Langweilig wird es beim TSV 1860 München nicht, so viel kann man auf jeden Fall festhalten. Nach der ersten Niederlagenserie der neuen Saison wurden sowohl Trainer Patrick Glöckner als auch Geschäftsführer Christian Werner gestern freigestellt. Alle News zu den Löwen gibt es zum Beginn einer neuen Woche im Überblick.
Berichterstattung zur Niederlage in Aue
0:2 hieß es aus Sicht der Löwen am Samstag gegen Erzgebirge Aue. Eine bittere Niederlage, da auch durchaus ein Auswärtssieg im Bereich des Möglichen gewesen wäre. Die Giesinger Gedanken beschäftigen sich vor allem mit diesem Umstand und dem Pech, das die Löwen am Samstag hatten. Nach den neuesten Erkenntnissen (siehe unten) sind einige Fragestellungen allerdings bereits wieder obsolet.
Außerdem sind in der Video- und Fotogalerie die schönsten Eindrücke vom Auswärtsspiel zu finden und in den Stimmen zum Spiel äußern sich verschiedene Protagonisten zur Niederlage in Aue.
Glöckner und Werner entlassen
Der TSV 1860 München hat sich nach der dritten Niederlage in Folge von Trainer Patrick Glöckner und Geschäftsführer Christian Werner getrennt. Insbesondere die Entlassung von Werner sorgte gestern für überraschte Gesichter. Am Vormittag wurde die Meldung verschickt, seitdem diskutieren die Löwenfans fleißig über die getroffenen Entscheidungen.
Kayabunar und Paula übernehmen zwischenzeitlich
Alper Kayabunar wird die Löwen in den Spielen gegen Viktoria Köln und Wehen Wiesbaden als Trainer betreuen. Das gab der TSV 1860 kurz nach der Entlassung von Patrick Glöckner bekannt. Kayabunar trainiert die U21 in der Bayernliga Süd, bislang verläuft die Spielzeit dort äußerst positiv. Auch für Werner wurde ein zwischenzeitlicher Ersatz gefunden. Bis ein neuer Geschäftsführer bestellt wurde, übernimmt die anfallenden Aufgaben und Entscheidungen Manfred Paula.
News aus der 3.Liga
Der 8.Spieltag
Die 3.Liga ist und bleibt verrückt. Das zeigt auch der 8.Spieltag wieder eindrucksvoll auf. Während Cottbus am Freitagabend mit 5:0 gegen Stuttgart II gewann, setzte sich Waldhof Mannheim überraschend deutlich gegen Rot-Weiss Essen durch. 6:1 hieß es am Ende aus Sicht der Gastgeber. Weiter an der Spitze liegt Duisburg, die das Spiel gegen Ingolstadt drehten und mit 2:1 siegten. Der nächste Löwen-Gegner Viktoria Köln trennte sich zuhause mit einem 0:0 vom VfL Osnabrück. Regensburg gewann gegen Verl, Aachen deutlich in Schweinfurt.
Der TSV 1860 München liegt derzeit auf Rang 10 mit 11 Punkten.











Ich war ja der Meinung, dass man bis zum 12. Spieltag mit PG als verantwortlichem Chef-Trainer weitermachen sollte, weil ich nach wie vor glaube, dass der nächste Trainer – egal wer es schlußendlich wird – halt auch nur mit dem vorhandenen Kader, den sein Vorgänger zusammengestellt hat, arbeiten kann.
Und die Vergangenheit hat mehr als einmal überdeutlich bewiesen, dass diese fast schon traditionelle Hire & Fire-Personalpolitik maximal kurz- aber halt niemals langfristig funktioniert hat.
So wurde in der 2. Liga gehandelt, als zum Schluss beinahe schon im Vierteljahres-Rhythmus die “Heilsbringer”, “Feuerwehrmänner”, “Retter” verpflichtet und kurz danach schon wieder entlassen wurden.
PG ist bereits der fünfte Coach (Biero, Köllner, Jacobacci, Giannikis) in der achten Drittliga-Saison, den man mit großen Erwartungen verpflichtet hatte. Kayabunar wird Nummer Sechs und dessen Nachfolger somit der siebte Trainer für unsere ambitionierten Ziele “sportliche Entwicklung” und “Aufstieg in die 2. Liga”.
Sieben Trainer in acht Drittliga-Spielzeiten.
Sollte einem zu denken geben.
Was will man machen, wenn es am Ende doch nicht passt? Ich arbeite selbst in einem Unternehmen als “Chef” und bin auch in die Einstellung neuer Mitarbeiter involviert. Ich kann Dir gar nicht sagen wie oft es vorkommt, dass neue Mitarbeiter eingestellt werden, weil auf den ersten (und auch auf den zweiten) Blick alles perfekt passt. In der Theorie. Man stellt aber dann nach einigen Wochen fest, dass nicht alles gold ist was glänzt und man muss reagieren. Nun hat man in einer Firma mehr Möglichkeiten die Arbeit zu beurteilen und außerdem gibt es für solche Fälle die Probezeit. Wie sieht es denn da im Fußballgeschäft aus? Das Training, die Reden, die Pressekonferenzen, die Außendarstellung kann alles wunderbar sein. Sogar die ganze Mannschaft kann den Trainer mögen. Wenn der Trainer aber keine Spielphilosophie entwickelt und es keine Fortschritte bzw. Entwicklung nach vorne gibt. Was soll man denn da machen? Und da ist es auch egal ob der Trainer Jacobacci, Giannikis oder Glöckner heißt. Wenn es nicht passt, dann passt es nicht. Bei Köllner hat es ja z.B. sehr gut gepasst – bis zu einem gewissen Zeitpunkt als er zum Schwurbler geworden ist. Das passiert leider. Und nun geht es wieder darum wieder einen passenden Trainer zu finden. Das ist nicht leicht und man wird ein paar Griffe ins Klo landen. Aber so ist das eben auf dem Arbeitsmarkt. Daher hatte ich auch letztens in einem meiner Posts gefragt: Fehlt uns bei der Auswahl der Trainer die fachliche Kompetenz oder suchen wir einfach nach den falschen Kriterien aus? Da kommt mir auch direkt der Begriff “stromlinienförmig” in den Sinn …
Du meinst, es könnte gerne mal einer mit Ecken und Kanten sein?
Meiner Meinung nach “muss” es sogar einer mit Ecken und Kanten sein. Man kann doch keinen 0815 3. Liga Trainer einem Volland und Niederlechner vor die Nase setzen. Da braucht es jemanden der auch solche vermeintlichen Stars erreicht, einbindet und zur Verantwortung zieht. Da sind solche Floskeln wie “Jeder Spieler zählt gleich” unangebracht meiner Meinung nach. Wenn du als 3. Liga Mannschaft Spieler mit 1. Liga und sogar Champions League Erfahrung hast, dann musst Du den Rest der Mannschaft auf diese individuellen Klassen einstellen und nicht diese individuellen Klassen auf eine 3. Liga Mannschaft einstellen. Das ist mit Sicherheit keine einfache Aufgabe, aber meiner Meinung kann es nur funktionieren, wenn ein Volland und ein Niederlechner die entsprechende Verantwortung auf dem Platz übertragen bekommen. Aber das muss ein Trainer mit seinem Ego und dem Mannschaftsgefüge natürlich erst einmal vereinbaren …
Am Ende fände ich es eine herrausragende Lösung wenn man Kevin oder Flo (oder beide?) unterstützt einen Trainerschein zu machen und sie als Spielertrainer fungieren würden. Das würde einige Probleme einfacher machen. Aber da muss schon viel stimmen, damit es dazu kommt.
Für einen Trainer mit Ecken und Kanten spricht allein schon, dass wir einen Trainer brauchen, dem seine Beliebtheit bei Medien und Fans egal ist. Lorant hat doch schlicht aus dem Grund funktioniert, dass ihm wurscht war, was andere von ihm denken, solange es mit den Ergebnissen passt.
Nur so kann man das Umfeld ausblenden und mit der Mannschaft arbeiten. Dass andere Aspekte Lorants heut nicht mehr zeitgemäß sind, ist vollkommen klar. Deshalb bin ich zB bei Pacult zwiegespalten. Der bringt den einen Teil mit Medien und Fans mit, aber beim Rest habe ich zweifel (taktisch, Teamführung, etc)
Und es wäre absolut sinnvoll, die Kevin und Flo als erfahrene Spieler einzubinden, um ihre Erfahrung zu nutzen und sie auch später an den Klub zu binden
Wie soll es eine Entwicklung nach vorne geben wenn schon nach 2 verlorenen Spielen die Panikmacher wieder laut werden.
Weiß auch nicht was du meinst, wenn du sagst die letzten 28 Spiele wären schlecht gewesen?!
Vielleicht sind deine Ansprüche auch zu hoch.
Wir sind nicht Real oder PSG.
Wir sind ein Drittligist mit beschränkten Finanziellen Mitteln.
Glöckner hätte noch bis nach der Englischen Woche eine Chance bekommen müssen.
Nach 2 verlorenen Spielen? Es geht nicht um die Punkteausbeute. Es geht um eine nachhaltige Lösung. Letzte Saison als PG eingestellt wurde, gab es die übliche Anfangseuphorie und man hat ordentlich gespielt. Dann kam ein Rückschlag und alle (!) restlichen Spiele der Saison waren dermaßen schlecht, dass man sie sich kaum anschauen konnte. Dasselbe spielte sich diese Saison ab. 2 Spiele gut / ordentlich gespielt dann war die Anfangseuphorie vorbei und der Trainer erreicht die Mannschaft nicht mehr. Wenn man gegen Havelse gerade so zuhause gewinnt, gegen eine Mannschaft bei denen die Hälfte noch einen regulären Job nebenbei betreibt, weil sie nicht ordentlich bezahlt werden können. Sorry, aber da muss man auch kein Real oder PSG sein. Da braucht man eine gesunde Portion Verstand, dann versteht man das auch. Wenn es bei einem “Ausrutscher” geblieben wäre, wäre ja alles kein Problem gewesen. Aber es ging ja schon los in Aachen. Ohne die rote Karte hätten wir dort sang und klanglos verloren. Danach die zweite Mannschaft von Stuttgart hatte uns im eigenen Stadion im Griff und wir haben gerade so mit Müh und Not den Ausgleich in der letzten Sekunde geschafft. Da spielen erfahrene Profis gegen junge Bubis die die ersten Schritte im Profifußball machen. Da musst du anders auftreten. Da gibt es keine Diskussion darüber. Danach der schmeichelhafte Sieg gegen Regionalligist Illertissen. Ebenfalls sehr schwere Kost anzusehen und phasenweise hat Illertissen den Ausgleich auf dem Fuß gehabt. Abermals eine nicht akzeptable Leistung von so einem Kader. Danach folgte das angesprochene Spiel gegen Havelse. Der schlechteste Kader im Profifußball und trotzdem mit mehr als Glück gerade so 3 Punkte zuhause eingefahren. Ist das dein Anspruch? Ist das der Grund warum du schreibst “Wir sind nicht Real oder PSG.” ??? Danach das Rostock Spiel – komplette Arbeitsverweigerung bis zum Zeitpunkt als Rostock sich hinten reinstellte. Selbst dann waren wir ideenlos und ungefährlich weil kein Matchplan und kein Trainerstil erkennbar war. Als nächstes die Klatsche gegen die Hoffenheim Bubis … ohne Worte. Und dann verlierst du (wenn auch etwas unglücklich aber nicht unverdient) 0:2 gegen das kriselnde Aue mit unserem Ex-Spieler Guttau als wertvollsten Spieler. Wirklich ohne Worte.
Vorallen ohne Worte wie man so etwas verteidigen kann.
Das du an meinen Verstand zweifelst ist nicht der Umgang den ich mir unter Löwen vorstelle.
Damit ist die Sache für mich dir durch.
😅👍
Warum so übertrieben dünnhäutig wegen einer relativ normalen Redewendung?
Na ja, wenn Ich das nächste Mal anderer Meinung bin als du, werde ich deinen Verstand anzweifeln. Wenn das jetzt normaler Umgang ist, Okay.
Ich glaube nicht, dass er wirklich an deiner Intelligenz zweifelt. Es ist halt so eine typisch flapsige Redewendung, die man in einem Fußball-Forum im Überschwang der Emotionen mal raushaut.
Nimm es doch nicht so wörtlich und vertragt euch wieder. Abweichende Meinungen sind hier zum Diskutieren da.
Selbstverständlich war das auf keinen Fall persönlich gemeint, sondern im Zusammenhang mit meinem Text zu verstehen: Nicht Real oder PSG sondern Verstand. Aber ich zweifle langsam schon auch, ob er es absichtlich nicht verstehen will
Diskutieren, ja genau.
Aber ich würde sein theoretisches Wissen auch nicht damit abtun das er keine Ahnung vom Fußball hat.
schöne Analyse und passender Vergleich.
Er hat ja eine große Portion Verstand! 🧠
… und Ansprüche wie Real & PSG. Zusammen.
Grundsätzlich vergleiche ich keine “normalen” Arbeitsverhältnisse mit dem Profi-Fußball-Geschäft.
Und selbstverständlich gebe ich Dir dahingehend Recht, dass es im Arbeitsleben Missverständnisse gibt, weil AG und AN sich vollkommen anderes vorgestellt hatten, als der Arbeitsvertrag unterzeichnet wurde.
Idealerweise trennt man sich dann in der Probezeit einvernehmlich und gut ist’s.
Profi-Fußball ist jedoch mit anderen Maßstäben zu messen. Man spricht ja häufig vom “Tagesgeschäft” und den “Mechanismen des Geschäfts”, wenn wieder mal Trainer und Verein keine gemeinsame Basis für eine weitere Zusammenarbeit sehen.
Dafür werden solche Jobs m.E. jedoch auch überdurchschnittlich entlohnt, was im “normalen” Arbeitsprozess eher selten der Fall ist, von oberen Management- oder Vorstands-Ebenen mal ganz abgesehen.
Du schreibst:
“Und nun geht es wieder darum wieder einen passenden Trainer zu finden. Das ist nicht leicht und man wird ein paar Griffe ins Klo landen.”
Nein, das ist in der Tat nicht leicht.
Allerdings zucke ich beinahe zusammen, wenn Du von “ein paar Griffe ins Klo landen” schreibst. Das würde ich als “Ja mei, wenn die nächsten drei Chef-Trainer a ned passn, dann hoin ma uns hoid no an Viertn, Fünft, Sechstn…” interpretieren? Liege ich damit richtig?
“Fehlt uns bei der Auswahl der Trainer die fachliche Kompetenz oder suchen wir einfach nach den falschen Kriterien aus?”
Vollkommen richtig, mal diese immens wichtige Frage zu stellen!
Das ist tatsächlich ein ganz grundsätzliches Problem, das sich hier auftut.
Und aus den Erfahrungen der Vergangenheit würde ich mal behaupten, dass sowohl das eine, als auch das andere bei 60 in hohem Maße zutrifft.
Wann hatten bzw. wer hatte einigermaßen fachliche Kompetenzen und welche Kriterien gelten bei der (Vor-)Auswahl eines neuen Chef-Trainers für die Profi-Mannschaft?
Natürlich kann man das nicht 1:1 vergleichen. Mir ging es eigentlich ausschließlich darum, dass man sich auf die eine Weise präsentiert und am Ende aber eine ganz andere Arbeit abliefert. Das liegt u.a. auch daran, dass sich Leute selbst und Ihr Können maßlos überschätzen bzw. falsch einschätzen. Das war eben bei unseren Trainern MJ, AG und PG so meiner Meinung nach. Theorie und Praxis sind vollkommen voneinander abgewichen. Bei dem Rest stimme ich Dir natürlich zu. Einen AN kannst ja auch nicht einfach so ohne Grund feuern nur weil einem die Ergebnisse nicht passen …
“Allerdings zucke ich beinahe zusammen, wenn Du von “ein paar Griffe ins Klo landen” schreibst. Das würde ich als “Ja mei, wenn die nächsten drei Chef-Trainer a ned passn, dann hoin ma uns hoid no an Viertn, Fünft, Sechstn…” interpretieren? Liege ich damit richtig?”
Nein, daher habe ich die Frage gestellt: “Fehlt uns bei der Auswahl der Trainer die fachliche Kompetenz oder suchen wir einfach nach den falschen Kriterien aus?” Wenn man nicht den richtigen Riecher hat, dann kommen Griffe ins Klo vor. Wenn man aber weiß, was man sucht und braucht, dann ist die Chance natürlich um ein weites höher einen Griff ins Klo zu vermeiden. Und da sind wir bei der Krux meiner Frage. Meiner Meinung nach waren alle 3 (MJ, AG und PG) von Anfang an zum Scheitern verurteilt, da sie nicht die passenden Eigenschaften für die 3. Liga mitbringen. Aber im Nachhinein ist es natürlich immer einfach so etwas zu sagen …
Meiner Meinung nach waren sowohl Biero als auch MK passende Trainer für uns. Bei Biero gab es leider intern Streitereien und MK hat sich selbst ins Aus manövriert. Zu diesem Trainerprofil müssen wir wieder hin.
Hattest Du wirklich große Erwartungen an Jacobacci und Giannikis?
Für meinen Teil: bei Giannikis habe ich die Chance gesehen, dass er aus wenig viel machen kann, auch in nem nervösen Umfeld. Einmal wegen seines Sachverstands, aber auch seiner Zeit in Griechenland. War aber eine innere Wette, keine Erwartung.
Jacobacci: der war einfach nur ein Fahrstuhltrainer aus einer schwachen Liga. Mehr der Typ, bei dem man sich in der Firma fragt, wie der eigentlich befördert wurde
“Jacobacci: der war einfach nur ein Fahrstuhltrainer aus einer schwachen Liga. Mehr der Typ, bei dem man sich in der Firma fragt, wie der eigentlich befördert wurde”
Das hast Du sehr gut beschrieben.
Vielen Dank. Ich würd mal sagen: wir haben alle den einen oder anderen Jacobacci in unserem Berufsleben 😉
@Stephan Tempel
Offen gestanden haben mich alle drei Entscheidungen pro Trainer – MK, MJ und AG – erstmal verblüfft.
Da ich jedoch weder über sog. Insider-Wissen verfüge, noch die damals herrschenden Situationen auf dem Trainer-Markt kannte, sprich: wer stünde überhaupt zur Verfügung, wie sieht’s mit ernsthaftem Interesse beider Seiten (!) an einer Zusammenarbeit aus, gab ich jedem neuen Trainer erstmal eine faire Chance. Und zwar länger als drei, vier, fünf Spieltage vom Tag seiner Amtsübernahme. 😉
MK hat mich zu Beginn seiner Zeit bei uns sehr positiv überrascht und mit ihm gab’s ja zumindest einen längeren Zeitraum (nach Löwen-Fan-Definition 😉 ) mit ganz ansehnlichem Fußball, verglichen mit dem Hau Ruck-Gebolze, das unter Biero gezeigt wurde.
Dass MK irgendwann mal “falsch abgebogen” ist, bzw. sich in einen ziemlich seltsamen Charakter verwandelt hat, war ja anfangs nicht abzusehen.
Sowohl bei MJ, als auch bei AG war ich äußerst verblüfft, wie man bei MJ auf einen Trainer ohne die geringste Erfahrung im deutschen Profi-Fußball setzen kann und AG hatte jetzt auch nicht zwingend eine Vita mit überwiegenden Erfolgen vorzuweisen.
Trotzdem war ich gespannt, ob’s mit dem jeweils neuen Mann an der Seitenlinie vielleicht zu einer länger anhaltenden sporlichen Entwicklung im positiven Sinn kommen wird.
Die Ergebnisse sind allseits bekannt.
Dass ein PG für mich auch eher in die Kategorie “Überraschung, mal schauen, was am Ende dabei rauskommt” fällt, erwähne ich der Vollständigkeit halber.
Rausgekommen ist der fünfte Trainer-Wechsel, seit wir in Liga 3 rumdümpeln und ich stelle mir schon länger die Frage, ob das jetzt die nächsten Jahre so weitergehen wird?
Was hätte man damit erreicht?
Liegt’s möglicherweise gar nicht an dem/den Trainer(n)?
Betreibt man in den “oberen Etagen” ernsthaft Ursachenforschung?
Wie lange schauen die Fans sich dieses ständige Wiederholen von Hire & Fire noch an?
Was machen andere, vermeintlich “kleinere” Vereine, die uns in den vergangenen Jahren sportlich hinter sich gelassen haben, grundsätzlich anders und besser als 60?
Richtet man sich heimlich, still und leise auf einen dauerhaften Verbleib in Liga 3 ein und fürchtet die Reaktionen der treuen Löwen-Fans, das öffentlich zu machen?
Wenn’s in dieser Saison mit einem vermeintlich “All in-Aufstiegskader” nicht klappen sollte – wie sieht die Zukunft aus? Nur noch mit Nachwuchsspielern oder “billigen” Transfers?
Mir wäre es wichtig, eine mittelfristige Strategie erklärt zu bekommen, die für mich plausibel klingt und in der erkenne, wohin unsere Führungsebene das Schiff 60 München, Abtlg. Profi-Fußball, steuern möchte.
Bei mir bleibt nur der mittlerweile arg bittere Eindruck, dass man so weiterwurschteln wird, wie es seit der Biero-Entlassung anfing und wie die ach so tolle Zweitliga-Zeit endete.
Man träumt von einem GWS, das den Ansprüchen für höherklassigen Profi-Fußball genügen muss (!) und taumelt tendenziell der RL Bayern entgegen, anstatt ernsthaft um die Rückkehr in die 2. Liga mitzuspielen.
Oder siehtst Du das anders?
Ich wollte eigentlich nur herausstellen, dass ich an MJ und AG keine großen Erwartungen hatte.
MK hat mich am Anfang sehr positiv überrascht. Den kannte man wenigstens. Von ein paar befreundeten Clubberern waren wir ja gewarnt worden. Und entgegen dem was die uns gesagt haben, schien er am Anfang alles richtig zu machen.
Ich fand ihn sehr sympathisch und den Fußball unter ihm sehr ansehnlich – und letztlich war er rückwirkend der erfolgreichste der letzten Jahre.
Irgendwann während Corona ist er dann leider falsch abgebogen. Oder wir haben ihn einfach von Anfang an falsch wahr genommen. Sympathisch war er mir zum Schluss nicht mehr und erfolgreich war er irgendwann auch nicht mehr. Rückwirkend würde ich sagen, dass die Clubberer vermutlich doch recht hatten.
Was den jetzigen Zustand angeht: Ich habe keine Ahnung, warum die im Doppelpack entlassen worden sind. Da muss es meiner Meinung nach einen gravierenderen Grund geben als “nur” ein paar verlorene Spiele.
Bin da inhaltlich vollkommen auf Deiner Linie, Stephan.
Speziell beim MK war ich zunehmend irritiert, wie seltsam und fast schon unverschämt er ab einem Zeitpunkt X nach Außen auftrat.
Die “Mölders-Affäre” kam ja auch noch on top und irgendwann war ich sogar froh – ja, ich geb’s unumwunden zu 😉 – dass man sich von ihm getrennt hat.
Rein sportlich betrachtet war er trotzdem der bislang erfolgreichste 60-Trainer in Liga 3.
Es ist am Ende des Tages eben leichter einen Trainer zu tauschen, anstatt 11 Spieler. Mich wundert es einfach, dass kein Neuzugang fruchtet, sondern eher 2 Klassen schlechter spielt, sobald das Ortsschild Gießing überquert wird.
Seis drum die Mannschaft muss nun vorangehen und wenn man mal auf die tabelle blickt ist es weiterhin alles eng beisammen.
bei Gießing würd mir auch schlecht werden 😮
Rest passt 😉
aua.. der Restalkohol.. Sry ^^
Für mich hat PG 12 Spiele zur “Bewährung” bekommen. Nach den letzten vier Spielen der Vorsaison hatte sich meine Hoffnung in ihn verflüchtigt
Wobei ich die letzten vier Spiele der Vorsaison nicht allzu hoch bewerten würde, nachdem der Klassenerhalt gesichert und die Luft bei den meisten Spielern raus war.
Und mit einem fast runderneuerten Kader zu Beginn dieser Saison muss man eigentlich schon ein bisschen Zeit einräumen, bis unter Wettkampfbedingungen die sog. Automatismen zu greifen beginnen.
Denn ehrlicherweise gilt das auch für den nächsten Mann an der Seitenlinie, egal wie er (oder sie? 😉 ) heißen mag.
Der/die übernimmt einen Kader, den der Vorgänger und der ebenfalls entlassene GF Sport zusammengestellt haben und soll dann möglichst schnell die Erfolgsspur finden. Kann funktionieren, muss aber nicht.
Und wenn’s wirklich nicht funktioniert – wird dann wieder “die Trainerfrage gestellt”?
“Wobei ich die letzten vier Spiele der Vorsaison nicht allzu hoch bewerten würde, nachdem der Klassenerhalt gesichert und die Luft bei den meisten Spielern raus war.”
Aber genau da liegt der Hund doch begraben. Hier sieht man, ob ein Trainer zu Mannschaft passt oder eben nicht.
Ich weiß ja nicht…
Aus eigenen Erfahrungen in verschiedenen Lebensbereichen kann ich nur schreiben, dass häufig die Leistungsbereitschaft (signifikant) nachlässt, wenn ein (Etappen-)Ziel erreicht wurde.
Und korrigiere mich, wenn ich es möglicherweise falsch in Erinnerung habe, aber nach dem gesicherten Klassenerhalt war für 60 doch keine DFB-Pokal-Quali – sprich: Platz 4 – oder sogar noch ein Platz unter den ersten 3 der Tabelle mehr möglich?
Laut dieser Logik dürften ja in allen Ligen alle Mannschaften die nichts mit Auf- bzw. Abstieg zu tun haben schlechte Leistungen abrufen? Wir reden hier von einem Leistungssport mit Menschen, deren ganze sportliche Karriere von Erfolgen abhängt. Man wird ja auch nicht Leistungssportler mit so einer Einstellung. Einen Beruf brauch hingegen (fast) jeder
“Laut dieser Logik dürften ja in allen Ligen alle Mannschaften die nichts mit Auf- bzw. Abstieg zu tun haben schlechte Leistungen abrufen?”
Natürlich nicht. Das hab’ ich auch nicht so gemeint.
Aber sooo selten kommt das m.M. nach nicht vor, dass Sportler – damit sind auch andere Sportarten miteinbezogen – nach einem “Big Hit” relativ schnell in ein Leistungsloch fallen oder die Zügel schleifen lassen, oder wie auch immer man das bezeichnen soll.
Der Tennisspieler (oder -spielerin 😉 ), der einen Grand Slam-Titel gewonnen hat, scheidet möglicherweise in einem nicht so hoch dotierten Turnier kurz darauf in der ersten Runde aus.
Die amtierenden Fußball-Weltmeister tun sich in der kurz darauf beginnenden Qualifikation für die nächste EM schwer und scheiden dort dann in der Vorrunde aus.
So bzw. so ähnlich hab’ ich meine Erklärung gemeint.
Dass wir Fans für unser Eintrittgeld oder die Magenta-Gebühren in jedem Spiel maximale Leistungsbereitschaft erwarten (dürfen), ist auch legitim.
Nur ist das halt häufig “Theorie und Praxis”.
Glaub mir, ich reg’ mich auch teilweise auf, dass es eine Art hat, wenn ich den Eindruck habe, ein Spieler gibt keine 100 % im Spiel.
Trotzdem gibt’s nach solchen “Ziel erreicht, jetzt erstmal durchschnaufen”-Phasen auch Verständnis von mir. Manchmal allerdings erst sehr lange nach dem Abpfiff… 😉
Ich bin da voll bei dir und genau deswegen sage ich aber: genau dort liegt der Hund begraben. Denn ein guter Trainer bringt genau in solchen Situationen seine Mannschaft dazu selbst bei solch “scheiss” Spielen ihre Leistungen abzurufen. Und da sind mmn auch gehörige Unterschiede zwischen “Jetzt erstmal durchschnaufen” und wir lassen uns herspielen- ohne Plan, ohne Aufbäumen, ohne Mentalität. Und letzteres war eben bei PG der Fall und deswegen war ich bereits in der Sommerpause mehr als skeptisch PG gegenüber.
Aber ja: im Nachhinein ist man immer schlauer