Im alles entscheidenden Rückspiel der Relegation standen sich heute Dynamo Dresden und der 1. FC Kaiserslautern im ausverkauften Rudolf-Harbig Stadion gegenüber. Am Ende siegte Kaiserslautern 2:0 und steigt in die zweite Liga auf.

Vollkommen offene Ausgangslage

Nach dem 0:0 im Hinspiel war die Ausgangslage vollkommen offen. Durch das Heimrecht galten die Dresdner als leicht favorisiert. Allerdings gingen die Gastgeber mit der Hypothek von 18 sieglosen Spielen am Stück in das Spiel, das sie gewinnen mussten, um die Klasse zu halten. “Wir brauchen auch eine gewisse Lockerheit und Kreativität”, forderte Trainer Capretti von seiner Mannschaft. Lauterns Trainer Dirk Schuster ging dagen von einem offenen Spiel aus: “Es ist eine Fifty-Fifty-Situation”.

Spiel beginnt leicht verspätet

Auf Grund einiger Freundenfeuer im Gästeblock konnte das Spiel erst mit kurzer Verzögerung angepfiffen werden. Und auch in der Anfangsphase war gleich Feuer drin. In den ersten 20 Minuten bekamen die Zuschauer mehr Torszenen zu sehen als im gesamten Hinspiel. Das erste Ausrufezeichen setzte Ex-Löwe Daferner mit einem kernigen Fernschuss aus gut 20 Metern, der knapp am linken Pfosten vorbei strich. In der elften Minute musste Königsdorfer dann kanpp vor der Linie einen Boyd-Kopfball klären. Nach einer Viertelstunde drang dieser in den Lauterer Stafraum ein, seinen Schuss konnte Raab aber problemlos entschärfen.

Erneut intensives Spiel

Das Spiel war ähnlich intensiv wie vergangenen Freitag auf dem Betzenberg. Beide Fanlager trieben ihre Mannschaften lautstark nach Vorne.

Die Dresdner Fans trieben ihre Mannschaft laustark nach Vorne

Die Dresdner übernahmen nach ausgeglichener Anfangsphase das Zepter, brachten Ruhe ins Spiel, was aber zu Lasten der Offensivaktionen vor beiden Toren ging. In der 30. Minute musste Dynamo wie schon im Hinspiel verletzungsbedingt früh wechseln. Ex-Löwe Stark musste raus. Batista Meier ersetzte ihn. Danach ging der geordnete Spielaufbau hüben wie drüben weitgehend verloren und man fühlte sich stark ans Hinspiel erinnert. Einzig erwähnswert blieb bis zur Pause eine weitere Chance von Königsdörfer, der sich über links in den Strafraum tankte und den Ball dann aus spitzem Winkel ans Außennetz setzte. So ging es torlos in die Kabinen.

Auch die mitgereisten Lautern-Fans uterstützten ihre Mannschaft gut vernehmbar in Dresden

Der FCK geht in Führung

So bleiben beiden Teams 45 Minuten, um den Platz in der zweiten Liga zu buchen oder besser gesagt zu erkämpfen. Wer das dazu nötige Tor schießen sollte, war allerdings mehr als unklar auf Grund der doch sehr biederen Offensivaktionen beider Kontrahenten. Bis weit in den zweiten Durchgang gab es keine Chancen auf beiden Seiten. In der 58. Minute musste Broll nach einer Ecke einen sehenswerten Kopfball von Boyd auf der Linie klären. Und eine Minute später war es dann soweit: Daniel Hanslik erzielte das 0:1 für die roten Teufel. Ritter spielte einen präzisen Pass an den Strafraum, dort legte Wunderlich den Ball auf Hanslik ab, der vom Sechzehner ins kurze Eck einschob.

Dresden drückt verzweifelt auf den Ausgleich

Die Dresdner reagierten umgehend und kamen durch einen Schuss von der linken Seite und einem anschließenden Gewühl im Strafraum zu ihrer ersten Chance nach der Pause. Daferner und Weihrauch hätten mit etwas Glück den Ausgleich erzielen können. Das war das Signal zu einer brachialen Aufholjagd der Dynamos. Die spielten nun schnörkellos nach Vorne und versuchten irgendwie den Ausgleich zu erzielen. Batista Meier platzierte einen Freistoß genau auf’s Kreuzeck des FCK-Tors, aber Raab konnte den Ball um den Pfosten lenken. Weitere zwingende Chancen und Überraschungseffekte im Spielaufbau konnten die Dresdner nicht verzeichnen. In der 78. Minute verlor Raab dann nach einer Ecke etwas die Orientierung im Strafraum und Königsdörfer kam aussichtsreich zum Kopfball, konnte aber nicht genügend Druck hinter den Ball bringen.

Boyd hat die Entscheidung auf dem Fuß

In der 83. Minute fuhr Lautern einen Konter, der die Entscheidung hätte bringen müssen. Zimmer trieb den Ball durch die Deesdner Hälfte, schickte Redondo in den Strafraum, der den vollkommen frei am langen Eck wartenden Boyd anspielte. Dieser jagte den Ball unbedrängt über die Latte. Das hätte die Entscheidung zu Gunsten der roten Teufel sein müssen. In der 86. Minute kombinierte Dynamo dann ein Mal schön im gegnerischen Strafraum, aber Raab konnte gegen Vlachodimos bravorös klären. So kam es wie es kommen musste, Lautern setzte einen Konter und erzielte in der Nachspielzeit das 0:2 durch Hercher nach feiner Ablage von Stehle.

Kaiserslautern steigt auf

Nach dem 0:2 warfen die Dynamo-Fans einige Pyrofackeln und Knallkörper auf’s Spielfeld. Das Spiel war einige Minuten unterbrochen, ehe Schiri Siebert die noch ausstehenden drei Minuten freigeben konnte. Insgesamt war der FCK einen Hauch effektiver und Dynamo Dresden letztendlich zu harmlos in der Offensive. Dresden steigt damit nach 19 sieglosen Spielen in Folge als einzig sieglose Mannschaft im Kalenderjahr 2022 ab. Damit steht für die Münchner Löwen nächste Saison eine Reise nach Dresden an.

 

 

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Auch von mir Gratulation. Aber bei mir bleibt ein großes Geschmäckle zurück. Kaiserslautern konnte sich wieder auf seine erstklassige Abwehr verlassen. Aber derjenige, der den Beton für diese Abwehr erst anrührte durch seine sehr gute Arbeit, durfte die Scheuer nicht einfahren. Ich hab nix gegen Dirk Schuster und es spricht für seinen Anstand, dass er Antwerpen ein hohes Maß am Erfolg – zurecht – zusprach. Aber wie man Antwerpen so kurz vor der Ziellinie entlassen konnte, ist für mich nicht nachvollziehbar. Das Trainerkarussell nimmt inzwischen schon reichlich absurde Züge an.

wenn man als höher klassifizierter in der Relegation nicht in der Lage ist, in zwei Spielen eine vernünftige Chance zu haben, ein Tor zu erzielen dann muss man sich nicht wundern.

Aufrichtige Gratulation an den BetzenBerg und seine treuen Lauterer Fans.
Wir lernen daraus, dass die beste Abwehrreihe der 3. Liga durch zweimal zu null auch in der Relegation verdient aufsteigt und eine tolle Feier auf dem Heimweg in die Pfalz erleben dürfen.
Wir folgen 2023 !