Gestern haben wir an dieser Stelle in Teil 1 der Bilanz der laufenden Transferperiode die Abgänge aus dem Kader der vergangenen Saison analysiert.
Heute werfen wir nun einen Block auf die Neuzugänge.

Zu Beginn der Transferperiode wurde ein ganzer Schwung an Talenten aus der eigenen Jugend in den Profikader befördert. Hierzu gehören György Szekely (Tor, aus der U21 kommend), Maxim Gresler (Verteidiger, U21), Ahanna Agbowo (Abwehr/Mittelfeld. U19), Johann Ngounou Djayo (Sturm, U19), Marco Mannhardt (Mittelfeld, U19), Milos Cocic (Sturm, U19), Matthew Durrans (Sturm, U21) und Lorenz Knöferl (Sturm, U19). Es fällt auf, dass Michael Köllner nicht nur Spieler aus der U21 nach oben geholt hat, sondern auch Spielern aus der U19 eine Chance gibt. Selbst Spieler der U17 hat der Löwendompteur im Fokus und gibt auch so jungen Kickern eine Chance. In wie weit sich die jungen Talente dann auch durchsetzen können und in die Fußstapfen von Dennis Dressel oder Marco Hiller, die denselben Weg gegangen sind, treten können, wird sich zeigen. Es beweist aber, dass Michael Köllner sich eingehend mit den Spielern im NLZ beschäftigt, die Philosophie vom Ausbildungsverein sehr ernst nimmt und diese aktiv vorlebt.

In den bisherigen Vorbereitungsspielen ließen vor allem Agbowo und Djayo (mit einem eiskalt erzielten Tor gegen Regensburg) schon aufblitzen, was sie können. Für sie und die anderen wird es allerdings wohl hauptsächlich darum gehen, sich im Training anzubieten und hin und wieder Einsatzzeiten bei den Profis zu bekommen, um erste Erfahrungen im Profibereich zu sammeln.

Ebenfalls relativ früh in der laufenden Transferphase, nämlich keine drei Wochen nach dem letzten Abpfiff der Vorsaison gegen Ingolstadt wurde Erik Tallig aus Chemnitz verpflichtet. Er könnte dem einen oder anderen Löwenfan noch durch den Treffer im letzten Spiel vor Zuschauern im Sechzgerstadion am 29. Februar bekannt sein. Nach herrlichem Zusammenspiel mit Ex-Löwe Philipp Hosiner traf er zum zwischenzeitlichen 0:2. Vielleicht war er von der Aufholjagd und der Stimmung beim 4:3-Sieg der Löwen so begeistert, dass er unbedingt nach Giesing wechseln wollte. Schenkt man diversen Onlineportalen Glauben, waren nämlich sogar einige Zweitligaclubs hinter dem 20-jährigen her. Nun ist der offensive Mittelfeldspieler aber bei uns gelandet und überzeugt in den bisherigen Testspielen auf der offensiven Außenposition durch Schnelligkeit, hohen läuferischen Einsatz und Torgefährlichkeit. Er könnte die Lücke, die Efkan Bekiroglu hinterlassen hat, gut schließen, obwohl er ein komplett anderer Spielertyp ist. Er scheint sowohl ein guter Vorbereiter für die Spitzen als auch selbst im Torabschluss versiert zu sein. Auf Grund seines Alters wird er sich unter Michael Köllner sicher noch weiterentwickeln und wir sollten viel Freude an ihm haben.

Der zweite echte, weil „externe“ Neuzugang steht nicht mehr ganz am Anfang seiner Karriere: Stephan Salger (30) kam ablösefrei aus Bielefeld, wo er die letzten acht Jahre spielte. Der Innenverteidiger, der wohl auch auf der 6er-Position spielen kann, soll vor allem Routine in die Defensive der Löwen bringen und seine Erfahrung an die jungen Spieler weiter geben. Da er bisher noch nicht in Testspielen bzw. im Totopokal gegen Würzburg eingesetzt werden durfte, kann man ihn noch nicht wirklich bewerten. Seine Statistiken weisen aber auf einen soliden Defensivspieler hin, der hinten durchaus für Stabilität sorgen kann. Wir hoffen, dass er zu einer sicheren Bank im Zentrum der Abwehr wird und die Abgänge von Aaron Berzel und Felix Weber kompensieren kann. Mit fünf Erst-, 132 Zweit-, und 105 Drittligaspielen bringt er auf jeden Fall die nötige Erfahrung mit. Sollte Stephan am Samstag gegen Eintracht Frankfurt zum Einsatz kommen, wäre das übrigens sein 18. DFB-Pokalsspiel. 2015 stand er mit der Arminia im Halbfinale gegen den späteren Cupsieger aus Wolfsburg. Er weiß also durchaus, wie man eine Pokalrunde übersteht.

Der aktuell frischeste Neuzugang ist ein alter Bekannter in Giesing: Richard Neudecker, der auch “Richy” gerufen wird. Einige werden sich sicher noch an seine Zeit bei den Amateuren und auch an einige Profieinsätze erinnern können. Bevor er 2016 – erst 19jährig – zum FC St. Pauli wechselte, hatte er sechs Jahre lang das NLZ bei den Löwen durchlaufen und sogar sechs Zweitligaeinsätze bei uns absolviert. Er wird den meisten als linker Verteidiger in Erinnerung sein, inzwischen hat er sich jedoch zum zentralen Mittelfeldspieler weiterentwickelt. Da auch er bisher nicht einsatzberechtigt war, ist unklar, auf welcher Position er letztlich auf dem Platz zu finden sein wird. Ein Spieler mit regelmäßigen Einsätzen in der  holländischen “Eredivisie” sollte aber auf jeden Fall eine Verstärkung für die Löwenelf sein.

Auf Grund des kürzlich erhöhten Spieleretats werden Günther Gorenzel und Kollegen sicher noch versuchen, den ein oder anderen Neuzugang an die Grünwalder Straße zu lotsen.
Daher werfen wir morgen einen Blick auf den aktuellen Kader und beleuchten die Stellen, an denen aus unserer Perpektive noch Handlungsgbedarf besteht.

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