Gleichwohl das Medieninteresse an der heutigen LÖWENRUNDE vor dem morgigen innerstädtischen Duell zwischen dem TSV 1860 und Türk Gücü größer war, als sonst, wurde die Presserunde in rekordverdächtigen 17 Minuten erledigt. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass die berichtende Zunft heiß ist auf den rollenden Ball und weniger auf warmen Worte.

Wie die von Günter Gorenzel, der zum Auftakt an den Tod von Diego Maradonna in dieser Woche erinnerte. Durch solche Ereignisse würden sich Dinge relativieren und sich die Frage mehr als sonst stellen, was wirklich wichtig sei im Leben. Dass die Mannschaft des TSV 1860 morgen in weißen Weihnachtstrikots auflaufe und man damit den “Helden der Gesellschaft 2020”, also insbesondere Menschen in Pflegeberufen, danken wolle, zeige, deutlich, worauf es in diesen Zeiten ankäme. Die ganz aktuelle sportliche Situation bei den Löwen verglich der Österreicher mit einer Bergtour, bei der es nicht “…diretissima auf den Gipfel hinaufgeht. Man hat auch Umwege zu gehen.” Den mitunter etwas überzogenen Erwartungen von manchen Fans und Medien in München führte Gorenzel den sportlichen Vergleich zur vergangenen Saison vor Augen: Nach zwölf Spielen hatte man im Oktober 2019 fünf Punkte weniger und ein um 13 Tore schlechteres Torverhältnis, als heute. “Die Entwicklung der Mannschaft ist nach dem Umbruch im Sommer aber keineswegs abgeschlossen”, betonte Gorenzel.

Für Trainer Michael Köllner, der im morgigen Spiel personell wieder aus dem Vollen schöpfen kann – außer Tim Linsbichler sind alle Löwen im Mannschaftstraining; Martin Pusic steht mit einer Handschiene zur Verfügung, an die er sich mehr und mehr gewöhnt  – ist die Frage, ob am Dienstag in Paderborn ein Punkt gewonnen oder zwei verloren wurden, nach wie vor nicht klar entschieden. Insgesamt zog er dann aber doch ein positives Fazit des Verl-Spiels und wünscht sich, dass seine Mannschaft gegen Türk Gücü den nächsten Schritt geht und “mehr Lockerheit im Offensivspiel entwickelt”. Dazu beitragen könnte sicher auch die Tatsache, die übertriebenen Druck von der Mannschaft nimmt, dass nämlich für Köllner im morgigen Spiel defintiv nicht darüber entschieden wird, wer die Nummer Zwei im Münchner Fußball ist, wie es vom Gastverein jüngst verbreitet wurde. Er akzeptiere, dass die Partie für viele Fans eine hohe Bedeutung habe, aber es kribbele vor dem Duell mit dem Aufsteiger beim Löwendompteur nicht mehr, als vor jedem anderen Spiel. Dies kann der Vertreter von sechzger.de, der Euch diese Zeilen widmet, zu 100% nachvollziehen. Den Löwenfans sollte ja sowieso klar sein, wer – in puncto Treue, Leidenschaft, Support und Verankerung in der Stadtgesellschaft – die unangefochtene Nummer Eins in München ist. Der zweite Platz beschäftigt uns nicht wirklich, oder?

 

 

2 KOMMENTARE

  1. mal eine andere Pk wie sonst in den letzten Monaten. ich kann den Ausführungen von Michael Köllner schon ein Stück weit folgen: etwas den Druck vor dem Spiel raus nehmen.

  2. “Den Löwenfans sollte ja sowieso klar sein, wer – in puncto Treue, Leidenschaft, Support und Verankerung in der Stadtgesellschaft – die unangefochtene Nummer Eins in München ist. Der zweite Platz beschäftigt uns nicht wirklich, oder?”

    Genau so. TG ist ein “Projekt”, das eine Halbwertszeit wie ein iPhone besitzt. Spielzeug eines Menschen, der Handschlagqualität genauso missen lässt, wie Anstand (laut SZ Artikel von gestern bzgl des Maurer-Gerichtsverfahrens).

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