Luca Jürgensen pfeift am Sonntag Mittag das Heimspiel des TSV 1860 gegen Hansa Rostock (13.30 Uhr – im sechzger.de Liveticker). Die Erinnerungen der Löwenfans an Einsätze des inzwischen 29jährigen Hamburgers bei Spielen des TSV 1860 sind nicht die allerbesten. Weder in der Vergangenheit, noch in der laufenden Saison. Am 8. Spieltag pfiff er die 2:0-Niederlage in Aue, die das letzte Spiel von Trainer Patrick Glöckner an der Seitenlinie darstellte. Tags darauf wurde dieser freigestellt.
Fehlentscheidung in Aue nach fünf Minuten
Die – auch von Babak Rafati bei liga3-online als Fehlentscheidung eingestufte – Aberkennung des Führungstreffers für Sechzig in der 5. Minute im Erzgebirgstadion haben viele Anhänger in weiß und blau noch in schmerzhafter Erinnerung. Ein Stürmerfoul an Aues Torhüter Martin Männel nach einer Ecke von Kevin Volland wollte Jürgensen gesehen haben – und lag damit klar falsch.
An den müßigen Spekulationen, wie das Spiel in Aue und die folgenden Partien wohl verlaufen wären, wenn der frühe Treffer für 1860 gezählt hätte, ob die Entlassung von Glöckner vielleicht gar nicht erfolgt, die Geschichte komplett anders weiter gegangen wäre und die Löwen heute womöglich als souveräner Tabellenführer der 3. Liga dastünden, wird sich an dieser Stelle aber nicht beteiligt! Die Leistung der Mannschaft in Aue war in den noch folgenden 92 Minuten absolut enttäuschend und das 0:2 bedeutete – nach den Niederlagen in Rostock (1:2) und gegen Hoffenheim II (1:5) – bereits die dritte Pleite in Folge. Für seinen Auftritt in Aue erhielt Jürgensen vom kicker übrigens die Gesamtnote 3,0. Trotz der offensichtlichen Fehlentscheidung nach fünf Minuten.
Zuletzt keine Platzverweise und Elfmeter
An der sehr zurückhaltenden Linie von Jürgensen – was Platzverweise und Elfmeter anbelangt – hat sich in den fünf Drittligaspielen, die er seit seiner letzten Vorstellung hier bei uns im September gepfiffen hat, nichts geändert. Zu den zwei Gelb-Roten, sechs glatt Roten Karten und den sechs Strafstößen, die er bislang in seinen vier Spielzeiten in der 3. Liga verhängt hatte, kam nichts entsprechendes mehr hinzu. Seine 163 Gelb-Verwarnungen in insgesamt 41 Spielen sind – ebenfalls und weiterhin – ein leicht unterdurchschnittlicher Wert.
Jürgensen – der Löwen-Trainer-Schreck
Die Bilanz der Löwen bei Spielen unter der Leitung von Luca Jürgensen ist – wie wir schon vor dem Spiel in Aue in Wort und Bild dokumentiert hatten und woran sich ja im Erzgebirge auch nichts ändern sollte – bemerkenswert schlecht. Keinen einzigen Punkt konnte 1860 in diesen inzwischen vier Partien holen. Kein einziges Tor war zu bejubeln. Aber acht Gegentreffer zu bedauern.
Und schon zweimal war nach einem Einsatz von Jürgensen bei einem Spiel von Münchens großer Liebe für den jeweiligen Löwendompteur Schluss an der Grünwalder Straße. Im Januar 2024 für Argirios Giannikis (nach dem 0:4 in Saarbrücken) und – wie schon erwähnt – für Patrick Glöckner nach dem Spiel in Aue. Beruhigenderweise ist – egal wie das Duell mit Hansa Rostock am Sonntag ausgeht – mit einer Entlassung von Markus Kauczinski aktuell definitiv nicht zu rechnen. Und dennoch wäre es natürlich wünschenswert, wenn die Löwen unter der Spielleitung von Jürgensen endlich mal punkten würden. Am liebsten dreifach!
Eingespieltes Unparteiischen-Gespann
Sechs seiner sieben Drittligspiele in dieser Saison hat Luca Jürgensen mit den beiden Linienrichtern bestritten, die sich auch am Sonntag auf den Weg mit nach Giesing machen. Fabian Porsch und Gerhard Alexander Ludolph. Auch das hier schon mehrfach angesprochene Spiel in Aue. Beim Spiel zwischen Ingolstadt und Saarbrücken im Oktober, bei dem zwar Porsch nicht dabei war, hieß aber der vierte Offizielle – wie am Sonntag – Manuel Bergmann. Viel Kontinuität rund um das Spielfeld.
Beide Linienrichter zuletzt gegen Essen in Giesing…
Fabian Porsch ist 36 Jahre alt und kommt aus dem schleswig-holsteinischen Barsbüttel. Er agiert schon seit 2015 in inzwischen 117 Drittligaspielen an der Seitenlinie. Hinzu kommen 24 Zweitligapartien zwischen 2020 und 2022. Den Löwen begegnet er am Sonntag zum insgesamt zwölften Mal. Zuletzt war er vor gut einem Monat beim 1:1 gegen Essen – unter Schiedsrichter Felix Weller – in Giesing im Einsatz. Genauso wie der Assistent auf der anderen Seite, Gerhard Alexander Ludolph aus Hoisbüttel – ebenfalls in deutschlands nördlichstem Bundesland gelegen. Auch er war beim Rückrundenauftakt gegen RWE dabei. Dies war – nach dem Spiel in Aue im September – aber erst die zweite Begegnung mit dem TSV 1860. Insgesamt blickt er erst auf neun Drittligaspiele Erfahrung zurück.
…wie der vierte Offizielle
Manuel Bergmann aus Erbach im südhessischen Odenwaldkreis ist 35 Jahre alt und war schon 138 Mal in der zweiten und 86 Mal in der dritten Liga als Linienrichter oder als vierter Offizieller im Einsatz. Den Löwen begegnete er in einer dieser beiden Funktionen auch schon zwanzig Mal. Zuletzt – wie die beiden Linienrichter – am 17. Januar gegen Rot-Weiss Essen.
Titelbild: Das Schiedsrichterteam um Luca Jürgensen (links hinten) vor dem Spiel in Aue am 27. September letzten Jahres. Mit drei der vier hier abgebildeten Personen gibt es am Sonntag ein Wiedersehen im Sechzgerstadion. Lediglich Johannes Drößler (rechts hinten) ist am Sonntag nicht mit von der Partie.











Tja, ich seh’s mal positiv, so ein schlechten Tag wie das Schiedsrichterteam um Luca Jürgens beim Spiel in Aue werden die sich nicht mehr leisten wollen. Rafati’s Meinung wird die nicht wirklich interessieren, aber es gibt ja eine interne Leistungsbewertung vom DFB. Anhand der Fernsehbilder hatte der Assistent einen besseren Blick auf die Szene bei dem nicht gegebenen regulären Tor von Volland. Trotzdem, da stimme ich dem Christian Jung zu, es waren noch gut 90 Minuten zu spielen, auch wenn so eine “Fehlentscheidung” in den Köpfen der Spieler hängen bleibt. Wo ich ein kleines “Geschmäckle” sehe, muss ich seitens des DFB einen jungen Schiri mit der Vorgeschichte ins wie immer stimmungsvolle Sechzgerstadion schicken. Er kommt ja doch aus unmittelbarer Nähe unseres Gegners, auch wenn es zwei verschiedene Regionalverbände sind.
Was man gern mal vergisst: Außer der Szene in der fünften Minute hat Jürgensen in Aue ein ganz solides Spiel gemacht.
Und wenn Du das Durchschnittsalter der Schrirs, die uns heuer gepfiffen haben, ansetzt (=30) und die Erfahrung mit der Anzahl der gepfiffenen Drittligaspiele bewertest (Schnitt: 35), dann ist der Jürgensen kein “Greenhorn”, sondern voll im Schnitt. Und zwischen Rostock und Hamburg sehe ich jetzt nicht so viel regionale Nähe.
Also, ich schmeck da nix. 🙂