Voller Hoffnung waren die Mitglieder der DFB-Arbeitsgruppe Regionalliga-Reform am gestrigen Dienstag nach Frankfurt gereist, um die von ihnen erarbeitete Lösung für den schon jahrelang schwelenden Streit um die Organisation der Viertklassigkeit im deutschen Fußball vorzustellen, von den Landesverbänden beschließen zu lassen und danach der Öffentlichkeit zu präsentieren: Vier Regionalliga-Staffeln – nach den vier Himmelsrichtungen benannt – mit je zwanzig Teams und einer dynamischen Zuordnung, die sich an den Entfernungen zwischen den Spielorten und nicht an Verbands- oder Bundesländergrenzen orientieren sollte. Doch die Landesverbände verweigerten ihre Zustimmung. Nun trifft man sich am 25. März wieder. Und hofft auf eine Einigung.
Regionalverbände blockieren “Kompass-Modell”
Schon am Sonntag Abend hatte der mdr von einem Durchbruch berichtet und erste Details der neuen Strukturierung der Regionaligen veröffentlicht, für die schon die kommende Spielzeit 2026/27 die Qualifikationssaison darstellen sollte. Heute ist nun zu lesen, dass die Regionalverbände das sogenannte “Kompass-Modell” auf dieser vierten Sitzung der AG blockiert hätten. Die Präsidenten der Regionalligaverbände fürchten einen Machtverlust, da sie in dem Reformvorschlag die Hoheit über die Regionalligen aufgeben müssen. Einen Gegenvorschlag zur aktuellen Situation gibt es aus dieser Richtung allerdings nicht. Hier will man am aktuellen Fünf-Staffel-Modell festhalten, bei dem die Meister aus dem Westen und Südwesten automatisch in die 3. Liga aufsteigen und jene aus dem Norden, dem Osten und aus Bayern rollierend je einen Aufsteiger stellen, während die beiden verbliebenen Meister in zwei Relegationsspielen den vierten Startplatz in der Drittklassigkeit ausspielen. Dieses war ursprünglich nur als Übergangslösung gedacht, wird allerdings schon seit Sommer 2019 so umgesetzt.
Apell an die Regionallverbände
Der Vorsitzende der AG Regionalliga-Reform Dr. Michael Vesper äußerte nach der Sitzung am Dienstag in einer Mischung aus Enttäuschung und Apell an die Regionalverbände:
Klar ist: Wenn jeder nur aus seiner eigenen Brille auf die Dinge schaut, werden wir keine Lösung finden. Wir müssen daher immer das Gesamtbild im Blick behalten. Ich halte es im Sinne der Sache weiterhin für entscheidend, dass wir verstärkt positive Aspekte einzelner Modelle betrachten und nicht allein gegen etwas argumentiert wird.
Nächste AG-Sitzung am 25. März
Die nächste – und offensichtlich vorerst planmäßig letzte – Sitzung der Arbeitsgruppe Regionalliga-Reform findet am 25. März statt. Die Initiative für eine Anpassung der Aufstiegsregelung hat bundesweit inzwischen 59 Unterstützer-Klubs aus den ersten fünf Ligen (der TSV 1860 München gehört auch dazu) und freut sich über großen Rückhalt aus den aktiven Fanszenen. Insofern muss man nicht davon ausgehen, dass das Scheitern vom gestrigen Dienstag nun ein Ende der Reformbemühungen markiert. Sowohl der DFB, als auch eine große Zahl der mittelbar oder unmittelbar betroffenen Vereine wollen ein Scheitern der Arbeitsgruppe auf jeden Fall verhindern.











“Befürchten Machtverlust…” nee oder??? Da fällt mir nix mehr ein! Es geht einigen Funktionären um ihren Sessel, ihre Komfortzone u. ihren Posten an denen sie kleben. Dieser “korrupte” Posten-Filz gehört ausgemistet!!! Den Blockieren geht es um ihren Posten, um ihren Machteinfluss u. nicht um die Sache!
Unglaublich, was einige bürokratische Macht-Postenklammeraffen hier wieder anrichten bzw. blockieren, einfach total bescheuert sowas!🥴😴😡😖
Es wäre auch interessant, ob unsere Zweite aufsteigen darf, auch wenn unsere Erste nicht aufsteigt. Meiner Info nach geht dies nun überall außer in Bayern. Weiß da jemand mehr?
Tja, so ist das, wenn die Regionalfürsten zustimmen sollen, dass es in Zukunft weniger Fürstentümer gibt.
Da ist der operative Machterhalt deutlich interessanter als das übergeordnete Ziel.