In der Rubrik “Stimmen zum Spiel” geben wir nach den Spielen unserer Löwen verschiedensten Protagonisten rund um den TSV 1860 München eine Stimme und schenken ihnen gemeinsam Gehör. Ob Spieler, Trainer, Funktionäre, Fans, sechzger.de-Redakteure, … Es gibt keine Beschränkung, von wem wir eine Meinung zu den letzten hinter uns liegenden neunzig Löwenminuten einholen und an dieser Stelle veröffentlichen. Heute geht’s um das dritte Heimspiel in dieser Saison gegen den TSV Havelse, das die Löwen gestern Abend in allerletzter Minute mit 3:2 gewinnen konnten.

Nils (12jähriger Löwenfan mit leidenschaftlichem Löwen-Papa):

Ich hab noch nie so einen krassen Torjubel erlebt, wie nach dem 3:2. Der Sieg war zwar sehr glücklich, weil 1860 das 2:0 hergeschenkt hat und nur noch zu zehnt war. Dafür war der Siegtreffer umso schöner. Das letzte Mal, als ich mich so über einen Sieg gefreut habe war gegen Darmstadt im Pokal.

Patrick Glöckner (Cheftrainer des TSV 1860, in der Pressekonferenz):

Das war mit das verrückteste Spiel, was ich je geleitet habe, an der Außenlinie. (…) Wir kommen 25 Minuten überragend in das Spiel rein, haben uns zahlreiche Torchancen erspielt. In der Phase schaffen wir es nicht, das Tor zu machen. Sind dann in ner Phase drinne, wo ich eigentlich gedacht hätte, dass es jetzt bisschen ruhiger wird und erstmal nichts passiert. Aus der Situation erzielen wir dann zwei Tore. (…) In der zweiten Halbzeit waren wir wirklich die schlechtere Mannschaft. Wir haben nicht mehr die Spieldominanz gehalten, den Ball zu schnell abgegeben. (…) Es ist immer schwer, wenn du mit 2:0 in ne Halbzeit gehst. Es ist für mich das schwerste Ergebnis, weil du halt einfach denkst, du bist schon ein Stück weit sicher und das geht in dieser Liga nicht. Jede Mannschaft ist in der Lage, einen guten Fußball zu spielen, jede Mannschaft ist in der Lage mit nem Anschlusstreffer zurück zu kommen. (…) Wir kriegen dann die Runterstellung, gehen in Unterzahl und können dann den lucky punch echt in allerletzter Sekunde setzen. (…) Ich bin total stolz auf meine Mannschaft, dass wir’s wieder mal geschafft haben, ein Spiel hinten raus zu drehen, weil das zeigt einfach, was für ne Truppe wird sind. Wir glauben bis zum letzten Spielzug dran, dass wir ein Spiel in unsere Richtung lenken können und das macht unwahrscheinlich viel mit uns. (…) Man hat gesehen, wie die Fans ausgerastet sind. Also so laut habe ich die Kurve auch noch nie gehört.

Stefan Kranzberg (Redakteur sechzger.de):

Wie kann man innerhalb von fünf Spieltagen nur um so viele Jahre altern? Die ersten 20 Minuten waren offensiv richtig stark, da kannst auch vier Tore machen. Die Tore dann zu einem super Zeitpunkt, aber nach der Pause hat Sechzig über weite Strecken viel zu überheblich agiert und wurde zurecht bestraft. Und dann kam die Nachspielzeit…
Über den Schiedsrichter konnten wir uns gestern sicher nicht beschweren, so ehrlich muss man sein.

Christian Dierl (Vizepräsident TSV 1860 e.V.):

Wahnsinn, was für Emotionen und was für ein Torjubel am Ende. Späte Tore können wir diese Saison, das steht fest – das zeigt, dass die Mannschaft immer an sich glaubt und der Teamgeist und die Mentalität stimmt… und das auch noch in Unterzahl. Besonders freut es mich für „Hobschi“ – man sieht, dass wir von der Bank immer wieder Qualität bringen können und sich die Breite des Kaders schon jetzt am Saisonbeginn bemerkbar macht. Ich bin natürlich sehr glücklich über den Sieg, der am Ende aufgrund der guten ersten Halbzeit von uns, auch verdient war. Ebenso sehr zufrieden bin ich über die Punktausbeute aus den bisherigen fünf Saisonspielen. Tabellenplatz zwei ist auch eine schöne Momentaufnahme – mehr aber auch nicht.
Wir haben noch gar nichts erreicht, und müssen und werden daher weiter hart arbeiten. Aber man muss natürlich schon auch kritisch sehen, dass wir nach dem Anschlusstreffer, welcher ja aus dem Nichts fiel, komplett den Zugriff aufs Spiel verloren haben. Wir waren mutlos und haben viel zu viel nach hinten gespielt, anstatt nach vorne. Ich bin mir aber sicher, dass der Trainer mit seinem Team das ansprechen und analysieren wird.

Max M. (18, gegen Havelse in der Westkurve in Block H):

Auch wenn man den Gegner wieder unnötig ins Spiel kommen lassen hat, hat man heute wieder eine Siegermentalität bewiesen. Patrick Hobsch hat auch wieder mal bewiesen, was er für ein Unterschiedsspieler ist. In der Kurve hat man heute wieder mal gemerkt, was für eine Euphorie im Verein gerade herrscht auch wenn es in den letzten Wochen wieder mal viel Tumult, um die Stadionfrage gab. Wichtige drei Punkte, solche braucht man wenn man oben mitspielen möchte!

Patrick Hobsch (Siegtorschütze nach dem Spiel bei MagentaSport):

Das war natürlich unfassbar, das Stadion ist – glaub ich – explodiert. (…) Ich war echt verwundert, wie gut wir es noch gespielt haben, dafür dass wir in Unterzahl waren, mein ich. Den letzten Angriff. (…)  Weil eigentlich kennt man’s dann immer so, dass da dann der lange Ball reinfliegt, aber wir spielen da nen super Angriff und Sean hat super Übersicht und dann hab’ ich das Glück, dass ich da stehe und das Tor machen darf heute.

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SpeziSpezl

Ich glaub aber dass die Havelser sich auch nicht groß hätten beschweren können, wenn sie nach einer der zwei Aktionen gegen Haugen schon in der 1 HZ zu 10. sind oder hab ich die Fanbrille auf? Ich bin heilfroh dass wir gegen Rostock den Flo nicht auch noch ersetzen müssen, das wird schwer genug.

Ich finds geil dass wir uns bis zum Abpfiff reinbeißen. Wegen mir könntens auch mal vor dem Endspurt den Sack zu machen aber des sind Luxusprobleme, 11P aus 5 Spielen 💪

Posicelli

Du hast das gut beschrieben.
Den Siegtreffer in der 96. Minute zu machen ist auch Wille und wie Du sagst, reinbeißen!
Und nicht nur Glück!

dldjs1860

Schöne Hommage an Bernd Hobsch 😉

Thomas Enn

Den hätte auch Bernd Hobsch gemacht nach der geilen Vorarbeit von Dulic!