Beim Spiel des TSV 1860 München bei Schweinfurt 05 gaben die Löwen am Samstag auf dem Rasen und den Tribünen kein wirklich gutes Bild ab. Auf dem Rasen kam 1860 nicht über ein weitgehend unansehnliches 1:1 hinaus, auf den Tribünen kam es zu einem ärgerlichen Pyro-Vorfall.

Pyro-Show geht schief

Es war kurz nach dem Ausgleichstreffer von Sigurd Haugen, als Löwenfans am Zaun u.a. mehrere Bengalos entzündeten. Dabei kam es zu einem sehr ärgerlichen Zwischenfall. Offenbar setzte eine der Fackeln einen Teil der allseits bekannten Zaunfahne mit der Aufschrift “Mein Verein für alle Zeit”, die bei Heimspielen immer rechts und links der Anzeigetafel aufgehängt ist, in Brand. Auf den Fernsehbildern ist zu erkennen, dass die Pyro-Show wohl von der Gruppe “Drunkarts 1860” durchgeführt wurde. Die “Chaoten” waren – wie im Internet spekuliert wird – an der Pyro-Show nicht beteiligt und sind somit für den Pyro-Vorfall nicht verantwortlich.

Wahrnehmung des Pyro-Vorfalls und seiner Folgen im Stadion

sechzger.de war als einziges Münchner Medium im Pressebereich des Sachs-Stadions präsent. Außerdem waren wie üblich einige unserer Redakteure über das Stadion verteilt, um die Löwen anzufeuern. Thomas Spiesl auf der Pressetribüne erlebte den Vorfall so: “Auf den Presseplätzen haben wir uns zuerst gewundert, dass der Schiedsrichter unterbricht. Dann haben wir gesehen, dass Feuerlöscher im Einsatz waren. Was genau im Block passiert ist, war aus der Distanz nicht genau zu erkennen. Nur dass Teile der Fanszene im Anschluss das Stadion verlassen haben. Die (nicht mehr wirklich vorhandene) Stimmung beim Rest des Spiels hat mich an das Auswärtsspiel in Ulm erinnert…”.

Christian Jung stand im Gästeblock, hatte aber keinen guten Blick auf den Pyro-Vorfall. “Ich habe das am Rande wahrgenommen, stand aber zu weit entfernt, um genau zu sehen, was vorgefallen ist. Auf jeden Fall gab es verbale Auseinandersetzungen am Ort des Geschehens. In der Folge hängten dann einige Fanclubs – aber nicht alle – ihre Zaunfahnen ab. Danach verließen einige Fangruppen den Auswärtsblock.” Ähnliche Beobachtungen machten andere Redakteure und weitere Personen, die uns bekannt sind und im Stadion waren. So kurz nach dem Ausgleich waren wohl alle Augen auf’s Spielfeld gerichtet.

Kein organisierter Support mehr bis zum Ende

In der Folge fehlten dann die Capos im Block und es kam zu keinem organisierten Support mehr bis zum Abpfiff. Ob das Ansengen eines eigenen Banners zur Auflösung einer Fangruppe führen muss, ist in der Ultra-Szene anscheinend nicht klar definiert. Noch dazu gehört die “Mein Verein für alle Zeit”-Fahne nicht einer bestimmten Gruppierung, sondern ist ein Banner der gesamten Fanszene. Mögliche Konsequenzen wird man wahrscheinlich erst beim Heimspiel gegen Ingolstadt am kommenden Samstag sehen.

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_Flin_

Kindergarten und Kasperltheater.

Leute, die in ihrem maßlosen Narzißmus und ihrer Pyromanie sich selbst für wichtiger als den Verein halten. Fussball als Rahmenprogramm für Selbstdarstellung.

Bei 140.000€ Strafen sind wir jetzt diese Saison. Ein Drittel würde es auch tun.

Robert von Giesing

Schade um diese geile Zaunfahne. Sie hat der Westkurve das gewisse etwas verliehen. Quasi die “Kirsche auf der Sahne”. Hoffentlich werden wir sie bald wieder in voller Bracht sehen.
Waren die dks1860 nicht auf in Florenz aktiv bei dem historischen Gebäude?