Von einer neuen Einigkeit kann man beim TSV 1860 München bezogen auf die Gesellschafter, also den e.V. und die Vertreter um Hasan Ismaik, sprechen. Doch einer will da nicht so recht mitspielen: Martin Gräfer von Hauptsponsor die Bayerische. Immer wieder hatte er die Unruhe bei den Löwen angeprangert, nun sorgt er mit einem Interview im Merkur für eben diese.

Ein Kommentar von Jan Schrader

Ein Bärendienst von Gräfer für den TSV 1860

Hach, die Zeit bis Weihnachten ist schön. Man sagt ja gerne auch die “staade Zeit” – und das trifft beim TSV 1860 München zuletzt positiverweise zu. Mit der Stadt haben sich die Löwen darauf geeinigt, nur gemeinsam an die Öffentlichkeit zu gehen, wenn es etwas Neues zu erzählen gibt. Es klappt bislang, zudem lobt Oberbürgermeister Dieter Reiter die neue Kommunikation in den höchsten Tönen. Außerdem war da ein weiteres, wichtiges Detail aus den Aussagen von Reiter gegenüber der AZ heraus zu lesen: Die beiden Gesellschafter beim TSV 1860 München sprechen mit einer Sprache. Beide wollen alle Optionen und Möglichkeiten prüfen, um künftig langfristig im Grünwalder Stadion spielen zu können – sofern machbar und sinnvoll. Es ist also vergleichsweise still bei den Löwen. Keine Streits, keine öffentlichen Schuldzuweisungen, keine völlig konträren Meinungen, die öffentlich zur Schau gestellt werden.

Mittlerweile muss man leider sagen: Es war ruhig. Bereits vor kurzem kritisierte Martin Gräfer, Vorstandsvorsitzender von TSV 1860-Hauptsponsor die Bayerische, das neue Präsidium um Gernot Mang öffentlich. Nun legt er er in einem Interview mit dem Merkur nach. “Giesing wird nicht funktionieren” prangt da in großen Lettern als Überschrift. Die Schlagzeile gepaart mit dunklen Wolken und dem Sonnenuntergang soll beim Leser vermutlich die passende Grundstimmung erzeugen. Schließlich wird es im Folgenden auch düster – davon ist aber nicht nur das Sechzgerstadion betroffen. Tatsächlich fällt im Interview selbst dann auf, dass die Schlagzeile nur bedingt dessen Inhalt wiedergibt. Es ist eines von mehreren Beispielen, bei denen Merkur-Autoren – ob bewusst oder unbewusst – Stimmung gegen die aktuelle Heimspielstätte der Löwen machen. Eine Abneigung gegenüber dem Standort in Giesing ist aus den Aussagen Gräfers dennoch herauszulesen.

Wichtige Entscheidungen trifft die Mitgliederversammlung

Kaum geht alles einmal seine Bahnen bei den Löwen, kaum ist es ruhig, kaum entwickelt sich die Stadiondiskussion konstruktiv – schon kommt jemand daher, der öffentlich Unruhe forciert und polarisiert. Sichtlich wohl fühlt sich Gräfer in einer Rolle, die ihm zugeschustert wurde – die er aber weder innehat noch passend für einen Hauptsponsor ist. Womöglich fühlt er sich als Stimme einer bestimmten Gruppe an Fans – ja aber welcher denn eigentlich? Möglicherweise handelt es sich um die schweigende Mehrheit, die seit mittlerweile vielen Jahren das macht, was sie am besten kann: schweigen.

Das wird sie auch weiterhin tun, daran wird auch die nächste Umfrage nichts ändern. Egal, wie man es dreht und wendet: Die Mitgliederversammlung ist das höchste Gremium des Vereins. Sie entscheidet daher zentrale Punkte wie beispielsweise die Stadiondiskussion – und diese Mitgliederversammlung spricht seit mehreren Jahren mit einer klaren, eindeutigen Mehrheit. Stichwort 9:0. Es würde allen Beteiligten gut tun, diese Mehrheiten endlich voll und ganz zu akzeptieren sowie sie nicht ständig aufs Neue untergraben zu wollen.

Martin Gräfer darf diese Meinung, die er öffentlich im Merkur-Interview präsentiert, durchaus haben. Er darf sie natürlich auch äußern – aber doch bitte in einem internen Gespräch mit den derzeitigen Verantwortlichen! die Bayerische ist ein toller Hauptsponsor, der den TSV 1860 München lange und sehr wertvoll unterstützt hat. Das gibt dem Unternehmen bzw. ihrem Vorstandsvorsitzenden allerdings bei Weitem nicht das Recht, sich in die Vereinspolitik und zentrale Entscheidungen einmischen zu wollen – vor allem ohne Rücksprache mit Präsidium & Co. Ein solches Vorgehen eines Sponsors dürfte im deutschen Profifußball seinesgleichen suchen. So bleibt es lediglich ein Bärendienst für die Löwen von Martin Gräfer – dem neuen Unruheherd des TSV 1860.

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Aymen1860

Nach Oliver G. der nächste Dauerbeleidigte bei 1860.

Vorstopper

Allerdings mit besserer Orthographie.

Eurasburger1860

Wobei ich die Schreib-, Sprach- und Ausdrucksdefizite vom Griss wenigstens unterhaltsam finde. Der KI generierte Salmon, den Gräfer von seinem Assi erzeugen lässt nervt hingegen in den allermeisten Fällen.

Posicelli

Da gibt es noch einen in Fernost. 😉

Buckliger Verwandter

Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie hier für die freie Meinungsäußerung gekämpft wird.
Das endet aber, sobald jemand nicht die hier im Blog vorherrschende Meinung vertritt.
Dann wird auch gern mit Schmutz geworfen und diskreditiert.

daOstl

Ah geh weida. Bist Du’s Gräfer?
Selbst ständig am stacheln und dann aus dem nichts so einen Kommentar raushauen, das sinddie richtigen…
Außerdem wüsste ich nicht, was dich dazu gerade veranlasst hat. Vielleicht Dünnhäutigkeit weil Du / Gräfer für den immer gleichen Mist nicht genug Zuspruch bekommt? Dann solltest Du besser die Griss’schen Märchen lesen.
Die bayrische hat in schwierigen Zeiten sich für Sponsoring bei 60 entschieden und mit 3 aufeinander folgenden Saisons mit sehr guter Platzierung einen sehr ordentlichen Gegenwert in Werbung dafür erhalten. Aber nochmal: sie sind Sponsor, erkaufen sich dafür eine Gegenleistung. Die Gegenleistung beinhaltet nicht dass sie wie ein Elefant im Porzellanladen auftreten dürfen und auch nicht dass sie die Arbeit der gewählten Personen sabotieren dürfen!
Die MV mit 9:0 hat genau das erkannt und die Herren um Gräfer deswegen nicht gewählt. Das muss auch ein Herr Gräfer verkraften und respektieren. Was er aber nicht tut.
Er alleine ist es, der denkt er wäre größer als der Verein, er diskreditiert und wirft mit Schmutz.
Wer das nicht erkennt und ihn sogar noch verteidigt dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Buckliger Verwandter

Ich habe diese Aussage nicht auf den Artikel bezogen, sondern auf die Kommetare dazu.
Ich glaube, auch du wirst nicht bestreiten, dass die teilweise grenzwertig sind.

Christian

Kommt halt immer sehr aggressiv rüber und das nervt inzwischen einige. Vielleicht auch etwas abrüsten

Benjisson

Meinungsfreiheit bedeutet immer noch nicht das man jede Meinungsfreiheit einfach so akzeptieren muss.

Urloewe

Lies deinen eigenen Satz noch einmal und korrigiere ihn, wenn möglich!

Posicelli

Doch, muss man!
Ich muss mir den Schwachsinn der AFD ja auch anhören, leider.

Last edited 1 Monat zuvor by Posicelli
Christian

Das kennt man ja in diesen beiden Blogs zur Genüge. Wehe du hast eine eigene Meinung. Ist hier und beim OG ein rotes Tuch.

Stefan Kranzberg

Werden hier Kommentare gelöscht, wenn sie keine Beleidigungen beinhalten?

Urloewe

Nein da hast du definitiv Unrecht.
Bei OG fliegst du raus, wenn du ihm widersprichst.
Hier nicht! Die Redaktion ist fair und sachlich.
Ein paar wenige Extremisten findest du überall.

Eurasburger1860

Vielleicht ist das eine Strategie um sich als “Opfer” demnächst als Sponsor zurückzuziehen?

Martin Gräfer ist viel zu intelligent um nicht zu wissen was er mit seinen Auftritten und Aussagen bewirkt. Deswegen schließe ich die Theorie “er beginnt bereits mit Wahlkampf” aus, denn so dumm, zweimal die Mehrheit der Mitglieder im Vorfeld gegen sich aufzubringen ist er nicht. (vermutlich)

Last edited 1 Monat zuvor by Eurasburger1860
FXGiesinger

Können wir bitte aufhören so zu tun, als müsste man nur mal 4 Wochen professionell arbeiten und ein anderes Stadion haben, um automatisch wieder in der ersten Liga zu spielen? Mann, geht mir das auf den Senkel. Aber scheinbar glaubt das die überwältigende, wenn auch schweigende Mehrheit …

Tini

Als erste Anmerkung Ucles hat das Interview geführt, das sagt doch schon alles über diese beiden aus, wenn man weiß wo Ucles vorherwar und welche Rolle er beim Griss gespielt hat.

Gräfer ist nach wie vor stinkig, dass er sang und klanglos verloren hat, das ist nun sein Rachefeldzug. Gräfer ist eigentlich seit langem nicht mehr tragbar seit dem unsäglichen Wahlkampf, Lügen, Beleidigungen, Arroganz hoch 3 was er da abgeliefert hat. Normal müsste man die anderen Vorstände von der Bayerischen mal anschreiben, was das denn eigentlich soll, was Gräfer da im Namen der Bayerischen macht. Es wird immer klarer, welch Glück wir tatsächlich hatten dass der Kelch Gräfer und Lutz an uns vorbeigegangen ist. Ich will mir da gar nicht ausmalen, welch aggressive Machtmenschen ohne Skrupel uns ins Nest gelegt worden wären.

Christian

Ich bin froh das es noch solche Leute gibt, die sich für die Löwen engagieren. Ich komme gut damit klar, dass 30% der Wähler keine Stimme im VR haben, aber nicht damit dass man keine eigene Meinung mehr zu den Leistungen der Leute haben darf.

Stefan Kranzberg

Wieso sollte man keine Meinung haben dürfen? Man darf sie auch äußern. Die Frage ist halt, ob man sowas als Vorstand des Hauptsponsors öffentlich tun muss.

moosham_michA

das ist der springende punkt! ergänzend: mit seinen privaten medienaktivitäten schadet gräfer seinem arbeitgeber. die bayrische will versicherungspolicen verkaufen, bei vielen löwenfans dürfte der wille, zur bayrischen zu wechseln, zurückgehen. erst recht, wenn man vergleichsportale betrachtet.

Davidsilva

Ja, müssen nicht, bin ich bei dir. Andererseits: Gräfers Aussagen sind inhaltlich nichts worüber sich der Verein aufzuregen bräuchte, man kann damit auch professionell umgehen. Es ist also nur so viel Unruhe wie hier daraus gemacht wird.

Zum anderen bin Gräfer dankbar für das Sponsoring der Bayrischen. Einen besser bezahlenden, kontinuierlicheren Sponsor finden wir vermutlich nicht – optisch sicherlich nicht 🙂
Da steckt weniger wirtschaftliches Kalkül als Gräfers Herzblut dahinter. Sollte man nicht vergessen.

randpositions_loewe

“Da steckt weniger wirtschaftliches Kalkül als Gräfers Herzblut dahinter. Sollte man nicht vergessen.”

Woher möchtest du das sicher wissen? Herzblut für die Löwen habe ich bei Hr. Gräfer bis jetzt nur mit schwülstigen Worten bzgl. der KGaa kennen gelernt. Mich überzeugt das nicht.

Davidsilva

Dass er regelmäßig im Stadion ist, meist mit Familie und für den Verwaltungsrat kandidiert. Machst du doch nur, wenn dir am Verein was liegt.

Vorstopper

Wenn dein letzter Satz stimmen sollte, wäre er als CEO der Bayrischen eine Fehlbesetzung.

Drittligist

Der TSV möchte das Stadion in Erbpacht erwerben und dann selbst zu einem Schmuckkästchen in der Stadt umbauen mit bis zu 25.000 Zuschauerplätzen. Dafür braucht es Partner aus der Wirtschaft, es gibt ganz neue Vermarktungsmöglichkeiten, die Namensrechte nur mal so als Beispiel. Und vielleicht sieht der Hr. Gräfer hier gerade die große Gefahr. Denn ob ‘die Bayerische’ da dann mitspielen kann und will, ist doch die Frage. Und vielleicht bringt der Hr. Gräfer gerade deshalb jetzt Unruhe ins Umfeld, weil der Status Quo für ihn und seine Versicherung im Moment die viel bessere Alternative ist!

Niederbayernloewe

Gräfer benimmt sich als wäre er Mitgesellschafter…
Schlussendlich ist er gekränkt, weil er vom neuen Präsidium noch nicht “angehört” wurde. Als kleine Watschn gibt’s jetzt – es wirkt ja schon fast wie eine Drohung – eine Fanumfrage.

Na dann viel Spaß, frag mal um. Ich verstehe nur das Ziel dahinter nicht? Sicherlich wird eine Stadionlösung “Neubau” großen anklang finden. Und dann? Geht die Diskussion wieder von vorne los??

Ich hoffe einfach nur innständig, dass der Plan von Mang mit 1. Liga tauglichem GWS und mindestens 25.000 Plätzen aufgeht und die Geschichte danach EEEENDLIIIICH zu ist.

Wenn wir dann Champions League spielen wird sie wieder aufgemacht, weils dann wieder zu klein ist – davor habe ich aber keine Angst 😀

Esperanza

Lieber Herr Gräfer,

Ihr Versicherungskonzern, „die Bayerische“, verlor durch die Signa-Pleite von René Benko einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Konkrete Zahlen aus verschiedenen Medienberichten weisen auf insgesamt 60 Millionen Euro an Darlehen hin, die an Signa-Gesellschaften vergeben wurden – und die wohl verbrannt sind. Die Bayerische soll Kredite an Benkos Immobilienimperium in Form von nachrangigen Darlehen verliehen haben, die bei einem Totalverlust am Ende der Gläubigerkette stehen.

Quelle: https://www.versicherungsbote.de/id/4913212/Signa-Pleite-Welche-Versicherer-nun-besonders-um-ihr-Geld-furchten-mussen

Hätten Sie die 60 Millionen dafür verwendet, Hasan Ismaiks Anteile an der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA zu erwerben, es wäre eine sinnvollere Investition gewesen. Das Geld Ihrer Mitglieder wäre noch da und Sie könnten als Anteilseigner am Klub tatsächlich mitreden bei strategischen Entscheidungen. So wirken Ihre Empfehlungen aus dem Off halt etwas naseweis.

Last edited 1 Monat zuvor by Esperanza