Eigentlich war alles klar: Die Boxer des TSV 1860 hatten den entscheidenden Kampf beim Auswärtsauftritt in Schwerin gewonnen und somit den Gesamtsieg errungen. Dann aber schaltete sich der Präsident des Deutschen Boxverbandes höchstpersönlich ein und disqualifizierte einen Löwen-Boxer. Der Sieg wurde somit den Gastgebern zugesprochen. Ein Skandalurteil, das im schlimmsten Fall zum Rückzug des TSV 1860 Boxen aus der Bundesliga führen könnte.

TSV 1860 Boxen droht mit Rückzug aus Bundesliga

Was war passiert? Mit dem wichtigen ersten Heimsieg im Rücken ging es am Samstag für unsere Boxlöwen zum amtierenden Meister Traktor Schwerin. Um die Chance auf die Playoffs zu wahren, musste dringend ein Sieg gegen den Favoriten her. Und es sah gut aus! Drei der ersten vier Kämpfe gingen an enorm stark kämpfende Löwen, die mit einer 7:5 Führung in die Halbzeit gingen. Entschieden werden sollte der Tagessieg jedoch im allerletzten Kampf – dem Duell der Superschwergewichtler. Ayman Chamdid trat beim Stand von 12:12 für die Löwen in den Ring und konnte vermeintlich bereits nach wenigen Augenblicken jubeln, da sein Gegenüber aufgrund einer Armverletzung aufgeben musste.

Groß war der Jubel, nachdem der letzte Kampf somit für die Löwen gewertet worden war und der Auswärtssieg in Schwerin feststand. Doch anstatt das 14:13 und damit den wichtigen Tagessieg zu verkünden, wurde erklärt, dass 1860-Mittelschwergewichtler Aleksander Burkiev disqualifiziert worden sei. Grund für die Disqualifikation sei eine angeblich fehlende Unterschrift, die allerdings nur entfernt mit der Veranstaltung selbst zu tun hat. Alle Boxer der Löwen hatten eine gültige Startgenehmigung sowie eine offizielle Zulassung.

Auf ihrer Instagram-Seite beschreiben die Boxlöwen das skandalöse Nachspiel wie folgt.

⚡BUNDESLIGA-UPDATE⚡ Fehlurteil im Boxen!

“Am vergangenen Wochenende reiste der TSV 1860 mit seiner starken Bundesliga-Staffel zum Tabellenführer Schwerin. Unsere Löwen haben eine Top-Leistung erzielt und holten sich einen Sieg nach dem anderen. Bis zum Vorletzten Kampf steht es 12:12. Der letzte Kampf brachte Feuer mit sich. Unser Superschwergewicht dominierte derart, dass der Athlet des BC Traktor Schwerin aufgab. Damit war klar, dass die Münchener Löwen sich ihren Auswärtssieg gegen den Tabellenführer wohl verdient haben. Könnte man meinen.

Nachdem der Livestream abgeschaltet wurde und der Ton ebenfalls verschwand, begab sich der Präsident des deutschen Boxsportverbandes in den Ring und gab frei, dass der Kampf im Mittelgewicht aufgrund von einer fehlenden Unterschrift im Startpass des Gastboxers aus München, welche bereits über 3 Jahre hinweg lag, nicht gewertet werden kann. Jeder Boxer des TSV 1860 hatte eine Startgenehmigung und eine OFFIZELLE ZULASSUNG für die Bundesliga! Eine fehlende Unterschrift, welche nichts mit der Veranstaltung zutun hatte schien den Präsidenten erst dann zu stören als die Münchener klar gewonnen hatten. Somit wurde unseren Münchener Boxern der Mannschaftssieg auf eine unsaubere Art und Wiese nicht zugesprochen! Lediglich wurde nach einem Grund für etwas bestimmtes gesucht.

Der TSV hat bereits Protest gegen diese unfaire und unsportliche Entscheidung des deutschen Boxsportspräsidenten eingereicht. Nun wird der Bundesligaausschluss darüber entscheiden, ob der Sieg dem BC Traktor Schwerin gerecht werden kann.

Sollte dies nicht der Fall sein, wird der TSV 1860 aus der Bundesliga austreten! Derartige regelwidrige Entscheidungen machen den Boxsport kaputt!”

Wie gehts nun weiter?

Wann mit einer Behandlung des Protest bzw. einem Urteil zu rechnen ist, steht aktuell noch nicht fest. Dass das Ganze aber zum Himmel stinkt, ist ziemlich offensichtlich… Wollen wir hoffen, dass die Gerechtigkeit siegt und der TSV 1860 Boxen den Rückzug aus der Bundesliga nicht vollziehen muss.

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Ja, kenne ich.
Ist uns doch auch so ergangen.
In Hamm sind zwei Kaderathleten von Schwerin in den Ring geklettert, die keine Freigabe hatten.

Irgendwie hat wohl jeder Verband was gegen unsere Löwen. Der DFB versucht es über die Schiedsrichter und deren auffällig zweifelhaften Entscheidungen nach der Disqualifikation von TG, beim Boxverband greift einfach mal der Präsident ein, wenn das Ergebnis auf der Matte nicht nach den Wünschen der Funktionäre ist.

Leben wir endgültig in einer Bananenrepublik? Vielleicht sollen wir unsere Mannschaften besser in Bukina Faso anmelden. Dort wird wenigstens fair gespielt…

Ist denn der Präsident des deutschen Boxsportverbandes ein Schweriner?

Was mich wundert, gibts nicht mal beim DFB, daß ein Präsident da so einfach eingreifen kann, da ist doch normal ein Kampfgericht zuständig, Kopfschüttel 😒

Nein, er kommt aus NRW. Aber nach kurzer Google-Recherche stößt man zB auf so einen Bericht:
http://www.boxato.com/gruppe/einflussnahme-durch-dbv-funktion%C3%A4r