Am heutigen Vormittag empfing der TSV 1860 die Medienvertreter zu der LÖWENRUNDE vor dem morgigen Duell mit dem FSV Zwickau. Neben Günther Gorenzel kehrte Trainer Michael Köllner nach einer Woche Abstinenz auf das Podium zurück.

Corona und Impfen dominieren die LÖWENRUNDE

Der Oberpfälzer musste in der letzten Pressekonferenz aussetzen und wurde durch Richy Neudecker “vertreten”. Grund dafür war die angeordnete Quarantäne für den Fußballlehrer, nachdem Kevin Goden positiv auf das Corona-Virus getestet wurde.

Um eben jene Quarantäne drehten sich auch die zuerst gestellten Fragen. Ein Eingangsstatement gab es heute nicht, stattdessen berichtete Kölllner von einem Gefühl wie in einem “modernen Gefängnis”. Mit der Leistung beim Halleschen FC zeigte sich der 51-Jährige durchaus zufrieden. Positiv hob er hervor, dass sich das Spiel der Löwen in Überzahl deutlich verbessert habe. Man habe endlich erkennen können, dass man ein Mann auf dem Feld mehr sei. Zudem wurden kaum Kontersituationen für den Gegner zugelassen, was in der Vergangenheit öfter nicht der Fall war.

Dass die Quarantäne eine Qual war, lag allerdings auch daran, wie Köllner das Spiel verfolgen musste. Vor dem Fernseher stand er zwar ständig im telefonischen Kontakt mit seinem Videoanalysten, doch die Möglichkeiten einzugreifen, waren eher limitiert. Zudem beriet ihn seine Frau am TV tatkräftig von der Seite, was dem Trainer nicht unbedingt gefiel.

Mit meiner Frau zuhause ein Fußballspiel anzuschauen, ist jetzt auch nicht immer das Tollste. Die weiß dann auch immer alles besser und da musst du dich dann auch rechtfertigen, wieso wir so spielen und ich das so mache.

Köllner leitet selbst zum Spiel des TSV 1860 gegen Zwickau über

Auch für die Spieler in Arbeitsquarantäne waren es keine leichten Tage. So gut es ging hielten sie sich daheim fit, täglich stand man einmal per Videoanruf im persönlichen Kontakt. Angesprochen auf die möglichen Lehren aus der angeordneten Quarantäne erneuerte Michael Köllner in einem Plädoyer seine Meinung zum Thema Impfen. Nach wie vor sieht er diesen Punkt als Eigenverantwortung und privates Thema an, das jeder für sich selber entscheiden müsse. Er schloss sich damit nahtlos an die letzten Giesinger Gedanken von Stephan Tempel an.

Gerade die Eigenverantwortung hob er als hohes Gut in Deutschland hervor. Hierbei ließ er allerdings durchblicken, dass die betroffenen Spieler durchaus zum Nachdenken angeregt wurden. Das Thema wird oft in der Kabine besprochen und der Verein hat ebenfalls mit den Spielern oft gesprochen. Köllner betonte zudem, dass jeder für sich selber wissen müsse, ob man sich eine zweite Qurantäneanordnung leisten könne – auch im Hinblick auf einen Einsatz in der U21.

Nach gut 15 Minuten – und damit über der Hälfte der Zeit – hatte der Trainer dann allerdings genug und lenkte das Thema selbst auf das kommende Spiel des TSV 1860 München gegen den FSV Zwickau. Es folgte quasi das fehlende Eingangsstatement.

Für das morgige Spiel stehen bis auf den infizierten Kevin Goden nun wieder alle Spieler zur Verfügung und seien auch in einer guten körperlichen Verfassung, so der Trainer. Lediglich hinter dem Einsatz vom angeschlagenen Marcel Bär stehe noch ein Fragezeichen. Hierbei geht es vor allem darum, wie der Spieler sich selber einschätzen wird. Dass ein Sieg Pflicht sei, sah auch Köllner so und hofft auf drei Punkte am morgigen Samstag.

Noch wenige Restkarten für das Grünwalder Stadion verfügbar

Bis zu 10.000 Löwenfans auf den Rängen werden dabei alles geben und die Mannschaft entsprechend unterstützen. Dass das Sechzgerstadion bis auf den letzten aktuell verfügbaren Platz gefüllt sein wird, zeichnet sich zurzeit ab. Aktuell gäbe es noch knapp 500 Restkarten, die bis zum Anpfiff vergriffen sein werden. Ein möglicher freier Verkauf startet heute um 15:00 Uhr.

Abschließend wurde Günter Gorenzel noch darauf angesprochen, ob Michael Köllner noch voll bei der Sache sei. Er betonte, dass es hierbei immer zwei verschiedene Ansichten gäbe: die Außen- und die Innenansicht. Gorenzel stellte klar, dass Michael Köllner tagtäglich alles für den TSV 1860 München gibt. Damit sollten drei Punkte gegen den FSV Zwickau am morgigen Samstag doch durchaus im Bereich des Machbaren liegen.

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