Auch nach dem zwar leistungsgerechten, aber – nicht zuletzt aufgrund der siebten 1:0-Führung für die Löwen in Serie – doch etwas enttäuschenden 1:1 bei der Zweitvertretung der SpVgg Greuther Fürth haben wir – wie immer – bei verschiedenen Protagonist*innen nachgefragt, was sie zum Spiel, zur Auswärtsfahrt und vielleicht auch zur allgemeinen Löwenlage zu sagen haben. Hier sind unsere Stimmen zum Spiel:
Leon (sechzger.de Redakteur):
Wieder ein richtig guter und lautstarker Auftritt auf den Rängen, ein Last-Minute Jubel wäre da wirklich die Kirsche auf der Torte gewesen. Leider sollte es nicht sein. Über die Chancenverwertung der letzten halben Stunde habe ich mich wirklich geärgert, da hätte das Tor einfach fallen müssen!
Julian Kolbeck (Trainer Fürth bei BR24):
Am Ende des Tages denke ich, dass das Unentschieden gerecht ist. Die erste Halbzeit war noch ein Stück weit kontrollierter von uns, da waren wir kompakter gestanden, da hatte Sechzig schon mehr Anteile. Am Ballbesitz vor allem. Gehen dann auch in Führung durch einen unglücklichen Abpraller vom Torwart. Wir haben’s dann aber trotzdem über weite Strecken, denke ich, ganz gut wegverteidigt, wenig zugelassen. Hatten aber auch vorne jetzt nicht die klare Chance. Dann haben wir in der Halbzeit schon ein Stück weit was angepasst, auch die Dynamik so ein bisschen nach vorne zu legen, im Pressing auch höher zu stehen. Und ich finde, dass die zweite Halbzeit dann schon sehr, sehr ordentlich war. Wir haben echt einen guten Ansatz gefunden und, denke ich, verdient dann auch den Ausgleich geschossen, durch einen Elfmeter.
Alper Kayabunar (Trainer 1860 bei BR24):
Wir wollten natürlich unbedingt gewinnen heute, den nächsten Dreier holen. Ich glaube, dass wir in der ersten Halbzeit ein richtig gutes Spiel gemacht haben, was wir uns vorgenommen haben: Viel Kontrolle. Dann das Tor auch zu einem richtig guten Zeitpunkt geschossen haben Und eigentlich gar nichts zugelassen haben in der ersten Halbzeit. Dann in der zweiten Halbzeit hatten wir leider eine Phase, wo wir keinen Druck auf den Ball bekommen haben, wo dann Fürth viel Kontrolle hatte und in der Phase wirklich mit dem Elfmeter, den wir verursachen das Tor kassieren. Aber zum Ende raus, glaube ich, haben die Jungs richtig gefightet, alles reingehauen, viele Möglichkeiten auch erspielt. Wir waren ein paar Mal in der Box, wo wir ein Tor hätten erzielen können. Hat leider nicht funktioniert und so geht es am Ende dann unentschieden aus. (…) Das tut natürlich weh. Es war in einigen Spielen, wie in Vilzing, wo wir in der letzten Sekunde das Tor kassieren. Wie gesagt: Von einer Seite natürlich eine gute Bilanz, nicht zu verlieren, das muss man den Jungs schon anrechnen. Aber wir müssen klar sagen, dass die Unentschieden zu viele sind.
Frank Peuker (Ex-Löwenspieler):
Ein gerechtes 1:1 mit Torchancen zum Sieg auf beiden Seiten. Das Spiel ein Spiegelbild der letzten Spiele. Kontrolle über das Spiel in der 1. Hälfte und ab der 60. Minute überhaupt keine Kontrolle mehr. Gerade da erwarte ich von einigen erfahrenen Spielern sehr viel mehr. Realistisch gesehen sind wir qualitativ aber auch nicht besser, und sollten mit dem Punkt zufrieden sein.
Sabine (Autorin von Poppular Demand):
Gegen die kleinen Westvorstädter hätte ich schon besonders gern gewonnen, aber leider gab’s nur einen Punkt mit auf den Heimweg. In der zweiten Halbzeit haben mich Kurve und Team deutlich mehr mitgerissen als in den ersten 45 Minuten. Da war ich allerdings auch sauer, weil es keine Bratwurst mehr gab und ich lustlos an einer Brezn für drei Euro herumgekaut habe. Sicht und Akustik von der steilen Stahlrohrtribüne waren gut, aber der einst als ehrwürdig beschriebene Ronhof ist irgendwie, ähnlich wie der Vereinsname, zu einem zusammengeschusterten Blechteil geworden und gefällt mir weniger gut.
Auf der Rückfahrt saß ich zwischen Vater und Sohn und kam in den Genuss einer höchst sach- und fachkundigen Theater- und Filmberatung. Beide waren so begeistert von ihren Empfehlungen, dass ich zwar nur einen Punkt, dafür aber jede Menge Ideen für mein zukünftiges Kulturprogramm mit nach Hause nahm.
Michael Eberwein (nach dem Spiel bei BR24):
Ehrlichgesagt bin ich nicht so zufrieden. Wir haben uns schon vorgenommen, dass wir heute hier das Spiel gewinnen. Wir kommen wieder super rein, gehen wieder in Führung, haben bis zur Halbzeit eigentlich gar nichts anbrennen lassen, haben eigentlich auch gute Chancen auf’s 2:0. Dann verschlafen wir die ersten 15 Minuten. Da hat Fürth bisschen was umgestellt und wir haben zu spät reagiert, finde ich. Und es nicht geschafft, Zugriff zu kriegen. Und dann war es in der Phase verdient, das 1:1. Ich find‘ danach haben wir uns schon wieder reingekämpft, aber aus unseren Möglichkeiten dann einfach zu wenig gemacht heute. (…) Schon ein bisschen enttäuschend. Wir sind zwar trotzdem weiter ungeschlagen, aber haben uns heute schon vorgenommen, zu gewinnen.










