Ein herzliches Grüß Gott zur Taktiktafel vor dem Heimspiel des TSV 1860 München gegen den SV Meppen.

Trainer Rico Schmitt hat seine Meppener in den bisherigen sechs Saisonspielen in vier verschiedenen Startformationen aufs Feld geschickt. Je zweimal war zu Beginn ein 4-2-3-1 und ein 4-3-3 zu sehen und je einmal ein 5-3-2 und ein 4-4-2 (Raute). Wie das System vermutlich aussehen wird und wo Meppen zu Packen ist verrate ich Euch hier in der TAKTIKTAFEL TSV 1860 – SV Meppen.

Mit drei Siegen einem Unentschieden und zwei Niederlagen stehen die Meppener momentan mit einem Punkt mehr und und einem Torverhältnis von -3 zwei Plätze vor unseren Sechzgern. Da wollen wir am Samstag natürlich dreifach Punkten und vorbeiziehen.

Die wichtigsten Statistiken des SV Meppen

  • Ballbesitz 49%:51%
  • Passgenauigkeit 75%
  • Defensive Zweikampfquote 64%
  • Flankengenauigkeit 27%
  • PPDA (Zugelassene Pässe pro Defensivaktion) 8,27

Welches System ist zu erwarten

Womit wir, wie in jeder Taktiktafel, natürlich wieder bei der Frage wären welches der bisher gezeigten Systeme verbunden mit welcher Taktik wird der Trainer des SV Meppen wählen um dem TSV 1860 München Paroli zu bieten?

Am schwersten tat sich der TSV 1860 bisher gegen die unterschiedlichen Systeme mit 5er Kette, das spräche für 5-3-2 aus dem dann bei eigenem Ballbesitz zunächst in ein 3-5-2 oder eine der Variationen dieses Systems und im letzten Drittel möglicherweise sogar auf 3-4-3 bzw. 3-4-1-2 mit Tankulic hinter den Spitzen verschoben werden würde.

Für das 5-3-2 spräche die Punkteteilung, die mit diesem System in Zwickau, erzielt werden konnte und die Tatsache, dass sich die Löwen vor allem bei eigenem Ballbesitz gegen die Fünferketten der Gegner die so angetreten sind durchaus schwer getan haben. Argumente dagegen finde ich, außer der Rotsperre von Innenverteidiger Fedl und der Tatsache, dass das System ein wenig passiv sein kann, keine.

Die Spielweise des SVM

Das Spiel der Meppener ist grundsätzlich aber keine Mauerei. Die wissen wie man Fußball spielt. Selbst bei der 0:5 Niederlage gegen den SV Waldhof Mannheim war Meppen zunächst das überlegenere Team, das durch 2 Standards und einem tiefen Einwurf dessen zweiter Ball dann im Tor landet, letztendlich drei dumme Tore fängt.

In allen Spielen die ich bisher gesehen habe hat der SV Meppen guten Fußball gezeigt. Pal Dardai Trainer von Hertha BSC hat nach dem knappen 1:0 Sieg der Berliner im DFB Pokal in der Pressekonterenz über den SV Meppen gesagt sie hätten Druck gemacht wie eine Bundesligamannschaft. Das war sicher keine Bauchpinselei für den unterlegenen Gegner sondern ein ehrlich gemeintes Kompliment.

Wie Spielt der SV Meppen ? Die Meppener versuchen meist schnell und direkt zu spielen. Das heißt Nach dem Ballgewinn möglichst zügig an und in die Box des Gegners zu kommen. Natürlich spielt der SV Meppen dabei des öfteren auch mal einen langen Ball.

Im Kampf um den zweiten Ball zeigen die Meppener viel Einsatz. Das Positionsspiel der Meppener ist ein wenig Rechtslastig. 38% der ausgespielten Positionsangriffe des SVM werden über die rechte Seite eingeleitet. Dreh und Angelpunkt bei fast allen Angriffen ist Luca Tankulic der vor der Saison schon fast beim Perlacher Projekt an der Heinrich Wieland Straße gelandet wäre.

Gegen den Ball zeigen sich die Emsländer bisher als eines der Zweikampfstärksten Teams der 3. Liga. Auch das Anlaufverhalten beim Pressing ist exzellent. Selbst gegen Hertha im DFB Pokal war der Pressingindex PPDA auf einem relativ niedrigen Wert von 10,31. In 4 von sechs Ligaspielen lag dieser Index unter 10.

Ballgewinne erfolgen in über der Hälfte der Fälle im direkten Duell mit den Gegnern.

Wo kann man Meppen knacken?

Grundsätzlich steht der SV Meppen in allen Mannschaftsteilen gegen den Ball sehr solide. Auffällig ist die Schwäche bei strafraumnahen Standards aller Couleur. Selbst nach Einwürfen gelang es den Gegnern schon gegen die Meppener ein Tor zu erzielen.

Sollte dem TSV 1860 München das Standardglück nicht hold sein, muss es gegen Meppen schlicht und ergreifend die Kombination aus eingespielter Mannschaft, technischer und spielerischer Überlegenheit sowie besserer individueller Klasse auf fast allen Positionen richten.

Das System des SV Meppen

Wird Meppen im 3-5-2 respektive 5-3-2 antreten? Ja oder nein? Ich kann nur spekulieren und vermute aus den weiter oben genannten Gründen, dass es so sein wird. Kommen wir also zu den Stärken und Schwächen dieses Systems

Stärken

Das System ermöglicht bei Ballbesitz eine gute Staffelung in der Breite und Tiefe. Dadurch kann eine für Passkombinationen gute Raumaufteilung entstehen.

Zwei Stürmer in der Spitze bringen starke Präsenz im Zentrum des gegnerischen Abwehrdrittels. Durch ein kompaktes Mittelfeldzentrum lässt man dem Gegner gegen den Ball wenig Raum.

Schwächen

Es ergeben sich bei Ballverlust teilweise weite Abstände, die der Gegner bei schnellem Spiel gut ausnutzen kann.

Die für die Flügelspieler langen Laufwege können in einem dynamischen Spiel mit viel Ballbesitzwechsel zu verfrühtem Kraftverlust der Außenspieler führen. Damit erlahmt der Druck, der über die Flügel aufgebaut werden soll.

Die Flügel sind nur einfach besetzt, deshalb können entweder Defensive oder Offensive dort schwächeln.

Gegen Systeme, in denen mit zwei oder mehr Stürmern agiert wird, kann es bei Kontern des Gegners oder zügigen Positionsangriffen leicht zu einer Unterzahl in der Hintermannschaft kommen.

Die Schlüsselspieler

Letztes Jahr zu Beginn der Saison zugnsten den jungen von Bremen ausgeliehenen Luca Plogmann von Ex Trainer Frings auf die Bank verbannt ist Torhüter Erik Domaschke (#32) nun wieder die klare Nummer eins im Emsland. Praktisch ohne Schwächen und erfahren wie kaum ein zweiter steht Domaschke wie eine Wand im Meppener Kasten. Drei mal hat er diese Saison schon die Null halten können.

Innenverteidiger Steffen Puttkammer (#22). 84% seiner defensiven Zweikämpfe gewinnt er diese Saison bisher, mit seiner Erfahrung ist er auch sicher im Spielaufbau und trotz seiner 32 Jahre immer noch mit guter Grundschnelligkeit ausgestattet um ein Laufduell um einen freien Ball zu gewinnen.

Luca Tankulic (#10) Der Herrscher im Mittelfeld. Fast jeder Angriff der Meppener läuft über ihn. Ecken Freistöße, Dribblings, Pässe in die Tiefe, Tore usw.. Es gibt in der Offensive nichts was Tankulic nicht kann oder macht beim SVM. Mit zwei Treffern ist er der momentan erfolgreichste Schütze seines Vereins. Kann man ihn erfolgreich aus dem Spiel nehmen ist den Meppenern schon ein dicker Zahn gezogen.

Nachdem Stürmer Valdet Rama (#27) verletzt ausfällt sehe ich keinen tatsächlichen Schlüsselspieler im Sturm bei den Meppenern. Hemlein (#17), Guder (#18) und Fassbender (#11) haben bisher alle solide Leistungen gezeigt. Wirkliche Schlüsselspieler sehe ich in keinem dieser Herren. Aber gerade das birgt vielleicht die Gefahr, den Meppener Sturm etwas zu unterschätzen.

Fazit

Will man den eigenen Ansprüchen gerecht werden muss man Meppen schlagen, da gibt es keine zwei Meinungen. Wenn der TSV 1860 München die vorderen Plätze anpeilt ist dieses Spiel zuhause ein Pflichtsieg. Dass aber auch Pflichtsiege ein hartes Stück Arbeit sein können sollte allen beteiligten klar sein. Schenken werden uns die Emsländer nichts. Im Gegenteil, die werden wie in den Spielen zuvor um jeden Meter Boden kämpfen als hinge ihr Leben dran.

Es wird ein schweres Spiel, das meiner Meinung nach aber auf alle Fälle einen Dreier bringen muss. Wer sich mit weniger zufrieden gibt ist auf dem falschen Dampfer. Die Mannschaft von Michael Köllner hat auf jeden Fall das Potential diese Aufgabe zu lösen. Unser Trainer wird das Team wie immer hervorragend eingestellt auf den Platz schicken. Mit ähnlichen Leistungen wie gegen Köln oder Braunschweig sollte Meppen für den TSV 1860 München eine zu nehmende Hürde sein.

Ich rechne fest mit einem Heimsieg und drei Punkten. Nach Halle fahren wir auf einem Einstelligen Tabellenplatz.

So könnte Meppen auflaufen

Datenquelle: Wyscout

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