Am vergangenen Spieltag gab es in Deutschlands Fankurven vor allem ein Thema auf Transparenten zu lesen: Die Forderung nach einer Regionalliga-Reform. Für die aktiven Fans – unter anderem auch die des TSV 1860 München – stand auch fest dass es das sogenannte Kompassmodell werden soll. Am vergangenen Mittwoch tagte nun die Arbeitsgruppe Regionalligareform, und hat unter anderem dieses Modell vorgeschlagen.

Arbeitsgruppe schlägt zwei Modelle vor

Die 13-köpfige Gruppe – bestehend aus Vereins- und Verbandsvertretern sowie jeweils einem Vertreter vom DFB und der DFL – hat sich darauf geeinigt, der DFB-Präsidentenkonferenz zwei Modelle als Lösungsvorschlag für die Regionalligareform vorzulegen.

Kompassmodell mit Hilfe von KI

In diesem Modell wären Bundesländer- und Verbandsgrenzen nicht mehr von Bedeutung. Die Regionalliga würde in vier Staffeln eingeteilt werden, welche vor jeder Saison mithilfe von künstlicher Intelligenz nach regionalen Gesichtspunkten neu festgelegt würden. Dabei soll insbesondere auf möglichst kurze Wege für Vereine und Fans geachtet werden.

Vereine, die geograpfisch zentral in Deutschland liegen würden also je nach Zusammensetzung der Ligen gegebenenfalls zwischen den Spielzeiten ihre Staffel wechseln. Aus Fansicht wäre das auf jeden Fall ein Ausbruch aus dem manchmal doch tristen Regionalligaalltag.

Regionenmodell: RL Bayern würde den Sonderstatus verlieren

Das Regionenmodell sieht vor, die Regionalligen Nord, Nordost und Bayern in zwei neu Staffeln zusammenzuführen. Die Regionalligen West und Südwest würden hingegen in ihrer jetzigen Form bestehen bleiben.

Regionalverbände blockierten das Kompassmodell

Bei der letzten Sitzung der AG Regionalligareform hatten die Vertreter der Regionalverbände noch ihre Zustimmung zum Kompassmodell verweigert, jedoch ohne selber einen Gegenvorschlag zu unterbreiten.

Der Vorsitzende der AG Regionalligareform, Dr. Michael Vesper, hatte daraufhin einen Appell an die Regionalligaverbände gerichtet. Er machte deutlich, das man nie zu einer Lösung komme, wenn alle nur aus ihrer eigenen Brille auf die Dinge schauten.

Es darf angenommen werden, dass die Regionalverbände das Regionenmodell nun auf den Tisch gebracht haben, um einen Machtverlust zu verhindern. Bei dem Kompassmodell müssten sie die Hoheit über die Regionalligen aufgeben.

Die nächsten Schritte

Die Arbeitsgruppe hat anhand dieser Ergebnisse den Regionalliga-Trägern empfohlen sich ein Stimmungsbild unter den Vereinen einzuholen. Auf dieser Grundlage sollen dann weitere Entscheidungsprozesse folgen.

Sollte man sich tatsächlich auf eine Reform einigen können, wäre die früheste Spielzeit unter einem neuen Regionalligamodell die Saison 2028/2029. Die Saison davor würde dementsprechend als Qualifikationssaison dienen.

Diskutiert mit!

Was haltet ihr von den zwei Lösungsvorschlägen der Arbeitsgruppe? Favorisiert ihr einen davon oder habt ihr sogar selber Vorschläge? Wir sind gespannt auf eure Meinung!

 

 

 

0 0 votes
Artikelbewertung
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
4 Comments
Newest
Oldest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments
Kraiburger

Also die Idee, dieses Kompass-Modell per KI zu generieren, ist ja irgendwie witzig. Ich habs eben versucht, aber als ich chatgpt gebeten habe, alle zweite Mannschaften raus zu nehmen, ist auch Jeddeloh Il raus geflogen. Und als ich dann die Teams regional aufteilen wollte, wurde die SGV Freiberg aus Baden-Württemberg irgendwie zu lauter Erfurts und Halles geschoben, und “barockstadt” hat er überhaupt nicht gefunden.

kolumbus

Das musst mit Geodaten der Stadien machen, dann sollts hinhauen. Denke die haben da was, das funktioniert beim DFB 😉

SechzgerMichl

Geographisch/Kulturhistorisch gesehen, halte ich es für schwierig/nicht wünschenswert wenn man zu den bayerischen Vereinen, dann wohl Sachsen/Thüringen + evtl. noch mehr dazu packen müsste, um eine dann neue Regionalliga Südost o.ä. zu bilden.
Illertissen z.B. müsste dann womöglich irgendwo nach Ostsachsen rüber gurken oder Burghausen an der österreichischen Grenze müsste nach Nordhausen am Südrand des Harzes hoch fahren und umgekehrt – find ich völlig unpraktisch und wenig reizvoll. Auch fränkische Vereine wie Bayreuth haben jetzt nicht unbedingt was mit Leipzig oder Erfurt am Hut. Es würden also keine weiteren Derbys oder Prestigeduelle entstehen.
Deswegen wäre das Kompassmodell logischer, wo man versucht, einfach nach reduzierten Entfernungen die Ligen zu bilden. Für besagtes Illertissen oder andere Vereine aus bayerisch Schwaben, hätte es dann sicher mehr Reiz, wenn sie sich mit württembergischen Vereinen von der Alb duellieren könnten, die bisher auf die Regionalliga Südwest festgelegt waren.

kolumbus

100%. Über die Jahre kann ja aus Illertissen gegen Aalen (o.ä.) ja durch die relative Nähe zumindest eine kleine Rivalität entstehen. Bei Burghausen und Nordhausen ist das ja quasi ausgeschlossen