Schon wieder eine englische Woche, diesmal zuhause. In den Schatten, die das Derby vom Wochenende schon vorauswirft, geht die heutige Partie teilweise etwas unter. Dabei kommt erneut ein “Team der Stunde” ins Grünwalder Stadion. Diesmal ist es die Oldschdod, die leider unter der Woche ihr Fanpotenzial nicht entfalten kann. Es heißt also abermals aufpassen, wenn der Löwe die Spielvereinigung Oberfranken Bayreuth 1921 e.V. empfängt!
Aktuelles – Die Ausgangssituation
Der nächste Gegner aus dem von den Löwen angeführten Verfolgerfeld des Spitzenduos aus Buchbach und Memmingen steht vor der Tür. Bayreuth ist aktuell mit 19 Punkten sechster und weist eine Bilanz von 6-1-6 auf. Das Team aus der Wagnerstadt ist also das Gegenteil unserer Remiskönige. Besonders offensiv sind die Franken mit 25 Treffern – genauso viele wie 1860 – stark, während die Defensive mit 18 Gegentreffern zu wünschen übrig lässt. Auswärts holte Bayreuth bisher neun Punkte (3-0-3).
Nach einem eher schwachen Start ist die Oldschdod aktuell gut in Form und seit drei Partien ungeschlagen. In diesen Matches schossen die Gelb-Schwarzen zudem zwölf Tore und kassierten nur zwei Treffer. Die Gegner waren aber auch allesamt aus der unteren Tabellenhälfte. Jetzt können die Mannen von Trainer Lukas Kling unter Beweis stellen, wie nachhaltig die Verbesserung wirklich ausgefallen ist.
Kader & Transfers
Starpower bringt kein Spieler im Kader der SpVgg mit. Im Sommer gab es jeweils 13 Zu- und Abgänge, die größtenteils aus den Regional- und Oberligen kamen. Bekanntester Spieler ist der verletzte Stürmer Jann George (34), der lange bei Jahn Regensburg aktiv war. Vier torgefährliche Spieler finden sich bei den Franken: Top-Torjäger ist der österreichische Stürmer Erijon Shaqiri (23), der seine Jugend beim FC Basel verbracht hatte und vor der Saison vom Bahlinger SC kam. Dahinter haben die weiteren Stürmer Onuigwe und Scheder vier Tore erzielt. Ebensoviele Treffer hat Verteidiger Niklas Doll (26) auf dem Konto. Der Neuzugang von Hertha Zehlendorf wird bei transfermarkt.de im Gegensatz zum kicker als Rechtsaußen geführt, was diese Torflut erklären würde.
Vereinsgeschichte
Die Geschichte der SpVgg Bayreuth begann am 23. Juli 1921, als sich 20 Mitglieder der Fußballabteilung des Hammerstätter TSV Bayreuth abspalteten und eine Fußballabteilung im Turn- und Sportverein Altstadt gründeten. Da der TuSpo den Ausbau des Fußballgeländes auf der Jakobshöhe nicht genügend unterstützte, spalteten die Fußballer sich abermals ab. So entstand 1925 die Freie Spielvereinigung Bayreuth-Altstadt, die sich dem Arbeitersportbund anschloss und schon die heutigen Vereinsfarben trug.
Auf einem gepachteten Kartoffelacker an der Jakobstraße entstand die spätere Spielstätte Jakobshöhe. 1933 wurde der Verein infolge der nationalsozialistischen Machtübernahme aufgelöst. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verein am 3. November 1945 als SpVgg Bayreuth von 1921 e. V. wiedergegründet. In den folgenden Jahren entwickelte er sich zum sportlichen Aushängeschild der Stadt und etablierte sich als Rivale des 1. FC Bayreuth.
Die größten sportlichen Erfolge feierte die SpVgg zwischen den 1950er- und 1980er-Jahren. 1959 gelang erstmals der Aufstieg in die 2. Liga Süd, 1969 kehrte die Mannschaft in die Zweitklassigkeit zurück. Besonders erfolgreich waren die Jahre ab 1971: 1979 erreichte Bayreuth den zweiten Platz in der 2. Bundesliga Süd und durfte an den Aufstiegsspielen zur Bundesliga teilnehmen, scheiterte jedoch an Bayer 05 Uerdingen. Nach dem Abstieg aus der eingleisigen 2. Bundesliga 1982 gelang noch zweimal die Rückkehr in die zweithöchste Spielklasse. 1990 endete schließlich die Zeit im Profifußball. In den folgenden Jahren musste der Verein mehrere Abstiege hinnehmen, schaffte aber 2005 den Aufstieg in die Regionalliga Süd. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten verweigerte der Verband aber die Lizenz und die Oldschdod war zwischenzeitlich sogar in die Landesliga abgerutscht.
Seit 2013 wurde die Vereinsstruktur durch die Ausgliederung der ersten Herrenmannschaft in eine Spielbetriebsgesellschaft neu organisiert. 2014 stieg die SpVgg in die Regionalliga Bayern auf und etablierte sich dort. Nach der Meisterschaftin der Saison 2021/22 gelang unter Trainer Timo Rost der Aufstieg in die 3. Liga, womit der Verein nach 32 Jahren in den Profifußball zurückkehrte. In der Saison 2022/23 konnte sich die SpVgg jedoch nicht in der 3. Liga behaupten und stieg als Tabellenletzter wieder ab.
Fanszene
Die aktive Fanszene steht in Bayreuth mittig auf der Gegengerade in einer Sektion, die “Das Biest” genannt wird und entsprechend bemalt ist. Der gruppenübergreifende Verband ist dementsprechend die Gegengerade Altstadt Bayreuth, in dem man jede Saison Fördermitglied werden kann. Teil davon sind die Gruppen Wagnerstadtkollektiv mit dem Förderkreis Supcrew und die Szene 1921. Das Collettivo Giallo Nero hat sich im Sommer 2025 aufgelöst. Daneben existieren noch einige “normale” Fanclubs, die den Bayreuther Fußball unterstützen.
Trivia – Unnützes Wissen
- Mit acht Meisterschaften ist die SpVgg Bayreuth Rekordmeister der Bayernliga.
- Im örtlichen Sprachgebrauch wird der Verein als „Oldschdod“ (Altstadt) bezeichnet.
- Im Gegenzug für den Deal für das erste Sportgelände mussten die Spieler der Bayreuther Singstunden eines Arbeiterchores besuchen.
Der 14. Spieltag im Überblick
| Dienstag | 18:30 Uhr | Aubstadt – Illertissen |
|---|---|---|
| 19:00 Uhr | Haching – Landsberg | |
| 19:00 Uhr | Buchbach – Augsburg II | |
| 19:00 Uhr | TSV 1860 München – Bayreuth | |
| 19:00 Uhr | Fürth II – Memmingen | |
| 19:00 Uhr | Schweinfurt – Ansbach | |
| 19:00 Uhr | Eltersdorf – Burghausen | |
| 19:00 Uhr | Eichstätt – Vilzing | |
| Di, 27.10. | 19:00 Uhr | Nürnberg II – Seitenstraße 1b |
| Spielfrei | Schwaben Augsburg |











