Es sollte einfach nicht sein… Heute vor 26 Jahren scheiterte der TSV 1860 in der Qualifikation zur Champions League nach aufopferungsvollem Kampf und mit viel Pech an Leeds United.

Agostino mit dem Hoffnungsschimmer

Paul Agostino hatte den Löwen mit seinem Last-Minute-Anschlusstreffer an der Elland Road die Hoffnung zurückgebracht. Mit einer 1:2-Niederlage im Gepäck war der TSV 1860 zwei Wochen zuvor aus Leeds zurückgekehrt, ein 1:0 würde der Elf von Werner Lorant aufgrund der damals geltenden Auswärtstorregel für die Qualifikation zur Champions League reichen.

Etwas überraschend war das Olympiastadion nicht ausverkauft, 56.000 Zuschauer sorgten dennoch für eine prächtige Kulisse auf dem Oberwiesenfeld. Sechzig musste ohne Libero Ned Zelic auskommen, der im Hinspiel Rot gesehen hatte. Für ihn rückte Martin Stranzl in die Startelf und bildete zusammen mit Marco Kurz und Stefan Paßlack die Abwehr.

TSV 1860 scheitert an Leeds United

Sechzig versuchte alles, um den Rückstand möglichst schnell zu egalisieren, musste jedoch auch jederzeit vor den Kontern der Engländer auf der Hut sein. Auch das Pressing der Whites schmeckte der Lorant-Elf gar nicht und doch gelang es dem TSV 1860, Leeds United immer wieder unter Druck zu setzen. Besonders kurz vor der Pause hatten die Löwen Pech, als Häßler per Freistoß den Pfosten traf. Es sollte nicht das einzige Mal bleiben, dass der Ball ans Aluminium klatschte…

Und so kam es, wie es kommen musste: Direkt nach dem Seitenwechsel war die Abwehr von Münchens großer Liebe sträflich entblößt, Viduka und Smith stürmten aufs Tor der Löwen zu und Letzterer traf zum 0:1 (46.). Was für ein bitterer Nackenschlag für Sechzig!

Zwar gab sich der TSV 1860 zu keiner Phase auf und kämpfte bis zum Umfallen, doch Pech und eine Prise Unvermögen sorgten dafür, dass die Löwen auch das Rückspiel verloren und sich mit dem UEFA-Cup zufrieden geben mussten. Was würden wir heute dafür geben, überhaupt von einem europäischen Wettbewerb träumen zu dürfen?

Die Aufstellung der Löwen

Trainer Werner Lorant setzte am 23.08.2000 auf folgendes Team:

Hofmann – Stranzl, Kurz, Paßlack (63. Winkler) – Borimirov (76. Beierle), Mykland, Cerny, Häßler, Bierofka (73. Tyce) – Max, Agostino

Tor:
0:1 Smith (46.)

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Kraiburger

Mir war das nie bewusst, dass auf den Eintrittskarten von früher wirklich “TSV 1860 München e.V. empfängt” stand. Klar, war bis 2002 der e.V. der Ausrichter der Spiele. Aber dieses bewusste Nennung war mir noch nie klar. Hat jemand noch Eintrittskarten ab 2002 grade zur Hand, und kann mir sagen, wie sich die Nennung dann verändert hat?

Loewenqueen

Das gleiche nur ohne e.V

Fred

Ich möchte da nichts schlecht reden. Ich war damals bereits im Stadionkampfmodus. Die Zuschauerzahlen waren damals im Oly bereits auf einem Niveau, das eine 13+4 Lösung auch erlaubt hätte. Die Stimmung bei Ligaspielen war ob der überdimensionierten Oly-Schüssel zumeist überschaubar. Dass nicht einmal die CL-Quali ausverkauft war spricht für sich. Was ich bei diesem Spiel aber zum ersten mal wahrgenommen habe, waren Fangesänge, die über die Lautsprecher eingespielt wurden. Das war peinlich und beschämend. Für mich wars der endgültige Abschied vom Wildmoserkonstrukt für lange Zeit. Ich reg mich auch heute, ein Vierteljahrhundert später, noch über diese furchtbare Zeit auf. Dass der ganze Irrsinn, Hendlmörder, Kaiserklo und HI oben drauf endlich Geschichte ist, zeigt eins: Nie aufgeben. ELIL

flashgordonapproaching

Ich hab heute noch das Krachen von Ickes Lattentreffer im Ohr….

munichblue

Ich war auf dem Spiel mit einer jungen Dame, die ich eine Woche vorher kennengelernt habe. Nächstes Jahr feiern wir Silberhochzeit.

Posicelli

Schöne Geschichte.
Herzlichen Glückwunsch. 🫶

United Sixties

Unvergesslich : sportlich Höhepunkt für unseren TSV 1860 in der Zeit nach meiner Geburt ab 1968 bis heute. Werden wir nie wieder Sechzig International erleben dürfen?
ich glaube weiter fest an den sportlichen Turnarround , wenn endlich ein Trainerteam gefunden wird, dass unsere Löwenprofis tatsächlich verbessert. Und die Gesellschafter endlich eine Lösung für Stadionumbau sowie Kooperation finden.
Wie einst unter Werner Lorant zwischen 1992 und 2001, meiner wundervollsten Zeit als Fan dieses einzigartig verrückten Klubs.

BruckLoewe

War das nicht damals so das “nur” 56.000 Karten bei internationalen Spielen verkauft werden durften

Fred

Nein. Wildmoser hatte bereits einen fetten Keil in die Fanlandschaft getrieben. Die paar Hanseln, auf die er beim Olyumzug bewußt gepfiffen hat, wurden nicht durch tausende Neukonsumenten ersetzt. Die Lücke war gerissen. Das war Wildmosers Werk. Ich denke heute wäre das Spiel in einer Stunde komplett ausverkauft.