Mit 2:0 besiegte der TSV 1860 München am Mittwochabend den SV Sandhausen und landete damit nicht nur den zweiten Sieg der Englischen Woche, sondern auch den vierten Heim-Dreier in Folge im Grünwalder Stadion. 45 Punkte haben die Löwen nun auf dem Konto und stehen damit mindestens kurz vor dem Klassenerhalt in der dritten Liga. “Wir haben uns vorgenommen, mit viel Wucht in die Partie zu gehen. […] Das frühe Tor hat uns natürlich in die Karten gespielt”, sagte Löwen-Coach Patrick Glöckner nach dem Spiel.
Kleppinger: “Wie ein Schlag ins Gesicht”
Sandhausens Interims-Coach Gerhard Kleppinger berichtete nach dem Spiel bei der Pressekonferenz: “Wir haben uns heute sehr viel vorgenommen und wollten aus der Kompaktheit heraus ins Umschaltspiel kommen. Stattdessen standen wir bei den zwei Gegentreffern offen wie ein Scheunentor. Das war wie ein Schlag ins Gesicht, wenn man sich so viel vorgenommen hat. Nach der Umstellung auf die Dreierkette standen wir stabiler und kommen mit Otto zur guten Torchance. Wenn wir die nutzen, reicht es vielleicht nochmal. Nach den ersten 25 Minuten hat sich die Mannschaft gut verkauft, die Moral hat gestimmt. Darauf müssen wir aufbauen. Nach der Pause hatten wir den Pfostenkopfball von Otto. Wenn der drin ist, können wir vielleicht noch einmal ins Spiel finden.”
Glöckner: “Frühes Tor hat uns in die Karten gespielt”
Löwen-Coach Patrick Glöckner erklärte: “Wir hatten uns vorgenommen, mit viel Wucht in die Partie zu kommen. Wir wollten Sandhausen gleich den Zahn ziehen. Dass das so schnell klappt, hatten selbst wir nicht erwartet. Das frühe Tor hat uns in die Karten gespielt. Es war ein toller Spielzug. Es war bemerkenswert, wie wir mit so vielen Leuten in die Box kommen. Wir hätten das 2:0 durch Kozuki auch schon früher machen können. Entscheidend war wieder, dass wir aus einer stabilen Defensive heraus gekommen sind und nichts zugelassen haben. Die Jungs haben viel investiert, Meter gemacht und sind in die Zweikämpfe gekommen. Das Stadion hat uns sensationell nach vorne gepeitscht.”
Nach 25 Minuten den Faden verloren
“Nach 25 Minuten haben wir den Faden verloren, waren etwas zu selbstsicher und überheblich und haben uns zu viele Ballverluste erlaubt. Die Umstellung auf Dreierkette hat uns nicht vor Probleme gestellt, wir hatten den Plan B bereits parat. Wir haben dann in der Pause reagiert. Die zweite Halbzeit war ausgeglichen. Der Gegner hat mitgespielt, wir sind zu Chancen gekommen, der Gegner auch. Wir freuen uns jetzt über die drei Punkte und die Entwicklung der letzten sieben Spiele”, fügte Glöckner ein.
Keine Rechenspiele – ein Sieg fehlt noch
Den Klassenerhalt wollte der Löwen-Coach aber noch nicht als sicher vermelden. “Einen Punkt brauchen wir mindestens noch. Besser einen Sieg, um alles save zu machen. Wir dürfen nicht locker lassen”, sagte Glöckner. Ein großes Lob zollte er seinem Team auf dem Rasen: “Die Mannschaft spielt sehr konstant, das Spiel ist sehr sauber. Es macht richtig Spaß, hier zu arbeiten. So kann es weitergehen”, erklärte der Löwen-Dompteur. Dagegen haben sicherlich auch die Fans nichts einzuwenden.
Foto: Screenshot aus dem Youtube-Kanal des TSV 1860 München.











Jetzt muss ich mal eine Lanze für Glöckner brechen: Was der aus der Truppe gemacht hat, ist schon phänomenal. Die Bilanz von 6-3-3 spricht für sich. Erst haben sie unter ihm wieder das Kämpfen gelernt, bei der Fitness, so scheint es mir, kamen auch noch ein paar Prozente dazu und auf dem Platz weiß inzwischen jeder, was er zu tun hat. Die Abläufe greifen immer besser. Wichtig ist auch, dass Guttau und Deniz endlich wieder ihre Form gefunden haben.
Man kann wirklich gespannt sein, wie das nächstes Jahr aussehen wird, wenn die Mannschaft im Kern zusammenbleibt und noch 2–3 Verstärkungen dazu kommen.