Dreimal in Serie darf 1860 nun in Giesing in gewohnter Umgebung antreten. Zum Auftakt dieser Serie ist heute um 14.00 Uhr der Hallesche FC zu Gast, am Mittwoch Abend sind die kleinen Roten der Gastgeber im Sechzgerstadion, ehe sich dann am 27. Juni die Münchner Vorstädter die Ehre geben .

Außerdem konnten sich die Löwenprofis in dieser Woche erstmalig seit dem Re-Start der 3. Liga nach dem Auftritt in Köln am Dienstag komplette vier Tage lang regenerieren und auf die heutige Aufgabe vorbereiten. Mal sehen, ob sich dies hinsichtlich der Spritzigkeit und Power auf dem grünen Rasen positiv bemerkbar macht. Wäre ja z.B. durchaus erfreulich, wenn wir nicht zum siebten Mal in Folge mit 0:1 in Rückstand geraten.

Der eine oder andere Verantwortliche dürfte heute froh sein, dass in Giesing ein Geisterspiel auf dem Programm steht und keine Gästefans zu begrüßen sind. Die Anhänger aus der größten Stadt in Sachsen-Anhalt (die aber bekanntermaßen nicht die Landeshauptstadt ist) fielen beim Gastspiel ihres Vereins in der vergangenen Saison am 10. November 2018 besonders negativ auf.  Schon am Hauptbahnhof wurde bei der Ankunft des Sonderzugs ein Polizist verletzt und der Radau setzte sich eigentlich den ganzen Nachmittag fort. Dies war im Prinzip aber die einzige Partie in (fast) zwei Spielzeiten 3. Liga in Giesing, bei der solche Auswüchse zu beklagen waren. Irgendwie schon wieder passend, dass ausgerechnet in dieser Woche die Forderung der Sicherheitsorgane für eine Änderung der Stadionverordnung öffentlich wurden, die aber zum Glück gleich breiten Protest aus der Fanöffentlichkeit hervorriefen. Auch wir von Sechzger.de berichteten über die seltsame Idee, jedes Spiel im Sechzgerstadion als „Hochrisikospiel“ zu deklarieren.  Noch ist  zu diesem Thema vom Stadtrat bzw. dem zuständigen Ausschuss allerdings nichts beschlossen und entschieden. Die Löwenfans sollten an diesem Thema aber auf jeden Fall dran bleiben!

Zum insgesamt achten Mal treffen der TSV 1860 und der Hallesche FC heute Nachmittag aufeinander und die Bilanz ist positiv: Zwei Löwensiegen stehen vier Unentschieden und nur eine Niederlage gegenüber. Ihren Premierenauftritt auf Giesings Höhen feierten die Hallenser am 22. November 1991 in der 2. Bundesliga Süd. Nach einem bitteren 0:4 in Chemnitz genau sieben Tage zuvor, erzielte Rainer Maurer an einem nasskalten Freitag Abend vor 7.500 Zuschauern in der 74. Minute den Ausgleich für die Löwen – damals der erste Treffer nach lähmenden 548 Minuten ohne Torerfolg. Das Ergebnis damals war – wie man so schön sagt – zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel: 1860 hing auf dem drittletzten, zehnten Rang in der Liga fest, fünf Punkte hinter dem FC Homburg auf Platz sechs, der damals schon im Dezember durch die Teilnahme an der Aufstiegsgruppe den Klassenerhalt in der 2. Liga bedeutet hätte. Trainer Karsten Wettberg geriet nicht zuletzt nach diesem schwachen Auftritt seiner Mannschaft immer mehr ins Kreuzfeuer der Kritik. Und am Montag darauf wurde erstmals der Name eines potenziellen Nachfolgers von Wettberg medial erwähnt. Ein gewisser Werner Lorant…  Lang ist’s her!

In der Gegenwart sitzt der Löwendompteur gottlob fest im Sattel, allerdings wurde – nach zuletzt zwei Niederlagen in Serie – auch schon die eine oder andere Kritik an Michael Köllner geäußert. Dieser geht souverän damit um und wies nach der Niederlage in Köln darauf hin, dass das Ziel, eine sorgenfreie Saison zu spielen, nicht gefährdet ist. So sollten es auch die Kritiker sehen, die sich besonders in den Sozialen Medien hervortun. Was Kader und Startelf anbelangt kann Köllner heute wieder aus dem Vollen schöpfen, es sind weder Gelbsperren noch Verletzungen zu beklagen. Ob nach der etwas längeren Pause wieder stark rotiert wird oder ob das Team, das gegen Köln ja eigentlich gar nicht so schlecht begann, dann aber den Faden verlor, noch einmal eine Chance bekommt, bleibt abzuwarten.

Den Schongang für das Prestigeduell (ganz bewusst nicht als „Derby“ bezeichnet)  gegen die kleinen Roten in drei Tagen dürfen die Löwen heute jedenfalls auf keinen Fall einlegen. Die Hallenser sind nach einer wahren Achterbahn-Saison im Moment wieder gut drauf, kommen mit drei ungeschlagenen Spielen und breiter Brust nach München. Hätte ihr Sachsen-Anhalt-Derby gegen Magedeburg am letzten Dienstag nicht 93 Minuten gedauert, wären es sogar drei Siege am Stück, auf die sie zurückblicken. Im Saisonverlauf belegte der HFC übrigens insgesamt elfmal einen der drei Spitzenplätze (unsere Mannschaft einmal), stürzte allerdings zwischen dem 17. und dem 28. Spieltag von Rang zwei auf den 17. Platz ab. Eine beispiellose Talfahrt, die am 8. Juni mit dem Rauswurf von Trainer Ismail Atalan endete, der wiederum selbst erst am 25. Februar  sein Amt angetreten hatte. Wollen wir hoffen, dass die Serie ungeschlagener Partien des neuen Coaches Florian Schorrenberg heute um Viertel vor vier – nach nur drei Partien – schon wieder endet.

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