Mit dem Spielort, an dem die Amas morgen Abend den nächsten Auswärtssieg in der Bayernliga Süd unter Dach und Fach bringen wollen, verbinden die meisten Löwenfans zwei sehr unterschiedliche Erinnerungen der jüngeren Fußballhistorie in weiß und blau. Eine sehr positive und eine sehr negative. Geprägt sind diese beiden Erinnerungen von zwei Spielen der ersten Mannschaft des TSV 1860 – in Pipinsried. Wir sind gespannt, welches “Pipinsried-Kapitel” das Team von Alper Kayabunar der Geschichte morgen Abend ab 18.15 Uhr hinzufügen wird.
Regionalliga-Meisterschaft vor der Naturtribüne
Der 5. Mai 2018 war ein großartiger Tag. Durch einen souveränen 3:0-Erfolg in Pipinsried sicherten sich die Löwen vorzeitig die Meisterschaft in der Regionalliga Bayern. Und damit die beiden Relegationsspiele gegen den 1. FC Saarbrücken, die letztlich dann zum Aufstieg in die 3. Liga führten. Da besondere Ereignisse besondere Maßnahmen erfordern, wurde am Ort des Geschehens im Dachauer Hinterland das – leicht abschüssige Feld – gegenüber dem Stadion an der Reichertshausener Straße zu einer Naturtribüne umgestaltet, von der aus die Löwenfans Sascha Mölders & Co. beim letzten Schritt zum Regionalliga-Titel zuschauen konnten. Über 7.000 Besucher (was etwa das dreifache der üblichen Kapazität der Anlage bedeutete) wohnten dem Ereignis bei und feierten nachher glückseelig die Meisterschaft auf dem Rasen. Für alle die dabei waren ein unvergessliches Erlebnis.

Peinliches Scheitern im Totopokal
Ganz anders dagegen die Erinnerung an den 18. November 2023. An einem kalten und grauen November-Samstag blamierte sich das Team von Trainer Maurizio Jacobacci beim zwei Klassen tiefer spielenden Bayernligisten im Viertelfinale des Landespokals bis auf die Knochen und verschenkte – wieder einmal – frühzeitig die Chance, sich für den lukrativen DFB-Pokal in der Folgesaison zu qualifizieren. Das Tor für Pipinsried fiel schon nach fünf Minuten, die letzte halbe Stunde war 1860 in Überzahl und in der 83. Minute vergab Albion Vrenezi auf klägliche Weise einen Strafstoß. Ein Tag, über den wir nun lieber den Mantel des Schweigens hüllen wollen.

Bilanz der Amas gegen Pipinsried
Die Amas, um die es in diesem Beitrag ja gehen soll, trafen in der oben angesprochenen Saison 2023/24 natürlich – wie die Profis im Pokal – auch auf den FC Pipinsried. In der Bayernliga Süd. Und sie machten ihre Sache deutlich besser, als die Drittligastars. Einem 0:0 im Heimspiel (im August) folgte im Frühjahr 2024 ein 2:0-Sieg für Sechzig beim FCP. Zwei erfolgreiche Spiele der insgesamt ausgeglichenen Bilanz zwischen 1860 II und Pipinsried.
Sechsmal traf man in den letzten sechs Jahren aufeinander und es gab zwei Siege, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen – logischerweise aus Sicht beider Vereine. Den Freunden der Amas dürfte vor allem das letzte Aufeinandertreffen Anfang Mai dieses Jahres noch in Erinnerung sein. Damals kassierte die Mannschaft von Felix Hirschnagl am 32. Spieltag die erste Saisonniederlage in Pipinsried (1:2), was letztlich vielleicht mitentscheidend dafür war, dass man im Saisonfinale den lange belegten Spitzenplatz noch an den FC Memmingen abgeben musste.
Amas noch ungeschlagen, Pipinsried mit guter Bilanz
Morgen Abend wollen die Amas es besser machen, als vor dreieinhalb Monaten und damit an den jüngsten 3:0-Auswärtserfolg bei den Sportfreunden Schwaig vom vergangenen Freitag Abend anknüpfen. Mit der breiten Brust eines ungeschlagenen Spitzenteams und der Bilanz von drei Siegen und einem Unentschieden fahren die Junglöwen in den Nordwesten der Landeshauptstadt. Aber auch die Gastgeber dürfen zufrieden auf den bisherigen Verlauf der Saison blicken. In bislang fünf Ligaspielen gelangen zwei Siege, zwei Unentschieden und man musste nur eine Niederlage hinnehmen. Daheim gegen Landsberg. Zuletzt war Pipinsried vorgestern beim FC Ismaning zu Gast und kam dort zu einem 3:3. Allerdings gab man dort in den letzten zwanzig Minuten eine 3:0-Führung noch aus der Hand. Ein Indikator für Defeizite bei der Fitness? U21-Trainer Kayabunar wird über die möglichen Schwächen der morgigen Gastgeber Bescheid wissen.
Im Totopokal gegen Burghausen
Ein (kleines) Ausrufezeichen konnte Pipinsried in der noch jungen Spielzeit 25/26 kürzlich im Totopokal setzen. In der 2. Runde bezwang man vergangene Woche den letzjährigen Bayernligameister und Aufsteiger FC Memmingen mit 5:1. Im Achtelfinale des Landespokals, das erst am Montag dieser Woche ausgelost wurde, empfängt man in Pipinsried nun den Ligakonkurrenten SV Wacker Burghausen.
Erst Pipinsried – dann Aachen
Dass zu diesem Spiel gegen Burghausen Ende August dann ein paar mehr, als die nur 246 Zuschauer, die das Pokal-Schützenfest gegen Memmingen miterlebten, den Weg an die Reichertshauser Straße finden, wäre beiden Teams durchaus zu wünschen. Ein paar mehr Besucher werden es sicher auch morgen Abend um Viertel nach sechs sein, wenn unsere Amas auflaufen. Der eine oder andere Fan des TSV 1860 dürfte den Vorabend der womöglich geplanten Reise nach Aachen (wo am Samstag Nachmittag bekanntlich die Profis um die nächsten Drittligapunkte kämpfen) nutzen, um den hoffentlich ersten Löwensieg des Wochenendes live mitzuerleben.











In der BFV-App steht Anpfiff um 18.15 Uhr.
Danke Dir!
Habe es korrigiert.
Besser spät, als nie. 😉