Neun Niederlagen am Stück kassierte die Löwen in der Saison 1969/70 vom 5. bis zum 13. Spieltag. Vom Glanz vergangener Tage war wenig übrig, obwohl die Meisterschaft ja noch gar nicht so lange zurücklag. Schon früh war klar, dass sich Sechzig in der Tabelle diesmal nach unten würde orientieren müssen. Am Ende stand tatsächlich der Abstieg des TSV 1860 München in die Regionalliga Süd – und das als amtierender Derbysieger!

Falsche Personalentscheidungen

Nachdem 1968 bereits mit Rudi Brunnenmeier, Hans Küppers und Bubi Bründl drei Leistungsträger den TSV 1860 verlassen hatten, folgten nun sechs weitere Meisterlöwen. Ohne Fredi Heiß, Hans Rebele, Bernd Patzke, Hans Reich, Peter Grosser und Rudi Steiner fehlte sichtlich die Struktur, aber auch die spielerische Klasse bei den Löwen. Von der Meistermannschaft waren nur noch Petar “Radi” Radenkovic, Zeljko “Peru” Perusic, Manni Wagner und Rudi Zeiser übriggeblieben und die Neuzugänge ließen zu weiten Teilen die Qualität vermissen, die es in der Bundesliga gebraucht hätte. Heiß und Kohlars wurden zwar nach der vorhin angesprochenen Niederlagenserie reaktiviert, die Abwärtsspirale konnten sie jedoch auf lange Sicht auch nicht aufhalten.

Gleich drei Trainer veschliss der Verein innerhalb kürzester Zeit: Fritz Langner und Hans Pilz konnten der Mannschaft keine entscheidenden Impulse verleihen und auch Rapid-Legende Franz „Bimbo“ Binder konnte trotz einer zwischenzeitlichen Hoch-Phase das Unvermeidliche nicht abwenden.

Abstieg in die Regionalliga Süd

Nach 34 Spieltagen hatte der TSV lediglich 25:43 Punkte gesammelt – zu wenig für den Klassenerhalt! Zusammen mit dem Tabellenletzten Alemmania Aachen stieg das Gründungsmitglied der Bundesliga in die Zweitklassigkeit ab. Trainer Binder kommentierte die Situation mit seinem Wiener Schmäh süffisant:

„Wann da Herrgott ned wui, geht gor nix.“

Meister wurde übrigens Borussia Mönchengladbach vor dem Verein aus der Seitenstraße, Hertha BSC und dem 1. FC Köln.

Derbysieger TSV 1860 München

Vier Punkte fehlten dem Lokalrivalen also am Ende auf die Meisterschaft, zwei davon ließen sie heute vor 51 Jahren im Derby liegen. Gegen den kriselnden Nachbarn sahen viele Spieler der Roten wohl “a gmahde Wiesn” – und das rächte sich! Der reaktivierte Routinier Wilfried Kohlars brachte den TSV 1860 in der 12. Minute mit 1:0 in Führung, ehe “Mr. Fallrückzieher” Klaus Fischer in der 22. Minute den zweiten Treffer folgen ließ. Der junge Stürmer aus dem Bayerischen Wald war ohnehin der Spieler der Saison: Als einziger Akteur stand er bei allen 34 Partien auf dem Platz und erzielte dabei 19 Tore. Nach dem Abstieg wechselte Fischer zum FC Schalke 04.

Obwohl Ohlhauser kurz nach dem Seitenwechsel noch für die Seitenstraßler verkürzte, hieß der Derbysieger am 07.03.1970 TSV 1860 München. 44.000 Zuschauer im restlos ausverkauften Grünwalder Stadion boten einen würdigen Rahmen für den prestigeträchtigen Sieg, für den sich die Löwen am Ende der Saison jedoch nichts kaufen konnten.

Die Aufstellung der Löwen

Trainer Franz Binder schenkte im Derby folgender Mannschaft sein Vertrauen:

Radenkovic – Kroth, Perusic, Blankenburg, Zeiser – Schmidt, Kohlars, Berg, Heiß – Hiller, Fischer

Tore:
1:0 Kohlars (12.), 2:0 Fischer (22.), 2:1 Ohlhauser (49.)

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