„Der englische Sammelbegriff Blackout hat mehrere fachspezifische Bedeutungen“ erfährt man bei Wikipedia. Es werden insgesamt neun verschiedene Arten von Blackouts vorgestellt. Der wohl geläufigste ist der flächendeckende Stromausfall von Stromnetzen, der den Ausfall weiterer Infrastruktur (durch das Fehlen von Strom) zur Folge hat. Der einzelne Ausfall eines Kraftwerks wird durchaus auch als Blackout bezeichnet. Liest man den Eintrag weiter, erfährt man, dass es auch Blackouts durch Blutmangel im Gehirn von Piloten bei extremen Flugmanövern gibt. Ein Ausfall der Funkverbindung beim Wiedereintritt eines Raumflugkörpers in die Erdatmosphäre wird ebenfalls als Blackout bezeichnet. Selbst beim Streckentauchen im Schwimmbad kann es zu einem Blackout kommen, der nicht selten mit dem Tod des Tauchers endet.

Blackout bei Dennis Erdmann

Den Blackout, den Dennis Erdmann in der 51. Minute des gestrigen Spiels erlitt, subsummiert man wohl am Besten in der Kategorie „vorübergehender Gedächtnisverlust“. Es kam ein langer, langer Ball aus der Tiefe der Duisburger Hälfte in Richtung des Duisburger Stürmer Bouhaddouz, der von Erdmann bewacht wurde. Erdmann verschätzt sich beim Aufspringen des Balles, so dass Bouhaddouz den Ball gewinnen kann und ihn an der Strafraumlinie an Erdmann vorbei Richtung Tor legt. Nun greift Erdmann zu einer Ringereinlage, die Bouhaddouz, der wahrlich nicht leicht gefallen ist, etwa am Elfmeterpunkt zu Fall bringt.

Eine bis dahin ordentliche Leistung wird wertlos

Der Rest ist bekannt, Erdmann sieht zu Recht rot (mehr Notbremse geht kaum) und Ex-Löwe Stoppelkamp verwandelt den fälligen Elfmeter sicher. Danach riss der Faden im Spiel der Löwen komplett und eine wirklich ansehnliche erste Hälfte war wertlos geworden. Durch Unaufmerksamkeit im Bruchteil einer Sekunde. Sechzig kam nur noch zu einer Torchance, als Belkahia nach einer schönen Freistoßflanke von Lex den Ball nicht im Tor unterbringen konnte (59. Minute). Den Rest des Spiels ließen die Meidericher nichts anbrennen und hielten die Gäste aus München ohne großen Aufwand weit von ihrem Tor weg.

Keine Tore trotz Überlegenheit in der ersten Hälfte

Ärgerlich ist, dass erneut aus der Überlegenheit der ersten Halbzeit kein Kapital geschlagen wurde. Als Auswärtsmannschaft kann man kaum couragierter auftreten, als es die Löwen in Durchgang eins zeigten. Sie ließen die Duisburger kaum aus Ihrer eigenen Hälfte kommen, spielten zielstrebig nach vorne und konnten sich auch gute Chancen herausarbeiten. Zwei Freistöße verfehlten knapp das Gehäuse (Steinhart und Lex) und Lex konnte eine schöne Hereingabe von Biankadi nicht verwerten.

Goldene Ananas statt Aufstiegskampf

So kommt eins zum anderen und realistisch gesehen haben wir uns für den Rest der Saison mit dem Kampf um die goldene Ananas zu beschäftigen. Das ist schade, weil aus meiner Sicht schon einige Punkte verschenkt wurden oder wie ein Redaktionskollege schrieb: die Mannschaft „die guten Leistungen nicht konsequent in Punkte umgewandelt“ hat.

Dabei ist der Blackout von gestern ärgerlich, aber sowas kann selbst einem erfahrenen Spieler wie Dennis Erdmann passieren. Gegen Haching schoss er noch das Führungstor mit einem sehr überlegten Schuss in die freie Ecke des von Coppens verlassenen Tores. Mehr ärgern mich da schon die liegen gelassenen Punkte der Spiele gegen Meppen, Zwickau und Rostock.

In den genannten Spielen konnte man die Überlegenheit einfach nicht in Tore ummünzen und die eigentlich verdienten Punkte einfahren. Unter dem Strich fehlen jetzt doch einige Punkte, um noch im Aufstiegskampf mitzumischen. Schade, denn eigentlich spielt die Mannschaft guten Fußball mit einer sehr schön anzusehenden Offensivausrichtung. Es fehlen einfach die Tore…

Wer ganz oben mitspielen will, braucht mehr Konstanz

Alles in allem sind wir tabellarisch etwa da, wo die Mannschaft hingehört. Nach der starken Phase im Dezember und Anfang Januar, dachte ich aber schon, dass es für etwas mehr langen könnte. Neben der schon angesprochenen Effektivität vor dem Tor, fehlt es für mich an der nötigen Konstanz. Wir hatten diese Saison zu Beginn eine wunderbare Serie und dann die Phase Dezember/Januar. Dazwischen lag der recht erfolglose November und nun geht es seit Mitte Januar auf und ab. Natürlich fehlt auch unsere Heimstärke.

Vorteil Planungssicherheit?

Möglicherweise ist es sogar gut, jetzt schon so eine Art Planungssicherheit für die kommende Saison zu haben. Die sportliche Leitung kann nun das Thema zweigleisige Planung ad acta legen und gezielt nach punktuellen Verstärkungen für die dritte Liga schauen. Wobei ja die jungen Spieler in unserem Kader immer stärker werden. Sie können die Arrivierten jetzt schon problemlos in einzelnen Spielen ersetzen. Wenn Michael Köllner diese Spieler so weiterentwickelt, sollte ein Konkurrenzkampf um die Plätze in der Startaufstellung entstehen, der die Spieler sicher nochmals beflügelt. Vielleicht bietet sich jetzt auch die Möglichkeit, den Eigengewächsen mehr Einsatzzeiten zu gewähren und so das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden: Nämlich Spielpraxis für die Jungen und über Einsatzminuten einen größeren Betrag aus dem Nachwuchsfördertopf des DFB. Da ist jede Einsatzminute eines Eigengewächses bares Geld wert.

Aber eigentlich hätte ich schon gerne bis zum Schluss oben mitgespielt… Ich hör jetzt erstmal die Scorpions und zwar ein Lied, das lange vor „Wind of Change“ entstanden ist, als die Scorpions noch cool waren.

6 KOMMENTARE

  1. schade war nicht mehr drinn mit 10 Mann. erdmann hat, wenn er denn spielen durfte in den letzten Wochen mir ganz gut gefallen. dumme Aktion. dennoch verstehe ich die gestrige Aufstellung wieder nicht. gut Neudecker fehlte, warum man dennoch nach einem gewonnenen Spiel (nach Wochen) weitere zwei Spieler auf die Bank setzen musste? ich versteh es nicht. genauso die Auswechselungen: ist es nicht (trotz Unterzahl) entweder viel zu spät (oder sinnlos) in der 89. Spielminute einen weiteren Angreiffer zu bringen? bis der sich rein gefunden hat ist das Spiel vorbei. das war jetzt auch nicht zum erstenmal der Fall in der laufenden Saison. ich weiss jede menge Kritik.

    • Hi Andi1860,

      nun ja, dass Köllner von der Not-Verteidigung gegen Haching wegen der Gelbsperren von Salger und Willsch wieder auf die eingespielte Abwehrformation zurückgegriffen hat, finde ich jetzt schon ganz normal. Dann blieb noch Neudecker zu ersetzen, da fand ich Greilinger jetzt auch keine so schlechte Alternative. Trotzdem frage ich mich langsam, wann Staude mal seine Chance kriegt.

      Köllner wechselt, manchmal zu spät. Da finde ich, hast Du nicht unrecht.

      Mach’s gut und viele Grüße

      Thomas

  2. Lieber Thomas Enn, ich empfehle, auch die folgenden Songs der grandiosen Scheibe zu hören…you give me all I need, Cant live without you und natürlich: there is no one like you…

    Ansonsten gute Analyse und Ausblick, vor allem auch der wichtige Aspekt, dass nicht der Blackout eines Einzelnen über die Saison entscheidet.

    So, ich lade mir jetzt den ersten Song von Seite B des Albums runter…

    • Servus Schwa7,

      Deine Name weckt Erinnerungen an ein Stück Münchner Kneipengeschichte! Nach dem 3:3 Derby anno 1997 (das mit dem Böhme Tor) habe ich mir in Dir derartig die Lichter abgeschossen, weil das S3piel hätte einfach gewonnen werden müssen… Ich habe die Blackout von den Scorpios tatsächlich nur auf CD. Aber ich nehme an, Dynamite ist der erste Song der B Seite. Auch ein großer Hit!

      Zurück zum Fußball: Da sind wir genau einer Meinung!

      … you’re Dynamite …

      Servus

      Thomas

  3. Blackout hin oder her…Es fehlen die Tore weil ein Stefan Lex viel zu viele gute bis sehr gute Möglichkeiten in jedem Spiel liegen lässt ! Ein weiterer tonischerer Stürmer neben Sascha hätte diese Saison gereicht um mindestens Platz 2 und den Wiederaufstieg zu erreichen.
    Handlungsbedarf zu kommenden Saison !

    • Hi United Sixties,

      da könntest Du möglicherweise Recht haben…

      Ich hatte ja da auf Staude gehofft, aber der kommt auch immer erst auf’s Feld, wenn die Spiele schon gelaufen sind.

      Mal schauen, was sich Gorenzel/Köllner da noch einfallen lassen. Nix gegen Sascha, aber die Last des Toreschießens kann einfach nicht alleine auf seinen Schultern liegen.

      Servus

      Thomas

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