Der Wahlkampf um den Vorsitz in der ARGE ist entbrannt, Oskar Dernitzky hat seinen Hut bereits in den Ring geworfen – bevor wir uns jedoch mit den einzelnen Personen und der Geschichte der ARGE beschäftigen, beschäftigen wir uns erst einmal mit dem derzeitigen Ist-Zustand – und der scheint nicht gerade rosig zu sein:

Laut Löwenmagazin vom 01. Februar 2020 hat es die ARGE im Jahr 2019 versäumt, eine Jahreshauptversammlung zu organisieren und der Fall liegt mittlerweile beim Gericht.

Auch ansonsten ist es eher schlecht um die ARGE bestellt: Man hat ja in der Vergangenheit gerne für sich reklamiert, für 50 000 in der ARGE organisierte Löwenfans zu sprechen. Die Realität dürfte eine andere sein:

Wie groß ist die ARGE (noch)?

Geht man die Regionen auf der ARGE-Homepage durch, sind dort aktuell noch etwas mehr als 400 Fanclubs eingetragen. Die Mitgliederzahlen der einzelnen Fanclubs dürften schwer nachvollziehbar sein, geschweige denn von “aktiven” Mitgliedern.

Eine Zahl die allerdings tief blicken lässt: zum 40jährigen Bestehen der ARGE im Jahr 2017 waren unter anderem geladen: das Präsidium um Robert Reisinger, die Meisterspieler Fredi Heiß und Peter Grosser, Aufstiegstrainer Karsten Wettberg, Ex-1860-Torhüter Michael Hofmann, Volker Rech, Ansprechpartner auf der Löwen-Geschäftsstelle von die Bayerische, Anthony Power und Kabarettist Christian Springer.

Trotz des stattlichen Jubiläum und der hochkarätigen Gäste waren gerade einmal 62 Vertreter von Fanclubs anwesend – nachzulesen hier:

http://www.arge-tsv.de/40-jahre-arge/

Für wieviele Leute spricht die ARGE dementsprechend?

Das ist schwer nachvollziehbar. Man kann aber davon ausgehen: für wenige. Einige Fan-Clubs bestehen vermutlich nur noch auf dem Papier, bei weitem nicht alle Fan-Clubs sind mit den Äußerungen der ARGE-Vorstandschaft einverstanden.

Schaut man z.B. die Facebook-Gruppe “ARGE TSV 1860” an, so ergibt sich auch hier – wie beim 40jährigen Jubiläum – ein eher trauriges Bild: Obwohl die Gruppe seit über 5 Jahren besteht, hat sie gerade einmal um die 1200 Mitglieder – inklusive Robert Reisinger.

Streitereien bei der ARGE sind im übrigen nichts neues und auch nicht erst seit der Ära Wildmoser bzw. der Stadionfrage vorhanden: Bereits in den frühen 90ern gab es Fan-Clubs, die mit dem damaligen Führungsstil des damaligen Präsidiums (lange vor Gerhard Schnell) nicht einverstanden war und wollte die Fanclubs in einer FIG – Fan-Interessen-Gemeinschaft – sammeln. Das Vorhaben scheiterte, aber Kritik an der ARGE gab es schon damals.

Für einen ausführlichen Artikel benötigen wir noch mehr Informationen über eure Erfahrungen mit der ARGE: wenn ihr etwas berichtenswertes habt – bitte per Mail an stephan@sechzger.de. Dankeschön.