Die Löwen sind wieder im Aufwind und schwimmen auf einer Erfolgswelle. Mit viel Kampf und weniger Glanz konnten die letzten drei Partien gewonnen werden und man klopft wieder an den vorderen Plätzen an. Markus Kauczinski scheint eine Stammelf gefunden zu haben, die weniger Konzentrationsschwächen und Schnitzer produziert als die davor getesteten Konstellationen. Der Rest wird sicher folgen. Nun heißt es den Schwung mitzunehmen, um vor Weihnachten nicht noch einmal aufs Glatteis zu geraten. Einen Bauchfleck vor der Winterpause braucht niemand mehr. Da heißt es gegen den zweiten bayerischen Gegner in Folge zu vermeiden. Morgen geht es auf die Schanz zum Fußballclub Ingolstadt 04 e.V.!
Aktuelles – Die Ausgangssituation
Nachdem man in Ingolstadt die letzten Jahre immer vom Wiederaufstieg gesprochen hatte, waren die Zielsetzungen vor der laufenden Spielzeit doch niedriger angesetzt. Sparen war die neue Devise, da es dem VW-Konzern und damit auch Audi nicht besonders gut geht. Mit abgespeckten Mitteln lies man einige Leistungsträger ziehen und hat sich im (hinteren) Mittelfeld der Liga eingependelt. Trotz mehrerer Schwächephasen in den letzten Spielzeiten hält sich Sabrina Wittmann wacker in ihrem Amt als Cheftrainerin.
Nun steht man aktuell mit 21 Punkten auf Platz 13, was sich aus einer Bilanz von 5-6-6 bei einem Torverhältnis von 29:26 (besser als 1860) ergibt. Aktuell befindet man sich auch nach einer der genannten Schwächephasen wieder im Aufwind. Nachdem man im Oktober 4 von 5 Spielen gewinnen konnte ging aber nach dem 1:3 in Köln erstmal nichts mehr. Drei Spiele in Folge plus das Pokalspiel gegen den Jahn gingen verloren. Ende November gelang aber wieder ein knapper Sieg gegen Hoffenheim II und am vergangenen Sonntag in Unentschieden in Aue.
Kader & Transfers
Vor der Saison gab es in Ingolstadt einen ordentlichen Turnaround der für Drittligaverhältnisse wahnsinnig viel Geld in die Kassen spülte. 14 Zugängen stehen 16 Abgänge gegenüber, für die man insgesamt 1,75 Millionen € bekam. Ausgegeben hat man hingegen nur 100 000€.
Teuerster Abgang war Mittelstürmer Deniz Zeitler (18) mit dem wir bereits gegen Hoffenheim II Bekanntschaft machen “durften”. Für Felix Keidel (22, LV) bezahlte Elversberg 400 000€, ebenfalls ins Unterhaus ging es für Innenverteidiger Mladen Cvjetinovic (21) der Holstein Kiel 200 000€ wert war. Osnabrück machte für Bryang Kayo (22, ZM) 150 000€ locker.
Weiters gab es viele namhafte Abgänge die kein Geld in die Kassen spülten. Toptorjäger Sebastian Grönning (28) kickt nun für die Berliner Hertha, Pelle Boevink (27) hält in Fürth den Kasten sauber und Pascal Testroet (34, MS) läuft für Sandhausen in der Regionalliga Südwest auf.
Ersetzt wurden diese Akteure eher aus dem “unteren Regal” und durch Dänen. Mit den drei Neuen aus dem Norden stehen nun vier Dänen im Kader der Schanzer. Da wäre Frederik Christensen (24, MS) der per Leihe aus Tromsø kam, Mads Borchers (23, MS) von VPS aus Finnland und Frederik Carlsen (23, ZM) den man von Silkeborg IF loseiste. Letzterer hat voll eingeschlagen und schon vier Tore erzielt, ist aber gegen uns gesperrt!
Geld ausgegeben hat der FCI nur für Dennis Kaygin (21, ZM) der sich nach zwei erfolglosen Jahren bei Rapid Wien wieder in Deutschland versucht. Im Sturm wirbelt nun Yann Sturm (20) der per Leihe aus Freiburg geholt wurde. Fürs Tor war eigentlich Leihrückkehrer und Eigengewächs Marius Ponath (24) vorgesehen, nach einer schweren Verletzung spielt dort nun Kai Eisele (30) den wir aus Unterhaching kennen.
Geblieben sind natürlich die Stützen und Leistungsträger Marcel Costly (30, RM/V), Lukas Fröde (30, DM) und Max Besuschkow (28, ZM) die in Liga 3 jedem Probleme bereiten können.
Löwenpower: Yannick Deichmann (verletzt), Simon Lorenz (2018/19 aus Bochum geliehen gewesen), Donald Nduka (im Kinderfußball), Max Plath (im Kinderfußball), Sportdirektor Ivica Grlic (1995-97)
Vereinsgeschichte
Nachdem letzte Woche ein Verein mit nie veränderten Namen und Wappen in München gastierte, haben wir es am Samstag mit einem noch jungen Fusionsverein zu tun. Der FCI ging 2004 aus den Fußballabteilungen des “MTV 1881 Ingolstadt” und des “ESV Ingolstadt” hervor. Der MTV spielt mittlerweile wieder selbst Fußball, auch an alter Wirkungsstätte am Kreuztor, während der nun “ESV Ingolstadt-Ringsee” genannte Eisenbahnersportverein keine Balltretabteilung mehr unterhält. Beide Klubs hatten ihre Höhepunkte in der 2. Bundesliga, 1979/80 gab es sogar Derbies. Danach ging es für beide Vereine bergab und besonders finanziell gab es Probleme. Unter Beteiligung des heutigen Präsidenten und Unternehmers Peter Jackwerth und Offiziellen der Stadt Ingolstadt wurde die Fusion beschlossen, um den Fußballstandort Ingolstadt zu erhalten.
Nach dem Start in der Bayernliga konnte nach zwei Spielzeiten der Aufstieg in die Regionalliga erreicht werden. Die Spiele fanden im MTV-Stadion – heute Bezirkssportanlage Mitte – statt. Im Jahre 2008 erfolgte schließlich die Rückkehr der Audistädter in den Profifußball. Bereits in der zweiten Drittligasaison gelang auch schon der Aufstieg in die 2. Liga durch einen Relegationserfolg gegen Hansa Rostock.
Bis zur Fertigstellung des heutigen Stadions wichen die Schanzer dann ins ESV-Stadion aus, was aber nur mit einer Sondergenehmigung möglich war. Nach schwierigen Jahren gelang dann 2015 die Krönung dieses Projekts. Der FCI stieg in die Bundesliga auf und konnte sich dort zwei Jahre lang halten.
Von da an ging es 2017 erst mal wieder ins Unterhaus, nach zwei Spielzeiten sogar in die dritte Spielklasse. In der Saison 20/21 gelang die Rückkehr in Liga 2 für ein Jahr, welche aber mit dem sofortigen Wiederabstieg endete. Seitdem kommen auch wir Löwenfans wieder in den Genuss dieses Oberbayern-Duells…
Aktuell vereint der FC Ingolstadt ca. 2700 Mitglieder auf die Sparten Fußball, Jugend, Frauenfußball, eSport und Blindenfußball. Mit der Blindenfußballmannschaft ist man sogar als einziger bayerischer Verein in der Bundesliga vertreten. Vielleicht wäre eine Ausweitung des Inklusionssports im Fußball auch mal was für unsere Löwen…
Schanzer heißen die Ingolstädter wegen der gleichnamigen Wehranlagen in Ingolstadt, welche zur Sicherung der wichtigen Lage an der Donau im Zuge des Ausbaus zur Festungsstadt errichtet wurden.
Fanszene
Obwohl sich immer wieder etwas tut, kann die Fanszene in Ingolstadt als überschaubar bezeichnet werden. Die Stadt an der Donau ist halt einfach eine Eishockeystadt. Die größte Gruppe auf der Südtribüne sind die “Supporters Ingolstadt”, welche im Jahr 2008 aus den “Red-Rebelz” hervorgingen. Jugend und Umfeld sind im “Förderkreis Supporters” (FKS) organisiert. Freundschaften gibt es zu “Supremus Dilectio” von Wehen Wiesbaden, Unterhaching und “MNK 96” aus Caen. Bis 2019 gab es noch die “Black Red Company”, die sich aber als Gruppe aus der Fanszene zurückgezogen hat.
Man kann von den Schanzern halten was man will, aber sie nehmen ihre Sache ernst. Auf der gepflegten Website finden sich berichte zu allen Spielen, Informationen zu Fanpolitik und auch den Vorgängen im eigenen Verein. Außerdem gibt man ein Stadionheft heraus.
Mit dem Verein “Südtribüne Ingolstadt” existiert auch ein Dachverband der die Fanszene vernetzen möchte. Der Zusammenschluss unterhält einen Fancontainer (die vier Container sind schon eine kleine Wirtschaft) vor und einen Fanstand im Stadion. Außerdem ist man ein Sponsor der Frauenmannschaft (2. BL) und organisierte im September einen sogenannten “Traumspieltag“! Am Samstag findet vor und nach der Partie auch ein “SCHANZER Christkindlmarkt” hinter der Südtribüne statt, dessen Erlös zum Teil gespendet wird.
Beim Verein sind aktuell 40 Fanclubs eingetragen, mehrere sogar im Ausland und ein Vereinigung gehörloser Menschen.
Stadion
Der Audi-Sportpark in Ingolstadt: Zweckmäßig im Nirgendwo an der Autobahn auf dem alten Raffineriegeländer der “Bayernoil”. Die Kapazität beträgt 15 200, davon ca. 6000 Stehplätze, die meisten im Auswärtsbereich. Die Stadionwebsite gibt Folgendes zum Besten: “Schon die Außenansicht des Audi-Sportpark fasziniert mit ihrer mondänen Architektur, die den typischen Charakter eines Fußballstadions nicht vermissen lässt.” Eingeweiht wurde es standesgemäß in einem Blitzturnier gegen Augsburg und Wolfsburg…
Das 2010 eröffnete Stadion gehört einer Tochtergesellschaft der Audi AG und löste das ESV-Stadion, heute Bezirkssportanlage Süd-Ost, am Hauptbahnhof ab. (Das alte Stadion hat richtig Charakter und kann mit der 2. Mannschaft der Schanzer in der Bayernliga Nord oder vielleicht sogar unserer A-Jugend besucht werden.) Wie bei vielen modernen Arenen ist es möglich die Kapazität durch Aufstocken auf bis zu 30 000 Zusehende zu erweitern. Es ist erstligatauglich und sah sogar einmal ein Länderspiel der deutschen Frauen gegen Nordkorea.
Trivia – Unnützes Wissen
- Craftbeer-Liebhaber aufgepasst! In der Innenstadt finden sich mit der Bar “ZwØlf” der Brauerei “Yankee & Kraut” und der Brauerei “Grießmüller” zwei Top-Adressen für hervorragendes Bier.
- Ingolstadt ist die “Geburtsstadt” der Figur “Frankenstein” aus dem Roman von Mary Shelley.
- Der FCI war “Trikotmeister der Bundesligasaison 2015/16”.
- Die LMU München wurde als “Universität Ingolstadt” 1472 in Ingolstadt als erste Universität Bayerns gegründet und hatte stand heute noch immer länger ihren Sitz an der Donau als in München.
- Der Illuminatenorden wurde 1776 in Ingolstadt gegründet und bestand dort bis 1785.
Der 18. Spieltag im Überblick
| Freitag | 19:00 Uhr | SSV Ulm 1846 Fußball – VfL 1899 Osnabrück |
|---|---|---|
| Samstag | 14:00 Uhr | 1. FC Saarbrücken – TSG 1899 Hoffenheim II |
| 14:00 Uhr | FC Ingolstadt 04 – TSV 1860 München | |
| 14:00 Uhr | VfB Stuttgart 1893 II – FC Hansa Rostock | |
| 14:00 Uhr | MSV 02 Duisburg – FC Erzgebirge Aue | |
| 14:00 Uhr | Aachener TSV Alemannia – FC Viktoria Köln 1904 | |
| 16:30 Uhr | SC Verl 1924- Rot-Weiss Essen | |
| Sonntag | 13:30 Uhr | SV Wehen Wiesbaden – FC Energie Cottbus |
| 16:30 Uhr | SSV Jahn Regensburg – SV Waldhof Mannheim | |
| 19:00 Uhr | 1. FC Schweinfurt 05 – TSV Havelse 1914 |











Vielleicht wäre ein Schritt in Richtung Inklusionssport auch mal was für unsere Löwen…
???
Bei Sechzig gibts doch Inklusionssport.
Hab’s geändert. Beim ersten Mal schreiben letztes Jahr wusste ich das noch gar nicht und auch jetzt ist es mir wieder entfallen gewesen. Ich finde es würde dem TSV gut zu Gesicht stehen, dass nicht so „im Verborgenen“ zu betreiben.