Wenn am Sonntag der TSV 1860 gegen den MSV Duisburg im Sechzgerstadion antritt, dann wird vieles anders sein als sonst:

Für einige Fans wird an diesem Tag eine Serie zu Ende gehen, auch wenn man sie ansonsten als „Allesfahrer“ kennt und diese zum Teil seit Jahrzehnten kein Pflichtspiel verpasst haben – so wie der Fritz Fehling: Ein Pflichtspiel der Löwen ohne ihn? Undenkbar. Sonntag wird es mit höchster Wahrscheinlichkeit Realität werden – obwohl der Verein wirklich alles versucht hat, wenigstens Leute wie ihn reinzubringen.

Die Auflagen vom DFB sind jedoch hart, die Plätze mehr als begrenzt: Selbst für die gesamte Presse stehen z.B. nur insgesamt 13 Plätze zur Verfügung – jeden Tag geht derzeit ein vielfaches an Akkreditierungsanfragen beim Verein ein.

Schlechte Zeiten für Allesfahrer: Selbst wenn man es irgendwie ins Stadion zum Heimspiel schaffen würde oder eine Anwohner am Sechzgerstadion dazu bringt, ihm seinen Fensterplatz zu überlassen: Ein paar Tage später am Betzenberg schaut es erst recht schlecht aus: Keine Fensterplätze für Allesfahrer vorhanden.

Zwei Spielklassen höher gingen ja bereits etliche Serien zu Ende:

“Schlimmster Tag meines Lebens – Hannover-Fan verpasst erstes Spiel seit 30 Jahren”

Auch rund ums Stadion wird vieles anders sein: Die Gastronomen die die Löwen live zeigen können, haben schon angefangen ihre Plätze im Voraus zu verkaufen bzw. sind wie der Kastaniengarten schon ausverkauft – gerade einmal 17 Minuten nach der Bekanntgabe des Verkaufs auf Facebook meldete der Kastaniengarten „sold out“ – kein Wunder, schließlich darf nur ein Bruchteil der vorhandenen Plätze verkauft bzw. besetzt werden. Mehr Leute darf man nicht reinlassen, sonst drohen empfindliche Strafen. Dass das KVR bzw. die Polizei das kontrolliert? Äußerst wahrscheinlich.

Etwas Sorge hat man derzeit in Giesing vor Menschenansammlungen rund ums Stadion: Bei den anderen Geisterspielen in der 1. und 2. Bundesliga war das bislang kein Problem – lediglich bei Union Berlin mussten ein paar Fans aus den Bäumen geholt werden – die Plätze um die Stadien waren leer. Allerdings liegen die meisten Stadien auch außerhalb der Stadt. Beim zentraler gelegenen St. Pauli waren ein paar Fans ums Stadion unterwegs – aber laut Fernsehreportage auch eher eine nur ein paar wenige:

Geisterspiele bei St. Pauli

Das Sechzgerstadion liegt jedoch äußerst zentral in der Stadt, viele Löwenfans wohnen in unmittelbarer Nähe oder wollen wenigstens in Giesing in einer Kneipe Fußball schauen. Menschenansammlungen rund um´s Stadion in Corona-Zeiten wären Wasser auf den Mühlen der Befürworter eines Saisonabbruchs oder derer, die lieber ein Stadion weit außerhalb der Stadt hätten.

Soweit es uns zu Ohren gekommen ist, wollen die meisten Löwenfans die wir kennen dem Stadion fern bleiben – wir ebenfalls: Wie Eingangs erwähnt: Vieles wird anders sein, am Sonntag in Giesing, wenn der TSV 1860 sein erstes Corona-bedingtes Geisterspiel austragen wird.

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