Brisante Verflechtungen um Hasan Ismaik: Zahlte am Ende der Fanshop für eine “forensische Untersuchung” der KGaA? Der Verdacht: Der Fanshop, die TSV 1860 Merchandising GmbH, könnte für Kosten geradegestanden haben, die nicht in seinem Geschäftsinteresse lagen, mit direkten Folgen für den Gewinnanteil der KGaA.

Ein Firmengeflecht, das offenbar nicht einmal Ismaik selbst durchblickt

Die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA gehört zu 60 Prozent der HAM International Ltd. und zu 40 Prozent dem TSV München von 1860 e.V.

Der Fanshop, die TSV 1860 Merchandising GmbH, ist davon getrennt: Er gehört bis 2031 der HI Squared GmbH, einer weiteren 100-prozentigen Gesellschaft Ismaiks. Zwischen KGaA und Fanshop besteht zudem eine Gewinnbeteiligung: Die KGaA kassiert vom Fanshop-Gewinn, abzüglich der ersten 120.000 Euro, die Hälfte

Pikant: Wie sich aus einem Vertragsdokument ergibt, das unserer Redaktion vorliegt, hält offenbar sogar Ismaiks eigenes Lager die Anteilsverhältnisse nicht auseinander: Dort wird HAM International Limited fälschlich als “Mehrheitsgesellschafterin” des Fanshops bezeichnet, obwohl laut Struktur eigentlich die in Deutschland ansässige HI Squared GmbH diese Rolle innehat.

Der Ursprungsplan: Deloitte sollte die KGaA durchleuchten

Laut dem vorliegenden Vertragsdokument wurde Deloitte ursprünglich vom Fanshop selbst mit einer forensischen Prüfung beauftragt. Geprüft werden sollte aber gar nicht der Fanshop, sondern die KGaA: Governance, interne Kontrollen, Spieler- und Dienstleisterverträge, Kostenmanagement sowie Related-Party-Geschäfte der vergangenen zwei Geschäftsjahre. Ein Unternehmen ohne echten Bezug zum Prüfungsgegenstand sollte also die Beauftragung und Rechnung für eine Prüfung übernehmen, die einer anderen Gesellschaft galt.

KGaA verweigert die eigenen Akten

Der Plan platzte offenbar am Widerstand der KGaA-Geschäftsführung: Als Drittunternehmen durfte der Fanshop gar keinen Zugriff auf sensible Geschäftsunterlagen und Mitarbeiterdaten der KGaA erhalten. Also wurde der Auftrag kurzerhand vom Fanshop auf die HAM International Limited umgeschrieben. Die Präambel nennt HAM International Limited dabei explizit als “Mehrheitsgesellschafterin” des Fanshops – ein Etikettenschwindel oder schlicht ein Zeichen dafür, dass man im Hause Ismaik selbst nicht mehr weiß, welche seiner zahlreichen Firmen eigentlich was besitzt. Fakt ist: Nicht HAM, sondern die HI Squared GmbH ist Alleingesellschafterin des Fanshops.

Der Haken: Der Fanshop haftet trotzdem mit

Trotz der Übertragung an HAM regelt der Vertrag Folgendes: Deloitte kann seine Honorare vom Fanshop und HAM “als Gesamtschuldner im Sinne von § 421 BGB” verlangen. Zwar gehen die Rechnungen an HAM, doch die Haftung des Fanshops bleibt bestehen. Zahlt HAM nicht, kann sich Deloitte einfach beim Fanshop schadlos halten, für eine Prüfung, die der KGaA galt, nicht ihm.

Bis zu 60.000 Euro – plus X

Laut Vertrag wurden die Honorare für die Prüfung auf 50.000 bis 60.000 Euro geschätzt. Dazu kommen eine Gemeinkosten-Pauschale sowie tatsächliche Auslagen wie Reisekosten oder IT-Hardware. Werden zusätzliche Dienstleistungen nötig, wird es teurer. Und weicht der Aufwand von der Schätzung ab, wird schlicht nach Stundensatz weiterberechnet.

“Forensische Untersuchung” brisant für den Verein

Die KGaA kassiert vertraglich 50 Prozent vom Fanshop-Gewinn über den ersten 120.000 Euro. Muss der Fanshop wegen seiner Gesamtschuld für geschäftsfremde Kosten einer Prüfung geradestehen, die eigentlich der KGaA galt, schmilzt genau dieser Gewinn und mit ihm der Anteil, der am Ende bei der KGaA ankommt. Im Zweifel würde damit eine von Ismaiks eigener Gesellschaft bestellte Prüfung über Ismaiks eigene KGaA-Mehrheit indirekt aus der Kasse der KGaA querfinanziert.

Oder anders gesagt: Man hätte indirekt die KGaA für eine Prüfung bezahlen lassen, die sie selbst nicht in Auftrag gegeben hatte.

Ob es tatsächlich so weit kam und wer am Ende die Zeche bezahlte, ist nicht bekannt. Jedoch dürfte der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Max Liebig nicht umherkommen, die Bücher des Fanshops, der der KGaA zudem im hohen fünfstelligen Bereich Mietzahlungen schulden soll, genau zu inspizieren.

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1860ZELL

Hat Hasan Ismaik nicht zuletzt noch den Eindruck erwecken wollen, er sei ein Multimillionär? Und dann versucht er einen für einen Multimillionär läppischen Betrag wohl vertragswidrig der Merch anzulasten?

Es heißt, die TSV Merchandising GmbH müsse neben der HAM für die Bezahlung der Untersuchungskosten gesamtschuldnerisch als Bürge haften. Wenn selbst die von Ismaik beauftragte Beratungsgesellschaft Deloitte solch eine Klausel fordert, muss sie doch erhebliche Zweifel hegen, dass Ismaik die läppischen Kosten , bezahlen kann bzw. wird.

Sollten die Unkenrufe von Präsident Mang doch zutreffen, dass Ismaik finanzielle Probleme habe?

Leo monacensis

Wenn das alles so zuträfe, würde das nicht den Tatbestand der Untreue erfüllen? Ernstgemeinte Frage an einen Juristen-🦁. Danke

1860_4ever

Mir fällt dazu nix mehr ein außer:

“Es sprach der Scheich zum Emir, erst zahlen wir und dann gehen wir. Da sprach der Emir zum Scheich, da zahlen wir ned, sondern geha gleich”. Am besten gleich!

Kraiburger

Ich krieg das jetzt nicht ganz gebacken und musste erstmal “forensische Untersuchung” googlen. Ich hatte da bislang immer nur Assoziationen zu Jan Josef Liefers als Tatort-Kommissar.

Ich kriege das Puzzle nun gar nicht mehr zusammen: Deloitte waren doch die, die im Auftrag Ismaiks die Dalehensverträge aufgrund angeblicher compliance-Verstöße gekündigt haben, oder?

Und jetzt liest man, dass dieses Deloitte Geld von Ismaik dafür bekommen hat um herauszufinden, ob es in Ismaiks Firmen Compliance-Verstöße überhaupt gab.

Das ist doch alles komplett absurd. Wie sehr hat sich Hasan hier eigentlich ins eigene Fleisch geschossen?

Leo monacensis

Ja, und der e.V. zahlt mit.

_Flin_

Ohne tiefere Einblicke:
Deloitte waren ja in Form von Dr. von Rüden aus der M&A Abteilung zuständig. Wenn der Vertragsgegenstand “Governance, interne Kontrollen, Spieler- und Dienstleisterverträge, Kostenmanagement sowie Related-Party-Geschäfte” waren, klingt das erstmal nach einer klassischen Auditierung im Rahmen des Verkaufsprozess. Der Titel “forensische Untersuchung” legt andererseits nahe, dass gezielt nach Unregelmässigkeiten gesucht werden sollte.

Das ist eine Aktion, die sich klar gegen die GF der KGaA richtete, um belastbare Spuren für Untreue oder Vetternwirtschaft zu finden.

Interessant wäre, von wann genau denn dieser Vertrag ist. Aus meiner Sicht muss sowas eher in die Schlussphase im Juni fallen, um tatsächlich Beweise für die bei bei der Kreditkündigung aufgeworfenen Vorwürfe zu finden oder zu konstruieren.

Leider steht im Artikel nichts dazu, welches Datum denn auf dem Vertrag steht.

Edit: denkbar ist auch, dass der Umgang mit diesem Vorgang (Weigerung der KGaA, da mitzumachen) der Auslöser für die Kreditkündigung war.

Last edited 20 Minuten zuvor by _Flin_
WW Sechzger

Denke der Insolvenz Verwalter wird noch einige Leichen im Keller finden.

Robert von Giesing

Weiß jemand was über das TZ Gerücht,das uns die Mietgeschäfte mit der KGaA aktuell angeblich monatlich sechsstellige Beträge kosten?

Stepanek

Wirklich seriös könnte man das wohl nur einschätzen, wenn man genau weiß, was der Inhalt des Vertrages ist. Personal, Miete für Grundstück, Gebäude und Gerätschaften, Überlassungen von Lizenzen oder was auch immer.

Und verschenken darf ein Insolvenzverwalter die Dinge ja auch nicht. Er muss Geld generieren und keine Almosen verteilen. Würde man die Dinge selber kaufen oder das Personal einstellen verursacht das ja auch Kosten. Ein Vergleich mit den Bilanzen der KGaA kann hier sicherlich Aufschluss geben.

Robert von Giesing

Dank dir

Rudel

Personal kann ich mir aktuell nicht vorstellen, die bekommen ja Insolvenzgeld.

Claus

Die sind aber bei der KGaA angestellt. Wenn diese sie für den e.V. bzw. die Spielbetriebs-GmbH arbeiten lassen soll, wird der Insolvenzverwalter dafür (zu recht) Geld verlangen…

Last edited 9 Stunden zuvor by Claus
KoenigRadi

Also nur mal so: 6-Stellig fängt bei 100k an. Das entspricht Brutto-Lohnkosten von einer niedrigen zweistelligen Zahl Personen. Also wenn du nur das Gehalt für 20 durchschnittliche Arbeitnehmer in Deutschland zahlen willst bist du da grob. Da hast du aber noch keinen Trainingsplatz, keine Verwaltungsgebäude, etc.

Nachdem in dem Miet-Deal ja anscheinend auch die Spieler der KgaA dabei sind fände ich alles Andere als eine sechsstellige Zahl sehr verwunderlich…

1860ZELL

Es ist wie immer mit Hasan Ismaik:

Bereits im November 2016 meinte er:

“Es gibt Leute im Verein, die Korruption und Plünderung unterstützen – ich werde mit allen Mitteln dagegen vorgehen””Ich werde bis zu meinem letzten Atemzug für den TSV 1860 kämpfen”, kündigte er an, “um alle Machenschaften in diesem großartigen Verein aufzudecken.”

Zuletzt sah er doch auch wieder üble Machenschaften, sodass die ganze Historie der KGaA rechtlich aufgearbeitet werden müsse.

Aber wie sich das für einen Heuchler gehört, ist er es, der die KGaA Plündern will, indem er bei der TSV Merchandising GmbH unternehmensfremde Ausgaben unterbringen will.

Robert von Giesing

Give it to me Baby, aha aha😆

Leonie60

Ach das ist wohl eine der “Wahrheiten”, “jetzt kommt alles raus” von der ein Blogger schrieb

Stepanek

Ich bin überzeugt davon, dass OG keine Ahnung hat, was im HI-Universum wirklich so alles angestellt worden ist. Man könnte ja fast Mitleid mit ihm haben und denken er ist ein PR-Missbrauchsopfer.

Aber nur fast!

#keineklicksfuergriss

Last edited 10 Stunden zuvor by Stepanek
flashgordonapproaching

ich denke, dass diese meldung bei OG nicht mal erwähnt wird….
denn sein Klientel ist intelektuell eher zart bepflanzt – um´s mal vorsichtig zu formulieren…
ELIL

Mutloewe

Mit jedem unglaublichen Scheißdreck, der nun hochgespült wird – und da sind dubiose Vermittlerverträge noch gar nicht inkludiert – erhöht sich bei mir gedanklich die Erkenntnis: Was für geiles Potential in unserem Verein schlummert und nun aus der Flasche gelassen wird.

Dennis M.

Ohne Hasan kann man durchstarten. Mang wird die richtigen Knöpfe drücken.

chiela 60

Die Luft wird immer reiner… Ahhh, welch gutes Gefühl….. Diese Freiheit von Alledem… 🤗

Ratisbona

Pikant!

Libero

Irgendwie überrascht mich das gar nicht.Das war nie ein Geschäftsmann und wird auch in Zukunft keiner werden.

Claus

Echt wirre Verflechtungen… Passt genau zu Ismaik.

Ich sehe es so: Je höher die Kosten (Ladenmiete, Personal, Unternehmensberater…) für die Merch GmbH, desto schneller ist auch die insolvent. Und mit dieser Insolvenz sollten dann irgendwann deutlich vor 2031 die Markenrechte wieder an den e.V. zurückfallen.

Strahlenkatharakt

Warum sollten die nicht eher zurück kommen? Die Markenrechte hält die KGaA und die ist weit vor 2031 Geschichte.

Claus

Ganz so einfach scheint es nicht zu sein. Sonst hätte der KGaA-Insolvenzverwalter im Kooperationsvertrag zusammen mit Personal, Trainingsplatz, Geschäftsstelle etc. dem e.V. ja auch gleich die Marken-Nutzung gestatten können.

Leonie60

Das kann er erst, wenn die KGaA in Insolvenz ist und abgewickelt. Vorher gilt der Vertrag mit der Merch ja noch

Loewenqueen

Mal kurz eine andere Frage:

Der DFB hat heute für alle Drittligisten der letzten Saison 3 Millionen Euro zur Belohnung für den Nachwuchs ausbezahlt.

Der TSV 1860 München bekommt davon 383000 Euro. Weiß jemand ob das Geld der e.V für die neue Spielbetriebsgesellschaft bekommt, oder ob die Kohle in die Insolvenzmasse fällt ?

KaiKiste1860

Der DFB schreibt dazu: “Die Zuschüsse fließen in den gemeinnützigen Bereich der jeweiligen Vereine und dürfen nur zweckgebunden für die gemeinnützige Nachwuchsförderung verwendet werden.” Das Geld kann für die U21 bis zur U9 für die Förderung im e.V. verwendet werden. Die neue Spielbetriebs-GmbH ist eine 100%-ige Tochter vom TSV München von 1860 e.V., dort ist derzeit nur die 1.Mannschaft. Das Geld fließt nicht in die “vorinsolvente” KgaA.

Loewenqueen

Top

Danke für die Info

Leonie60

U21 und U19 sind aktuell dich noch KGaA

KaiKiste1860

Hier einen sauberen Strich zu ziehen ist halt schwierig. Momentan ja, viele Spieler der ersten Mannschaft haben auch noch keinen Vertrag mit der neuen Spielbetriebs-GmbH, sondern noch mit der “vorinsolventen” KGaA. Ich wollt nur positiv in die Zukunft schaun, das ab der U21 (oder jetzt 1860 II) alles unter dem Hut des e.v. läuft.

Last edited 11 Stunden zuvor by KaiKiste1860
raineranton

Das würde zum größten Löwenfans-Verarscher aller Zeiten richtig gut passen!

Last edited 12 Stunden zuvor by raineranton
raineranton

Und ich warte jetzt noch auf den Artikel von der SZ, der dann bald kommen müsste!

_Flin_

Verträge, Gesetze, Verbandsrichtlinien… Wen kümmern schon solche Petitessen, wenn man der Babo ist?!

Nur die Vertragspartner, Gerichte und Verbände! Und wen scheren schon die? Sie dürfen jederzeit zum Huldigen kommen, dann lasse ich sie drei Stunden warten, und dann wissen sie, wer der Babo ist.

HAM, HI2, KGaA, Merchandise, e.V.? Egal, alles meins.

Stepanek

Eine Insolvenz der TSV 1860 Merchandising GmbH ist nach meiner Einschätzung nicht mehr in weiter Ferne.

Die Hersteller von Merchandising-Artikeln werden sicherlich hohe Rechnungen für die bestellten Artikel stellen, allen voran Sportartikel-Hersteller Joma.

Ein Großteil der Ware wird bereits produziert sein und die Verkaufserlöse eher gering. Wenn die Merch dann scheinbar auch noch Schulden bei der KGaA hat, wird der Insolvenzverwalter hier sicherlich kein Auge zudrücken und die Außenstände unverzüglich einfordern. Was anderes darf/kann er auch nicht machen.

Darüber hinaus wurden im Laufe der Jahre offensichtlich einige Personen (Dolmetscher, Personalchefin) für überhöhte Gehälter in der Merch “geparkt” um dort die Gewinne zu minimieren. Alles zum Schaden der KGaA und der Nachwuchsförderung.

Ich gehe davon aus, dass das Kartenhaus von Hasan Ismaik sehr bald laut krachend zusammenbricht, aber er selbst hat ja nicht Schuld.

Last edited 13 Stunden zuvor by Stepanek
HuiWaeller

Sein Konstrukt wirft auf jeden Fall einige “Fragen zum Nachdenken” auf.

Sepp030457

Immerhin sollen ja 56 Paletten der, für die dritte Liga geplanten, Trikots in München angekommen sein und von denen werden sicherlich einige Paletten an die Merch gegangen sein …