Während es in mehreren Interviews der vergangenen Tage und Wochen immer wieder als “besonders” hervorgehoben wurde, dass sich der neue Präsident Gernot Mang und sein Team als nahbar geben, war dies bei der Mannschaft schon immer ein Merkmal, das sie von dem anderen Münchner Fußballteam unterscheidet. Während man dort vor geschlossener Tür darauf wartet, dass einer der Stars vor- und dann meist direkt in die Tiefgarage fährt, hockt man sich bei uns seit jeher einfach ins Löwenstüberl und wartet, bis die Jungs kommen. Autogrammjäger haben daher an der Grünwalder Straße 114 schon immer leichtes Spiel und auch für einen kleinen Ratsch ist sich kaum ein Löwenspieler zu schade. Neben anderen Dingen ist es genau diese Bodenständigkeit und Nahbarkeit, die für mich und viele andere, mit den Charme unseres Vereins ausmachen.
Die Löwen auf Regio-Tour
Genau in diese Kerbe möchte man nun weiter schlagen und so organisiert der TSV 1860 München zusammen mit Hauptsponsor Die Bayrische eine “Regio-Tour 2025“. Während man sich bisher Freundschaftsspiele gegen unterklassige Gegner bezahlen ließ, können sich Vereine nun um kostenlose Freundschaftsspiele gegen die Profis der Löwen bewerben. Auf der offiziellen Website lässt sich Martin Gräfer dazu wie folgt zitieren:
Fußball lebt von Leidenschaft und die Löwen entfachen einen Enthusiasmus, der sofort mitreißt. Darum bringen wir den TSV 1860 genau dorthin, wo er am meisten bewegt: mitten zu den Menschen. Gemeinsam mit Christian Werner und dem Verein holen wir die aktuellen Profis direkt vor die Haustür. Kostenlos, nahbar und mit der ganzen Löwenfamilie. So können die Fans nicht nur packenden Fußball sehen, sondern ihn in ihrer Heimat mit voller Wucht erleben. Sechzig bringt Begeisterung in Weiß und Blau.
Bewerbung und Teilnahmebedingungen
Als einzige Bedingung verlangt der TSV 1860, dass der gastgebende Verein keinen Eintritt verlangen darf, dafür verzichtet man bei Sechzig aber auf jede Art der Gage oder Gewinnbeteiligung durch Essens- und Getränkeverkäufe. Bewerbungen sollen per Mail an regio-tour@tsv1860.de geschickt werden und die wichtigsten Eckdaten zu Verein und Spielort enthalten, sowie begründen, warum die Löwenprofis bei genau diesem Verein spielen sollten.
Die Auswahl, bei welchen vier weiteren Vereinen man dann spielen wird, trifft letztlich eine Jury rund um Martin Gräfer und Dr. Christian Werner.
Der erste der fünf Gegner ist bereits ausgewählt, hier entschied man sich für den FC Amberg, gegen den man noch in diesem Kalenderjahr antreten wird. Weitere Informationen dazu, wann die Spiele stattfinden werden, sind noch nicht bekannt.
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Titelbild: Es herrscht Volksfeststimmung, wenn die Löwen kommen. Wie hier beim Vorbereitungsspiel auf die laufende Saison Ende Juni in Weyarn.











toller artikel, schön, das es zur nahbarkeit der profis auch mal einen artikel gibt.
auf der offiziellen ist das spiel in amberg inzwischen auf do, den 4.9. terminiert. ich denke das wird verlegt, da die mannschaft am 6.9. in illertissen was gut zu machen hat.
achja, zu den bedenkenträgern hier zu freiem eintritt: ich denke das die gastgebenden vereine genug einnahmen über parkgebühren, essen und getränke haben aufgrund der weißblauen strahlkraft.
Finde ich eine sehr gute Idee. Ich denke die Auswahl wird nach Standorten / Beraternähe von unserem Hauptsponsor erfolgen wie z.B. beim Vorbereitungsspiel in Bamberg. Amberg finde ich super – bin dort aufgewachsen und habe als Kind einige Bayernliga Duelle gegen die Löwen erleben dürfen. Außerdem kommen aktuelle bzw. ehemalige Löwen wie Rene Vollath, Peter Zeiler, Helmut Schmitz, Peter Gebele etc. alle aus Amberg. Das etwas in die Jahre gekommene Stadion fasst bis zu 7000 Zuschauer und ist in gut 90 Minuten von München erreichbar. Wenn des terminlich passt werde ich meine alte Heimat besuchen. Vor allem auch wegen dem guten Bier und den Bratwürsten – schmecken zwar wie fränkische – aber Amberg liegt in der Oberpfalz. So jetzt reicht es an Tourismus Werbung…
PS: Es gibt auch ein paar interessante potentielle Sponsoren in Amberg und Umgebung wie Conrad Elektronik, Godelmann, Wagner Sport Signage (dick in der Formel 1) etc.
An sich ja eine nette Aktion, auch wenn ich es nicht ganz verstehe, warum man nicht zumindest 1-2€ Eintritt verlangen darf (v.a. wenn ich mir anschaue, was mittlerweile für A-Klassen-Kicks verlangt wird). Fußball sollte für jeden bezahlbar sein, ja, aber was man so hört müssen die Vereine (v.a. im Toto-Pokal, aber auch bei Freundschaftsspielen) brutalen Aufwand betreiben was die Logistik und v.a. die Sicherheit angeht. Für die Vereine sollte sich das schon auch lohnen.
Auch das Auswahlverfahren kommt mir komisch vor:
1. Warum kommuniziert man das erst, nachdem der erste Kandidat schon feststeht?
2. Wer genau entscheidet und vor allem auf Basis welcher Kriterien?
Ist ja offensichtlich vom Hauptsponsor initiiert und finanziert, also wird der darüber entscheiden.