Alljährlich blicken die Redaktionsmitglieder von sechzger.de zum Jahresende – in ganz persönlicher Weise – auf das zu Ende gehende Löwenjahr zurück. Am Silvestertag setzt Jan Schrader mit seinem Jahresrückblick auf das Jahr 2025 diese Reihe fort.
Jahresrückblick 2025 von Jan Schrader
Was war dein Highlight des Jahres 2025 rund um den TSV 1860 München?
Meine Kollegen aus der Redaktion haben ja schon einige Dinge genannt und es wäre gelogen, wenn ich bei diesem Punkt nicht auch an die Emotionen rund um den angekündigten Verkauf der Anteile von Hasan Ismaik denken würde. Wie Stefan im aktuellen sechzger.de Talk ganz passend beschreibt, fühlte das sich schon wirklich wie ein Brustlöser und große Aufbruchsstimmung an.
Nennen möchte ich an dieser Stelle einfach auch einmal unser Projekt sechzger.de und den Talk als Podcast im Speziellen. Wieder ist ein Jahr vergangen, in dem wir es als Redaktion geschafft haben, tagtäglich unsere Leserinnen und Leser auf dem bestmöglichen Stand rund um den TSV 1860 München zu halten. Das macht wirklich Spaß mit dieser Truppe. Vor allem der Talk, der nächstes Jahr bereits seinen fünften Geburtstag feiert, ist mir persönlich ein wichtiges Anliegen. 52 Wochen im Jahr 2025 und 52 Ausgaben machen mich unglaublich glücklich! Auch wenn der Laptop zum Bearbeiten und Upload der Sendungen teilweise mit in den Urlaub reisen musste – das war es definitiv wert und ich bin sehr zufrieden, dass wir unser Niveau auch dank vieler, externer Gäste mindestens halten konnten.
Ansonsten ist es Spiel für Spiel ein Highlight, so viele bekannte Gesichter rund um und in den Stadien anzutreffen. Über die Jahre sind Freundschaften entstanden, die ich nicht missen möchte und die nur entstanden sind, weil uns die weiß-blaue Liebe vereint. Definitiv also auch im Jahr 2025 wieder ein Highlight.
Nicht vergessen möchte ich außerdem die Choreographie beim Heimspiel gegen den MSV Duisburg (siehe Titelbild).
Welches Spiel ist dir am meisten in Erinnerung geblieben?
Bei der Durchsicht der Liste aller Partien in diesem Jahr kommen viele Erinnerungen hoch. Saarbrücken im Januar auf der Pressetribüne mit einem anschließenden Besuch in Nancy sowie der Komplettierung der 2.Bundesliga in Elversberg. Ein wichtiger Auswärtssieg im März in meiner alten Heimat Hannover. Ein Wahnsinnsauftritt gegen den Tabellenführer (und Herbstmeister) Cottbus Anfang April. Mein erstes Spiel außerhalb Deutschlands mit den Löwen im Juli in Vaduz. Der Liga-Auftakt in Essen mit einem toll aufgelegten Gästeblock im August. Die Liste könnte man noch weiter fortsetzen.
Definitiv auf Platz 1 liegt aber auch bei mir das Auswärtsspiel beim Waldhof Mitte April. An diesem Tag hat einfach alles gepasst. Eine tolle Choreographie mit Mottoshirts, eine unglaublich gute Gästekurve und der dazu passende Spielverlauf – da hatten die Mannheimer in allen Angelegenheiten nicht den Hauch einer Chance. Ein perfekter Tag!
Welcher Spieler ist dein persönlicher “Spieler des Jahres”?
Er stand zwar schon lange nicht mehr im Kader, allerdings nenne ich an dieser Stelle wie im vergangenen Jahr unseren Kapitän Jesper Verlaat. Direkt nach seiner Verletzung konnte man wieder gut beobachten, welch wichtige Rolle der 29-Jährige auf dem Platz einnimmt. Vor kurzem durfte ich ihn zudem beim Besuch im Bayerischen Landtag erleben – was für ein symphatischer Zeitgenosse! Hoffentlich bleibt er dem TSV 1860 München auch über in den Sommer hinaus erhalten. Die Chancen dafür scheinen nicht allzu schlecht zu stehen.
Wir sind zwar nicht die Sportschau, aber in Anlehnung daran: Nenne uns dein “Tor des Jahres”.
Einfach, weil es ziemlich unerwartet kam, der Startschuss für eine Aufholjagd war und obendrein ein schöner Treffer wähle ich das Tor von Max Christiansen im Duell gegen Viktoria Köln am 01.Oktober. Aus dem Block F2 konnte ich den Treffer ziemlich gut beobachten – was für ein Strich in den Kreuzwinkel! Leider hat es schlussendlich nicht ganz zum Heimsieg gereicht.
Was hat dich besonders enttäuscht / wütend gemacht?
Die Themen in diesem Bereich ändern sich seit Jahren nicht wirklich. Zum einen ist hier die Stadiondiskussion und insbesondere das Grünwalder Stadion zu nennen. Zwar geht es mittlerweile gut voran und es wird endlich in Ruhe ohne Beteiligung der Öffentlichkeit sachlich zusammen gearbeitet – das zeigt aber auch nur auf, wie viel Zeit zuvor verloren wurde und was alles möglich gewesen wäre. Damit zusammenhängend hat mich auch der unrühmliche Abgang des Präsidiums um Robert Reisinger traurig gemacht. Da wurde das eigene Denkmal ohne große Not und mit gleich mehreren Aktionen zerstört.
Zum anderen gibt es immer wieder Akteure, die sich als Unruheherde rund um die Löwen heraus kristallisieren. Beispielhaft ist hier – auch aus ganz aktuellem Anlass – Martin Gräfer von Hauptsponsor dieBayerische zu nennen. Da scheint der Stachel der Wahlniederlage doch noch tief zu sitzen, anders kann ich mir dieses Verhalten nicht erklären.
Mit dem Jahreswechsel wird es auch wieder Zeit für die guten Vorsätze, die dann hoffentlich auch umgesetzt werden. Was sollte sich beim TSV 1860 München im Jahr 2026 ändern?
Ich erhoffe mir im nächsten Jahr nun wirklich eine finale Entscheidung in Sachen Grünwalder Stadion. Die Stadtpolitik hat diese ja bereits angekündigt, allerdings nicht zum ersten Mal. Es sollte endlich klar entschieden werden, was geht, was nicht, und wie infolgedessen die Zukunft des TSV 1860 in Sachen Stadion aussieht. Beim derzeitigen Präsidium und der eingerichteten Stadionkommission habe ich ein gutes Gefühl und Vertrauen in alle Beteiligten.
Zum Schluss deine Prognose für den Mai 2026: Wo landen die Löwen in der 3.Liga?
Ganz so euphorisch wie im Sommer bin ich derzeit nicht mehr, auch wenn die letzten Wochen wieder deutlich besser aussahen und der Punkteschnitt unter Markus Kauczinski Mut macht. Ich fürchte, dass es am Ende nicht ganz für oben reichen wird und der TSV 1860 München sich mit Platz 4 begnügen muss. Immerhin ist damit dann aber die Qualifikation für den DFB-Pokal und mindestens einmal Pokalatmosphäre im Sechzgerstadion verbunden. Sollte ich mich – natürlich im positiven Sinne gemeint – irren, beschwere ich mich natürlich nicht!
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