Im DFB-Pokal 2021/22 zwei Zweitligisten geschlagen

Zwei rauschende Fußballfeste waren die Spiele des TSV 1860 im DFB-Pokal in der zur Neige gehenden Saison gegen Darmstadt 98 und Schalke 04. Beide Gegner, zwar “nur” Zweitligisten spielten jedoch die ganze Spielzeit im Unterhaus ganz oben mit – Schalke sicherte am vergangenen Samstag den direkten Wiederaufstieg. Ein Erfolg, den die Lilien am Samstag Nachmittag mit einem Sieg gegen Paderborn (bei gleichzeitiger Niederlage von Werder gegen Regensburg und einem Unentschieden des HSV in Rostock) auch noch erreichen könnten. Und mag dieses Szenario auch unwahrscheinlich erscheinen:
Der Relegationsplatz drei, der zwei Partien gegen den Drittletzten der Bundesliga sichern würde, ist für Darmstadt allemal noch drin. Darum soll es hier aber nicht gehen. Wir möchten an dieser Stelle  die Konstellationen für den TSV 1860 durchgehen, wie uns auch im kommenden Sommer – und vielleicht auch noch im Herbst – DFB-Pokal auf Giesings Höhen beschert wird. Voraussetzung dafür ist die Verteidigung des 4. Tabellenplatzes, den das Team von Michael Köllner derzeit belegt.

TSV 1860 – Borussia Dortmund II, Ergebnis: Heimsieg

Schlagen die Löwen die kleinen Borussen, so ist für Waldhof Mannheim (zu Hause gegen Havelse) der vierte Platz nicht mehr zu erreichen. Für den VfL Osnabrück kommt es (im Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg) dann auf das genaue Ergebnis an. Die Niedersachsen sind derzeit punktgleich mit Sechzig haben aber ein um zwei Tore schlechteres Torverhältnis und weniger erzielte Treffer (55:43, 1860 61:47). Sie müssten also mit drei Toren Differenz mehr gewinnen. Wenn beispielsweise die Löwen gegen Dortmund 2:1 gewinnen, bräuchte der VfL ein 4:0, 5:1, 6:2, … an der Bremer Brücke. Gegen den Meister! Unsere Einschätzung: Eher unwahrscheinlich.

TSV 1860 – Borussia Dortmund II, Ergebnis: Unentschieden

Schaffen die Löwen gegen den BVB nur ein Unentschieden, so reicht Osnabrück ein knapper Sieg gegen Magedeburg zum Sprung auf Platz vier. Waldhof Mannheim kann in diesem Fall zwar – mit einem Erfolg über Havelse – die Löwen noch überholen und auf Rang sechs verdrängen, am VfL kommen die Mannheimer dann aber nicht mehr vorbei.
Kommt allerdings auch Osnabrück – wie die Löwen – nicht über ein Remis gegen den FCM hinaus, springt der Waldhof mit einem Sieg auf den vierten Platz.
Spielen alle drei Kontrahenten unentschieden, bleibt logischerweise tabellarisch alles beim alten und Sechzig Vierter.

TSV 1860 – Borussia Dortmund II, Ergebnis: Heimniederlage

Vorstellen wollen wir es uns nicht. Aber wenn es doch passiert, dann zieht Osnabrück bereits mit einem Unentschieden gegen den Zweitligaaufsteiger aus Sachsen-Anhalt an den Löwen vorbei und ist Vierter. Im Falle einer deftigen Pleite für 1860 (die wir uns erst Recht nicht vorstellen wollen), könnte sogar eine knappe Niederlage gegen Magdeburg den VfL auf Rang vier hieven. Es gilt die Torverhältnis-Konstellation von oben. Und der Waldhof? Der müsste Havelse einfach schlagen und wäre in diesem Fall dann lachender Vierter.
Sollten Sechzig und Osnabrück verlieren und Mannheim unentschieden spielen, hätte das  Verfolgertrio des Spitzentrios je 58 Punkte – das Torverhältnis würde über die Einzelplatzierungen entscheiden. Vorteil 1860.

DFB-Pokal-Qualifikation über den Landespokal

Bleibt noch eine letzte Hintertür. Für einen der Beteiligten. Osnabrück und 1860 sind bereits ausgeschieden. Aber für Waldhof Mannheim bleibt am übernächsten Samstag (21. Mai), dem “Finaltag der Amateure” noch die Chance als Sieger des Landespokals Baden in die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals einzuziehen. Die Waldhöfer spielen gegen den Rhein-Neckar-Landesligisten Türkspor Mannheim. Scheint machbar.
Bleibt die letzte – und spannende – Frage: Wer rückt nach, wenn Waldhof Mannheim sowohl Drittligavierter werden sollte, als auch Pokalsieger in Baden? Das DFB-Regularium ist dazu eher uneindeutig und formuliert: “…so tritt an ihre Stelle die nächstplatzierte und teilnahmeberechtigte Mannschaft der Tabelle der 3. Liga bzw. die nächstplatzierte und teilnahmeberechtigte Mannschaft im Pokalwettbewerb des Landesverbandes.” Also entweder Türkspor oder Osnabrück bzw. der TSV 1860 – siehe oben. Der Sportkurier Mannheim ist sich sicher, dass der Verlierer des Landespokalfinales nachrückt, was auch mehr Sinn machen würde. Schließlich ist der Platz des Pokalsiegers der Startplatz für den jeweiligen Regionalverband, wohingegen der Platz über die 3. Liga regional völlig unabhängig ist.

Am Ende ist es eigentlich ganz einfach: Die Löwen sollten mit einem entspannten Sieg über Borussia Dortmund II alle Zweifel beseitigen und uns allen neue Pokal-Parties in der kommenden Saison bescheren!

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