Er ist schon lange ein Ärgernis für alle Besucher des Sechzgerstadions: Der Zaun vor der Stehhalle. Zum einen ist seine Existenz völlig unzeitgemäß, nachdem schon seit Jahren und insbesondere in den neueren Stadien der Republik keine hässlichen Zäune mehr vor Sitzplatzrängen an den Seitenlinien zu finden sind. Zum anderen, weil für die unteren Reihen der Sitzplätze auf der Gegentribüne im Stadion an der Grünwalder Straße und auch für die dort untergebrachten Rollstuhlfahrer die Sicht auf’s Spielfeld durch den Zaun einfach sehr eingeschränkt ist. Nun kommt endlich Bewegung in die Diskussion zu diesem Thema.
Öffentliche Sitzung des BA 18 am 23.09. um 19.30 Uhr
In der Sitzung im Bezirksausschuss des Stadbezirks 18 (Untergiesing/Harlaching) am kommenden Dienstag, den 23. September um 19.30 Uhr steht das Thema auf der Tagesordnung. Die SPD-Fraktion hat den Antrag ins Stadtteilparlament eingebracht. Die Sitzung ist (wie jede BA-Sitzung) öffentlich und kann von interessierten Bürgern besucht werden. Nähere Informationen zur Tagesordnung und zum Sitzungsort sind hier zu finden.
Diskussion um Zaun bereits im Sommer 2024
Im Juli 2024 wurde der Rückbau des Zauns schon einmal beantragt, allerdings von den Behörden “aus Sicherheitsgründen” abgelehnt. Perfiderweise begründet mit einem Vorfall, der sich im Stehplatzbereich im Unterhachinger Sportpark ein paar Monate zuvor zugetragen hatte. Damals musste die Drittligapartie zwischen den Vorstädtern und den Löwen wegen eines Konflikts um ein Banner an einem Fluchttor deutlich verspätet angepfiffen werden. Was dies mit der Situation vor der Stehhalle auf Giesings Höhen zu tun hatte, wissen – bis heute – allein die Entscheider in dieser Frage, die uns als Fanportal freundlicherweise Anfang September dann sogar ein paar Fragen direkt beantworteten.
Der Antrag der SPD-Fraktion im BA 18 im Wortlaut
Die Landeshauptstadt München und das zuständige Referat für Bildung und Sport und die Sicherheitsbehörden werden aufgefordert nochmal zu prüfen ob der Zaun an der Stehhalle zurück gebaut oder reduziert werden kann, um die Sichtbehinderung für die unteren Reihen zu beseitigen und für die Rollstuhlfahrer bessere Bedingungen zu schaffen.
Begründung:
Zusammen mit der Stadt München versucht der TSV 1860 München die Situation rund um das städtische Stadion an der Grünwalder Straße stetig zu verbessern.
Hierbei wäre ein Rückbau des gesamten Zauns an der sogenannten Stehhalle (Sitzplätze) eine weitere Lösung um die aktuelle Situation in den unteren Reihen, wo hauptsächlich auch Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind sitzen zu verbessern.
Die Rollstuhlplätze im städtischen Stadion an der Grünwalder Straße werden ohnehin den Ansprüchen eines modernen Stadions nicht gerecht. Neben der Lage auf Spielfeldhöhe und dem fehlenden Wind-, Sonnen und Regenschutz kann man das Spielgeschehen nur mit direktem Blick durch den Zaun verfolgen.
Schon 2024 wurde der Rückbau des gesamten Zauns an der sogenannten Stehhalle beantragt, aber von den Sicherheitsbehörden wurde sowohl eine Entfernung, als auch eine Reduzierung der Höhe (110cm) abgelehnt.
Seit vielen Jahren gibt es keinerlei Vorfälle bei Heimspielen im städtischen Stadion an der Grünwalder Straße, bei denen die Fans auf den Sitzplätzen nur durch den Einsatz eines massiven Zauns, davon zurückgehalten werden konnten, das Spielfeld zu stürmen.
In den 20 Stadien der aktuellen Drittligisten gibt es nur vier mit einem sichteinschränkenden Zaun zwischen Spielfeld und Gegengerade. Bei zweien davon befinden sich dort zudem Stehplätze, was im städtischen Stadion an der Grünwalder Straße nicht der Fall ist.
Es würde uns sehr freuen, wenn die Landeshauptstadt München und das zuständige Referat für Bildung und Sport und die Sicherheitsbehörden, nochmals die aktuelle Situation prüfen, ob der Zaun an der Stehhalle nicht zurück gebaut oder wenigstens reduziert werden kann.
Um die Sichtbehinderung für die unteren Reihen zu beseitigen und für die Rollstuhlfahrer bessere Bedingungen zu schaffen.
Gez. Michael Sporrer, SPD-Fraktionssprecher BA 18 Untergiesing-Harlaching











Das Problem ist ja nicht der Zaun oder die Roten.
Das Problem ist, dass sich niemand innerhalb der Stadt (= Stadtverwaltung, Referate, Sportamt, Bürgermeister) für das “Amateurstadion” (sic Reiter) zuständig fühlt.
Da muss jetzt sogar der Bezirksauschuss vorpreschen um irgendwas zu fordern, wie lächerlich ist dass denn?
Die Reduzierung der Zaunhöhe vor der Westkurve ist der Inbegriff des Münchner Schildbürgerstreichs, in dem so lange nach irgendeinem Verantwortlichen gesucht wird, bis sich jemand bemüßigt fühlt, das Thema abzulehnen.
Ebenso wie der Zaun vor der Stehhalle sind auch die Zäune innerhalb der Westkurve viel zu hoch.
Ebenso ist die Beschallungsanlage viel zu laut eingestellt.
Ebenso gibt es nicht ausreichend Mülleimer im Stadionumfeld.
Und genauso könnte man so dermaßen viel am Stadion optimieren um es für Sechzig heimelig zu machen: Sei es mit zusätzlichen blauen LED-Streifen an den Stadionkanten, die dezent die Umrisse formen. Sei es mit blauen Wänden oder Grafittis im Umlauf oder mit mehr Löwenwappen als Wegweiser.
Aber nein, es fühlt sich einfach bei der Stadt (=Stadtverwaltung, Referate, Sportamt, Bürgermeister) überhaupt niemand angesprochen. Das sind übrigens diejenigen, die von Sechzig immer fordern, “in einer Stimme zu sprechen”.
Die Tatsache, dass sich der Bezirksausschuss bemüßigt fühlt, sich so einem Thema anzunehmen zeigt, wie lächerlich die Entscheidungsverantwortung rund ums Sechzgerstadion ist.
Deshalb wird uns über kurz oder lang nichts übrig bleiben, als lautstark eine Betreibergesellschaft zu fordern. Mit klaren Hierachen, Kommunikationen und Zuständigkeiten. Wo dann eine Fanorganisation wie die FdS oder SiS auch mal zum Betreiber gehen und sagen kann: “Du wir haben da eine Idee, wie schauts aus!”.
Und nicht im Vorfeld schon weiß, dass es nichts bringt 100 Referate, Bürgermeister, Bezirksausschüsse, Stadträte oder Verwaltungsangestellte anzuschreiben.
Also die Polizei besteht auf einen Zaun in Giesing, weil ein Zaun in Unterhaching wegen eines Banners nicht schnell genug geöffnet hätte werden können.
Erinnert mich an die Spunkfalle von Pippi Langstrumpf:
„Pippa was baust du da“
-eine Spunkfalle
„Es gibt doch gar keinen Spunk?!“
-Ja nur weil ihn noch niemand mit einer Spunkfalle gefangen hat-
Den Cops 🤬 wird schon was einfallen, warum das nicht geht.
Der Fehler ist, das die “Cops” entscheiden zu lassen.
Natürlich ist es richtig, die Polizei dazu anzuhören – aber zu entscheiden hat so etwas meiner Meinung nach in einer Demokratie immer noch die Politik, also die gewählten Volksvertreter und nicht der Polizeipräsident.