Nach der dritten Niederlage in Folge kam es bei den Löwen zum großen Umbruch auf der Kommandobrücke. Nach der Entlassung von Patrick Glöckner und Dr. Christian Werner stellten sich heute zum ersten mal die neuen Verantwortlichen Manfred Paula und Alper Kayabunar den Fragen der versammelten Presse. Insbesondere Interims-Geschäftsführer strahlte eine unerschütterliche Ruhe aus und sprach von einem “hochprofessionellen Prozess” in “guter Abstimmung mit den Gremien”, sodass von Chaos oder gar Krise im Verein gar nicht zu sprechen wäre.
Rasche und unerwartete Interimslösungen
Angesprochen auf ihre kurzfristige Bestellung gaben beide Interims-Lenker zu Protokoll, dass sie von den neuen Aufgaben sehr kurzfristig erfahren haben und deshalb relativ überrascht waren. Paula hatte am Wochenende die Anfrage erreicht, welche er nach kurzer Bedenkzeit annahm und in der Folge am Sonntagabend auf Amateure-Trainer Alper Kayabunar zuging, welcher ebenfalls in die neue Herausforderung einwilligte. Paulas Aufgaben im NLZ werden in der Zwischenzeit an andere Mitarbeiter delegiert, am Nachmittag wird er aber auch selbst zugegen sein. “Bisher haben die 24 Stunden immer gereicht, jetzt wird es etwas eng” kommentierte der 60-jährige die Arbeitsbelastung durch die neuen Verantwortungsbereiche.
Suche nach dem neuen Trainer
Der diplomierte Sportökonom und Inhaber der UEFA-Pro-Lizenz ist auch mit der Suche nach dem neuen permanenten Übungsleiter bei den Löwen betraut. Dieser soll schnellstmöglich, am besten zu Beginn der Länderspielpause gefunden worden sein, um dem neuen Coach möglichst viel Zeit mit dem Team einzuräumen. Deshalb wird dieser auch die erste neue Personalie sein und erst danach ein neuer Geschäftsführer präsentiert werden. Diese Vorgehensweise ist eng mit dem Präsidium abgestimmt. Über eine eigene längerfristige Weiterbeschäftigung wird aktuell nicht nachgedacht, der Fokus liegt darauf Verein und Mannschaft schnellst- und bestmöglich zu helfen.
Maßnahmen mit der Mannschaft
Trainer Kayabunar gab zu seiner Arbeit mit der Mannschaft in den vergangene zwei Tagen bekannt, zwei erfolgreiche Trainingstage gehabt zu haben. Er betonte insbesondere, dass es aufgrund der Kürze der Zeit in speziellem Maße auf die Kommunikation mit den Spielern ankommt. Deshalb habe er viele Gespräche geführt, um das Vertrauen der Akteure zu gewinnen und diese von seinem Plan zu überzeugen. Insbesondere der Austausch mit den Führungsspieler, zu denen er laut eigener Aussage auch schon vorher guten Kontakt hatte, stand hier im Vordergrund um diese “mit ins Boot zu holen”.
Zusammenarbeit im Trainerteam
Die Zusammenarbeit mit dem verbleibenden Trainerteam stellt sich einfacher als gedacht dar, sind dem neuen Coach die meisten Mitglieder des Stabs schon aus der Vergangenheit bekannt. So arbeitete er mit “Co” Nico Masetzky bereits bei Türkgücü zusammen, wo er auch schon Rene Vollath als Spieler betreute. Außerdem besuchte er mit dem anderen Assistenztrainer, Markus Brzenska, acht Monate lang den Trainerlehrgang.
Eigenes Trainerprofil und eine besondere Situation
Sich selbst beschriebt Kayabunar als kommunikativen Trainer, der eine enge Bindung zu den Spielern aufbauen möchte. Selbst sei er zwar keine “alte Schule”, konnte aber in zehn Jahren bei TGM von 17 verschiedenen Trainern einiges mitnehmen. Besonders wichtig sei ein respektvoller Umgang untereinander und gegenseitiges Vertrauen.
Zur besonderen neuen Situation meinte er: “Das war [es] eigentlich schon vor vier Monaten. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich hier durch das blaue Tor durchgehe […]. Es ist für mich ein absoluter Traum bei so einem großen Verein zu arbeiten und das ich jetzt so schnell ins Grünwalder Stadion zurückkomme [nach der Zeit bei Türkgücü (Anm. d. Red.)], habe ich jetzt auch nicht gedacht. Und ja, es ist natürlich eine super Sache als gebürtiger Münchner hier im Grünwalder Stadion bei den Profis bei 1860 als Coach zu sein, [dass] ist eine riesengroße Ehre für mich.”
Das Spiel gegen Viktoria Köln
Auch über das bevorstehende Spiel wurde natürlich etwas gesprochen. In der Mannschaft sind keine neuen Ausfälle zu verzeichnen, Tim Danhof ist nach überstandener Blessur wieder eine Option für den Kader. Der Coach erwartet spielstarke Kölner die gerne viel Ballbesitz haben und mit starkem Umschaltspiel aufwarten können, was sie zu einem schwierigen Gegner macht. Im eigenen Team wird es keine neuen Gesichter von den Amateuren geben, ein paar Veränderungen in der Startaufstellung könnte es aber dennoch geben. Allgemein wollte sich der neue Mann an der Seitenlinie in Bezug auf Taktik und Ausrichtung eher bedeckt halten.
Manfred Paula wird das Spiel von der Mannschaftsbank aus verfolgen: “Also, ich werde auf der Bank sitzen, aber ich werde auf der Bank SITZEN. Ich möchte damit auch dem Alper natürlich irgendwo als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, wenn es notwendig ist.” Die gewohnten Abläufe vor dem Spiel werden beibehalten, um keine weitere Unruhe hineinzubringen und da diese keinen unmittelbaren Einfluss auf das Spiel haben.
Titelbild: Screenshot Löwen-TV auf YouTube











Ich bin auf die Aufstellung morgen gespannt und wünsche Alper viel Erfolg und ein gutes Händchen
Ich wünsche mir, dass von jeder Zeitung, Blog, TV oder welches Medium auch immer, maximal 3-5 Fragen gestellt werden dürfen.
Unglaublich peinlich, wie es ein gewisser Blogger einfach nicht schafft auch nur eine einzige kurze und prägnante Frage zu stellen, dafür aber gefühlt mehr am labern ist als die 3 Protagonisten da aufm Podium.
Ich wünsche mir einen “unverbrauchten” Trainer. Keine Feuerwehrmann wie Funkel. Hürzler gefällt mir vom Trainertyp….und ich wünsche mir Geduld eines Sportdirektors inkl Händchen für auswärtige Talente