Die Löwenfans sind manchmal schon ein komisches Völkchen. Nachdem der TSV 1860 gerade die erfolgreichste Spielzeit seit Jahrzehnten abgeliefert hatte und um den Einzug in die Champions League kämpfte, fanden sich nur 28200 Zuschauer ein, um das Team von Werner Lorant im ersten Saisonheimspiel gegen Werder Bremen zu unterstützen.
Euphorie? Nicht bei den Löwenfans!
Gerade einmal zehn Tage war es her, dass Paul Agostino in Leeds mit seinem Tor in der Schlussminute die Tür in Richtung Champions League ein Stück öffnete. Man könnte meinen, die Euphorie bei den Löwenfans sei angesichts Platz 4 in der Vorsaison und der Aussicht auf internationale Highlights riesig gewesen. Aber weit gefehlt: Zum ersten Heimspiel der Saison kamen nicht einmal 30000 Zuschauer ins weite Rund des Olympiastadions, um den TSV 1860 gegen Werder Bremen zu unterstützen.
Eine Woche zuvor waren die Löwen mit einem 2:2 beim HSV in die Spielzeit gestartet, hatten dabei bereits nach sieben Minuten mit 2:0 geführt (Tore: Agostino und Max) und mussten am Ende sogar froh sein, überhaupt etwas Zählbares aus dem Norden mitgbracht zu haben.
Andi Herzog trifft zum 0:1
Samstag, 15.30 Uhr, Oberwiesenfeld und doch einige Legenden auf dem Platz – bei den Löwen beispielsweise Daniel Borimirov, Harald Cerny, Daniel Bierofka und Thomas Häßler, bei den Gästen von der Weser u.a. Frank Verlaat, Thorsten Frings, Marco Bode und Andreas Herzog.
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Letzterer war es dann auch, der in einer zu Beginn ereignisarmen Partie für den ersten Höhepunkt sorgte – wenn auch zu Ungunsten der Löwen. Nachdem Bode Keeper Hofmann umspielt hatte, traf Stalteri nur den Pfosten, Herzog stand jedoch goldrichtig und staubte zum 0:1 ab (14.).
TSV 1860 besiegt Werder Bremen
Werder verlagerte sich nun unverständlicherweise darauf, das Ergebnis zu verwalten und wurde bestraft. Thomas Häßler nagelte in der 44. Minute einen Freistoß aus über 30 Metern in den Winkel und glich für Sechzig aus. Ein paar Tage später im Rückspiel gegen Leeds scheiterte der Weltmeister aus ähnlicher Position am Aluminium. Wer weiß, wie sich die Geschichte des TSV 1860 entwickelt hätte, wenn…
Doch zurück zum Spiel gegen Werder: Die Löwen warn nun am Drücker, der Führungstreffer eigentlich nur noch eine Frage der Zeit. Bierofka, Cerny und Agostino verpassten das 2:1, doch in der 81. Minute erlöste der Australier die Löwenfans dann doch noch. Eine Flanke von rechts durch Thomas Riedl nahm Agostino gekonnt an und netzte die Kugel anschließend trocken unten links ein.
Die Aufstellung der Löwen
Trainer Werner Lorant setzte heute vor 25 Jahren auf folgendes Team:
Hofmann – Paßlack (17. Tapalovic), Zelic, Kurz – Mykland, Cerny – Borimirov (66. Riedl), Häßler, Bierofka – Max (73. Winkler), Agostino
Bank:
Jentzsch, Ehlers, Pürk, Beierle
Tore:
0:1 Herzog (14.), 1:1 Häßler (44.), 2:1 Agostino (81.)










