Kapitän Jesper Verlaat war am Donnerstagabend zu Gast beim Löwen-Stammtisch im Bayerischen Landtag. Dabei gab er den Landtagslöwen ein Update zu seiner Verletzung, sprach über die Stimmung innerhalb der Mannschaft – und eine mögliche Vertragsverlängerung.

Verlaat im Bayerischen Landtag: Zeitpunkt für Comeback ungewiss

Er habe privat viel zu tun, einen volleren Terminkalender als im fitten Zustand – und dennoch nahm sich Kapitän Jesper Verlaat am Donnerstagabend die Zeit und schaute bei den Landtagslöwen im Bayerischen Landtag vorbei. Begleitet wurde er von Vize-Präsident Christian Dierl, der spontan für Geschäftsführer Manfred Paula einsprang. Er bedankte sich zunächst in der Runde für den Besuch der Politiker am Trainingsgelände vor einigen Monaten. Dabei wurde insbesondere der Fokus auf das Nachwuchsleistungszentrum gerichtet und in der Folge von bleibenden -wohlgemerkt positiven – Eindrücken berichtet.

Die drängendste Frage der gesamten Runde ließ naturgemäß nicht lange auf sich warten: wann kann der Löwen-Kapitän wieder in einem Pflichtspiel auf dem Platz stehen? Eine konkrete Aussage, nicht einmal eine vorsichtige Prognose wollte Verlaat im Bayerischen Landtag abgeben. Er arbeitete jeden Tag hart an seinem Comeback – derzeit steht ein individuelles Training an der Grünwalder Straße pro Tag auf dem Programm. Parallel laufen weiter die Reha-Maßnahmen mit einem externen Partner. Der Tag des 29-Jährigen ist also gut gefüllt, der Kontakt zur Mannschaft ist aber nie komplett abgebrochen. Im Gegenteil: soweit möglich war Verlaat bei den Trainingseinheiten als Kiebitz am Spielfeldrand zu Gast.

Wann es soweit sein wird, bis er wieder selbst auf dem Platz stehen und im Löwen-Trikot zu sehen sein wird, steht weiterhin in den Sternen. Es könne noch vor der Winterpause der Fall sein – oder eben aber auch nicht. Mit Gewissheit ließe sich derzeit nichts sagen.

Die Niederlage beim Jahn – natürlich auch ein Thema

Viel thematisiert wurde auch die Niederlage gegen Jahn Regensburg – zu erschreckend war die Leistung der Mannschaft auf dem Platz. Eine wirkliche Erklärung hatte der Abwehrspieler dafür nicht, betonte bei dieser Gelegenheit aber auch, dass er derzeit aufgrund seiner Verletzung natürlich nicht in alle Einzelheiten und Prozesse eingebunden sei. Man habe nach dem Heimsieg gegen Cottbus gedacht die Stabilität gefunden zu haben, “dann kommt so ein Spiel“. Am Charakter der Mannschaft zweifelt der Kapitän des TSV 1860 derweilen nicht und auch die Stimmung innerhalb des Teams sei kein Grund für das Auftreten im Jahnstadion.

In der Kabine stimmts, das kann ich immer wieder nur bestätigen.

Die Verletzungssorgen der Löwen – zuletzt meldete sich Deniz für mehrere Monate ab – gingen nicht spurlos an der Mannschaft vorbei. Ein Trainerwechsel sei zudem immer auch mit einer Umstellung für jeden Einzelnen verbunden, da sich Schwerpunkte und Trainingsformen ändern. Letztendlich zähle dann aber in der Außenbetrachtung nur die Leistung in 90 Minuten im Pflichtspiel – und wenn da nicht jeder “on point” seine Leistung abrufen könne, dann reiche es eben nicht zu einem Punkt oder gar Sieg. Verlaat stellte sich bei seinem Besuch im Bayerischen Landtag aber auch schützend vor seine Kollegen.

Ich will niemanden schlecht reden – denn das sind wir nicht!

Thema Vertragsverlängerung derzeit “nicht im Kopf”

Die Löwenfans dürfen sich derweil kleine Hoffnungen machen, dass der Kapitän mit auslaufendem Vertrag auch über die aktuelle Saison in Giesing bleibt. Grundsätzlich sei diese Thematik bei ihm momentan überhaupt nicht präsent und der Fokus rein auf dem Platz, aber bereits bei der letzten Verlängerung habe er lukrative Angebote ausgeschlagen und auf sein Gefühl gehört. Dieses Gefühl werde vermutlich auch bei der nächsten Unterschrift ausschlaggebend sein.

Ich weiß, was ich an dem Verein habe und dass ich mich wohl fühle ist auch kein Geheimnis.

Vize-Präsident Christian Dierl unterstrich mit Worten wie “Führungsspieler” und “Identifikationsfigur” die Rolle von Verlaat beim TSV 1860 München. Zu einer möglichen Verlängerung wollte und konnte er ebenfalls kein Statement abgeben – er habe “vollstes Vertrauen, dass die sportlich Verantwortlichen die richtige Entscheidung treffen“.

Wenn Dierl an diesem Donnerstagabend konkret wurde, dann ging es vor allem um das Nachwuchsleistungszentrum der Löwen. Man habe in der Vergangenheit Fehler gemacht, beispielsweise mit den Abgängen von Tim Kloss oder Marius Wörl. Diese gelte es nun zu analysieren, nach vorne zu schauen und daraus zu lernen. Ziel müsse zum einen sein, die Nachwuchsarbeit wieder mehr in den Fokus zu rücken (“Wir werden uns wahnsinnig viel auf das NLZ konzentrieren“) und zum anderen auch mehr davon zu profitieren. Ablösefreie Abgänge von Junglöwen würden nicht nur schmerzen und ärgern, sondern auch Folgen für die finanzielle Situation an der Grünwalder Straße haben. Die Summe aus dem Nachwuchsfördertopf des DFB alleine werden dem TSV 1860 “nicht reichen“.

Positives Zwischenfazit von Christian Dierl

Nach ein paar Monaten im Amt sei er bislang “zufrieden mit uns als Team” – es mache dem Vize-Präsidenten weiterhin viel Spaß und außerdem würden alle “Tag und Nacht alles für unseren Verein” geben. Dennoch ist auch Dierl bewusst, dass noch viele Aufgaben auf ihn und seine Kollegen warten. Das betrifft nicht nur sportliche, sondern beispielsweise auch infrastrukturelle Themen.

Ich bin Maler- und Lackierermeister – wenn ich auf das Gelände gehe, sehe ich ständig etwas, was zu tun ist.

Kurz vor Schluss wurde dann auch noch das Dauerthema Stadion angesprochen, wobei es beim Stammtisch im Bayerischen Landtag keine wirklichen Neuigkeiten zu vermelden gab. Man wolle eine möglichst zeitnahe Lösung gemeinsam mit der Stadt treffen, zudem wird eine Erbpacht-Lösung angestrebt. Spruchreif ist derzeit aber noch nichts. Wie vereinbart wollen sich die Löwen und die Stadt München gemeinsam zu Wort melden, wenn es Neuigkeiten gibt.

Ein gutes Omen hatte die Runde der Landtagslöwen dann auch noch parat: nach dem letzten Treffen konnte der TSV 1860 München vier Mal in Folge siegen. Saarbrücken, Ulm, Schweinfurt und Ingolstadt können sich also schon einmal warm anziehen.

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