenweise Chancen, um das Spiel zu seinen Gunsten zu entscheiden. Und irgendwann ist es dann halt kein Pech mehr, sondern wirklich Unvermögen.
Thomas Spiesl
Top 3
Stimmung im Grünwalder Stadion
Für Thomas gehört die Atmosphäre auf Giesings Höhen ganz klar zu den bisherigen Höhepunkten. Gerade in dieser besonderen Saison ist die Unterstützung von den Rängen ein wichtiger Teil des Neustarts.
Die Trainingsjacke im 90er-Style
Nicht alles, was Thomas bisher begeistert hat, findet auf dem Fußballplatz statt. Die neue Trainingsjacke im 90er-Style hat es ihm besonders angetan.
Tunay Deniz
Auch in Thomas‘ Top 3 findet sich Tunay Deniz wieder. Für ihn ist der lange verletzungsgeplagte Deniz der „Zauberfußballer“ im Löwenkader.
Flop 3
Zu viele Führungen aus der Hand gegeben
Auch Thomas ärgert sich darüber, dass die Löwen zu häufig ihre Führungen nicht über die Zeit bringen.
Unnötige Trainerkritik
Dass nach nicht gewonnenen Spielen teilweise zu schnell die Kritik an Alper Kayabunar aufkommt, gehört für Thomas ebenfalls zu den bisherigen Flops.
Vereinzelte Scheich-Trikots im Stadion
Auch bei den Flops findet die Mode ihren Platz. Thomas ärgern die vereinzelten Löwenfans mit den Trikots, die aktuell von der alten Merchandising-GmbH verkauft werden. Schließlich profitiert der Verein davon nicht mehr.
Was ist eure Meinung?
So unterschiedlich die persönlichen Favoriten in der Redaktion auch ausfallen, bei einigen Themen zeigt sich nach zehn Ligaspielen eine erstaunliche Einigkeit. Die vielen Punktverluste nach Führungen beschäftigen gleich mehrere Redaktionsmitglieder. Auch die Chancenverwertung sorgt für viel Kopfschütteln. Gleichzeitig tauchen Tunay Deniz und die kämpferische Löwenmannschaft mehrfach in den persönlichen Top 3 auf.
Und jetzt seid ihr dran: Was sind eure persönlichen Tops und Flops nach zehn Spielen? Was haben wir vergessen? Schreibt es uns in die Kommentare!










