Auf der Zielgeraden zur Regionaligameisterschaft

Viereinhalb Jahre ist es schon wieder her… Als die Löwen sich auf den Weg zu einem Pflichtspiel nach Illertissen machten. Damals, am Dienstag, den 24. April 2018 befand sich die Regionalligasaison auf ihrer Zielgeraden, das Team von Daniel Bierofka führte die Tabelle mit einem relativ komfortablen Vorsprung auf die Zweitvertretung aus der Seitenstraße an. Einen weiteren Verfolger – aus Schweinfurt – hatte man schon zweieinhalb Wochen zuvor mit einem souveränen 3:1-Sieg im Willy-Sachs-Stadion abgeschüttelt. Und dennoch bestanden Restzweifel an der so wichtigen Meisterschaft für 1860, die erst die Qualifikation für die späteren Aufstiegskrimis gegen Saarbrücken möglich machen würde. Vier Tage vor dem Ausflug nach Illertissen waren die Löwen gegen die Zweitvertretung des FCA nicht über ein ernüchterndes 1:1 hinausgekommen, das folgende Wochenende erwartete man das irgendwie von allen gefürchtete “Auswärtsspiel” im Sechzgerstadion gegen die kleinen Roten (das letztlich dann prompt mit 3:1 verloren ging). Aus Illertissen mussten an jenem Abend unbedingt drei Punkte mitgenommen werden!

Falscher Spieltermin auf dem Ticket: Ursprünglich war die Partie für Anfang März angesetzt
Starke Unterstützung: Viele Löwenfans unter den 4.900 Zuschauern…
…rund um das ganze Spielfeld

 

Einlauf zum viertletzten Ligaspiel der Saison
Bereit: Elf Löwen, die zu Aufstiegshelden werden wollen

Spannung in Illertissen

In der Erinnerung vieler ist dieser Abend in Illertissen (ähnlich wie das Hinspiel an einem sommerlichen Abend auf Giesings Höhen, als die Gäste mit 5:0 aus dem Sechzgerstadion gefegt wurden) einer jener Abende, die sich in die Fanhirne eingebrannt haben. Die Löwen taten sich schwer gegen kompakt stehende Gastgeber, in die Pause ging es mit einem torlosen 0:0. Verfolger München Rot führte zu diesem Zeitpunkt kurz vor dem Ende seiner Partie in Pipinsried bereits mit 4:1. Der Vorsprung in der Tabelle schmolz. Auch nach dem Wiederanpfiff im Vöhlin Stadion änderte sich am Spiel der Sechzger wenig. Bierofkas Burschen fingen, vielleicht auch angesichts des deutlichen Sieges des ärgsten Verfolgers, wohl plötzlich an zu denken. Was da noch alles passieren konnte… Und dann kam Benni Kindsvater! Um 20.20 Uhr wurde der gebürtige Trostberger für Nono Koussou eingewechselt und benötigte genau drei Minuten, um die Löwenfans von all ihren Ängsten und Sorgen zu erlösen. Nach einer schönen Einzelleistung … Jubel, Trubel, Erleichterung! Und die Fans in weiß und blau hatten sich noch gar nicht wieder beruhig, da legte Nico Karger nach: 0:2. Das war’s.

Geschafft! Ehrenrunde und Jubel im schumrigen Flutlicht
Löwen feiern: Nur noch ein Pünktchen fehlt zum Meistertitel

Meisterschaft in Pipinsried – Aufstieg gegen Saarbrücken

Bei verbleibenden drei Spielen sollten die neun Punkte Vorsprung auf die kleinen Roten eigentlich reichen. Wobei man am Sonntag darauf drei davon einbüßte. Vertiefen müssen wir das hier nicht. Elf Tage nach dem Abend von Illertissen war es endlich soweit: Mit dem 3:0-Sieg vor über 7.000 Zuschauern – unter anderem auf der legendären Pipinsrieder Naturtribüne – sicherte sich das Team von Daniel Bierofka endgültig und definitiv die Meisterschaft der Regionalliga Bayern 2018 – und die beiden Endspiele um den Aufstieg in die 3. Liga. Das endgültige Ende dieser Spielzeit ist bekannt und wird immer wieder gern aus der Erinnerungskiste hervorgekramt. Der unglaublich wichtige Sieg in Illertissen ist dagegen seltener ein Thema. Aber garantiert erinnert sich der eine oder andere Besucher heute Abend an jenen 24. April 2018. Mit diesem Beitrag wollen wir die Erinnerung gerne unterstützen.

 

5 2 votes
Artikelbewertung
Vorheriger ArtikelFV Illertissen – TSV 1860: Ergebnistipp Maximilian Deisenhofer
Nächster ArtikelZugunsten des NLZ: Totopokal Prints im Shop des e.V.
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
4 Comments
Newest
Oldest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Habe es gefunden. Spielt bei VfR Ahlen.

Was macht eigentlich der Kindsvater heute? Also nicht heute Abend, sondern im echten Leben.

Waren das nicht über 7000 in Pipinsried?