Die politische Weichenstellung für die Zukunft des Städtischen Stadions an der Grünwalder Straße nimmt konkrete Formen an. Nach den jüngsten Koalitionsgesprächen hat sich die neue Münchner Stadtregierung – bestehend aus Grünen, SPD, FDP, Freien Wählern und Rosa Liste – auf ein gemeinsames Arbeitspapier geeinigt. Für den TSV 1860 München und die Ausbaupläne in Giesing enthält der Koalitionsvertrag eine zentrale, richtungsweisende Passage.

Ausbau des Grünwalder Stadions im Koalitionsvertrag

Im Abschnitt zur städtischen Sportförderung und Infrastruktur (Seite 27 des Papiers) bekennt sich die neue Rathauskoalition explizit zur sportlichen Heimat der Löwen. Wörtlich wurde folgender Satz im Vertragswerk verankert:

“Wir setzen uns für die Modernisierung und den ligatauglichen Ausbau des Grünwalder Stadions ein und prüfen eine Erbpachtlösung.”

Der Begriff des “ligatauglichen Ausbaus” ist in diesem politischen Kontext als klares Signal zu werten. Nach übereinstimmenden Informationen ist damit nicht die bloße Sicherung des Status quo gemeint, sondern der Ausbau für die höchstmögliche Spielklasse, die am Standort Giesing rechtlich und baulich zulässig ist. Den Maßstab hierfür wird die aktuell noch laufende Machbarkeitsstudie liefern, deren Ergebnisse in den kommenden ein bis zwei Monaten erwartet werden. Das Bündnis signalisiert damit die Bereitschaft, das baurechtliche Maximum zugunsten des Profifußballs auszuschöpfen.

Politisches Fundament für die Stadiongesellschaft

Der entscheidende Hebel für den TSV 1860 München verbirgt sich im zweiten Teil des Satzes: der Prüfung einer Erbpachtlösung. Wie zuletzt intensiv diskutiert, plant der Verein die Gründung einer eigenen Stadiongesellschaft, um den Ausbau in Eigenregie finanzieren und umsetzen zu können.

Die schriftliche Fixierung im Koalitionsvertrag bestätigt nun von höchster politischer Ebene, dass die Stadt München gewillt ist, das Grundstück und Stadion per Erbbaurecht an den Verein zu übergeben. Damit rückt der für den Verein essenzielle Wechsel vom reinen Mieter hin zum verantwortlichen Bauherrn in greifbare Nähe.

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