Nachdem am vorvergangenen Wochenende die Entscheidung gefallen ist, die Landeshauptstadt München als deutschen Bewerber um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2036, ’40 oder ’44 ins Rennen zu schicken, haben wir hier bei sechzger.de begonnen, mal einen Blick auf olympische Sportarten bei unserem TSV 1860 München zu werfen. Hier geht’s zum ersten Teil der Artikel-Serie.
Heute beschäftigen wir uns mit Sportarten von F, wie Fußball bis R, wie Rugby.
Ein besonderer Dank geht an Stefan Markt (“Kraiburger”) und Claus Melchior von der Abteilung Vereinsgeschichte für Inspiration, Vorarbeit und Unterstützung zu diesen Beiträgen.
Fußball – natürlich olympisch, aber bei Sechzig eine eigene Geschichte
Die Sportart Fußball darf in dieser Aufzählung natürlich nicht fehlen. Die Gründung der Spielriege 1899 gilt heute als Gründungsjahr der Fußballabteilung des TSV München von 1860 e.V. Diese Abteilung ist bis heute mit Abstand der bekannteste Teil der Löwen. Neben Nachwuchs-, Frauen-, Senioren- und Amateurmannschaften gibt es natürlich den großen Profifußball, dessen Geschichte von der Deutschen Meisterschaft 1966 über Pokalsiege und Europapokalteilnahmen bis zur heutigen Situation reicht. Aktuell ist die erste Mannschaft nach dem Lizenzentzug für die 3. Liga im Sommer 2026 in der Regionalliga Bayern unterwegs.
Interessant ist: Fußball war bei den Olympischen Spielen schon lange Bestandteil des Programms, bevor sich der Profifußball bei Sechzig zu dem entwickelte, was er heute ist. Mit Josef Hornauer gehörte bereits 1928 in Amsterdam ein Spieler des TSV 1860 zur deutschen Olympiamannschaft. 88 Jahre später wiederholte sich die Geschichte in Rio de Janeiro: Die ehemaligen Löwen Lars und Sven Bender standen gemeinsam im deutschen Olympia-Kader und gewannen die Silbermedaille. Bei den olympischen Spielen 1972 in München war mit Hans-Dieter Seelmann ebenfalls ein aktiver Löwe nominiert. Leider kam er zu keinem Einsatz.
Zwischen dem ersten und bislang jüngsten Olympia-Fußballer mit 1860-Vergangenheit liegen 88 Jahre. Und in beiden Fällen waren die Löwen nicht nur Zuschauer: Hornauer stand 1928 in beiden deutschen Spielen auf dem Platz, die Bender-Zwillinge traten 2016 ebenfalls aktiv gegen den Ball. Auch Max Christiansen, der bis zum Sommer bei den Löwen unter Vertrag stand, gehörte 2016 übrigens zum deutschen Olympia-Kader.

Golf – vom Grünwalder Rasen auf den Golfplatz
Golf ist seit 2019 eine eigenständige Abteilung des TSV 1860. Zunächst war die Sportart als Unterabteilung der Skifahrer organisiert, bevor sie im März 2019 selbständig wurde. Heute treffen sich die Golflöwen regelmäßig im Golfclub Beuerberg. Das Sportangebot reicht richtet sich an Anfänger bis zu erfahrenen Spielern. Neben Training und gemeinsamen Runden werden Turniere und Turnierserien organisiert. Die Golfabteilung will zudem eine eigene Mannschaft aufbauen und sich regelmäßig mit anderen Vereinsmannschaften messen. Die Sportart wird damit nicht nur als gemütliches Hobby verstanden, sondern durchaus mit sportlichem Anspruch betrieben.
Kanu/Kajak in der Wassersportabteilung
Die heutige Kanu-/Kajaksparte gehört zur Wassersportabteilung der Löwen. Ihre Wurzeln reichen bis 1922 zurück, als vier Sechzger die damalige Faltbootabteilung gründeten. Bereits 1925 gab es den ersten großen Erfolg: Lampl und Schweiger (die Vornamen sind leider nicht bekannt!) wurden Deutsche Meister im Zweier-Faltboot über 10.000 Meter. Auch in den folgenden Jahrzehnten waren die Löwen in dieser Disziplin in Wettlkämpfen erfolgreich. 1970 gewann eine 1860-Mannschaft im Einer-Kanadier bei den Deutschen Meisterschaften. Fünf Jahre später folgte ein dritter Platz bei den Weltmeisterschaften in Skopje. Die erfolgreiche Wettkampfzeit fällt insbesondere unter die Ägide des langjährigen Abteilungsleiters Max Hermann, der das Amt von 1962 bis 1993 über dreißig Jahre innehatte.
Heute steht beim Kanusport vor allem der Breiten- und Freizeitsport im Mittelpunkt. Trainiert wird von April bis Oktober zweimal wöchentlich an der Floßlände in Thalkirchen. Neben Paddeltechnik, Sicherheit und dem Fahren in der Welle gibt es spezielle Einheiten für Wettkämpfe wie den Münchner Slalom oder den Münchner Kanutriathlon. Außerdem werden regelmäßig Wildwasserfahrten im Alpenraum angeboten.
Das schöne Bootshaus in der Zentralländstraße 8 ist selbst ein Stück Löwengeschichte: Es wurde bereits 1927 errichtet und anschließend mehrfach erweitert. Im Jahr 1994 wurden die Kanu- und die Segel-/Surfabteilungen zur heutigen Wassersportabteilung zusammengeführt.
Leichtathletik – die vielleicht größte olympische Löwengeschichte
Wenn man wissen möchte, wo beim TSV 1860 die Verbindung zu den Olympischen Spielen besonders tief ist, landet man zwangsläufig bei der Leichtathletik. Die Abteilung wurde schon 1908 gegründet und gehört zu den erfolgreichsten Sportbereichen des Vereins. Heute trainieren rund 150 aktive Athletinnen und Athleten, vor allem Kinder und Jugendliche. Schwerpunkt ist der Mehrkampf. Dazu kommen die Fitnesslöwen mit knapp 500 aktiven Mitgliedern. Die im ersten Teil dieser Serie angeprochene Badminton-Sparte ist Teil dieser Fitnesslöwen.
Historisch waren die Löwen in der Leichtathletik zeitweise absolute deutsche Spitze. Zwischen 1947 und 1959 gewannen die Männer ununterbrochen die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft und auch die Frauen holten 1958 und 1959 diesen Titel.
Und dann wären da noch die Olympioniken. Rosa Kellner gewann 1928 in Amsterdam mit der deutschen 4×100-Meter-Staffel die Bronzemedaille. Ihre Vereinskollegin Elisabeth Bonetsmüller startete im Hochsprung. Die Löwinnen gehörten damals zur nationalen Spitze, die 1860-Staffel stellte sogar Weltrekorde auf. Kellner wurde später noch einmal international erfolgreich: Bei den Frauen-Weltspielen 1930 gewann sie mit einer reinen 1860-Staffel Gold über 4×100 Meter. Das war allerdings keine Olympiamedaille, sondern eben ein Titel bei den damals bedeutenden Frauen-Weltspielen.
Auch später ging die Tradition weiter. Inge Schell vertrat die Löwen 1968 bei den Olympischen Spielen in Mexiko über 80 Meter Hürden. Zenta Kopp war 1956, 1960 und 1964 bei Olympia und lief 1956 über 80m Hürden Weltrekord. Sie verstarb erst vor wenigen Wochen im Alter von 92 Jahren.
Die heute 91jährige Speerwerferin Almut Brömmel vertrat den TSV 1860 München bei den Spielen 1956 in Melbourne und 1960 in Rom.
Aber auch hier geht es nicht nur um Olympia und die Historie großer Erfolge. Die Leichtathletikabteilung ist stark in der Nachwuchsförderung engagiert und hat mit dem Frame Running inzwischen auch eine inklusive Para-Leichtathletik-Disziplin aufgenommen.
Zuletzt hat sich auch die Sparte Running immer mehr Zulauf erfreut. Mehrmals wöchentlich wird gemeinsam auf verschiedenen Langstreckendisziplinen trainiert. Außerdem wird die Teilnahme an verschiedenen Laufwettbewerben – unter anderem dem München Marathon – angeboten.
Radsport – neu, aber schon über 200 Mitglieder
Radsport ist seit 2025 offiziell Bestandteil des TSV 1860. Was zunächst als kleine Gruppe von radbegeisterten Löwen begann, entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit zu einer eigenen Abteilung. Bereits ein Jahr nach der Gründung zählt sie mehr als 200 Mitglieder. Angeboten werden Gruppenfahrten für unterschiedliche Leistungsniveaus – vom entspannten Coffee Ride bis zum Rundstreckenrennen. Dazu kommen Gravel-, Frauen-, Morgen- und Wochenendausfahrten sowie ein eigenes Rennteam. Von den vier olympischen Radsportbereichen – Straße, Bahn, BMX und Mountainbike – ist bei den Löwen derzeit der Straßenradsport vertreten.
Ringen – 110 Jahre Tradition
Die Ringer gehören zu den ältesten noch bestehenden Abteilungen des TSV 1860. Gegründet wurde die Abteilung 1913. Ihre große Zeit erlebten die Löwenringer vor allem in den 1920er und 1930er Jahren. 1926 wechselte die komplette Kraftsportabteilung vom Turnerbund München zu 1860. Damit begann eine Glanzzeit, in der die Löwen zu den stärksten Ringerteams Bayerns gehörten. Namen wie Wolfgang Ehrl, Sebastian Hering und Toni Knittl stehen für diese Ära. Nach schweren Rückschlägen und sogar einer längeren Phase ohne aktiven Trainingsbetrieb wurde die Abteilung 2012 wiederbelebt. Heute gibt es mehr als 80 aktive Mitglieder.
Besonders bemerkenswert: Der TSV 1860 bietet nicht einfach nur Breitensport an. Wer aufgenommen wird, soll regelmäßig trainieren und grundsätzlich bereit sein, an Liga- und Einzelwettkämpfen teilzunehmen. Das Wettkampfteam tritt aktuell in der Gruppenoberliga des Bayerischen Ringerverbands an.
Rugby – junger Löwe mit mächtig Schub
Rugby ist eine sehr junge, große olympische Sportgeschichte bei Sechzig. Die Sparte wurde 2025 gegründet, zunächst unter dem Dach der Fußballabteilung. Bereits zum ersten Training kamen 45 Interessierte. Ende 2025 wurden 37 offizielle Spielerinnen und Spieler vermeldet. Im Juni 2026 wurde Rugby schließlich als eigene Abteilung des TSV 1860 etabliert. Sportlich ging es ebenfalls schnell voran. Die Spielgemeinschaft StuSta/1860 gewann 2026 die Landesliga Bayern. In der Saison 2026/27 tritt die Mannschaft nun in der Regionalliga Bayern an – auf der dritten deutschen Leistungsebene. Gespielt wird beim TSV die olympische Variante 7er-Rugby. Sie ist deutlich schneller und dynamischer als das klassische 15er-Rugby und gehört seit den Spielen in Rio 2016 zum olympischen Programm.
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Diese Vorstellung olympischer Sportarten beim TSV München von 1860 e.V. wird mit einem letzteren weiteren Teil in Kürze fortgesetzt.
Hier geht’s zum ersten Teil der Serie.



















