Ein Vollblut-Löwe ist er quasi schon sein ganzes Leben, ab dem morgigen 01. Februar dann auch (offiziell) in Vollzeit für den TSV 1860 tätig: Pressesprecher Rainer Kmeth.

Rainer fährt – nicht nur gefühlt – schon sein ganzes Leben zum TSV 1860, persönlich kennengelernt haben wir uns dann Anfang der 90er-Jahre: Wie viele Löwenfans hatte er damals eine Zaunfahne mit dem Namen seines Wohnortes – Penzberg – welcher ihm bei seinen Reisen mit und zu den Löwen bei Hin- und Rückweg runde 100 Extra-Kilometer einbrachte bzw. heute noch einbringt, die aber auch schon keine große Rolle mehr spielen:

Rainer war viele Jahre ein „Allesfahrer“ und hat dabei zigtausende Kilometer im Namen der Löwen zurückgelegt: egal ob ein Freundschaftsspiel in Südkorea, Trainingslager in Zypern oder mit der Löwen-Jugend an den GardaseeRainer und seine Penzberg-Fahne waren dabei. Hier auf dem Bild in Südkorea, auf dem Beitragsbild mit der 1. Mannschaft und einigen Fans- auch dem Verfasser dieser Zeilen – nach dem Spiel in Borisov im UI-Cup 2002.

Bei so vielen Erlebnissen mit den Löwen war es naheliegend, diese einer breiten Leserschaft vorzustellen – Rainer gab die „Penzberger Nachrichten“ heraus und berichtete in diesen von seinen Erlebnissen auf den Reisen mit dem schwarzen Löwen.

Wurde hier bereits der Grundstein für seine Aufgabe als Pressesprecher gelegt?

Die Penzberger Nachrichten wurden eingestellt, als Rainer zum „Ama-Lion“ wechselte: Der Ama-Lion war die Stadionzeitung des TSV 1860 zu den Heimspielen der zweiten Mannschaft. Sie wurde von Fans ehrenamtlich produziert, war aber die offizielle Publikation des TSV 1860 München. Die Redaktion des Ama-Lion wurde mit den Jahren immer kleiner, Rainer blieb. Er wurde Stadion- und Pressesprecher bei der zweiten Mannschaft – aus dem Fan war über die vielen Jahre ein Mitarbeiter des Vereines geworden.

Nach der Saison bzw. dem Abstieg 2016/17 verließen nicht nur sehr viele Spieler den Verein, auch Trainer Vitor Pereira suchte das Weite – ebenso wie die damalige Pressesprecherin des TSV 1860, Lil Zercher, die zum 1. FC Köln wechselte.

Die erste Mannschaft beim TSV 1860 übernahm – wieder mal – der damalige Trainer der U21 Daniel Bierofka. Mit ihm bildeten damals viele Spieler der U21 das Gerüst der „neuen“ ersten Mannschaft – das gleiche galt für den Pressesprecher: Hatte dieser davor die Pressearbeit für die U21 halbwegs bequem neben seiner eigentlichen Arbeit bei der Sparkasse erledigen können, so war er auf einmal für die Pressearbeit der ersten Mannschaft des TSV 1860 zuständig – und das als Nebenjob.

Dass dies auf Dauer bei einem Verein wie dem TSV 1860 nicht leistbar ist, ist selbsterklärend und so musste eine Entscheidung her: Rainer entschied sich nach über 22 Jahren bei der Sparkasse für die Löwen und wurde vorgestern dort auf der Betriebsversammlung verabschiedet.

Rainer ist die letzten Jahre dadurch aufgefallen, dass er nicht aufgefallen ist: angenehm unaufgeregt moderierte er die Pressekonferenz, verwaltete sämtliche Social-Media-Accounts und verbesserte unserer Meinung nach die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim TSV 1860 deutlich. Endlich stehen Nachrichten des TSV 1860 als erstes dort, wo sie auch hingehören: auf der offiziellen Seite des TSV 1860 – wir berichteten gestern.

Insiderinformationen? Ich für meinen Teil habe Rainer noch nie nach welchen gefragt, weil ich zum einen weiß, dass er Profi genug ist um diese sowieso nicht herauszugeben. Zum anderen sind mir persönlich Leute, die immer etwas mehr wissen müssen als andere um “wichtig” zu sein sowieso suspekt bzw. zuwider – das weiß jeder, der mich kennt.

Die öffentlich zugänglichen Informationen rund um den TSV 1860 sind sowieso schon viel zu viele.

Als langjähriger Allesfahrer, Fan & Pressesprecher in einer Person kennt Rainer die Medienlandschaft des TSV 1860, aber auch Spieler und Fans ganz genau. Die jetzige neue, erweiterte Aufgabe und Verantwortung ist nur die logische Konsequenz des Fanseins, aber auch der harten Arbeit der letzten Jahre.

Wir sind uns sicher dass er auch diese Aufgabe meistern wird und wünschen ihm dabei alles Gute – und dass ihm noch genug Zeit für eine weitere Leidenschaft – dem Reisen und Sammeln von Hard-Rock-Cafes – bleibt.