Warum wir nicht mit dem TSV 1860 ins Trainingslager in die Türkei (nach Belek) fliegen

Heute macht sich der TSV 1860 auf den Weg nach Antalya ins Trainingslager in die Türkei. Vor rund zwei Jahren haben wir von sechzger.de die Berichterstattung aus dem Trainingslager im spanischen La Manga angefangen. Seitdem waren die Löwen „nur“ noch zweimal im Sommertrainingslager in Windischgarsten. Auch hier waren wir jeden Tag anwesend. Bei einigen Pflichtspielen des TSV 1860 auswärts in den letzten beiden Jahren waren wir das einzige anwesende Medium aus München.

Wenn die Löwen heute in Richtung Türkei abheben, wären auch wir normalerweise mit an Bord gewesen. Nach vielen Überlegungen haben wir Flug und Hotel dann aber am gestrigen Tage abgesagt. Schweren Herzens folgen wir quasi den Überlegungen des FC Schalke, der vor wenigen Tagen sein Trainingslager in Antalya wegen der geänderten Situation gecancelt hat.

TSV 1860 trainingslager türkei
Stornierung Hotel Antalya Belek

Die Infektionszahlen in der Türkei steigen, Maßnahmen dagegen gibt es quasi keine. Was es ebenfalls nicht gibt: Möglichkeiten, außerhalb des Hotels was zu Unternehmen. Vielleicht gut für die Disziplin in der Truppe und den Teamgeist. Eher schlecht für den mitreisenden Löwenfan, der auch noch etwas anderes machen möchte anstatt sich mit dem All-Incl-Alkohol volllaufen zu lassen. Gar nicht so schlecht hingegen ist die Wettervorhersage. Zumindest für die ersten 3-4 Tage. Danach schaut es eher schlecht aus.

Insgesamt war es eine knappe Entscheidung, nicht ins Trainingslager mitzureisen. Dementsprechend verstehen wir natürlich auch, dass sich auch heute und die nächsten Tage einige Löwenfans mit auf die Reise machen. Was Bilder und Informationen angeht, so sind wir auf diese angewiesen. Dementsprechend freuen wir uns über jeden Löwenfan, der uns von unten aus versorgt. Ihr könnt uns hier, über Facebook oder Insta kontaktieren. Wir wären dafür sehr dankbar.

Wir wünschen euch und natürlich der Mannschaft und dem Betreuerstab eine gute Zeit, optimale Vorbereitung – und das wichtigste: Gesund bleiben!

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Steffen Gräfe

Gute Entscheidung, Chapeau, ich weiß, daß gerade in den Hotels vor Ort auch nicht wirklich Wert auf Covid Maßnahmen gelegt wird!
Das Leben geht weiter…

Reini

Den türkischen Erdogan Faschisten Clan unterstützen?

Geht gar nicht, daher Glückwunsch zur Absage. Daumen hoch. +1

Klaus Hügle

Trainingslager in der Türkei??? Geht gar nicht….

andreas de Biasio

Reinhard Erler absolut Richtig. danke für die Ausführungen dazu noch.

Reinhard Erler

Selbstverständlich sollte ein Verein bei seinen Planungen und Aktionen über den sportlichen Tellerrand hinausblicken und u. a. auch andere, z. B. politische Aspekte im Auge haben. Mit seiner mühsam aufgearbeiteten Vergangenheit (Die Löwen unterm Hakenkreuz) hat der Verein – wenn auch spät- Vorbildliches geleistet. Aber damit kann es kein Bewenden haben, denn mit einem “ad acta Legen” bzw. beim Vergessen besteht immer latent die Gefahr, dass sich früheres Versagen/Fehlverhalten wiederholt.
Daher kann es mit einem Präsentieren von Transparenten zu Gunsten von Humanität und Menschenrechten an Jubeltagen allein nicht getan sein.
Vor diesem Hintergrund sollte es für den Verein schlichtweg ausgeschlossen sein, in
j e d e m Land, in dem die Menschenrechte eklatant verletzt werden, freiwillig ein Traininglager durchzuführen. Nur nebenbei: Der Europarat prüft derzeit die Einleitung von Strafmaßnahmen gegen die Türkei wegen eklatanter Verstöße gegen die Menschenrechte.

Und noch was zu Infektionsgefahren: man kann sich den Keim nicht nur beim Shopping oder bei touristischen Ausflügen sondern auch im Flugzeug bzw. im Hotel (von anderen Gästen oder vom Personal) holen. Nach den von der WHO veröffentlichten Zahlen steht die Türkei dabei nicht eben gut da.

andreas de Biasio

wir fliegen nicht. aus gesundheitspolitischen und politischen Gründen, kann man aus meiner Sicht dieses Trainingslager nicht vertreten. ich hätte sowieso stark damit gerechnet, dass 60 schalke folgt und das Trainingslager absagt.

Altdorfer

„aus gesundheitspolitischen und politischen Gründen…… .“
=> es geht bei diesem Trainingslager um die bestmögliche Vorbereitung, um die Verbesserung jedes einzelnen und Stärkung des Kollektivs.
Alle anderen Gründe, insbesondere politische, sind konstruiert und dienen nicht dem sportlichen Erfolg. Das Trainingslager wird sehr intensiv und wäre in München alleine schon in Hinsicht auf die Teambildung nicht annähernd wirksam.
Schöne Grüße
Altdorfer

Altdorfer Umnachtung

Klären sie uns mal auf, was da alles konstruiert ist. Danke. Sie scheinen ja ein Experte zu sein, der sicher einen Telegram-Account hat.

Altdorfer

Aus Prinzipgründen möchte ich eigentlich nicht auf Ihren frechen und beleidigenden Kommentar antworten, aber da möglicherweise tatsächlich mehrere User dies lesen und eine Antwort auf meine – zugegeben pauschale – Antwort erwarten mache ich eine Ausnahme:
– aus politischen Gründen könnte man sich wegen fortlaufender Menschenrechtsverletzungen gegen einen Türkeitrip aufstellen. Aber ist dies tatsächlich Aufgabe eines Fußballvereins aus der dritten Liga und hätte dies Signalwirkung? Sicher nicht und deswegen ist dieses Argument konstruiert und haltlos, um das Türkeitrainingslager abzusagen.
– aus gesundheitspolitischen Gründen nicht in die Türkei zu reisen ist absurd. Es ist völlig egal in welchem Land sich die Fußballer bewegen, sie können sich bei Unachtsamkeit überall anstecken oder eben überall nicht anstecken, wenn sie gewisse Hygienemaßnahmen einhalten. Da die Löwen in sechs Tagen 10 Trainingseinheiten und ein Testspiel absolvieren, ist es nur in einem konstruierten Fall realistisch denkbar, dass sich die Spieler zum Shopping in engen Fußgängerzonen aufhalten oder nachts durch die Clubs laufen. ———
By the way: – diese Inzidenzzahlen haben nicht die geringste Aussagekraft, da sie als absolute Zahl ohne Referenz und nicht als Verhältniszahl ausgegeben werden.
Beispiel: wenn heute 10.000 Neuinfizierte gemeldet werden und dafür 10 Millionen Tests nötig waren, haben wir eine Infektionsquote von 0,1%. Und dabei wird nicht einmal differenziert, wieviele Personen überhaupt Krankheitssymptome haben, denn die meisten sind symptomfrei und werden alleine wegen der vielen täglichen Testungen ermittelt.
Aber: Dagegen hatte man im März/April 2020 kaum Tests und Testmöglichkeiten außer in ausgesuchten Gesundheitsämtern. Man hatte im Vergleich geschätzt bundesweit täglich höchstens 100.000 Tests durchführen können (vermutlich viel weniger) und dies hauptsächlich an Personen, die krank zum Arzt liefen. In der Spitze hatten wir damals 6.000 Neuinfektionen täglich, was eine Infektionsquote von 6% bedeutet hätte gegenüber 0,1% heute.
Ich hoffe, Sie verstehen den Unterschied und lassen sich nicht weiter von diesen Zahlen in egal welchem Land lenken.
Und abschließend, dafür braucht man keinen Account oder Unterstützung von außen, jeder kann selbst Fakten zusammentragen und diese objektiv vergleichen.
Schöne Grüße
Altdorfer

Alexk

Endlich mal ein intelligenter Beitrag!