Wie bereits den ganzen Tag über erwartet wurde, hat Geschäftsführer Manfred Paula am heutigen Dienstag Abend über die Anwaltskanzlei Anchor beim Amtsgericht München, genauer bei der dort zuständigen Abteilung für Insolvenz-, Sanierungs- und Restrukturierungsverfahren für die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA Insolvenz angemeldet. Um 18.00 Uhr war eine interne Frist verstrichen, die Gesellschaft noch zu retten. Die finale Bestätigung für die Insolvenzanmeldung erfolgte aber erst kurz vor 21 Uhr. Vorherige Meldungen (z.B. in der tz) über diesen Schritt waren reine Spekulation. Mit dem beim Amtsgericht vollzogenen Schritt könnte die über 24jährige Geschichte der aus dem Gesamtverein ausgegliederten Profifußballabteilung der Löwen in naher Zukunft zu Ende gehen. Zuvor hatten Gerüchte über eine doch noch mögliche Rettung der Gesellschaft in verschiedenen Medien die Runde gemacht.
Beschluss und Gründung der KGaA im Jahr 2002
An dieser Stelle ein kleiner Rückblick: Am Montag, den 18. Februar 2002 stimmte die damals – anstatt der Vereinsmitglieder, wie mittlerweile – zuständige Delegiertenversammlung des e.V. bei einer Versammlung im Löwenbräukeller der Ausgliederung der Profifußball-Abteilung aus dem Gesamtverein zu, um – wie es damals hieß – “den wirtschaftlichen Spielbetrieb” des Bundesligisten professioneller aufzustellen. 122 von 142 Deligierte (86%) votierten für die Ausgliederung, die vor allem vom damals quasi allmächtigen Präsdidenten Karl-Heinz Wildmoser vorangetrieben worden war. Entsprechend wenig überraschend waren die ersten beiden Geschäftsführer der Gesellschaft sein Sohn Karl-Heinz Wildmoser junior (für den sportlichen Bereich) und Detlev Romeiko (für den kaufmännischen Bereich). Knapp fünf Monate später, am 15. Juli 2002 wurde die GmbH offiziell unter der Nummer HRB 143565 in das Handelsregister des Amtsgerichts München eingetragen.
Finanzbedarf wegen des Baus der Arena
“Diese Ausgliederung gibt uns die Möglichkeit, auf dem Lizenzmarkt bestehen zu können”, wurde Wildmoser noch an jenem Montagabend zitiert. Im Jahr zuvor hatte sich 1860 auf das Projekt eines gemeinsamen Stadionbaus mit dem FC Bayern eingelassen, wofür Geldquellen erschlossen werden mussten, um die Hälfte der insgesamt 340 Millonen Baukosten zu stemmen. Sämtliche Aktien der neuen KGaA hielt zunächst der Mutterverein. Das Grundkapital betrug 2,6 Millionen Euro. “Diese Form gibt uns auch die Möglichkeit der Haftungsbeschränkung”, betonte der zu diesem Zeitpunkt bereits zehn Jahre amtierende Löwenpräsident und hob hervor, dass mögliche finanzielle Engpässe des ausgegliederten Lizenzbereichs damit keine Auswirkungen auf die Amateurabteilungen hätten.
Gerüchte über eine Doch-noch-Rettung
Zurück in die Gegenwart und in die harte Realität für die KGaA: Am Dienstag Nachmittag hatte die tz über eine “Last-Minute-Wende bei 1860” spekuliert. Ein Gerücht, das von anderen Medien bereitwillig und anscheinend ungeprüft aufgegriffen wurde. Nach exklusiven Informationen der Zeitung sei die HAM-Seite heute noch einmal auf die Vertreter des e.V. zugegangen. Ein Deal, der angeblich hinter den Kulissen diskutiert wurde, ließe sich, laut tz auf eine einfache Formel herunterbrechen: “Entschuldigung gegen Rückgabe der Anteile”. Demnach sei Hasan Ismaik bereit gewesen, auf die Wunschlösung des Vereins einzugehen und seine Anteile zurückzugeben. Unter der Voraussetzung, das Präsidium formuliere eine Entschuldigung für den Umgang mit ihm in den vergangenen 15 Jahren der erfolglosen Zusammenarbeit. Nach sechzger.de-Informationen hat es solche Verhandlungen im Hintergrund am Dienstag aber nicht mehr gegeben. Einem Artikel der SZ zufolge, der am um 18 Uhr veröffentlicht wurde, könnte es sich bei dieser Geschichte um ein PR-Manöver von Ismaiks neuer Kommunikationsagentur gehandelt haben, die für sich wirbt: „Mit unserer Arbeit verhindern wir Imageschäden – in jedem Fall minimieren wir deren Auswirkungen.“
Wie geht’s nun weiter?
Nachdem die TSV 1860 KGaA nun also Insolvenz beantragt hat, wird dieser Antrag zunächst durch die Geschäftsstelle beim Amtsgericht bearbeitet. Entsprechend der Reihenfolge des Eingangs, erhält der Antrag ein Aktenzeichen. Anhand der laufenden Nummer dieses Aktenzeichens wird er dann dem gemäß Geschäftsverteilungsplan zuständigen Richter vorgelegt. Es handt sich also um Zufall, welcher Antrag bei welchen Richter landet. Das ist nicht beeinflussbar. Klingt nach sehr viel formaler Bürokratie. Praktisch und konkret wird es dann wieder, wenn es um den Insolvenzverwalter geht, den besagter Richter bestellen muss. Dieser Insolvenzverwalter verschafft sich im nächsten Schritt zunächst einen Überblick über die konkrete finanzielle Situation. Dabei geht der Blick natürlich insbesondere in Richtung der Gläubiger, denen die zahlungsunfähige Gesellschaft Geld schuldet. Bei 1860 denken wir da natürlich sofort an die vielen Fans, die für die kommende Saison eine Dauerkarte für die 3. Liga bestellt – und bezahlt – haben. Und die nach dem 3. Juni diese Dauerkarte wieder stornierten. Darüber hinaus gibt es aber eine Vielzahl weiterer Gläubiger mit teilweise hohen Einzelforderungen. Und da sind durchaus ein paar Kuriositäten dabei. Wie zum Beispiel der Verein Rosenborg Trondheim, der (laut BILD-Zeitung) noch einen nennenswerten Teil von 2,25 Millionen Euro für eine Ablöse von den Löwen fordern kann. Ablöse wofür? – Es geht um den Wechsel des Stürmers Christian Gytkjaer im Winter 2017 an die Isar. Der Norweger ist unter anderem für ein sehenswertes Kopfballeigentor auf dem Betzenberg in Kaiserslautern im April 2017 im Gedächtnis der Löwenfans geblieben. Dieses Tor führte zu einer 0:1-Niederlage auf dem Weg in Richtung Zweitligaabstieg – und späterer “4”.
Erklärung der KGaA zur 1860 Insolvenz
Eine Erklärung oder Pressemeldung der KGaA steht aktuell noch aus. Sobald diese verfügbar ist, reichen wir sie hier nach. Darüber hinaus halten wir Euch auch über alle weiteren Entwicklungen natürlich stets zeitnah und aktuell auf dem Laufenden!











Ich mach mir jetzt auch eine Flasche auf.Endlich ist der Wahnsinn zu Ende,Diese Kgaa war wohl der größte Fleischwolf in der Geschichte des deutschen Fußballs.Wer sich hier alles versucht hat und sich dabei blaue Augen geholt hat,das sucht seinesgleichen.Da war selbst der kleine Teppichhändler aus Nürnberg ein Waisenknabe dagegen.Ich glaube daran,das es jetzt besser wird.Nur raus aus diesem HAMsterrad.
Jetzt sind wir also wieder einen Schritt weiter. Wenn ich dran denke, wie viele Schritte da noch vor uns liegen, wird mir allerdings schlecht. Die KGaA löst sich damit ja nicht in Luft auf. Und dieses kleine Thema mit der Merchandize GmbH gibt es da ja auch noch.
Jetzt können alle Spieler mit gültigem Vertrag bei der KGaA jederzeit wechseln, oder?
Mir wird Angst und Bange um unseren TSV.
Zusammenhalt unter Löwen wichtiger denn je, alle in einem Boot zu neuen Ufern!
Mut ist der Weg zur Freiheit und die Zuversicht ihr Begleiter
💪🦁🤍💙
Die nächsten Wochen werden die Hölle in puncto Zerrissenheit der Fangemeinde. Aber ab dann besteht die Chance, dass wir wieder ein normaler Verein werden.
Freiheit für Sechzig!
Wenn Man sich vorstellt das die KGaa vom ersten Tag an eigentlich Pleite war , wo man sich selbst Kugelschreiber und Papier aus der Vereinsgeschäftsstelle leihen musste ist es Eigentlich ein Wunder das dieses Konstukt so lange Künstlich am Leben gehalten wurde .
Mit Verlaub, du schreibst dümmliches Zeug.
Aber jedem seine Meinung.
Warum, kannst du faktische Dinge aufzeigen?
Ich erlaube mir hier ein herrliches Weißbier auf die Zukunft zu öffnen.
Auf die Löwen!
Ich hab mehr Vertrauen in die Insolvenz als jemals in Hasi und mögen die Befreiung beginnen
War nicht der e.V. einer der beiden Gesellschafter der KGaA?
Das scheinen hier die Meisten zu vergessen.
Wer hatte die Mehrheit im AR, hat jegliche Neuverschuldung durchgedrückt? Wer hat uns zweimal in die 4 geschickt?
Jetzt wäre es eigentlich Zeit nach vorne zu schauen und nicht mehr zurück!
Für die einen gilt: Wir haben nun keinen Hasan mehr, den wir als Sündenbock vor uns her schieben können, sondern sind ab jetzt für unser Tun selbst verantwortlich!
Für die anderen gilt: Wir haben nun keinen Hasan mehr, auf den wir hoffen dass er die Rechnungen bezahlt während wir uns ausruhen, sondern sind jetzt für unser Tun selbst verantwortlich.
Sechzig München ist jetzt wieder Herr im Hause Sechzig München.
Es gibt viel zu tun, das erste was wir tun können ist, gemeinsam nach vorne zu schauen. Nicht mehr zu fragen: Was kann 1860 für mich tun, sondern was kann ich für 1860 tun?
Wir haben jetzt doe Stunde 0. Alles auf Anfang.
Jetzt liegts an uns. An allen, die den Löwen im Herzen tragen!
Liebe “Berufsjubler”, dieser kleine Scherz sei mir gestattet, bei einer Insolvenz gibt es einige Szenarien, denen ein Insolvenzverwalter folgen kann.
Erst nach genauester Prüfung des Sachverhaltes wird er einen Weg wählen.
Lassen wir uns überraschen.
Zum Jubeln ist es noch viel zu früh.
wer jetzt nicht jubelt, ist selber Schuld! endlich frei…ich kanns immer noch nicht fassen….aber klar, es wird noch Einiges kommen, Klippe, Schwierigkeiten, etc.
aber es gibt NIX, was wir mit unserem Herzblut, mit unseren Gremien und mit harter Arbeit und einem GEMEINSAM nicht schaffen können!
sei gewiss
Natürlich, aber du musst auch zugeben dass die Chance den Teufelskreis zu durchbrechen, da ist 😉
Ehrlich gesagt sehe ich da nicht so viele Optionen.
Zu welchem anderen Ergebis als der schnellstmöglichen Liquidierung aller Assets und Löschung soll denn der Insolvernzverwalter kommen? Wie um alles in der Welt soll es da eine Fortführungsperspektive geben?
Mir ist tatsächlich auch nicht so recht zum jubeln zu Mute, auch wenn ich den Schritt unter den sich bietenden Umständen als richtig ansehe. Aber mich würde schon interessieren, welche Szenarien du da siehst.
Meine präferierte Lösung wäre ein Verkauf Ismaiks Anteile an den e.V. samt Schuldenschnitt gewesen, da das den Spielbetrieb und die Verwaltung einfacher gemacht hätte.
Auf der anderen Seite steht die KGaA mit dem Mitgesellschafter Ismaik auch symbolisch für mich für die schlimmste Phase unserer jüngeren Geschichte und deshalb weine ich dem Konstrukt im Falle einer Liquidierung keine Träne nach.
Jetzt kommt viel Arbeit auf das Präsidium zu und Ismaik/Gauweiler werden uns wohl auch noch sehr lange beschäftigen und viel Unruhe stiften. Aber wir schaffen das, denn W.S.D.V!
Wenn die Aussage von Herrn Walch auf der MV so zu deuten ist, dass HAM und db24 gemeinsame Sache gemacht haben, ist die Chance groß das dort der Geldhahn auch zugedreht wird.
Hab ich da was verpasst? Was hat Walch denn gesagt?
https://www.instagram.com/reel/DZ4ummbIWJp/?igsh=MXV0dWtqZjFvdjJuMg==
Das ist dann jetzt eben so. Wir brauchen dringend einen guten Insolvenzverwalter. (Edit: Der muss noch nicht mal parteiisch für uns sein. Wenn der professionell, gesetzlich agierend und neutral ist, reicht das völlig)
Bis zu Letzt konnte man sich nicht einigen. Und aus den öffentlich verfügbaren Informationen kann man klar die Leute unterscheiden, die redlich und professionell agiert haben, damit 1860 als Ganzes sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg hat. Und die, die das nicht getan haben.
Charaktere definieren sich durch ihre Handlungen.
Hasan Ismaik hinterlässt eine insolvente KGaA in der Regionalliga und (Edit: eventuell) jede Menge Gerichtsverfahren. Als er kam, war es eine insolvente KGaA in der zweiten Liga. Schade um die 15 Jahre.
Treffender wie mit deinem Fazit kann man es nicht formulieren. 15 verlorene Jahre (die ja in der Schwammerlliga auf Augenhöhe mit dem spanischen FCBäh münden sollten :):) )
Bleibt uns der Löwenmut verbunden mit der Hoffnung, dass es endlich selbstbestimmt vorwärts geht. Unsere Führung genießt mein Vertrauen, was da in den letzten Wochen bewegt wurde verdient höchsten Respekt – wenn sie so konsequent weitermachen, ist mir vor der Zukunft nicht bange.
2. Liga, 3. Liga verlorene Jahre?
So schlecht war das nicht!
Die nächsten Jahre wird man wahrscheinlich viel treffender als verlorene Jahre ansehen und es ist sehr fraglich, ob der Verein im nächsten Jahrzehnt überhaupt wieder in die dritte Liga aufsteigen kann.
Der Verein ist gespalten und die Führung trägt leider nicht wirklich Verantwortung und wird irgendwann verschwinden.
Wir werden es sehen und ich kann mich auch noch gut an die lange Durststrecke in der Bayernliga erinnern.
Ich glaube damals gab es sogar noch mehr Hoffnung als jetzt, auch wenn man das jetzt nicht wahr haben möchte.
Möglicherweise wird es ein Ende mit Schrecken, aber zum Glück kein Schrecken ohne Ende.
Das Schrecken ist hoffentlich nach 15 Jahren zu Ende 😉
Kann sich noch jemand an 2011 erinnern, als wir in der alten Stawi die damals mutmaßliche Insolvenz gefeiert haben?
Freiheit für Sechzig, weg mit der HAMmelbande! Auf bessere Zeiten, beginnend mit bodenständigen, verwurzelter Arbeit
Sechzig war schon immer frei und die Löwen waren auch niemals dafür bekannt, dass sie nicht tun und lassen konnten was sie wollen.
Leider hat der Verein nach der Meisterschaft 1966 – und da war Ismaik noch nicht mal geboren – immer in der Führung große Probleme gehabt.
Mit Geld könnte man leider noch nie gut umgehen und verdiente Spieler konnten nach der Spielerkarriere nie gut im Verein eingebunden werden.
Ich weiß nicht, wie man jetzt darauf kommt ohne Geld plötzlich erfolgreich zu werden.
Einen einzelnen Schuldigen ausmachen und auf 1x ist alles gut?
Eine Insolvenz ist keine Befreiung.
Kein Geld zu haben ist nämlich die größte Einschränkung überhaupt.
Mal schauen wann das Erwachen kommt