In einem Interview mit der AZ äußert sich Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter zur Zukunft des Grünwalder Stadions und mögliche Alternativen zum Standort Giesing. Löwenfan Benedikt Niedergünzl wendet sich in seinem Leserbrief direkt an den OB und wünscht sich eine ergebnisoffenere Herangehensweise des Stadtoberhaupts. Sein Vorwurf: Populismus statt Partnerschaft – Löwen brauchen Unterstützung, keine Ultimaten.

OB Reiter: Populismus statt Partnerschaft

Es sind diese Sätze, die einen fassungslos zurücklassen. Dieter Reiter spricht vom Grünwalder Stadion, als wäre es eine nostalgische Kulisse, ein Ort für Jugendfußball und Erinnerungen, nicht aber das, was es längst wieder ist: die Heimat eines Profiklubs, der Woche für Woche Zehntausende bewegt. “Amateurstadion” nennt er es. Ein Wort wie aus der Mottenkiste, 2011 vielleicht noch zutreffend, heute jedoch blanke Realitätsverweigerung.

Und während er im nächsten Atemzug 25.000 Plätze für “vernünftig” hält, scheut er jeden Versuch, genau dafür einzutreten. Wer so redet, will nicht gestalten, er will verwalten. Reiters Logik: Man lobt die Vision – und blockiert gleichzeitig ihre Verwirklichung.

Unterstützung statt Ultimaten

Doch was besonders irritiert, ist der Gestus des Ultimativen: Riem oder nichts, Investor oder Ende, jetzt oder nie. Pflöcke einschlagen, noch bevor auch nur ein Gespräch mit dem neuen Präsidenten Gernot Mang geführt wurde – das ist nicht Führung, das ist Pose. Es erinnert an jenen populistischen Auftritt beim Oktoberfest im letzten Jahr: laut, öffentlichkeitswirksam, aber inhaltsleer. Eine Karikatur politischer Verantwortung.

Das Grünwalder Stadion aber ist kein Spielball, kein nostalgisches Hobbyprojekt. Es ist seit acht Jahren das Zuhause einer Profimannschaft. Es war schon einmal ein großes Stadion, es kann wieder eines sein. Alles andere hieße, die eigene Stadtgeschichte zu verleugnen.

Dieter Reiter gibt sich als Freund der Löwen, doch seine Worte verraten ihn. Statt Partnerschaft bietet er Ultimaten, statt Unterstützung Blockaden. Wer 25.000 Plätze für vernünftig hält, muss bereit sein, dafür zu kämpfen. Alles andere ist Rhetorik – und die hat Sechzig schon viel zu lange ertragen.

 

Leserbriefe spiegeln nicht grundsätzlich die Meinung der Redaktion wider, sondern lediglich die des Autors.

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Kraiburger

Aber jetzt mal unter uns: Obwohl ich alles andere als ein CSU-Anhänger bin, aber die Chance, dass Dieter Reiter noch Oberbürgermeister ist, wenn wir im Mai unseren Aufstieg feiern, ist ja jetzt nicht so dass man drauf Wetten abgeben sollte.

Er ist zweimal zum OB gewählt worden, unter anderem mit dem Ansatz, er wolle sich fürs Sechzgerstadion einsetzen. Das hat er zweimal nicht gemacht. Und auch sonst hat er eigentlich in den letzten 8 Jahren nicht wirklich viel Weltbewegendes in der Landeshauptstadt voran gebracht.

Wenn er jetzt aus einer Plauderlaune heraus meint, sich mit den Löwenfans in der Stadt anlegen zu müssen, dann sägt er dabei nicht nur an der Olympiabewerbung, sondern auch an seinem Stuhl.

rude6977

Diese Seite unterstützt GWS, die andere Riem. Für mich wäre eine Online-Mitgliederbefragung der richtige Ansatz um konkret zu sehen, welcher Weg eingeschlagen werden soll und diesen dann zu fokussieren.

Benjisson

Da bin ich ja mal gespannt wie sehr die andere Seite sich mit Riem beschäftigt hat und vorallem die entscheidenden Frage erarbeitet hat:

  1. Wer bezahlt das Grundstück?
  2. Wer bezahlt das Parkhaus?
  3. Wer bezahlt die Verkehrsanbindung?
  4. Wer leiht der hochverschuldenten KGaA das Geld?
  5. Wie finanziert der Verein zeitgleich 2 Stadien?
rude6977

Das ist hier ja nicht die Frage.
Beide Seiten haben ihre Argumente und Pros und Cons gibt’s auch bei beiden Varianten.
Genau deshalb sollte ja die Basis entscheiden.

Benjisson

Ja doch das ist die entscheidende Frage um überhaupt weiter zu diskutieren. Also um mal klar zu machen: Der Grünwalder Umbau belastet erstmal nicht das Budget von der KGaA sondern erst dann wenn umgebaut wurde und die Miete erhöht wurde. Der Neubau und die zeitgleiche Anmietung des Grünwalder Stadions belastet zeitglich das Budget der KGaA.

Wir müssen in dem Zusammenhang keine Luftschlösser bauen sondern seriös an die Sache ran gehen und dazu gehört halt erstmal die theoretische Finanzierung.

Privat würde Niemand auf die Idee kommen über einen Hausbau zu reden und nicht erstmal die Finanzierung theoretisch abzuarbeiten. Das würdest du doch nicht machen oder?

Buckliger Verwandter

Muss man sich mit diesen Fragen beschäftigen, solange die bestimmenden Personen im Verein ein neues Stadion kategorisch ausschließen?
Wohl nicht.

Roloe

Eher anders herum. Die “bestimmenden Personen” haben die oben gestellten Fragen für sich beantwortet und wohl erkannt, dass ein Neubau für 1860 in der derzeitigen Gesellschafterkonstellation und von den finanziellen Voraussetzungen allgemein her schlicht nicht in Frage kommen kann. Nun fokussieren sie sich auf die verbliebene Möglichkeit. Das scheint mir sinnvoller als weiter Unentschlossenheit zu signalisieren und damit die Umsetzung der verbliebenen Möglichkeit zu behindern.

Esperanza

Vergiss bei der Gelegenheit nicht, die Mitglieder auch darüber abstimmen zu lassen, ob der TSV 1860 künftig in der Champions League spielen soll und was sie von einer Verpflichtung von Erling Haaland und Vinicius Junior halten. Dann soll eben die Mehrheit entscheiden.

rude6977

So basisdemokratisch bin ich nun auch wieder nicht, und wenn dann müsste abgestimmt werden ob Haaland ODER Vinicius um im Kontext zu bleiben.

Kraiburger

Eine online-Befragung ist ja wirklich nur sinnvoll, wenn ernsthafte Optionen auf dem Tisch lägen.

Dem ist aber nicht der Fall, weil wir ja überhaupt nicht wissen, was Reiter mit “Riem” überhaupt meint.

Wenn mich meine Frau daheim fragt, für was ich mein spärliches Geld lieber ausgebe, nämlich entweder für eine meiner Einnahmensituation angepasste 3-Zimmer-Wohnung oder einer Villa mit 1000m2 Grundstück, Pool und 3 Garagen: Dann träume ich zwar kurz, entscheide mich aber dennoch für die vernünftigere Variante.

Und genauso müssten ggf. natürlich auch die Alternativen in einer “onlineumfrage” klar benannt sein. Und da kenne ich bislang (und mit bislang denke ich in meiner Fanhistorie bis ins Jahr 1989 zurück) noch keine Alternativen zum Sechzgerstadion, über die es abzustimmen lohnt.

rude6977

Geb ich dir natürlich Recht aber bei mir privat geht’s nur um 2 Meinungen und nicht um 25.000. Die können einfacher diskutiert werden.
Ob Riem für die Vereinsführung eine Alternative ist weiß ich natürlich nicht. Aber falls, sollte abgestimmt werden bevor eine Entscheidung fällt.

MalikShabazz

niemand wird Sechzig ein neues Stadion bauen, damit ist Riem hinfällig. Das wäre nur im Zusammenspiel mit einem neuen Anteilseigner möglich.

_Flin_

Riem = Wolkenkuckucksheim. Wer zahlt denn die 150 Mio. für ein Stadion in Riem?

Esperanza

Warum rennt Reiter damit jetzt an die Öffentlichkeit? Für mich unverständlich.

United Sixties

Wer es jetzt verbockt eine Löwenzukunft auf Giesings Höhen zu finalisieren ist fehl am Platze..in der Stadt wie in Verein oder KGaA !
Wir Mitglieder sind der Verein und messen unsere Vertreter JETZT daran.
Es gilt keinerlei Zeit mehr zu vergeuden.

1860Isarauen

Wer 25.000 Plätze für vernünftig hält, muss bereit sein, dafür zu kämpfen. Alles andere ist Rhetorik – und die hat Sechzig schon viel zu lange ertragen. Ganz so einfach ist das nicht. 25000 ist durchaus wünschenswert, aber auch umsetzbar ? Lässt sich das geltende Baurecht so einfach ändern, dass bei einer Zuschauerzahl von 18.105 endet ?. Die Stadt München ist hieran zwingend gebunden, ansonsten werden Gerichte das letzte Wort hierüber in Jahren haben, was überhaupt nicht weiterhilft. Das neue Präsidium und die Kommunalpolitiker müssen sich deshalb schnellstens an einen Tisch setzen und sich über zeitnahe realisierbare Möglichkeiten einigen..

Magic

Wir sind wahrscheinlich leider für das Wahlergebnis der OB-Wahl nicht wichtig genug. Für den FCB war es kein Problem, die AA von 66.000 auf 75.000 zu erweitern, die hätten vermutlich auch größer bauen dürfen, wenn dies das Stadionkonstrukt hergegeben hätte. Dabei gibt es zwischen der AA und dem Euro-Industriepark auch zahlreiche Anwohner, die durch Spiele in der AA genervt sind. Ich fürchte, dass nur ein anderer OB eine Chance für uns wäre.

SechzgerMichl

Mal ligaunhabhängig und vielleicht sogar vereinsunabhängig gedacht, müsste die Stadt doch ein Interesse daran haben, ihr „Städtisches Stadion“ auf Vordermann zu bringen. Ich bin auch uneingeschränkt für den Standort Giesing. Aber was ich nicht verstehen kann ist, dass seit Jahren nicht mal die notwendigsten Erneuerungen/Renovierungen geschehen. Von Verschönerungen möcht ich gar nicht reden. Die Scheißhäusl-Tür hinter der Stehhalle klemmt z.B. seit Jahren und man muss dagegen treten, um sie zu öffnen. Das kann doch nicht sein. Aber vielleicht ist das Ganze sinnbildlich für den Zustand unseres Landes zu sehen 🤔

Robert von Giesing

Keine Stimme für den bei der nächsten Wahl!

randpositions_loewe

Ich bin noch am überlegen, ob ich über die Naivität dem politischen Wirken Dieter Reiters gegenüber überrascht bin, oder über die gleichzeitig doch massive Erwartungshaltung des Leserbriefschreibers. Die Stadt äußert sich über längere Zeit eigentlich sehr stringent. Die Kapazitätsfrage wird seit längeren immer gleich beantwortet, und auch alle anderen Parameter haben sich nicht besonders geändert. Der einzige Player, der sich eigentlich nicht bewegt hat, ist die KGaA und der TSV. Sorry wenn ich das so schreibe, aber die Verantwortlichen des TSV benehmen sich in meinen Augen in der Stadionfrage wie ein kleines Kind welches mit den Beinen aufstampft und schreit: Aber ich will. Letzten Endes werden wir über diese Maximalforderungen stolpern, welche eher der eigenen Selbstbestätigung der Verantwortlichen bei der Fangemeinde dienen, anstatt vernünftige Lösungswege aufzuzeigen.

United Sixties

Aufgabe des Präsidiums, bei allem erforderlichen Realitätssinn, die Wünsche und Erwartungshaltung der Löwenfan( Mitglieder)Mehrheit auch öffentlich zu vertreten. Denn Sie sind nur auf Zeit gewählte Vereinsvertreter!
Das Sechzger gehört längst ligaunabhäng modernisiert.

1860ZELL

Wenn es um das Sechzger geht, ist nicht alleine das Präsidium in der Verantwortung. Die Verantwortung für die Spielstätte obliegt dem Beirat der TSV KGaA. Und da hat Ismaik gegen eine Modernisierung gestimmt, sodass gegenüber der LHM keine rechtsverbindliche Erklärung für einen GWS-Umbau abgegeben werden konnte.

Niemand kann von einem Präsidium fordern, dass dieses irrationale Erwartungshaltungen vertritt.

harie

Ähm… nein. .

Zuerst ist es mal Sache des GF. Der entscheidet in welchem Stadion gespielt wird. Da der Mietvertrag mit der Stadt jährlich erneuert wird ist es der GF der das entscheidet. Warum?

Erst wenn ein Mietvertrag unterschrieben werfen soll der länger läuft als 3 Jahre, dann braucht der GF die Zustimmung des Präsidiums, als alleiniger Gesellschafter der GF GmbH.

1860ZELL

Die Geschäftsführungs-GmbH wird vom Beirat gelenkt. Ausnahme, wenn der Verein von der 50+1-Regel Gebrauch macht. Dieser darf den Geschäftsführern im Detail vorgeben, was diese zu unternehmen haben. Das gilt, auch wenn die KGaA nach Außen alleine von den GF vertreten wird. Der Abschluss eines Mietvertrages in der Größenordnung der GWS-Miete und der Langfristigkeit bedarf der Zustimmung des Beirates, in welchem die Gesellschafter der KGaA paritätisch vertreten sind.

harie

Sorry, erneut Nein.

Der Beirat der GF-GmbH hat nur eine Aufgabe.
Entlassung bzw. Einstellung der Geschäftsführung. Der Beirat der GF-GmbH hat kein Weisungsrecht gegenüber der Geschäftsführung oder einen Zustimmungsvorbehalt. Ihm steht lediglich ein Auskunftsrecht der GF zu.

Dieses Weisungsrecht obliegt einzig und allein dem Präsidium als gesetzlicher Vertreter des alleinigen Gesellschafters(e.V.) der GF-GmbH, welche gleichzeitig als einzige persönlich haftende Komplementärin der KGaA zur alleinigen Geschäftsführung befugt ist.

Also vergiss mal was Du da von Dir gegeben hast, weil das ist von grundauf falsch.

Das Präsidium, und nur das Präsidium kann die Befungnisse des GF natürlich ändern. Dazu muss es aber die Geschäftsordnung der Geschäftsführer der GF-GmbH entsprechend ändern und dort die Entscheidung über Mietverträge der Zustimmungpflicht durch die Gesellschafterversammlung der GF-GmbH(Präidium) oder den KGaA-Aufsichtsrat unterwerfen.

Bis dahin entscheidet der GF über Mietverträge bis 3 Jahre Laufzeit in eigener Verantwortung. Beschränkt nur durch den Haushalt den er nicht überschreiten darf.

Werner könnte also mit der Stadt genauso einen Mietvertrag für das Oly unterschreiben wenn er damit Mehreinnahmen generieren kann und damit das strukturelle Defizit reduziert.
Selbst dann könnte das Präsidium zunächst nichts dagegen tun.

Last edited 7 Monate zuvor by harie
Francis Underwood

Erforderlicher Realitätssinn..
“Das Sechzger gehört schon längst ligaunabhängig modernisiert”
Und genau hier (ligaunabhängig) sagt die Stadt, dass das wohl eher nicht funktioniert bzw./und sie dafür aber auch eine Erklärung seitens des Vereins bräuchten, dass Dieser dann auch für die nächsten xJahrzehnte dort spielt und zahlt.
Der Verein hat bisher gesagt “doch doch, das geht schon. Wir wollen das gerne so haben und wenn wir nicht wissen wie hoch die Miete ist, dann machen wir gar nichts.”
Dann sagt die Stadt eben, “ok, alles klar. Wir sanieren dann eben so, dass maximal 2. Liga möglich ist mit maximal 18.000”.

Warum wir dann nicht einfach BELEGE bringen, dass es TATSÄCHLICH, also RECHTLICH machbar ist, verstehe ich nicht. Und wenn wir uns immer darüber aufregen, dass wir erst zusagen können wenn uns die Stadt eine Miethöhe genannt hat, das bisher aber nicht getan hat, dann schlage ich eine Miete vor verbunden mit einer Zusage..
Randpositions_loewe hat unser Verhalten aus meiner Sicht ganz schön beschrieben..

“Wenn dir nicht gefällt, wie der Tisch gedeckt ist, dann drehe den Tisch…”
Das könnte den Verantwortlichen vielleicht auch weiterhelfen..

1860ZELL

Nicht nur in der Stadionfrage handelt seit sechs Jahren die TSV KGaA dilettantisch. Selbst den hoch subventionierten Sporthallenbau hat 1860 nicht realisieren können, den Ismaik torpediert hat!

1860 sollte ihre Erwartungshaltungen ihren eigenen Fähigkeiten anpassen.

Francis Underwood

Ich hoffe, Mang und Werner gehen diese Sache klüger und geschickter an als die Vorgänger in der Vergangenheit.
Leider fehlen mir in dieser Sache zu viele Details (vielleicht weiß die Redaktion ja mehr..), aber ich verstehe z. B. nicht

  • warum 60 nicht schon längst selbst Immissionsgutachten in Auftrag gegeben hat
  • ebenso ein Verkehrsgutachten
  • eine erfahrene Kanzlei für Verwaltungs- und Baurecht beauftragt hat, eine Stellungnahme zur Frage Kapazität i.V.m den beiden oben genannten Punkten
  • und anschließend eine Absichtserklärung abgibt, dass bei Ausbau zu diesen und jenen Konditionen, 60 sich verpflichten würde, dies und jenes zu tun und zu zahlen.

Aus Sicht des Politikers macht Reiter wenig falsch. Er nimmt den Ball auf und sagt, dass er nicht abgeneigt wäre, wenn…
60 sagt, wir hätten gerne 25000 (usw.) Reiter sagt, finde ich toll, verstehe ich. Müsst halt mal konkret werden..
60 wird aber (aus meiner Sicht) NICHT konkret. Konkret werden heißt nicht, die reinen Wünsche und Träume äußern.
Konkret werden heißt aus meiner Sicht, den Spieß umzudrehen und die Verwaltung (und anschließend den Stadtrat) mit Fakten unter Druck zu setzen.

Reiter hier Rhetorik vorzuwerfen finde ich zu einseitig.

Reiter hat doch nun die Steilvorlage gebracht (aus meiner Sicht ganz bewusst): Stellt einen Bauantrag, dann kann endlich geprüft werden..

United Sixties

Das mag auch richtig sein, was zu zur Sicht der Stadt schreibst.
Aber dieser Leserbrief spricht mir aus meiner in dieser Stadionfrage über 30 Jahre leidgeprüften Sechzgerseele. Der OB soll kommunalwahlgerittene Aussagen zum längst überfälligen, profitauglichen Stadionausbau unterlassen und seine volle Unterstützung auch zum TSV 1860 als Kulturgut Münchens geben. 20 000 + x und ligaunabhängig macht der Umbau Sinn und bleibt zukunftsfähig. Tut es !
Und unser Präsidium soll von keiner einzig weiteren Standortalternative mehr sprechen und dahingehend ausverhandeln und Pachtzusage über 15-20 Jahre geben, sowie die naming rights auch über den Klub organisieren.
Hab diesen Leserbrief auch umgehend an Bürgermeisterin Dietl und Heinz Schmidt als Schatzmeister des Vereins weitergeben.
Sechzig bleibt im Sechzger !

Francis Underwood

Aus meiner Fan-Sicht sehe ich das schon ähnlich; ich möchte auch zwingend im Grünwalder bleiben. Aber den Ablauf sehe ich, trotz Fan-Sicht, anders. Auch als Fan fordere ich in dieser Sache mehr von unserem Verein.
Von Dir kommt “Tut es!”. Ich sage Dir: Werden Sie nicht, weil sie nicht müssen UND aus ihrer Sicht, Stand heute, rechtlich nicht möglich. Da bringt es nichts, ständig auf irgendwelche moralischen Verpflichtungen hinzuweisen, die die Stadt aus meiner Sicht nur bedingt hat. Ist ja nicht so, dass die Stadt so gar nichts (für uns macht).
Und wenn Reiter kritisiert wird, warum dann Dietl nicht? Verstehe ich überhaupt nicht. Sie ist doch “Sportbürgermeisterin”. Dann ist es doch sie, die in der Verantwortung steht.

Mang spricht meines Wissens übrigens von keiner weiteren Standortalternative. Seine ersten Schritte in dieser Sache waren meiner Meinung nach auch die Richtigen.
Nun/nur hoffe ich, dass die o. g. Punkte von mir auch bald Berücksichtigung finden.

Esperanza

Ich teile viele deiner Punkte. Nur werden die Löwen selbst nicht bauen können. Und zwar weder die chronisch überschuldete TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA noch der TSV München von 1860 e. V. Das ist auch Reiter bekannt. Wer also sollte JETZT in dieser Situation einen Bauantrag mit welchem Ziel stellen? Der Ausbau ist zunächst ein politisches Thema und dafür sind Gerichte der falsche Ort. Entscheidend ist wie darüber gesprochen wird und da schlägt Reiter meiner Meinung nach den falschen Ton an. Wer so redet, hat kein Interesse, außer das Thema möglichst nicht in den Wahlkampf rutschen zu lassen.

Last edited 7 Monate zuvor by Esperanza
Francis Underwood

60 müsste (und sollte!) auch gar kein Bauantrag stellen. Könnten Sie in der aktuellen Phase auch gar nicht, da sicherlich die von mir o. g. Gutachten (etc.) noch gar nicht vorliegen.
Daher schrieb ich ja, sie sollen die Gutachten, die für eine Realisierung (wie von uns gewünscht, also z. B. 25.000 Zuschauer) notwendig sind, selbst in Auftrag geben, um den Planungsreferat zu belegen, dass es aus verkehrlicher und immissionsrechtlicher Sicht möglich ist. Genauso ein Gutachten/Plan, dass eine Fläche für die Ü-Wägen zur Verfügung stünde (und ggf. eben noch weitere Nachweise, die benötigt werden.
Hiermit, und mit einer rechtlichen Würdigung eines Fachanwalts für Verwaltungs- und Baurecht, gehe ich ins Planungsreferat. Möglicherweise könnte dann auch über eine Bauvoranfrage nachgedacht werden (wobei ich nicht sicher bin, ob das bei diesem Vorhaben funktionieren würde; hatte noch keine Gelegenheit zu schauen, ob in diesem Bereich ein B-Plan vorliegt und was dieser genau regelt. Interessant wäre in diesem Zusammenhang natürlich auch die aktuell gültige Baugenehmigung…)
Das meinte ich mit “konkret werden”.
Ich fürchte, dass die Stadt nicht von ihrer Auffassung abweichen wird, dass rechtlich nicht mehr als 18000 zulässig sind.

Die Aussage Reiters “Bauantrag stellen” war aus meiner Sicht nicht ganz richtig.. Aber er hat damit die Vorgehensweise dargestellt, wie sie sein müsste.

Die Stadt (nicht die Politische, sondern die Verwaltung) hat für sich geprüft und sagt was möglich ist und was nicht. Möchte der Antragsteller doch etwas anderes, dann muss er hierfür Belege erbringen.

Vorstopper

Diese Scheiß blöde ewige Stadiondiskussion hängt mir zum Hals heraus!
Es wird eh auf absehbare Zeit gar nichts passieren und derweilen bleiben wir in Giesing.
Über den Schwachsinn, Grundstück in Riem etc. sag ich nix.
Und jetzt Sonntag drei Punkte gegen Havelse 🦁

United Sixties

Jeder Profiklub braucht eine Stadionzukunft inkl. Logen/B-Seats und ligaunabhängig! MÜNCHEN hat auch für 1860 eine Verpflichtung!

1860ZELL

Wieso hat die LHM eine Verpflichtung gegenüber 1860? Die Stadt hat 1860 einen Anteil an der AA verschafft einschließlich hoher Subventionen. Das hat 1860 aus Diletantismus in den Sand gesetzt. Dass Kommunen für gemeinnützige Vereine Sportstätten baut, kann ich nachvollziehen. Warum aber sollen gewinnorientierte Profifußball-Unternehmen subventioniert werden.

age

So ein Schmarrn, wer spricht hier von Subventionen fürs GWS durch die LHM?
Entweder die Stadt baut aus und vermietet oder es läuft über Erbpacht.

Anm.: Zuschüsse (ca. 100 Mio.) für die AA sind nur gelaufen, weil zwei (Profi-)Vereine das Ding nutzten… Die kostengünstige Bereitstellung des Grundstückes durch die Stadt lassen wir mal aussen vor.

Last edited 7 Monate zuvor by age
United Sixties

Anmerkung: DAS ist der Punkt, den sich die Stadt durchaus gefallen lassen muss. Die Bereitstellung des kostengünstigen städt. Grundstücks in Fröttmaning ( Eile zur WM 2006) für zwei Vereine, obwohl man ahnen musste, dass Sechzig bei einem durchaus realistischen Bundesligaabstieg die Arena-Finanzierung unmöglich hätte stemmen können ( Danke für Nichts OB und AR Ude u.a.) !

Es muss deutlicher werden, dass auch der TSV 1860 auf dem ältesten Münchener Fußballstadion in Giesing eine zukunftsfähige Lösung ( auch der Frauenfussball) bekommen muss und da dauerhaft ligaunabhängig planen kann..mit ausreichend B-Seats und vollüberdacht für mindestens 20 000 + x als vernünftige Lösung. Das Baurecht wird doch nur ständig vorgeschoben, weil man irgendwelche Anwohnerklagen befürchtet und an der Studie AS+P mit 18 000 Kapazität aus 2020 festhalten will. Aber dieser Stadionstandort existiert seit über 1911…also keine Angst vor irgendwelchen Klagen und JETZT der Stadt ein tragfähiges eigenes Konzept vorstellen, ausverhandeln und durchziehen. Auch ggf. vor Gericht. Sechzig im Sechzger !

Und falls sich im Verein oder KGaA , Sponsoren o.a. immer noch für einen Standort Riem einsetzen: diese sollen einen Finanzierungsplan darlegen oder für immer schweigen!

Kraiburger

Die Lösung ist ziemlich einfach, Herr Reiter. Und sie wurde schon einmal deutlich kommuniziert:

Lieber Kultstätte als Olympia: Sechzger-Fans treffen Ude ins Herz | Abendzeitung München

1860ZELL

Dieser Leserbrief hat mich entsetzt. Für mich fordert er Populismus statt sachorientierte Entscheidungen.

Es ist für mich populistisch, wenn Mang landauf landab den Umbau des GWS für 25.000 Zuschauer verkündet, ohne vorher mit dem OBM Reiter gesprochen zu haben. Das ist schlechter Stil, den OBM vor einer Unterredung unter Entscheidungsdruck setzen zu wollen.

Und der LHM den Vorwurf zu machen, ein unangebrachtes Ultimatum zu stellen, geht doch an der Realität vorbei. Seit 2019 liegt die Machbarkeitsstudie zum GWS vor. Sechs Jahre lang hatte 1860 Zeit sich zu entscheiden, Umbau im aufgezeigten Umfang oder Neubau auf eigene Rechnung. Es ist doch nicht der Stadt anzulasten, wenn der Investor von einer Löwenzoo-Arena für mehr als 50.000 Zuschauer fabuliert, wenn weder er noch ein anderer Investor das finanzieren will.

Und was heißt das: “Wer so redet, will nicht gestalten, er will verwalten.” Vielleicht sollte der Autor akzeptieren, dass der OBM dafür zu sorgen hat, dass die Verwaltung sachorientierte Entscheidungen trifft und sich nicht der Vetternwirtschaft hingibt. Und wenn die Bau-Planungsbehörde die Kriterien für die Umbauoptionen festgelegt hat, darf der OBM nicht in Trumpscher Manier per Dekret Recht und Gesetz außer Kraft setzen.

Und der OBM Reiter hat doch für die Löwen einen weiteren Weg aufgezeigt: 1860 darf gerne einen Bauantrag für ein GWS für mehr als 18.000 Zuschauer einreichen. Die Baubehörde wird den prüfen und bei Ablehnung darf 1860 gerne auf eigenes Risiko dagegen klagen.

Ich habe so meine Zweifel, ob der TSV sich als Drittligist nach dem selbstverschuldeten Debakel mit der AA sich in einer Position befindet, dem Oberbürgermeister mehr oder weniger vorzuschreiben, was er denn zu tun hat. Die Profis von 60 sind in einer erwerbswirtschaftlichen KGaA organisiert. Ich halte es für unangemessen, wenn der Steuerzahler permanent defizitäre Kicker subventionieren soll.

Christian Jung

Gernot Mang hat nichts “verkündet”, sondern geäußert, was er sich wünschen würde, wovon er träumt und woran er entsprechend arbeiten möchte. Und das vor dem Gespräch mit dem OB zu tun, ist nicht nur legitim, sondern richtig.

1860ZELL

Ich darf zitieren:

Mang auf der MV: “Unser Ziel ist es, die Kapazität auf 25.000 zu erhöhen,”
(sechzger.de, Christian Jung, 18.08.2025)

Ein (unternehmerisches) Ziel zu formulieren hat eine ungleich höhere Bestimmtheit, als von etwas zu träumen!

Natürlich ist es legitim, wenn Mang über die Medien seine Ziele dem OBM Reiter verkündet, die dieser in den letzten sechs Jahren mehrfach als für kaum realisierbar abgewiesen hat.

Es wäre nicht verwunderlich, wenn OBM Reiter demnächst die Feststellung zu Mang trifft, die er im Januar 2025 über Reisinger abgegeben hat:

“Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter wirft 1860-Präsident Robert Reisinger vor,
-er wäre ein schwieriger Ansprechpartner
-und würde aus seiner Sicht Fakten ignorieren
-und hätte die Rollenverteilung nicht so richtig verstanden.”
(Löwenmagazin, 29.01.2025)

Ich habe das so verstanden, als wenn OBM Reiter den TSV-Funktionären (und den Fans) unmissverständlich nahelegt, etwas “kleinere Brötchen zu backen” sich in ihren Forderungen zurückzunehmen.

United Sixties

Unangemessen sind die Äußerungen des OB zum zweitgrößten Verein der Stadt. Für was oder wen hält sich dieser Kommunalpolitiker?

1860ZELL

Für mich handelt der OBM Reiter sachorientiert.

Wieso sollte die LHM einen neunstelligen Betrag für einen Drittligisten ausgeben, der in den letzten Jahren mehr ein Kandidat für die Regionalliga war als für einen Aufstieg.

Die LHM wollte dem gemeinnützigen Verein 1860 mit hohen Subventionen den Bau einer Sporthalle ermöglichen. Was ist daraus geworden? Nichts, nix! Der Investor hat das verhindert! Solange die Gesellschafterstruktur kein planvolles Handeln erwarten lässt, sollte die LHM sehr vorsichtig sein für 1860 Geld auszugeben.

Die TSV KGaA sollte erst einmal ihre strukturellen Defizite beseitigen. Warum sollte OBM Reiter das Risiko eingehen einen Stadionumbau zu finanzieren, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass Ismaik demnächst erneut seine Anteile an eine dubiose Briefkastenfirma verkauft.

Esperanza

Ja, das kann man so sehen wie du. Umso unverständlicher ist aber doch dann, warum Reiter etwas erzwingen will, das nach deiner Argumentation “kein planvolles Handeln erwarten lässt”?

Last edited 7 Monate zuvor by Esperanza
black_belt_blues

Wir alle wissen, dass dieser OB keinerlei Interesse an 1860 hat.
Wir sind für ihn ein lästiges Anhängsel “seiner” Stadt München.
Folglich sollten wir von ihm auch nichts erwarten. So traurig das sein mag.

1860ZELL

Ist es wirklich angebracht, 1860 als benachteiligt dazustellen?

Für mich lässt OBM Reiter nur die zwingend erforderliche Sorgfalt walten. In der Verwaltung ist das Debakel von 1860 mit der AA nicht vergessen. Wer garantiert denn der LHM, dass 1860 nicht demnächst zum Dino der Regionalliga wird? Und was soll dann mit dem für einen neunstelligen Betrag umgebauten GWS werden?

Und es sollte nicht vergessen werden, dass 1860 vor mehr als 20 Jahren zusagte, eine Sporthalle zu bauen. Es fördert nicht gerade die Glaubwürdigkeit, wenn 1860 urkundlich zugesicherte Auflagen nicht einhält.

Dass OBM Reiter 1860 ein Grundstück in Riem anbietet, wird geflissentlich unterschlagen. Wenn 1860 meint, die Finanzierung für ein eigenes Stadion dort bewerkstelligen zu können, aber gerne. Vielleicht beweist Hasan Ismaik ja noch, dass er ein echter Milliardär ist.

kolumbus

Für mich gibt es aus Reiters Äußerungen nur eine Schlussfolgerung, die auch hier schon mehrmals von anderen kundgetan wurde: ohne einen klaren Plan fürs GWS mit fixen Eckdaten werde ich gegen Olympia stimmen.

Meine Stimme für Reiters Baby hängt von seinen fixen Zusagen für das Stadion ab. Kann nur allen anderen Raten, das auch so zu machen und den politischen Entscheidern so mitzuteilen, sollte man ihnen mal über den Weg laufen.

Auf den fußballerisch roten Freikartenempfänger kann man sich einfach nicht verlassen.

Last edited 7 Monate zuvor by kolumbus
dldjs1860

Dieter Reiter fürchtet ganz eindeutig derzeit um seinen Job. Bei den Kommunalwahlen 2026 sitzt ihm sein derzeitige Vize von den Grünen als auch die CSU im Nacken und er möchte sich jetzt durch die emotional hochaufgeladenen Themen wie Olympia in 20XX sowie GWS profilieren.

Bei Olympia steht im Oktober der Bürgerentscheid an. Da gibt es also eine zeitnahe Entscheidung. Ähnliches möchte er jetzt auch beim GWS sehen.

Während allerdings bei Olympia ein “Nein” der Bürger nichts anderes als eine totale (Image-)Katastrophe wäre, kann ihm beim GWS der Ausgang des Ganzen relativ egal sein. Hauptsache das Thema ist vom Tisch und kann nicht als Wahlkampfthema gegen ihn verwendet werden.

Also schlussendlich ist das nichts als Wahlkampf von Reiter.

Vorstopper

Servus, ich stimme dir nur teilweise zu. OB Reiter sitzt niemand im Genick. Er ist beliebt und wird in die Stichwahl gegen den Baumgärtner von der CSU müssen, der sich ja bzgl GWS etwas offener zeigt. Insgesamt glaube ich nicht, dass das Thema GWS eine Rolle spielen wird im Wahlkampf. Wie du richtig festgestellt hast, das Thema Olympische Spiele ist dann erledigt, die andere Baustelle bleibt uns noch lange erhalten.

Ich hab den früher gewählt. Seit dem ich mitbekommen hab, wie er sich zu 1860 stellt, wähl ich was anderes. (Natürlich nicht schwarz, dann kann ich ja gleich die Braunen wählen.) Aber mir is Fußball wichtig und deswegen gibts von mir keine Stimme mehr.

Auch wenn wir nicht so eine überschäumende Vita wie die rein erfolgorientierten Seitenstraßler haben, sind wir doch einer der größten Sportvereine Deutschland und damit u.a. nachhaltiger. Und wer das nicht zu schätzen weiß, muss auch mit den Konsequenzen daraus leben können. Ich schätze, dass mit der Zeit immer mehr Wähler damit und mit anderen “Kleinigkeiten” verloren gehen.

Last edited 7 Monate zuvor by Blu