Klingt komisch, ist aber so: Die ersten acht “Heimspiele”, die die SpVgg Unterhaching ab der Premiere dieses – vergleichweise immer noch relativ jungen – Duells in Pflichtspielform im Sommer 1982 gegen den TSV 1860 München austragen durfte, fanden alle im Stadion an der Grünwalder Straße statt. Das erste Duell (von einem “Derby” wird – wie gehabt – auf dieser Plattform in diesem Zusammenhang nicht gesprochen) der beiden Teams, das im Hachinger Sportpark ausgetragen wurde, ging erst im Frühjahr 2000 als Bundesligaspiel über die Bühne. Über ein Bayernliga-Spitzenspiel auf Giesings Höhen, heute vor 35 Jahren soll hier berichtet werden.
Die Grünau – Hachings Heimat bis 1992
Bis ins Jahr 1992 absolvierte die SpVgg Unterhaching ihre Heimspiele im Sportpark Grünau, etwa einen Kilometer südlich ihrer heutigen Heimstatt. Spiele gegen den TSV 1860 mit seiner großen Anhängerschar, die nach dem Emporkommen der Spielvereinigung aus den Niederungen des Amateurfußballs Anfang der 1980er-Jahre, auf dem Programm standen, konnten und sollten dort nicht ausgetragen werden. So war es ganz normal, dass die Vorstädter gegen Sechzig auf ihr Heimrecht verzichteten und beide Ligaspiele gegen die Löwen in Giesing ausgetragen wurden. Stadionproblematik mal ganz anders.
Wirbel um den Ex-Hachinger Karsten Wettberg
Zu einem besonderen Duell kam es im Herbst 1990. Brisanz erhielt das Aufeinandertreffen durch die Personalie Karsten Wettberg. Nach Bekanntwerden seines geplanten Wechsels zu den Löwen für den Sommer 1990 wurde er Ende 1989 von den Verantwortlichen in Unterhaching vom Hof gejagt. Trotz des im Sommer zuvor realisierten sensationellen Aufstiegs der Bobfahrer in die 2. Bundesliga. Bei 1860 heuerte Wettberg dann bereits im Februar 1990 an und beerbte Trainer Willy Bierofka etwas früher, als ursprünglich geplant. Obwohl die Löwen unter dem “König von Giesing” in der Folge für eineinhalb Jahre (!) ungeschlagen blieben, wurde die Qualifikationsrunde für die zweite Liga im Mai 1990 knapp verpasst. Nach dem legendären 3:3 gegen den FC Schweinfurt (unter Trainer Werner Lorant) mussten die Löwen noch ein Jahr in der Bayernliga verbleiben – und trafen im Herbst auf den Zweiligaabsteiger Unterhaching. Im Vorfeld des Spitzenspiels wurden viele Giftpfeile zwischen der Vorstadt und Giesing hin- und hergeschossen. Die Hachinger hatten es noch nicht verwunden, dass sich Wettberg knapp ein Jahr zuvor entschlossen hatte, endlich bei seinem Herzensverein 1860 anzuheuern.
Mageres Spiel vor großer Kulisse
17.000 Zuschauer, darunter nicht mehr, als eine Handvoll Fans und vor allem Angehörige der Spieler aus der Vorstadt fanden sich am 7. Oktober 1990 im Sechzgerstadion ein. Nur ein Pünktchen trennte den Tabellenführer 1860 vom Verfolger Unterhaching. Am Wochenende zuvor hatten sich beide Teams schon mal für das große Spiel warmgeschossen. Die Löwen mit einem 3:2 gegen den SV Lohhof, die Vorstädter mit 4:1 beim damaligen Bayernliga-Kellerkind FC Augsburg. Für die Löwen standen zwei Herbstneuzugänge, Volker Rudel (von Waldhof Mannheim) und Florian Hinterberger (vom Bundesligisten Bayer Leverkusen) auf dem Feld. Doch auch die beiden konnten nicht dazu beitragen, dass das im Vorfeld hochgejazzte Duell hielt, was man sich von ihm versprochen hatte. Viele Unterbrechungen, zahlreiche Gelbe Karten und drei Zeitstrafen, zwei gegen Haching, eine gegen Peter Zeiler ließen keinen Spielfluss entstehen. Entsprechend waren Torchancen Mangelware und man trennte sich torlos voneinander. Die Löwen blieben in der Tabelle einen Punkt vor Haching.
Kein Aufeinandertreffen zwischen 1991 und 1999
Im Frühjahr 1991 kam es dann im Rückspiel zum vorerst letzten Duell mit den Vorstädtern im Sechzgerstadion, das vor 27.000 Zuschauern ebenfalls unentschieden, 2:2 endete. Damit war die Meisterschaft vorentschieden. Die Löwen stiegen ein paar Wochen später unter großem Jubel nach neun langen Jahren in der Bayernliga in die 2. Bundesliga auf. Ein Jahr später taten es ihnen die Hachinger nach, während Sechzig für ein Jahr wieder zurück in die Drittklassigkeit musste. Im Sommer 1993 folgte der erneute Ligatausch und die Löwen kehrten ein Jahr später gar zurück in die Bundesliga. Erst kurz vor der Jahrtausendwende kam es dort dann zu einem Wiedersehen. Übrigens im Olympiastadion. Zum Heimspiel der Löwen.
Dieses Team schickte Löwentrainer Karsten Wettberg am 7. Oktober 1990 zum Auswärtsspiel gegen Haching auf den Rasen des Sechzgerstadions:
Berg – Hinterberger, Miller, Maurer, Meisl (65. Schmid) – Zeiler, Störzenhofecker, Windsberger, Kneiß – Rudel (85. Hamberger), Schmidbauer











richtig häßliche eintrittskarten warn des noch, vor allem bei auswärtsspielen mit de greisligen farbstreifen auf rosa kartonpapier.
Man beachte auch die Bezeichnung “Bundeswehr”… 🙂 Der tatsächliche Inhaber der Karte war ein 15jähriger Schüler, der weder zu jenem Zeitpunkt noch jemals bei der Bundeswehr war. 😀
Seit Beginn dieser Saison hat der Bobschubserklub ein richtiges Lokalderby aufgrund der Gründung einer Dritten Mannschaft,startend in der C-Klasse, gegen Fortuna Unterhaching.
Das erste ging im übrigen mit 1:0 an Fortuna.
Rückspiel in der Grünau am 12.April