Am Dienstag, den 12. August um 18:00 Uhr steht für die Löwen am Sportplatz an der Schulstraße die zweite Runde im Toto-Pokal an. Diesmal muss unter der Woche keine weite Anreise absolviert werden, sondern man bleibt glücklicherweise im S-Bahn-Gebiet, denn der nächste Gegner ist der frisch gebackene Bezirksligist TSV GeiselbullachVor der Partie des Jahrzehnts für den Olchinger Stadtteilverein haben wir mit Trainer Stefan Held über Erwartungen, Erfolge und die Löwen gesprochen. Wer das Interview lieber hören möchte, kann das auf unsere YouTube-Kanal tun.

Das Interview fand in der Woche vor dem Ligastart statt, da zum damaligen Zeitpunkt noch der ursprüngliche Spieltermin gegeben war. Aus diesem Grund sind einige Referenzen zum zeitlichen Ablauf und der Spielstätte nicht mehr dem aktuellen Stand entsprechend. Aus Gründen der Lesbarkeit und des engen Zeitplans wird das Interview aber in der ursprünglichen Form veröffentlicht.

Trainer Stefan Held im Interview

sechzger.de: Liebe sechzger.de-Leser*innen und Zuhörer*innen, nach dem Ligaauftakt ist vor dem Toto-Pokal, in dessen zweiter Runde die Löwen bekanntlich auf den TSV Geiselbullach treffen werden, am Dienstag, den 5. August. Und da uns bei sechzger.de dieser Bewerb besonders am Herzen liegt, freue ich mich sehr, dass ich mit Stefan Held den Trainer des TSV Geiselbullach, also des kommenden Pokalgegners, zum Interview begrüßen darf. Servus Stefan!

Stefan Held: Servus! Hi, Peter.

sechzger.de: Ja, möchtest du dich zum Start einmal vorstellen? Wer bist du genau, was machst du in Geiselbullach, also mehr als Trainer noch, und was hast du für eine Verbindung zum TSV 1860?

Stefan Held: Ja, sehr gerne, wie angesprochen, Stefan Held, Trainer beim TSV Geiselbullach, Spielertrainer. Gehe jetzt in meine fünfte Saison beim TSV Geiselbullach, haben zwei Aufstiege hinter uns und spielen jetzt eben in der Bezirksliga Süd und sind auch gut gestartet jetzt in die Liga und freuen uns natürlich unfassbar auf das Toto-Pokalspiel gegen Sechzig. Genau, ansonsten zu meiner Verbindung zu den Löwen. Letztendlich war ich selber in der Jugend aktiv bei den Löwen zwei Jahre, deswegen schlägt das Herz da auch weiß-blau im Endeffekt. Also die Verbindung ist da und deswegen ist es auch für uns, für mich, ein ganz besonderes Spiel, gegen Sechzig spielen zu dürfen in einem Pflichtspiel und da ist die Vorfreude riesengroß.

sechzger.de: Deine eigene sportliche Vergangenheit ist ja auch weiß-blau, für viele in Geiselbullach vielleicht das falsche weiß-blau. Du warst ja eigentlich lang für den, standest ja für den Lokalrivalen zwischen den Pfosten, wenn ich da richtig informiert bin.

Stefan Held: Das stimmt, ja, also ein paar Kilometer oder ein paar hundert Meter im Endeffekt nur entfernt für den SC Olching richtig. [Das] ist auch der Verein, wo ich letztendlich das Fußballspielen angefangen habe und von dem ich dann auch zu den Löwen gegangen bin. Ich bin dann später im Herrenbereich wieder zurückgekehrt und habe da über fünf Jahre dann nochmal für den SCO gespielt, bevor ich dann zum TSV Geiselbullach gegangen bin und da meine erste Trainerstation gestartet hab. Letztendlich dann erfolgreich, wie gesagt, mit zwei Aufstiegen und ja, jetzt im Endeffekt gelb-weiß, davor blau-weiß und ich bin zufrieden da, wo ich bin, und da läuft es super und macht mir mega viel Spaß.

Geiselbullach feiert

Bullach siegt am grünen Tisch

sechzger.de: Sehr schön. Dass Sechzig jetzt doch in Bullach antritt, ist ja etwas kurios, eure 1:8-Niederlage gegen Buchbach wurde annulliert und am grünen Tisch für euch entschieden, weil Buchbach einen eigentlich aus einem Testspiel im Ausland gesperrten Spieler eingesetzt hat. Wie ist da der Prozess abgelaufen und wann habt ihr von eurem Glück erfahren, dass ihr jetzt doch weiter seid?

Stefan Held: Ja, wir haben am Anfang eben abgeschlossen eigentlich, 1:8 verloren, deutlich verloren, ausgeschieden. Der Bayerische Fußballverband hat uns dann am Montag kontaktiert, Montagabend kontaktiert, dass wohl eine Unregelmäßigkeit vorlag und dass man das Ganze prüft. Also wir selbst vom TSV Geiselbullach sind nicht draufgekommen, wir wussten das auch nicht mit der Sperre, genauso wie offensichtlich die Buchbacher, weil auch kein Spieler im System gesperrt war.

Ja und dann wurden wir kontaktiert, dann hat es seinen Lauf genommen und am Dienstag in der Früh haben wir dann die Nachricht bekommen und die offizielle Mitteilung, dass Buchbach den falschen Spieler eingesetzt hat und dass das Urteil rechtmäßig ist und wir in der zweiten Gruppe, in der zweiten Runde vom Toto-Pokal stehen. So war der Verlauf und die Euphorie am Montagabend hat dann schon seinen Lauf genommen, die Orga-Gruppe wurde schon erstellt und es war ein Riesen-Hype bei uns im Verein.

Ja, schade für Buchbach muss man dazu sagen, aber unser Glück letztendlich als einziger Kreissieger dann die ein paar Kilometer entfernten Löwen zu kriegen, das ist natürlich für uns unfassbar cool und nehmen wir gerne mit.

sechzger.de: Das Drumherum wird sicher spannend und spektakulär, was erwartest du dir von der Partie auf dem Platz? Wie wünschst du dir da das Auftreten deiner Mannschaft? Besonders noch vor dem Hintergrund dass – da geht es ja Schlag auf Schlag – am Samstag davor eben, das schon angesprochene Derby gegen den SCO ansteht.

Stefan Held: Für uns sind das gerade Highlight-Wochen letztendlich, aufgestiegen, das erste Spiel in der Liga dann gehabt, was für den Verein schon ein Riesen-Event ist. Dann jetzt eben das Derby gegen Olching, wo wir sicherlich vor ungewohnt vielen Zuschauern spielen werden und dann gegen die Löwen, was ein unfassbar besonderes Spiel ist. Sportlich gilt es, da so lange wie möglich mitzuhalten und zu schauen, dass man sich da sehr gut präsentiert, sowohl auf als auch neben dem Platz. Dass die Rollen da klar verteilt sind, ich denke, das ist auch klar.

Wir haben aber so viele Löwen-Fans auch in der Mannschaft, das wird etwas ganz Besonderes für ganz, ganz viele. Erstens gegen Sechzig in einem Pflichtspiel zu starten und dann wollen wir natürlich alles reinhauen, wollen die Löwen so lange wie es geht ärgern und wer weiß, was im Fußball alles passieren kann. Aber letztendlich sind die Rollen da klar verteilt und es ist einfach cool, gegen die Jungs da auf dem Feld stehen zu dürfen.

 

Aufstieg und Belohnung gegen die Löwen

sechzger.de: Ja, das Spiel ist ja bzw. kann man – du hast jetzt die Aufstiege schon angesprochen – eben so als eine Art Belohnung eigentlich ansehen. Der Verein hat eine wahnsinnig erfolgreiche Saison hinter sich, sowohl mit der ersten Mannschaft eben von der Kreisliga in die Bezirksliga, als auch mit der zweiten Mannschaft von der A-Klasse in die Kreisklasse aufgestiegen und jetzt wirklich das erste Mal seit, wenn ich mich nicht irre, 15 Jahren in der Bezirksliga mit Geiselbullach. Wie sind da die sportlichen Erwartungen, also quasi Klassenerhalt ist das Einzige, was zählt oder rechnet ihr euch schon ein bisschen was aus?

Stefan Held: Ja, wir wollen da so viel wie möglich rausholen. Letztendlich wissen wir schon auch, wo wir herkommen. Wir sind seit Längerem in einem Prozess, wo wir als kleiner Verein wirklich was aufbauen wollen und das Spiel, wie du angesprochen hast, ist absolut eine Belohnung für die Arbeit im Verein. Da arbeiten seit vier, fünf Jahren etliche Leute mit, dass es da bergauf geht, dass man was Positives gestalten kann und deswegen ist für all die Leute, die da täglich mitwirken, ist das eine Belohnung und ich glaube auch das größte Spiel in der Vereinsgeschichte vom TSV Geiselbullach.

Und wie gesagt zur Bezirksliga, da wollen wir so viel rausholen, wie es geht. Natürlich steht der Klassenerhalt voll im Vordergrund, aber die Jungs ziehen mit. Wir haben eine unfassbar gute Trainingsbeteiligung, die Jungs leben wirklich den Verein, das sind ganz, ganz viele Geiselbullacher die da spielen, für die es auch was ganz Besonderes ist, das Trikot zu tragen und deswegen, wir hauen da alles rein und schauen, dass wir so schnell wie möglich den Kassenerhalt da eintüten können. Ich selber als Trainer bin da sehr, sehr ehrgeizig und sage, ich mag so viel, wie es geht rausholen und eine gute Rolle in der Liga zu spielen und dann schauen wir, was am Ende bei rumkommt.

Geiselbullach Aufstieg 2025

 

sechzger.de: Jetzt hast du meine nächste Frage schon fast vorweggenommen. Als ich jetzt vorhin im Internet nachgeschaut habe, die Mannschaft scheint zum großen Teil gleich geblieben zu sein, im Vergleich zur letzten Saison. Ein paar höherklassige Verstärkungen mit Landesliga-Erfahrung, sowohl Ältere als auch Jüngere gab es doch. Aber du hast ja schon angesprochen, was für eine Truppe steht denn da am Dienstag am Platz? Also grundsätzlich mal Geiselbullacher Jungs, aber wie habt ihr euch denn da verstärkt?

Stefan Held: Also letztendlich, der Großteil sind Geiselbullacher Jungs. Das wenn man aufsteigt und eine gewisse Ambition pflegt, dass man dann auch Leute mit dazu holt, weil auch vielleicht der ein oder andere Abgang mit dabei ist, das ist, glaube ich, im Fußball ganz normal. Die Jungs, die uns da verstärkt haben, das sind alles einwandfreie Typen, die sich von Anfang an da absolut einbringen im Verein, im Team und du hast es schon angesprochen, es sind auch einige dabei, die jetzt auch schon höherklassig gespielt haben. Alleine der Fitim [Raqi (Anm. d. Red.)] mit etlichen Landesligaspielen, der bringt unfassbar viel Input da mit rein und verstärkt uns da unfassbar.

Ja und wie gesagt, auch die, die kommen da mit dazu und merken natürlich, was da für ein gewisser Spirit in der Mannschaft ist. Die Geiselbullacher Jungs geben den Ton an und alle Neuzugänge müssen und sollen sich da auch einfügen in das ganze Vereinsleben. Das passiert aber, dementsprechend kann man sich sicher sein, am Dienstag wird eine Elf auf dem Platz stehen, die füreinander fightet und füreinander kämpft, egal wie schwierig es dann letztendlich wird.

sechzger.de: Da freuen wir uns auf jeden Fall alle drauf. Was ich noch ganz interessant fand, nicht nur du als Cheftrainer stehst noch auf dem Platz, jetzt ja auch am ersten Spieltag gegen Denklingen, sondern auch dein Co-Trainer ist noch ein spielender Co-Trainer. Wie funktioniert das denn da eigentlich mit der Abstimmung, besonders, wenn ihr beide auf dem Platz steht? Wer hat denn da auf der Bank dann draußen das Sagen?

Stefan Held: Letztendlich ist es gerade so, dass, der Maxi Lutter ist ja mein Co-Trainer, er gerade verletzt ist und den Part draußen übernimmt. Ist auch eine coole Geschichte, weil der Lutti im Endeffekt in der Jugend auch bei Geiselbullach gespielt hat, dann ja auch den Weg Richtung Olching gewählt hat, auch ja eine gewisse Landesliga-Erfahrung dann mitbringt und jetzt wieder mit zurückgekommen ist, also auch ein Geiselbullacher Junge im Endeffekt. Wir ergänzen uns da gut.

Auf dem Platz sind die Wege nicht ganz so weit, weil er in der Verteidigung spielt und alles, was dann nach draußen kommuniziert wird, passiert dann oft mit unseren Physiotherapeuten oder wir heben dann mal unsere Stimme ein wenig lauter nach außen, damit derjenige weiß, dass er eingewechselt wird. Sind zwar ab und an weite Wege, aber wer mich kennt, mein Organ auf dem Feld ist auch nicht ganz so leise, von dem her funktioniert das ganz gut.

 

Hoffnung auf ein echtes Heimspiel

sechzger.de: Das werden wir am Dienstag dann ja wahrscheinlich alle sehen, hören vornehmlich. Ja, kommen wir abschließend noch zu ein paar Themen abseits des direkt Sportlichen. Ihr wollt ja unbedingt bei euch daheim an der Schulstraße spielen, wird das jetzt voraussichtlich möglich sein?

Stefan Held: Dahingehend finden gerade viele Gespräche statt mit der Stadt Olching, wo wir auch wirklich sagen mussten, dass die Unterstützung von der Stadt, von Polizei, Ordnungsamt absolut gegeben ist, dass man da im super Austausch ist. Ich selber bin bei den Gesprächen nicht dabei. Das macht unser Präsident und unser sportlicher Leiter. Deswegen kann ich da gar nicht zu viel sagen.

Ich erfahre nur, dass wirklich alle da Hand in Hand arbeiten, um zu schauen, was möglich ist, was in Geiselbullach möglich ist, da es kein eingezäuntes Gelände ist und man aufgrund der Nähe nach München eben mit einem großen Andrang rechnet. Der Wunsch ist natürlich, dass man in Geiselbullach spielen kann, aber auch da ist man mit Sechzig auch im Gespräch, was man zu erwarten hat, wie viele Zuschauer kommen. Auch dahingehend wird gut unterstützt, aber abschließend kann ich noch gar nichts zu sagen, weil da die höheren Gremien in Gesprächen sind und ich da nicht zu 100 Prozent involviert bin.

Schulstraße Geiselbullach

 

sechzger.de: Die Mühlen des Gesetzes malen ja bekanntlich langsam. Wir werden auf jeden Fall bei uns auf der Seite informieren, wenn dann die Infos rauskommen. Ich habe heute auch schon auf der Website gesehen, die wird gut gepflegt. Da steht auch schon drauf, bitte nicht anrufen, Ticketinfos kommen so bald wie möglich. Wir hatten ja schon darüber gesprochen, dass du auch im Herzen ein Blauer bist. Wie schaut es denn bei dir aus mit Vorfreude auf die neue Saison? Was erwartest du dir von der Mannschaft? Was sind deine Träume und Wünsche für den TSV 1860?

Stefan Held: Ich glaube, da sind wir uns alle einig, dass wir gerade in der Liga spielen, wo wir eigentlich nicht hingehören von der Strahlkraft “1860 München”. Ich glaube, der größte Wunsch ist wieder, dass es als Einheit bergauf geht und dass wir da vorne mitspielen. Ich glaube, wir haben einen richtig guten Kader zusammen. Es sind Münchner Jungs mit dabei, Kevin Volland, Niederlechner, die brennen für den Verein. Ich glaube, das ist ja auch immer das, was man auf der Tribüne dann auch sehen möchte, dass da Leute auf dem Platz stehen die für den Löwen kämpfen im Endeffekt. Deswegen bin ich optimistisch.

Ich war zwar schon öfter optimistisch, aber ich glaube, dieses Jahr haben wir einen Kader zusammen, wo ich sage, da wird es funktionieren, weil die richtigen Leute auf dem Platz auch den Ton angeben. Auch wenn die höherklassig gespielt haben, Volland, Niederlechner, ich glaube, das sind genau die Typen, die sich nicht zu schade sind, in der dritten Liga Wege zu machen, sich da reinzuhauen, zu kämpfen, zu fighten und das Ganze anzunehmen. Deswegen würde ich meinen Prognose “Aufstieg” natürlich abgeben. Ich glaube, wir haben nächstes Jahr was zu feiern in Giesing und können den Aufstieg in die zweite Liga feiern.

sechzger.de: In Giesing? Wir hatten gestern die Aufnahme unseres Live-Talks, da war der große Punkt, wir müssen auf den Marienplatz. Giesing wird zu klein sein, wenn wir aufsteigen, aber [sonst] gehe ich natürlich total damit d’accord. Ihr habt es schon vorgemacht, jetzt müssen die Löwen nachziehen.

Stefan Held: So ist es!

Ihr habt gezeigt, wie man aufsteigen kann. Hoffentlich vermiest ihr uns aber nicht die Pokalsaison jetzt dann am Dienstag. Dann bedanke ich mich sehr für deine Zeit. Ich wünsche euch eine gute Vorbereitung, jetzt noch eine knappe Woche. Wir freuen uns alle auf ein Fußballfest in Geiselbullach. Servus und bis dann!

Stefan Held: Peter, danke. Ciao!

5 2 votes
Artikelbewertung
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Newest
Oldest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments