In der Rubrik “Stimmen zum Spiel” geben wir nach den Spielen unserer Löwen verschiedensten Protagonisten eine Stimme und schenken ihnen gemeinsam Gehör. Ob Spieler, Trainer, Funktionäre, Fans, sechzger.de-Redakteure, … Es gibt keine Beschränkung, von wem wir eine Meinung zu den letzten hinter uns liegenden neunzig Löwenminuten einholen und an dieser Stelle veröffentlichen. Heute dreht sich alles um den zweiten Saisonsieg der Löwen in Aubstadt.

Peter Gratz (sechzger.de Redakteur & unser Mann am Liveticker):

Schön ist was anderes. Damit lässt sich der gestrige Kick gut zusammenfassen. Die Löwen kämpften wieder engagiert, spielerisch war das aber ein Rückschritt. Das lag sicher auch an den robust auftretenden Hausherren, die mit dem Ball auch oft überfordert waren.

Gut, dass wir wieder so effizient unsere Chancen genutzt haben. Dass sind die Punkte, die es letztlich braucht um oben dabei zu sein. Wenn die Flanken aber gegen Kiel so lasch verteidigt werden, wie bei den Gegentoren, wird das kein schöner Samstag. Grandios waren zum wiederholten Male die Löwenfans. Mehrere tausend fuhren an einem regnerischen Dienstag teilweise über 800km. Weiter so!

Alper Kayabunar (Cheftrainer in der PK nach dem Spiel):

Es war eine sehr enge Kiste, ich glaube wir haben es unnötig spannend gemacht, aber trotzdem ist die Freude groß, es war ein sehr schweres Auswärtsspiel, deshalb sind wir froh über die drei Punkte. Ich habe im Kreis gesagt, dass wir das Spiel einfach killen müssen. Es war gut, wie wir nach dem Anschlusstreffer gleich das 3:1 schießen. Aubstadt hat am Ende alles probiert, die Bälle einfach in die Box geschossen. Das müssen wir besser verteidigen, vor allem, weil wir zweimal das gleiche Tor kassieren. Es war der zweite Sieg in Folge und das ist, was zählt.

Es ist okay, wenn du zwei Auswärtssiege hintereinander holst, vor allem so schwere. Memmingen hatte noch keinen Punkt abgegeben und Aubstadt noch kein Spiel verloren!

Claudiu Bozesan (Trainer Aubstadt):

Wir haben ein bisschen Pech gehabt, in der 2. Halbzeit waren wir dann die aktivere Mannschaft, sind wieder zurückgekommen. Ich glaube, dass wir heute mindestens ein Punkt verdient hätten. Sechzig war heute die cleverere Mannschaft über die 90 Minuten.

Marcus Busch (aka Buschi):

Mein erstes Regionalliga Auswärtsspiel stand an. In den Achtzigern und Neunzigern hatte ich schon einige Bayernliga-Spiele gesehen, viele im Sechzger – auswärts eine Handvoll. Sehr gut kann ich mich an das Auswärtsspiel in Lohof erinnern, kurz vor dem ersten Aufstiegsrundenspiel in Neunkirchen. Fußballerisch ein Grauen. Große Zweifel wuchsen, dass eine Teilnahme an der Aufstiegsrunde überhaupt Sinn ergeben würde. Zum Glück hatte ich keine Ahnung und alles kam anders.

Jetzt also mein erstes Viertliga-Auswärtsspiel mit den Löwen. Immerhin im heiligen Bratwurst-Land, so wurde es mir glaubhaft von der Toto-Pokal erfahrenen sechzger.de Redaktion versichert. Die „best-in-class“ Bratwürste in Wattenscheid hatte ich schon mal genossen, also neben der Ligapremiere eine Vorfreude der besonderen Art.

Die Aubstädter Wurst war wirklich geiler Scheiß, sie schlägt Wattenscheid um Längen. Und Sechzig schlägt Aubstadt, nicht um Längen – aber immerhin. Die Stimmung war klasse, es waren ne Menge Leute am Start für einen Dienstagabend im Nirgendwo. Zum Spiel gibt es nur zu sagen: Hauptsache gewonnen. Am Ende gewackelt, aber nicht umgefallen. Das ist auch eine Qualität. Sehr gefreut hat mich auch, dass die „Jungen“ treffen. Insgesamt bleibt die Hoffnung, dass es mir so geht wie damals in Lohof – die Mannschaft mich Lügen straft und sich weiterentwickelt. Am Ende war es schön, mein erstes Sechzig-Spiel in Freiheit“ gesehen zu haben. Ich weiß, dass eine überzogene Erwartungshaltung aktuell unangebracht ist – sie schleicht sich bei mir aber so langsam ein. Denn noch ein paar Auswärtsspiele in Aubstadt braucht es nicht. Trotz der Bratwurst!

Sepp Schachinger (Inflagranti 1860):

Mit einer konzentrierten Leistung in Hälfte 1, dann doch etwas unnötig ins Strudeln gekommen. Der nächste Auswärtssieg wäre auch mit etwas weniger Spannung in Ordnung. 😉

Stimmungstechnisch war es solide, mit ein paar Ausreißern nach oben!

Jan Walla (Verwaltungsrat & ehemaliger sechzger.de Redakteur):

Ein Kumpel und ich wohnen 600 Kilometer auseinander – und trotzdem konnten wir gestern abend 90 Minuten gemeinsam im Gästeblock verbringen dank Sechzig. Nach dem Ausrufezeichen zum Auftakt gegen Schweinfurt war bei mir durchaus etwas Skepsis mit im Gepäck, ob punktemäßig etwas für uns herausspringen würde im Frankenland. Effiziente Löwen sorgten jedoch für dreifachen Jubel im Gästeblock (sowohl tore- als auch punktemäßig). Entsprechend zufrieden ging es auf den Heimweg in die Landeshauptstadt. Ein Lob gibt es an dieser Stelle auch noch für die top Bratwurscht vom Holzkohlegrill sowie die Organisation der Gastgeber. Und kaum ist das Spiel vorbei, steigt auch schon die Vorfreude auf Samstag und ein hoffentlich heißes Pokalmatch!

Mane (Groundhopper 1860):

Ich bin weiterhin schwer begeistert, was die Verantwortlichen in allen Ebenen und jetzt aktuell besonders im sportlichen Bereich innerhalb kürzester Zeit auf die Beine gestellt haben. Mit sechs Punkten aus den schweren Auswärtsspielen in Memmingen und Aubstadt hätte ich nie und nimmer gerechnet und bin daher mehr als begeistert. Die Mannschaft hat für mich als absoluten Taktik-Laien die Handschrift von Alper Kayabunar: Da wird auch in den schlechten Phasen des Spiels gerackert und gebissen bis der Doktor kommt. Ganz stark! Macht mir unheimlich viel Spaß, der Truppe zuzuschauen.

Diese bissl dreckigen Auswärtssiege mit zusätzlichen Nervenflattern sind doch einfach geil! Die Unterstützung der Fans wieder sensationell, mehr als 1.000 Löwenfans im über 300 Km entfernten Aubstadt an einem Dienstag und mit brutal viel Gespür für die Situation und wann die Mannschaft die Anfeuerung besonders benötigt.

Mein Sechzig ist sowas von zurück!

Stephan Tempel (inzwischen ausgeschiedenes Gründungsmitglied von sechzger.de)

Vor gerade einmal 2,5 Monaten haben uns alle Medien abgeschrieben und die Depression war riesig. Und jetzt? Dienstag Abend, 600 Kilometer für ein Auswärtsspiel in einem beschaulichen Dörfchen und euphorisch durch die Nacht nach Hause gefahren. Sensationell, wie viele Löwen vor Ort waren und noch sensationeller die Stimmung die sie verbreitet haben – beste Werbung für den TSV 1860. Ausdrücklich ohne „NEU“ – das ist der TSV, wie wir ihn kennen und lieben.

Die Stimme des Spiels kam aber vom Tankwart am Nachhauseweg, kurz vor Mitternacht am Nachtschalter: „Darfs noch was sein?“ – ich sagte ihm: „Ein Snickers“. Er: „einfach oder doppelt?“. Ich: „Gib mir ein doppeltes“. Seine trockene Antwort: „So wie der Doppelpack unserer Jungs heute in der ersten Halbzeit“?

Er hatte Uhrzeit und Kennzeichen offensichtlich richtig gedeutet. Der folgende Smalltalk mit dem glühenden Löwenfan war ein würdiger Abschluss eines hervorragenden Ausflugs – und doppelt gestärkt wurden dann noch die letzten Kilometer locker runtergerissen.

 

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Stephan Tempel

: Schöne Gedanken von meinem gestrigen Sitznachbarn. Würde ich auch unterschreiben. Bus bald mal wieder 🙂