Wie bereits gestern berichtet, hatte Oliver Griss den TSV München von 1860 e.V. wegen der unbefugten Nutzung eines Fotos angezeigt. Gestern trafen sich beide Parteien vor dem Landgericht München, wo die Klägerseite den (kostenintensiven) Unterlassungsantrag zurückzog. Dreht der Verein nun den Spieß um und geht bald gegen den ehemaligen Boulevardjournalisten und jetzigen Blogbetreiber vor?

Stellungnahme des Vereins zur Klage

In einer heute veröffentlichten Stellungnahme lässt der TSV München von 1860 e.V. die Chronik der Klage noch einmal Revue passieren:

Der TSV München von 1860 e.V. sieht sich derzeit mit einer zivilrechtlichen Klage des Herausgebers des Onlineportals „dieblaue24“, Oliver Griss, konfrontiert. Anlass für die Klage ist die Mitgliederversammlung 2021, bei der im Rahmen einer Ehrung für einen kurzen Zeitraum vor weniger als 200 Personen ein Foto des zu ehrenden Mitglieds gezeigt wurde. Herr Griss behauptet, Urheber dieses Fotos zu sein.

Die Forderungen, die Herr Griss gegenüber dem Verein aufgestellt hat, waren von Beginn an völlig unverhältnismäßig:

  • Außergerichtlich verlangte Herr Griss Unterlassung und Schadensersatz mittels eines Vergleichsangebots in Höhe von über 8.000 Euro, die der Verein hätte zahlen sollen. Die geltend gemachte Summe bestand aus einem behaupteten Schadensersatzanspruch in Höhe von über 2.500 Euro sowie Rechtsanwaltskosten, bei welchen ein Streitwert von 52.500 Euro sowie überhöhte Gebührenquoten angesetzt worden waren.
  • Infolge der Weigerung des Vereins, diese Summen zu bezahlen, machte Herr Griss im gerichtlichen Mahnverfahren 2.500 Euro Schadensersatz und 2.500 Euro außergerichtliche Rechtsanwaltskosten geltend.
  • Eingeklagt wurden schließlich 2.500 Euro Schadensersatz sowie 540 Euro Abmahnkosten als vorgerichtliche Rechtsanwaltskosten.

Der Verein wies die teilweise verjährten und in der Höhe grotesk überzogenen Ansprüche entschieden zurück. Nach der gestrigen Verhandlung ist zu erwarten, dass Herr Griss – wenn überhaupt – nur einen Bruchteil seiner Forderungen erhalten wird. Die vor Klageerhebung überschießend geltend gemachte Forderung gab er, nachdem der Verein Widerklage auf negative Feststellung dieser geltend gemachten Forderungen erhoben hatte, noch im Verhandlungstermin ernsthaft und endgültig auf, ebenso sah er sich dazu gezwungen, hinsichtlich des Unterlassungsanspruchs sowie weiterer Ansprüche eine Klagerücknahme zu erklären.

Déjà-vu mit dem ehemaligen Boulevardjournalisten

In der Folge weist der Verein auch darauf hin, dass Oliver Griss nicht zum ersten Mal gegen den Verein und dessen ehrenamtliche Vertreter vorgeht.

Dieser Vorfall reiht sich ein in eine Serie unbegründeter Angriffe von Herrn Griss gegen den Verein und seine ehrenamtlichen Funktionäre. Bereits im vergangenen Jahr erstattete er als nachweislich Nichtgeschädigter Strafanzeige gegen einen Vereinsfunktionär und gab sich dabei bewusst wahrheitswidrig als Opfer einer Beleidigung aus. Zudem versuchte er, denselben Funktionär unbegründet bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer anzuschwärzen, um berufsrechtliche Konsequenzen für diesen zu erwirken. Beide Verfahren scheiterten erwartungsgemäß.

Wie sechzger.de erfahren hat, wurde in der Vergangenheit auch der Arbeitgeber mindestens einer db24-kritischen Person von Oliver Griss kontaktiert, um diese anzuschwärzen.

Setzt der Blogbetreiber seine Verbalattacken fort?

Weiter heißt es im Statement des Vereins:

Es ist nicht auszuschließen, dass Herr Griss nun seine Plattform nutzen wird, um den Präsidenten des e.V. sowie weitere ehrenamtliche Funktionäre gezielt in ein schlechtes Licht zu rücken. Eine entsprechende Ankündigung äußerte er bereits telefonisch konkludent gegenüber dem Präsidenten am Tag vor der Verhandlung, nachdem dieser sich weigerte, eine Forderung von Herrn Griss zu erfüllen, die darin bestand, dass der Verein, sowie dessen Prozessbevollmächtigter, dem für den 18. November angesetzten Gerichtstermin fernbleiben sollten.

Diese Ankündigung erscheint nunmehr bereits real: Zwischenzeitlich hat Herr Griss in seiner Berichterstattung, mutmaßlich im Versuch, ein Narrativ gegen Gernot Mang zu erwirken, bereits zweimal offensichtlich nicht im Zusammenhang stehende und inhaltlich daher irrelevante Zitate verwendet, wohl mit dem Ziel, Gernot Mang Aussagen in den Mund zu legen, die dieser so nie getätigt hatte und ihn somit in ein schlechtes Licht zu rücken und dadurch hinsichtlich dessen Aussagen beim Leser den Eindruck zu erwecken, Gernot Mangs Äußerungen seien unwahr. Dass ein so schwerwiegender “Fehler” in Ausübung des journalisten Handwerks gleich zwei Mal innerhalb kürzester Zeit und in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang zum Gerichtstermin vom 18.11.2025 erfolgte und beide Male in der öffentlichen Wahrnehmung zum Nachteil des Präsidenten zu gereichen geeignet war, erscheint nur mit viel Phantasie zufällig oder grob fahrlässig geschehen zu sein.

Geht der TSV München von 1860 e.V. bald gegen Oliver Griss vor?

Wie mögliche Konsequenzen konkret aussehen könnten, lässt der Verein offen, kündigt jedoch an:

Der TSV München von 1860 e.V. wird das Vorgehen von Herrn Griss aufmerksam beobachten und sich weitere Schritte offenhalten. Die in Verantwortung stehenden Personen werden die Lage regelmäßig analysieren und für sich sowie den Verein die notwendigen und gebotenen Maßnahmen treffen – einschließlich geeigneter Maßnahmen im Rahmen des Weisungsrechts gegenüber der Geschäftsführung seiner Tochtergesellschaften.

Das Eis wird also dünner…

Titelbild: CR-Fotos

4.2 5 votes
Artikelbewertung
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
31 Comments
Newest
Oldest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments
Leone

OG will doch einfach nur geliebt werden 😉
Aber mal im Ernst: für mich ist sein Verhalten inzwischen immer öfter vereinsschädigend.
Unverständlich warum er sich ständig so wichtig nehmen muss.

Tini
randpositions_loewe

Kannst du nicht dazu schreiben, wohin dieser Link führt.

Tini

Warum sollte ich? Bin ich dein Kindermädchen?

randpositions_loewe

Weil nicht jeder auf diese Kackseite will.

Last edited 2 Monate zuvor by randpositions_loewe
Linksblau

Eigentlich will wohl kaum einer, der hier im Forum ist, auf die Seite dieses ……

Vorstopper

Es kam, wie es kommen musste, der saubere Herr, inszeniert sich als das Opfer einer großen Verschwörung gegen den unabhängigen Journalismus, vertreten durch ihn natürlich und dahinter stecken selbstverständlich der eV, Fanblogs sowie sein Feind der Influenza. Auf noch so jede kleine Spitzfindigkeit bzgl seiner Person geht er weinerlich ein. Was für ein Lappen.
Griss raus

Buckliger Verwandter

Na ja, der Antrag auf Löschung der Marke db24 scheint aber schon länger zu bestehen.
Ich erinnere gerade den Ausspruch eines verstorbenen Arbeitskollegen.
Wer mir ans Bein pinkelt, dem schxxxs ich in die Kommode.

Roloe

Mit Verlaub, aber sämtliche Schubladen der Kommode gehen schon über…

SechzgerMichl

Kann dem seine, teilweise unterkomplexen, Fragen bei den Pressekonferenzen auch echt nicht mehr hören. Der erdreistet sich manchmal 3-4 mal hintereinander das Wort zu ergreifen. Oft ohne Mehrwert. Schlimm.

Dennis M.

Unterschiedliche Meinungen sind bei 1860 ja nichts Neues, aber seinen Lieblingsverein verklagt man nicht, das ist ein absolutes No Go.

tsvmarc

Ich schreibe hier eigentlich überhaupt nicht weil ich meistens die Meinungen hier überhaupt nicht teile und Diskussionen auch als zwecklos empfinde.
Aber den eigenen Verein, auf Grund eines Bildes bei einer Ehrung eines Mitglieds, zu verklagen obwohl in keinster Form irgendwelche schlechte oder finanzielle Absichten dahinter stecken machen mich sprachlos und als als ehemaligen Unterstützer von OG traurig. Du hast geschrieben Lieblingsverein. Ich glaube den Satz kannste revidieren.

Dennis M.

Ich teile die Meinungen hier ja auch nicht. Auf anderen Medien gibt’s aber sehr viele Leute, die unsere Meinungen teilen. Ich möchte Erfolg.

Sowas macht man aber nicht.

Buckliger Verwandter

Ich stimme dir zu.
Allerdings schädigt man ihn auch nicht durch verbotene Pyroaktionen, und unmögliche Aussendarstellungen wie zerstörte Züge oder beschmieren öffentlichen Eigentums.

_Flin_

Verklagen ist reines Business, mehr nicht. Und ja, ein urheberrechtlich geschütztes Werk ohne Genehmigung zu verwenden, ist nicht ok. Das Business vom Griss ist 1860.

Nur lässt er sich von seiner eigenen Hetzerei anstecken und verliert alles Mass in dem Moment, wo die Realität ihren Kopf reckt. Wie bei den MVs.

Benjisson

Fragen über Fragen:
Hat er jemals die Löwen geliebt?
Ist das Mode?
Ist Parken ein für Ihn unverständliches Mysterium?

Okalmon

Als Außenstehender ist es mir unbegreiflich wie 60 jahrelang einen Unruhestifter gewähren ließ.
Dieses hasstriefende “Gegen alles sein” bei hündischer Begeisterung für einen deutschlandweit lächerlich gewordenen “Investor” kann man sich nur mit der Gier nach schnödem Mammon erklären.
Dazu noch die Panik, als One Trick Pony nur noch seinen eigenen Hetzblog als Erwerbsquelle zu haben.
Das versucht er mit Klickzahlen die eigene Verzweiflung zu vertreiben.

Kenne keinen Verein in Europa der es zulässt, eine Person außerhalb der Strukturen so groß werden zu lassen.

MaxlWastl

Nachdem schon einmal sein Auto des Vereinsgeländes verwiesen wurde wäre es vielleicht endlich mal Zeit das gleiche mit dem Blogger zu machen

Mutloewe

Was kann denn noch schlimmer werden, wenn man ihn endlich rauswirft? Missbilligende Berichterstattung? Haha.

Tini

Na hoffentlich tut sich jetzt endlich mal was. Das ist längst überfällig. Man redet immer nur passiert ist in 8 Jahren nix. Hoffentlich zieht man endlich andere Saiten auf und tut es dann auch , nicht wieder nur leeres bla bla. und es geht weiter wie seit vielen Jahren. Griss wird mit allen Mitteln versuchen, sich als Opfer zu inszenieren, dem man den Mund verbieten will. Er ist kein Opfer , war es nie. Also hart bleiben und endlich machen und nicht nur reden.

Panthera-Leo

Man sollte jetzt endlich handeln, nicht nur immer beobachten.

Akkreditierungsentzug zzgl. Hausverbot wären für diesen egoistischen Vereins-Schädling schon längst mehr als angemessen.

Vorstopper

Ich bin kein Jurist, vermute aber, man kann ihn in der 114 ein Hausverbot oder ähnliches erteilen. Ihm allerdings die Akkreditierung zu entziehen für Spiele, ist wohl nicht möglich, solange er einen Journalistenausweis besitzt.

Okalmon

Eine Akkreditierung für Journalisten fällt unter das Hausrecht.
Man vergibt sie im allgemeinen recht freizügig, da man nicht den Ruf bekommen möchte, dass man die Pressefreiheit nicht achtet.
Der Presseausweis ermöglicht viel, ist aber keine Garantie zur Unverwundbarkeit…

Vorstopper

Danke für die Info.

Panthera-Leo

Sobald er Hausverbot hätte, wäre damit auch die Akkreditierung erledigt.

Okalmon

Nicht ganz richtig:
Die Akkreditierung wird für bestimmte Bereiche/ Zeitraum an die Person erteilt.

Beispiel:

Der Herzensblogger könnte bei einem Hausverbot trotzdem eine Akkreditierung für die PK erhalten.
Dies würde, für den Zeitraum der Akkreditierung, das Besuchen der Lokalität der Veranstaltung ermöglichen.
Kompliziert, aber natürlich nur fiktiv.

Last edited 2 Monate zuvor by Okalmon
Okalmon

Noch so ein Tipp zum Lesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Presseakkreditierung

Das mit der kommerziellen Verwertung ist ganz interessant… 😉

Panthera-Leo

Er war in der letzten Saison, speziell 2025 oft nicht bei den PK, was, wie hier mal stand, daran gelegen habe, dass er nur noch Tages-Akkreditierung erhalten habe.

Der Verein könnte ihn mit Sicherheit mehr an die Kette legen, ihn einbremsen, ausgrenzen, als man es die letzten Jahre (leider nicht) gemacht hat.

Das ist Kern und Ursache des Problems, denn je mehr man ihn gewähren lässt, umso unverschämter wird er.

Okalmon

Der Verein kann keine Akkreditierung vergeben: Das Hausrecht liegt dafür bei der KGaA.
Und da war(!) OG wohl gut vernetzt.

Seltsamerweise schwand seine “Immunität” nach und nach mit dem Ausstieg von Stimionaris, Power und (ganz rapide) seit dem Verkaufswillen des “Investors”…

Rein neutral betrachtet: db24 ist kurz vor der Implosion.
Keine Freunde, kein Kapital, schwindende Vernetzung.
Tödlich für solch ein Geschäftsmodell.

Posicelli

Angemessen wäre ein Vereinsausschluss!

Vorstopper

Der Mini Trump wird sich als das Opfer in der Geschichte darstellen. Da er weder über menschliche Größe noch die Fähigkeit verfügt einen Fehler einzuräumen geschweige denn sich zu entschuldigen, wird es wohl eine Schlammschlacht geben.
Griss raus!
Vereinsausschluss jetzt!