Die Löwen wollen am kommenden Samstag in Würzburg – nach dem Erfolg gegen den gleichen Gegner vor fast sechs Jahren – den Landespokal in Bayern mal wieder gewinnen. Und der TSV 1860 ist dabei beileibe nicht der einzige Drittligist, der in einem der insgesamt 22 Finalspiele steht. Für die meisten anderen, der sich noch im Wettbewerb befindlichen Ligakollegen geht es dabei jeweils auch noch um die Qualifikation für den DFB-Pokal 26/27. Und auch einige ehemalige Drittligisten sind noch im Rennen, um einen der begehrten Plätze im bundesweiten Cup-Wettbewerb in der kommenden Saison. Wir haben für Euch die komplette Übersicht über den bereits zum elften Mal in dieser Form abgehaltenen “Finaltag der Amateure”:
Zwei Stadtderbys in den Pokalfinals…
Sowohl in Mannheim (Landesverband Baden), als auch in Köln (Mittelrhein) kommt es zu echten innerstädtischen Duellen. In der Quadratestadt wechselt der fünftklassige VfR für das Endspiel ins direkt neben der eigenen Sportstätte gelegene Carl-Benz-Stadion, um gegen den großen SV Waldhof die Sensation zu realisieren. Für die formalen Gäste im eigenen Stadion wäre die Qualifikation für den DFB-Pokal der versöhnliche Ausklang eine insgesamt enttäuschenden Drittligasaison. Auch in Köln, wo Fortuna und Viktoria zu einem quasi göttlichen Duell aufeinandertreffen, wird beim Drittligisten in Höhenberg gespielt und nicht im Südstadion. Hier wird sich aber – nach dem jüngsten Aufstieg der Fortuna – auf jeden Fall ein Drittligist der kommenden Saison für den DFB-Pokal qualifizieren.
…und ein Saarland-Derby
Im Saarland kommt es am späten Samstag Nachmittag zu einem Endspiel, das – auch aus der Fanperspektive – den Namen “Derby” verdient hat. Der 1. FC Saarbrücken empfängt im heimischen Ludwigspark den FC Homburg. Zwei Abonnementsieger im Landespokal an der Saar. Neben der SV Elversberg, die sich ja inzwischen in ganz andere Spähren verabschiedet hat, hieß seit 2008 der Titelträger dort stets FCH oder FCS. Und für ein Endspiel, an dem keiner der drei Klubs beteiligt war, muss man gar ins Jahr 1995 zurückreisen. Schottische Verhältnisse quasi.
Hier darf sich auch der Verlierer freuen…
Nachdem sich die vier bestplatzierten Teams der 3. Liga bekanntlich auf diesem Weg für den großen Pokalwettbewerb 26/27 qualifizieren, steht schon vor dem “Finaltag der Amateure” fest, dass sich auch zwei Verlierer ihrer Endspiele auf die Fleischtöpfe des DFB-Pokals freuen dürfen. Dies sind in Brandenburg der VfB Krieschow, der bei Energie Cottbus antritt und am Niederrhein der SC St. Tönis, der zum Vierten der 3. Liga, dem MSV Duisburg fährt. Drittligameister Osnabrück und Relegationsteilnehmer Rot-Weiss Essen sind in ihren Landespokalen in dieser Saison frühzeitig gescheitert, freuen sich aber über die Qualifikation über die Ligaplatzierung.
…und hier muss der Drittligist siegen
Knapp am Weg in den DFB-Pokal über die Drittligaplatzierung gescheitert sind Hansa Rostock und der SC Verl als Fünfter und Sechster. Dehalb müssen beide bei ihren Finals in Mecklenburg-Vorpommern (gegen den Verbandsligisten SV Pastrow, Austragung im neutralen Volksstadion in Greifswald) und in Westfalen (in der heimischen Sportclub-Arena gegen den Ex-Drittligisten Sportfreunde Lotte) liefern. Ein weiterer Drittligist steht in Hessen im Endspiel, das auf neutralem Platz – nämlich am Bieberer Berg in Offenbach – ausgetragen wird. Wehen Wiesbaden, in der abgelaufenen Saison als Neunter einen Platz hinter unseren Löwen über die Ziellinie der 3. Liga gekommen, spielt an dieser traditionsreichen Spielstätte gegen die erst vor wenigen Jahren aus der Taufe gehobene
Einige Ex-Drittligisten im Einsatz
In Sachsen kommt es zu einem Duell zweier demnächst ehemaliger Drittligisten. Der FSV Zwickau (2023 zuletzt abgestiegen) empfängt in der eigenen Arena den frisch gebackenen Absteiger Erzgebirge Aue. Quasi umgekehrt verhält es sich im Landeverband Württemberg, wo die Stuttgarter Kickers (bis 2016 insgesamt fünf Spielzeiten Teil der 3. Liga) den diesjährigen Rückkehrer Sonnenhof Großaspach empfangen. Zwei durchaus klangvolle Namen begegnen sich im Rheinland-Finale, wobei nur der Gastgeber TuS Koblenz auf ein Jahr Zugehörigkeit zur 3. Liga zurückblicken kann (2010/11). Gegner ist Ex-Zweitligist Eintracht Trier, dessen Zugehörigkeit zur dritten Leistungsebene weiter zurückliegt, als die Gründung der bundesweiten 3. Liga im Jahr 2008. Carl-Zeiss Jena hat die Qualifikation für die Aufstiegsspiele gegen Würzburg knapp verpasst, darf aber aufgrund der Endspiels in Thüringen gegen den Ligakonkurrenten ZFC Meuselwitz im heimischen Ernst-Abbe-Sportfeld auf eine DFB-Pokalteilnahme in der neuen Saison hoffen. Genauso geht es dem Halleschen FC, der in der abgelaufenen Saison immerhin Vierter der RL Nordost wurde, auf einen Lizenzantrag für die 3. Liga jedoch verzichtet hatte. Er empfängt im eigenen Stadion im Finale in Sachsen-Anhalt Germania Halberstadt aus der Oberliga NOFV Süd.
Acht Endspiele ohne aktuelle oder ehemalige Drittligisten
Gänzlich ohne aktuelle oder ehemalige Drittligisten müssen die Endspiele in Berlin, Hamburg, Bremen, Niedersachsen (2), Schleswig-Holstein, Südbaden und im Landesverband Südwest auskommen. In der Haupstadt und im Südwesten sind immerhin die namhaften Klubs BFC Dynamo und FK Primasens beteiligt. In allen anderen Finals sind es tendenziell eher exotisch klingende Vereinsnamen, die am Finaltag auf die große Bühne treten. Und je einer dann nächste Saison auf die noch größere im bundesweiten Cup. Eine Besonderheit stellt – wie immer – Niedersachsen dar. Da man hier (wie in Bayern und Westfalen) aufgrund der Größe des Verbands zwei Startplätze im DFB-Pokal hat, gibt es zwei parallel ausgetragene Wettbewerbe. Teams aus der dortigen Oberliga (und tiefer) spielen einen Wettbewerb, dessen Finale am Samstag Mittag zwischen dem Lüneburger SK Hansa und dem TuS Bersenbrück ausgetragen wird. Am Sonntag – und konsequenterweise dann nicht am “Finaltag der Amateure” – folgt dann das Endspiel des Pokalwettbewerbs der niedersächsischen Dritt- und Regionalligisten, das heuer der SSV Jedderloh II und der SV Drochtersen/Assel erreicht haben. Klingt allerdings zugegebenermaßen nicht nach dem ganz großen Profifußball. So erwarten wir am Wochenende also 22 Endspiele in 21 Landesverbänden.
Dies sind die 22 Spiele am Finaltag
Samstag, 11:30 Uhr
Baden: VfR Mannheim (Oberliga Baden-Württemberg) – SV Waldhof Mannheim (3. Liga)
Berlin: VSG Altglienicke (Regionalliga Nordost) – BFC Dynamo (Regionalliga Nordost)
Bremen: Leher TS (Bremen-Liga) – SV Hemelingen (Bremen-Liga)
Hamburg: SC Vorwärts Wacker 04 (Oberliga Hamburg) – Hamburg Eimsbütteler Ballspiel Club (Oberliga Hamburg)
Brandenburg: FC Energie Cottbus (3. Liga) – VfB Krieschow (NOFV-Oberliga Süd)
Schleswig-Holstein: SV Todesfelde (Oberliga Schleswig-Holstein) – 1. FC Phönix Lübeck (Regionalliga Nord)
Thüringen: FC Carl Zeiss Jena (Regionalliga Nordost) – ZFC Meuselwitz (Regionalliga Nordost)
Samstag, 13:30 Uhr
Rheinland: TuS Koblenz (Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar) – SV Eintracht Trier (Regionalliga Südwest)
Sachsen-Anhalt: VfB Germania Halberstadt (NOFV-Oberliga Süd) – Hallescher FC (Regionalliga Nordost)
Mecklenburg-Vorpommern: SV Pastow (Verbandsliga) – F.C. Hansa Rostock (3. Liga)
Niedersachsen: Lüneburger SK Hansa (Oberliga Niedersachsen) – TuS Bersenbrück (Oberliga Niedersachsen)
Südbaden: Bahlinger SC (Regionalliga Südwest) – FC 08 Villingen (Oberliga Baden-Württemberg)
Südwest: TSV Schott Mainz (Regionalliga Südwest) – FK Pirmasens (Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar)
Samstag, 15:30 Uhr
Mittelrhein: Fortuna Köln (Regionalliga West) – Viktoria Köln (3. Liga)
Niederrhein: MSV Duisburg (3. Liga) – SC St. Tönis (Oberliga Niederrhein)
Sachsen: FSV Zwickau (Regionalliga Nordost) – FC Erzgebirge Aue (3. Liga)
Württemberg: Stuttgarter Kickers (Regionalliga Südwest) – SG Sonnenhof Großaspach (Regionalliga Südwest)
Samstag, 16:30 Uhr
Bayern: Würzburger Kickers (Regionalliga Bayern) – TSV 1860 München (3. Liga)
Westfalen: SC Verl (3. Liga) – Sportfreunde Lotte (Regionalliga West)
Hessen: SV Wehen Wiesbaden (3. Liga) – SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (Regionalliga Südwest)
Saarland: 1. FC Saarbrücken (3. Liga) – FC 08 Homburg (Regionalliga Südwest)
Sonntag, 14:00 Uhr
Niedersachsen (“Profis”): SSV Jedderloh II (Regionalliga Nord) – SV Drochtersen/Assel (Regionalliga Nord)











Vielen Dank für die informative und umfassende Information über den Finaltag. Schau das immer gerne, wobei ich mich schon frage, ob es das braucht mit den Stadtstaaten. Allen die nach Würzburg fahren wünsche ich ein gutes Spiel und natürlich den Pokal. Ich habe meine Karte abgegeben, weil‘s mir einfach reicht für die Spielzeit.
Mein nächstes Auswärtsspiel wird das in der Vorbereitung in diesem Dorf sein, während die Kack WM noch läuft.
Einmal Löwe, immer Löwe 🦁
Ich finde dieses System der Landespokale ziemlich cool und das mit den Landesverbänden ist ja auch Ausdruck des Föderalismus, der doch erstmal zu begrüßen ist, oder nicht?